Donnerstag, 25. Dezember 2025

Sissi















Regie: Ernst Marischka

Die jüngere Schwester der möglichen Braut...

Als der Historienfilm "Sissi" 1955 in die Knos kam, lockte er zwischen 20 und 25 Millionen Zuschauer in die heimischen Kinos.  Nur "Der Förster vom Silberwald" war mit 28 Millionen Zuschauern noch erfolgreicher. Die Zahlen sind aber ungenau, da in dieser Zeit die Kartenverkäufe noch nicht lückenlos erfasst wurden. "Sissi" ist ein österreichischer Spielfilm, geschrieben und inszeniert von Ernst Marischka, mit Romy Schneider, Karlheinz Böhm, Magda Schneider, Uta Franz, Gustav Knuth, Josef Meinrad, Vilma Degischer und Peter Weck in den Hauptrollen. Es ist der erste Teil einer Trilogie über Kaiserin Elisabeth von Österreich (1837–1898), die in ihrer Familie "Sissi“ genannt wurde. Es folgten „Die junge Kaiserin“ und „Die schicksalhaften Jahre einer Kaiserin“. Prinzessin Elisabeth, genannt „Sissi“ (Romy Schneider), ist die zweitälteste Tochter von Herzog Maximilian Joseph von Bayern (Gustav Knuth) und Prinzessin Ludovika von Bayern (Magda Schneider). Sie ist ein unbeschwertes, impulsives und naturverbundenes Kind. Zusammen mit ihren sieben Geschwistern wächst sie auf dem Familiensitz Schloss Possenhofen am Starnberger See in Bayern auf. Sie genießt eine glückliche Kindheit ohne die Zwänge ihres königlichen Standes. Mit ihrer Mutter und ihrer zurückhaltenden älteren Schwester Helene (Uta Franz) reist die 16-jährige Sissi von Possenhofen in den Kurort Bad Ischl in Oberösterreich. Ludovikas Schwester, Erzherzogin Sophie (Vilma Degischer), ist die Mutter des jungen Kaisers Franz Joseph I. von Österreich (Karlheinz Böhm). Helene wird von Erzherzogin Sophie in die Kaiservilla gebeten, um den jungen Kaiser Franz Joseph zu treffen und die beiden sofort zu verloben. Sissi ahnt nichts vom wahren Grund der Reise und darf aufgrund ihrer mädchenhaft ungestümen Art von ihrer Tante nicht an gesellschaftlichen Veranstaltungen teilnehmen. Sie verbringt ihre Zeit mit Angeln im Wald, wo sie zufällig Franz Joseph begegnet. Der Kaiser ahnt nicht, dass das Mädchen seine Cousine Sissi ist. Er ist von ihr angetan und lädt sie zu einem Jagdausflug in die Alpen ein. Sie treffen sich wie verabredet in den Bergen, unterhalten sich und lernen sich kennen. Sissi verliebt sich in ihn, verrät ihm aber nicht ihre wahre Identität. Während des Ausflugs erfährt Sissi von der geplanten Heirat zwischen Franz Joseph und ihrer Schwester. Der Kaiser bemerkt, dass er den Mann beneidet, der Sissi heiraten wird, und gesteht, dass er keine Verbindung zu Néné spürt. Als Sissi diese indirekte Liebeserklärung hört, ist sie aufgrund ihrer Treue zu Néné verzweifelt. Sie flieht ohne Erklärung vor Franz Joseph. Als Sissi in ihre Residenz zurückkehrt, enthüllt Néné den Grund für die Reise nach Bad Ischl: die Verlobung mit Franz Joseph....





"Sissi" ist natürlich reichlich von Kitsch überzogen, aber es ist ein Klassiker mit Wohfühlcharakter. Ausserdem haben die Macher weder Kosten noch Mühen gescheut die Geschichte opulent und effektiv in Szene zu setzen. Im TV ist die Trilogie beinahe schon fester Bestandteil des weihnachtlichen Programms. Romy Schneiders Rolle als Elisabeth gilt als ihr schauspielerischer Durchbruch. Sie wurde untrennbar mit dieser Rolle verbunden, auch im weiteren Verlauf ihrer Karriere, was Sie selbst eher belastete. 






Bewertung: 7,5 von 10 Punkten. 
 

Sonntag, 21. Dezember 2025

Jeremy Rodack - Mein Wille ist Gesetz










Regie: Robert Wise

Der Patriarch....

Bevor Robert Wise seinen Western "Jeremy Rodack - Mein Wille ist Gesetz" (Originaltitel: Tribute to a bad man) im Jahr 1955 drehte, hatte er mit "Nacht in der Prärie" und "Vorposten in Wildwest" schon zwei Filme in diesem Genre inszeniertt. Zunächst sollte Spencer Tracy die Hauptrolle spielen, doch er geriet mit Wise aneinander und gab sich extrem launisch, was zu mehreren Verzögerungen führte. 
 Als Tracy behauptete, die Höhenlage des Bergsets mache ihn krank und bestand darauf, dass das Set an einen tiefer gelegenen Ort verlegt werde, wurde er schließlich von MGM entlassen und durch James Cagney ersetzt. Robert Francis (Die Caine war ihr Schicksal/They rode west) war ursprünglich für die Rolle des Steve Miller vorgesehen, kam jedoch kurz vor Drehbeginn bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Francis wurde durch Don Dubbins ersetzt  Irene Papas ersetzte Grace Kelly, die den Film abgelehnt hatte. Auch Eva Marie Saint und Jennifer Jones lehnten die Rolle ab - was einigermaßen überrascht, denn die Figur der emzipierten Griechin Jocasta Konstantine war in den 50er Jahren sehr selten.Laut MGM-Abrechnungen spielte der Film in den USA und Kanada 1.193.000 US-Dollar und im Rest der Welt 849.000 US-Dollar ein, was zu einem Verlust von 1.623.000 US-Dollar führte.
Der handelt von einem Rancher, dessen harte Rechtsprechung im Wilden Westen die Frau, die er liebt, von ihm entfremdet. Der Film basiert auf der Kurzgeschichte "Hanging's for the Lucky“ von Jack Schaefer, dem Autor von „Shane“. Viehdiebe stehlen Pferde des wohlhabenden Ranchers Jeremy Rodack (James Cagney) aus Wyoming und schießen auf ihn. Der junge Cowboy Steve Miller (Don Dubbins) findet ihn, gräbt die Kugel aus dem Pferd, rettet Rodock das Leben und erhält daraufhin eine Anstellung auf der Ranch. Rodack glaubt an die Lynchjustiz gegen Viehdiebe, ohne Verhaftung oder Gerichtsverfahren. Sein Cowboy McNulty (Stephen McNally) bezeichnet dies gegenüber Rodocks Geliebter Jocasta Constantine (Irene Papas), einer ehemaligen Tänzerin, die nicht stolz auf ihre Vergangenheit ist, als "eine Art Lynchsucht“. McNulty macht Jo Avancen. Der eifersüchtige und misstrauische Rodock sieht die beiden zusammen eine Scheune verlassen und zieht daraus die falschen Schlüsse. Er feuert McNulty, verprügelt ihn brutal und wirft ihn dann von der Ranch. Rodack macht sich auf die Suche nach den Männern, die sein Vieh gestohlen und Whitey, einen Rancharbeiter, ermordet haben. Er reitet zu Petersons ehemaligem Partner und will wissen, ob Peterson (James Bell) und sein Sohn Lars (Vic Morrow) beteiligt waren. Sie leugnen es, doch Rodock ist bald überzeugt, dass Peterson und seine Partner Hearn (Onslow Stevens) und Barjak (James Griffith) die Täter sind...





In der Zwischenzeit hat sich der junge unerfahrene Cowboy in die selbstbewusste Frau verliebt. Der mehrfache Oscargewinner Robert Surtees wurde für die Kameraarbeit engagiert, die ihm auch hier aussergewöhnlich gut gelang. Die Geschichte bildet ein psychologisch packendes Bild vom alten Wilden Westen ab, in dem noch Patriarchen das Gesetz machten. Der junge Cowboy steht aber bereits für eine neue Zeit, daher ist es nicht verwunderlich, dass der brutale Rodack seine Selbstjustiz überdenkt. 






Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.