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Montag, 22. Mai 2023

Auch ein Sheriff braucht mal Hilfe


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Burt Kennedy

Der neue Sheriff...

Burt Kennedy bekam von John Wayne die Chance das Drehbuch für den Budd Boetticher Western "Der siebente ist dran" zu schreiben. Der Film wurde ein Erfolg und führte zu weiteren gemeinsamen Projekten mit dem Team Boetticher und Randolph Scott. Die besten Filme vom s.g. "Ranown Zyklus" wie "Auf eigene Faust", "Comanche Station" oder "Um Kopf und Kragen" entstanden nach den Drehbüchern von Kennedy. Auch für die beiden sehr beliebten B-Western von Gordon Douglas "Im Höllentempo nach Fort Dobbs" und "Man nannte ihn Kelly" verfasste er das Drehbuch. Ab den frühen 60er Jahren führte Kennedy auch Regie. Seine bekanntesten Filme sind "Die Gewaltigen", "Die letzten vom Red River", "Die Rückkehr der glorreichen Sieben" sowie die Westernkomödie "Auch ein Sheriff braucht mal Hilfe", der 1969 gedreht wurde und Hauptdarsteller James Garner eine Rolle bescherte, die ihm wie auf den Leib geschnitten war.
Die Old West Stadt Calendar im Colorado Territorium ist fast über Nacht entstanden, als die tollpatschige wie hitzköpfige Prudy Perkins (Joan Hackett), Tochter des Bürgermeisters, während einer Beerdigung Geold in dem frisch ausgehobenen Grab entdeckt. Damit ist es mit der Ruhe im Örtchen vorbei. Denn sowohl Bürgermeister Perkins (Harry Morgan) als auch die anderen Ratsmitglieder der Stadt sind mit ihrem Latein am Ende. Denn sie sind nun der korrupten Familie Darby ausgeliefert. Pa Denby (Walter Brennan) und seine drei dummen Söhne (Bruce Dern, Gene Evans und Dick Peabody) haben die Macht und keiner wagt es sich ihrem wüsten Treiben in den Weg zu stellen. Zufälligerweise kommt der smarte Revolverheld Jason McCullough (James Garner) auf seiner Durchreise (er will unbedingt nach Australien) in die Stadt und als er im Saloon einen Drink zu sich nimmt, wird er Zeuge wie der aggressive Joe Danby (Bruce Dern) kaltblütig einen Mann erschießt. Es soll Notwehr gewesen sein, wie der Todesschütze meint, doch McCullough ist da ganz anderer Meinung und gibt diese im Saloon auch gleich zum Besten, was einem Danby natürlich missfällt. McCullogh nimmt dann am gleichen Tag noch den Posten als Sheriff an, für den die Stadt immerhin 150 Dollar und freie Kost und Logis springen lässt. Die erste Amtshandlung des neuen Sheriffs ist die Verhaftung des Mörders. Der stadtbekannte Trotttel Jake (Jack Elam) hilft ihm dabei und wird damit zum Debuty. Der Danby Sohn wird verhaftet und kommt in den Knast, der noch keine Gitter hat. Mit einer List gelingt es dem aufgeweckten Sheriff, dass der Gefangene brav im Gefängnis darauf wartet, dass sein "Papi" ihn da rausholt. Zwischenzeitlich lernt der neue Sheriff auch Prudy Perkins besser kennen....





Burt Kennedys Westerncomedy ist rundum gelungen und ein klasse Spass. Der Humor wirkt, weil er gar nicht so übertrieben und brachial daherkommt, sondern vor allem durch die Situationen, die oft zum Schmunzeln sind. Kameramann war Harry Stradling jr.. Liebgewonnene Westernklischees werden vergnüglich aufs Korn genommen. Natürlich funktioniert dies deshalb so gut, weil Darsteller wie Walter Brennan, Joan Hackett und James Garner mit großer Freude und Begeisterung dabei sind.






Bewertung: 8 von 10 Punkten. 

Montag, 5. August 2019

Sechs schwarze Pferde

























Regie: Harry Keller

Der gefährliche Weg durchs Land der  Coyotero-Apachen...

Regisseur des Audie Murphy Western "Sechs schwarze Pferde" aus dem Jahr 1962 ist Harry Keller. Ein heute fast vergessener Hollywood-Regisseur, der einige Komödien (Mein Zimmer wird zum Harem, Schick mir keine Blumen) und viele Western (Quantez, Sieben Wege ins Verderben, Die letzte Kugel) drehte.
Nach "Sieben Wege ins Verderben" drehte er mit "Sechs schwarze Pferde" einen weiteren Western mit Zugpferd Audie Murphy. Das Drehbuch schrieb Burt Kennedy, der vier Drehbücher für den berühmten Ranown Zyklus verfasste und später selbst Westernregisseur wurde.
In "Sechs schwarze Pferde" werden auch erfolgreiche Westernthemen kopiert. So erinnert die Anfangssequenz, wie sich Audie Murphy und Dan Duryea kennenlernen, sehr stark an Anthony Manns "Meuterei auf dem Schlangenfluß". Dort soll Arthur Kennedy als Pferdedieb am nächsten Galgen hängen, James Stewart beendet aber das Treiben des Lynchmobs und rettet dem Fremden das Leben, daraus entsteht eine Freundschaft. In "Sechs schwarze Pferde" sieht der Zuschauer den pferdelosen Ben Lane (Audie Murphy) durch die Prärie laufen, seinen Pferdesattel trägt er mit. Dann entdeckt er wunderschöne schwarze Pferde, es sind wohl Wildpferde und er fängt eines davon ein. Nach einem mühevollen Zureiten will er seine Reise fortsetzen, doch er wird von einigen Cowboys mit Waffengewalt daran gehindert. Sie sehen in den Fremden einen Pferdedieb, der nun aufgehängt werden muss. Dabei soll der Todeskandidat am Galgen noch entscheiden wer von seinen Henkern den wertvollen Colt beerben soll. Ben beteuert seine Unschuld und bestimmt einen der Männer als Erben. Dann fällt ein Schuß und ein Frank Jesse (Dan Duryea) betritt die Szene. Er findet es ungerecht, dass Ben Lane hängen soll, zumal er auch an dessen Unschuld glaubt, er entwaffnet die Henker und reitet mit Ben fort. Das ist der Stoff, aus dem die großen Freundschaften entstehen. Ziel der Reise soll erstmal die Stadt El Perdito sein. Dort rettet Ben einem Hund das Leben, der bei einem Hundekampf beinahe zu Tode gebissen wird. Nun hat Ben einen weiteren Freund gefunden. Die beiden Männer werden aber in der Nacht mit den Kugeln von zwei Killern konfrontiert, sie können die Männer, die ihnen völlig unbekannt sind, töten. In der Stadt lebt auch die hübsche Kelly (Joan O´Brien), die von den guten Schießkünsten der beiden Fremden gehört hat und diese für 1.000 Dollar engagiert. Der Auftrag ist aber gefährlich, denn sie möchte unbedingt zu ihrem Mann, der sich in Santa Rita del Cobre befindet. Auf diesem Weg lauern tausend Gefahren, die Coyotero-Apachen sind auf dem Kriegspfad und sind für ihre grausamen Morde an den Weißen bekannt. Unterwegs macht der coole Frank der bloden Lady direkte Avancen, wobei sich Ben etwas zurückhaltender verhält. Er misstraut der Frau und hat das Gefühl, dass sie etwas zu verbergen hat. Bald tauchen auch schon die ersten Indianer auf...



Natürlich erinnert man sich in diesem zusammenhang auch die Konstellation aus Henry Hathaways "Garten des Bösen". Auch dort werden Männer von einer Frau engagiert, die zu ihrem Mann möchte. Auch dieser Weg führt durchs Indianergebiet. Und Burt Kennedy hat aus diesen bekannten Versatzstücken einen sehr geglückten B-Western gemacht. So lässt Dan Duryea, dessen Figur auch eine stark ausgeprägte dunkle Seite hat, die immer mehr zur Geltung kommt, je näher man als Ziel kommt, den Satz los "Ein Mann muss eine Absicht haben, um loszureiten in dieses Land" und dies gilt nicht nur für ihn, sondern auch für die schöne Frau und auch für Ben, dessen Motive am Anfang auch nicht klar sind. Harry Kellers Film gefällt schon deshalb, weil er den drei Hauptcharakteren großen Raum bietet sich zu entfalten. Der Zuschauer lernt die drei nach und nach erst kennen und weiß dann diesen Ritt nach Santa Rita del Cobre viel besser zu deuten. Am Ende wird auch klar, dass sich der Filmtitel nicht auf die Anfangsszene bezieht, sondern auf das Ende der Geschichte. Für mich einer der besten Audie Murphy Western.




Bewertung: 8 von 10 Punkten.

Dienstag, 28. Mai 2019

Die Letzten vom Red River

Regie: Burt Kennedy

Kein Land für alte Männer...

Der 1969 entstandene Western "Die letzten vom Red River" ist sicherlich eine der besten Regiearbeiten von Burt Kennedy. Alte Männer, die langsam müde werden - aber in der Not immer noch mit den jungen Wilden mithalten können. Darum geht es in dem Western, der eine gute Balance zwischen Spannung und Humor aufrecht halten kann.
Jim Flagg (Robert Mitchum) ist in die Jahre gekommen und dennoch Marshall der Stadt Progress. Der alte Westen könnte bald der Geschichte angehören, denn es hat bereits eine neue Zeit angefangen. Bürgermeister Randy Wilker (Martin Balsam) steht für den neuen Geist. Der Mann agiert raffiniert und hat hohe politische Ambitionen. Der Traum vom Gounverneur ist möglich.
In dieser neuen Zeit, in der die Pferde durch diese neuen Automobile bereits ersetzt werden, haben schießwütige Revolverhelden keine Chance mehr. Dennoch bekommt Marshall Flag von seinem alten Freund Grundy (Douglas Fowley) eine Information, die viel Ärger bedeuten könnte. Grundy, der in der Wildnis lebt, weil er die Zivilisation kaum aushält, hat einen Mann gesehen, der genauso aussieht wie der legendäre Bandit John McKay (George Kennedy), ein früherer Erzrivale. Man sagt zwar, dass McKay erschossen wurde, aber das muss nichts bedeuten. Jedenfalls soll sich dieser Mann, der so aussieht wie McKay, mit ein paar jungen Rumtreibern in der Nähe der Stadt aufhalten. Das bedeutet nichts Gutes - denn in den nächsten Tagen kommt die Eisenbahn mit einem Geldtransport. Flagg warnt den Bürgermeister, doch der denkt nicht daran - so kurz vor den Wahlen - die Pferde scheu zu machen. Also muss Flagg auf eigene Faust ermitteln, denn der Bürgermeister schickt Flagg in die wohlverdiente Rente. Tatsächlich entdeckt der Rentner ohne Sheriffstern Flagg die Gruppe von John McKay - er muss aber feststellen, dass dort der junge Bandit Waco (David Carradine) das Sagen hat und der ehemals so gefürchtete McKay nur geduldet wird. Also ein weiterer alter Mann, der langsam auf dem Abstellgleis steht. Warum also nicht gemeinsame Sache machen, um den jungen Bösen den Plan zu vereiteln. Tatsächlich werden aus Feinden bald Freunde und zu Zweit sind sie "Die letzten vom Red River" und wollen nun mit ihrem ganzen Können den Eisenbahnraub verhindern...





Dies ist alles sehr locker in Szene gesetzt und die beiden Oldies Robert Mitchum und George kennedy haben sichtlich Freude an ihrer Rolle. Denn sie zeigen den Jungen, wo der Hammer hängt - auch wenn der Titelsong über Marshall Flag zuerst viel Häme über die alternde Figur ausschüttet. Das tragische Problem des Altwerdens wird bei Burt Kennedy auf komische und heitere Art gelöst. Für die klasse Westernbilder war Harry Stradling jr. (Zwei dreckige Halunken, 700 Meilen westwärts, Convoy, Little big Man) zustänidg.






Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.

Montag, 13. Mai 2019

Die Gewaltigen

























Regie: Burt Kennedy

Der Kriegswagen...

Bevor Burt Kennedy ins Regiefach wechselte, war er ein begehrter Drehbuchautor. Seinen ersten Auftrag bekam er von John Wayne, daraus entstand dann der Budd Boetticher Westernklassiker "Der siebente ist dran" 1961 drehte er mit "Die rote Schwadron" seinen ersten eigenen Film.
Es folgten "Die Rückkehr der glorreichen Sieben", "Die Gewaltigen", "Auch ein Sheriff braucht mal Hilfe", "Die letzten vom Red River" und "In einem Sattel mit dem Tod".
Seine Western sind meistens angereichert mit einem starken Fun-Faktor. Neben der Action und der Spannung soll der Humor auch nicht zu kurz kommen. So ist es auch in "Die Gewaltigen" - einer dieser für die 60s typischen Western, in der noch einmal die alten Haudegen von früher - nun schon etwas betagt - waghalsige Abenteuer bestehen müssen. John Wayne war bei der Entstehung des Films bereits 60 Jahre alt, Kirk Douglas mit 51 Jahren etwas jünger. Gemeinsam sind wir stark, so lautet das Motto des Films. Denn zuerst sieht es so aus, als würden die beiden alternden Draufgänger an verschiedenen Fronten agieren.
John Wayne spielt Taw Jackson, dem der korrupte Geschäfsmann Frank Pierce (Bruce Cabot) ganz übel mitgespielt hat. Wegen diesem Halunken musste Jackson ins Gefängnis, in der Zwischenzeit konnte Pierce sich Jacksons Land an den Nagel reißen und dort wurde Gold entdeckt. Nun ist Pierce ein reicher Mann und er weiß, dass Taw Jackson aus dem Knast entlassen wurde. Am besten wäre es, wenn man einen Auftragskiller engagieren würde und den Heimkehrer ausradieren würde, noch ehe der einen Racheplan in die Realität umsetzt. So setzt Pierce auf den Revolverhelden Lomax (Kirk Douglas). Jacksons Plan sieht für "Feind" Lomax aber auch eine besondere Rolle vor, denn neben seinem guten Umgang mit dem Schießeisen ist Lomax auch noch bekannt als Safeknacker. Und so einen Mann bräuchte Jackson dringend für seinen Plan. Denn er will den Goldtransport von Pierce ausrauben. Der lässt sein Gold in einem "Kriegswagen", einer schwer gepanzerten Postkutsche mit einer tödlichen Gatling- Kanone ausgestattet, transportieren. Eine Eskorte Soldaten begleitet diesen Transport. Somit ein sehr schwieriges Unternehmen. Aber gemeinsam mit einigen Kumpanen (Howard Keel, Robert Walker jr, Keenan Wynn, Valora Noland) wagen die inwzischen befreundeten Gegner Tawson und Lomax den Coup...



Am Ende mischen auch noch Indianer im Geschehen mit und es gibt in der schönen Westernlandschaft ein echtes Chaos. Kameramann war William H. Clothier, der Garant für schöne Westernimpressionen und auch die Musik von Dimitri Tiomkin lässt unterhaltsames Westernfeeling aufkommen. John Wayne spielt John Wayne und Kirk Douglas spielt Kirk Douglas. Mit 9,6 Millionen Dollar spielte der Film ein erfolgreiches Ergebnis ein.



Bewertung: 7 von 10 Punkten.