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Dienstag, 4. März 2014

Das Geheimnis der grünen Stecknadel

























Regie: Massimo Dallamano

Was habt ihr mit Solange gemacht ?

"Das Geheimnis der grünen Stecknadel" ist der 37. Edgar Wallace Film der Nachkriegszeit. Die deutsche Filmreihe mündete folgerichtig und logischerweise irgendwann in das Giallo Genre, nicht nur wegen der Coproduktion der deutschen Rialto mit den Italienern. "Cosa avete fatto a Solange?" so der italienische Titel ist auf alle Fälle ein lupenreiner Giallo und wurde auch in Deutschland mit 1,1 Millionen Zuschauern ein guter Kassenerfolg.
Joachim Fuchsberger ist wie so oft der Inspektor, diesmal heißt er Barth und ermittelt im Fall eines besonders grauenvollen Mordes an einem Mädchen aus einer katholischen Schule. Die junge Frau wurde am Themseufer am hellichten Tag bestialisch ermordet. Genau zur selben Zeit liegt dort auf einem Boot der Schürzenjäger Henry Rossini (Fabio Testi), Sport- und Italienischlehrer der Schule, mit einer seiner Schülerinnen. Elisabeth (Cristina Galbö) ist verliebt in den erfahrenen Mann, doch der ist verheiratet und betrügt seine deutsche Ehefrau Herta (Karin Baal), ebenfalls Lehrerin. Das Mädchen sieht während des Techtelmechtels am Ufer eine junge Frau, die verfolgt wird. Später meint sie einen Mord gesehen zu haben. Sie kann aber Henry nicht überzeugen. Wenig später hört Henry im Radio vom Mord und weiß nun, dass seine Geliebte Zeuge eines Mordes geworden ist. Tatsächlich schlägt der Serienkiller erneut zu...





Ein guter Beitrag der Edgar Wallace Reihe, ich mag den Film wegen seiner 70er Jahre Optik, wegen seines starken italienischen Einschlags. Der Film ist schrill und unterhält bestens. Dabei merkt man den Wandel innerhalb der Wallace Reihe. In den 60ern Jahren durchaus humorig und etwas knallig konzipiert, ist "Das Geheimnis der grünen Stecknadel" - ähnlich wie auch der nachfolgende "Das Rätsel des silbernen Halbmondes" zwar schrill, aber sehr ernst und düster inszeniert.
In weiteren Rollen sind Günther Stoll als Professor Bascombe, Camille Keaton als Solange und und Claudia Butenuth als Brenda zu sehen. 
Regiesseur Massimo Dallamano drehte zwei Jahre später mit "Der Tod trägt schwarzes Leder" sogar ein Schlüsselwerk des Mafia- und Polizeifilms, den er mit einer guten Portion Giallo anreicherte. 









Bewertung: 8 von 10 Punkten. 

Die Tote aus der Themse

























Regie: Harald Philipp

Jagd auf fiese Rauschgifthändler...

Nachdem Hanjörg Felmy bereits in einigen deutschen Krimis nach Vorlage von Bryan Edgar Wallace zu sehen war, kam er in "Die Tote aus der Themse" auch einmal bei einem "echten" Edgar Wallace Film zum Zug. Er ist als ermittelnder Inspektor zu sehen. 
Ist "Die Tote aus der Themse" die Tänzerin Myra Ferguson (Lyvia Bauer) und damit die Schwester von Uschi Glas, die als Danny Ferguson nach London reist, um eine Leiche zu identifizieren. Dort angekommen wird ihr von Inspektor Craig (Hansjörg Felmy) eröffnet, dass die ermordete Myra mit der Polizei zusammengearbeitet hat und entscheidende Hinweise über einen internationalen Rauschgiftring geben konnte. Doch sie wurde kurze Zeit später in einem Hotel erschossen. Dabei hat der Fotograf David Armstrong (Vadim Glowna) interessante Aufnahmen gemacht, die den Schluß zulassen, dass Myra vielleicht doch leben könnte. Bald können drei Hintermänner des Rings ausgemacht werden. Es handelt sich dabei um die Geschäftsmänner Louis Stroud, Hotelbesitzer (Ivan Desny), Antiquitätenhändler Anthony Wyman (Friedrich Schoenfelder) und Fleischimporteur Wiliam Baxter (Werner Peters). Aber damit ist noch nicht gesagt, wer der Drahtzieher des Ganzen ist. Mysteriös wirkt auch der reiche Milton S. Farnborough (Harry Riebauer).  Keine leichte Aufgabe für Inspektor Craig, für den Polizeiarzt Dr. Ellis (Günther Stoll) und schon gar nicht für Sir John (Siegfried Schürenberg)...






Dieser hat auch seinen letzten Auftritt als Sir John und ist sicherlich vielen Zuschauern sehr ans Herz gewachsen als ignoranter wie arroganter Trottel, der sich für ein Genie hält. Er spielte den Part des Scotland Yard Chefs von "Die Tür mit den sieben Schlössern" bis hin zur "Toten aus der Themse" Ebenfalls zum vierzehnten und letzten Mal war der am 15. März 1910 geborene Kameramann Karl Lob dabei, der diesmal das Swinging London Anfang der 70er Jahre bebilderte. Der Schluß kommt etwas zu abrupt, aber insgesamt kann sich auch dieser Farbfilm sehen lassen. Regie in dem 1971 entstandenen Krimi führte Harald Philipp. Nachdem der vorangegangene "Das Gesicht im Dunkeln" mit nur 600.000 Zuschauern folppte, gabs für "Die Tote aus der Themse" wieder positivere zahlen. 1,4 Millionen Zuschaeru wollten den bewährten WallaceThrill im Kino sehen.










Bewertung: 7 von 10 Punkten.

Der Bucklige von Soho

























Regie: Alfred Vohrer

Bordelle, Mädchenheime und Millionenerbinnen...

1966 kam mit "Der Bucklige von Soho" der erste Edgar Wallace in Farbe ins Kino. Unter der Regie von Alfred Vohrer entstand einer der sonderbarsten, aber auch einer der gelungensten Verfilmungen der Serie. Denn es treten eine ganze Reihe skurriler Figuren in der Geschichte auf. Allen voran Eddi Arent, der als gütiger Reverend David diesmal eine ganz außerordentliche Rolle spielen kann, die ganz anders angelegt ist als seine sonstigen Figuren, allesamt für den Humor in der Geschichte sorgend. Diese Rolle weicht von seinem sonstigen Rollentypus stark ab, ist aber nicht ganz neu. Denn bereits in "Der unheimliche Mönch" war seine Filmfigur wesentlich anders angelegt als diese typische Rolle des Butlers. Vohrers Film brachte es auf phänomenale 3,6 Millionen Kinobesucher und ist somit gemeinsam mit "Das Gasthaus an der Themse" der kommerziell erfolgreichste Wallace Film.
In den Nächten von London geht ein Buckliger Mörder (Richard Haller) um, der junge Frauen erwürgt. Aber gut, solche Morde gehören zu London. Dies denkt sich auch die Millionenerbin Wanda Merville (Monika Peitsch), die aber überraschend wird entführt. Denn es hat jemand was dagegen, dass sie ihr Erbe antritt. Sie findet sich in einem Heim für gestrauchelte junge Mädchen wieder, die dortige Oberin (Hilde Sessak) ist pervers und führt ein fieses Regiment. Lediglich der naive Reverend scheint keinen blassen Schimmer zu haben, was der dortige Direktor (Pinkas Braun) für ein Spiel spielt. Finanziert wird das Heim von der gütigen Lady Majory Perkins (Agnes Windeck), deren Mann General Edward Perkins (Hubert von Meyerinck) nicht nur völlig durchgeknallt und wahnsinnig ist, sondern auch noch der Bruder des verstorbenen Merville ist. Seit Jahren spielt er daheim, in Schloß Castlewood, die Schlacht von Tobruk im heimischen Sandkasten nach. Gelegentlich bekommen die angesehenen Adligen auch Besuch von Sir John (Siegfried Schürenberg), der wieder einmal seine Dämlichkeit beweist. Gani in der Nähe gibts dann noch den Nachtclub Mekka, der sich als Luxusbordell erweist und von Mrs. Tynal (Gisela Uhlen) mit strenger Hand geführt wird. Während die arme Wanda weiterhin in den Klauen der Verbrecherbande ist, tritt eine falsche Wanda Merville (Uta Levka) ins Geschehen ein. Kann Inspektor Hopkins (Günther Stoll) das Chaos lichten ?






 In der Beurteilung der Gesamtserie rangiert der Film bei den Kritikern eher am hinteren Ende, was ich nicht so ganz teilen kann. Wenn man kuriose 60s Crime Atmosphäre möchte, dann sitzt man hier bei Alfred Vohrer in der ersten Reihe. Der Film bietet eine ganze Reihe durchgeknallter Figuren, die aber trotzdem alle der Geschichte untergeordnet sind, in knallbunter Kulisse agieren und für reichlich Spannung und Action sorgen. Es ist immer was los und die Rollen von Eddi Arent, Siegfried Schürenberg und Hubert von Meyerinck bleiben in bester Erinnerung. Der Bucklige wird von Richard Haller gespielt. 












Bewertung: 8 von 10 Punkten.