Posts mit dem Label Horst Tappert werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Horst Tappert werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 31. August 2026

Er kanns nicht lassen















Regie: Axel von Ambesser

Ein neuer Fall für Pater Brown...

Mit mehr als 3,7 Millionen Zuschauern war "Das schwarze Schaf" von Helmut Ashley aus dem Jahr 1960 ein riesiger Kinoerfolg. Grund genug um eine weitere Geschichte aus dem Fundus des britischen Schriftstellers Gilbert Keith Chesterton zu verfilmen, der insgesamt 49 Erzählungen über den Pater Brown schrieb. Pater Brown ist ein englischer katholischer Pfarrer, der als Hobby Kriminalfälle löst. In Deutschland ist er jedoch ein irischer Geistlicher und wird vom Volksschauspieler Heinz Rühmann perfekt verkörpert. 1962 entstand unter der Regie von Axel von Ambesser die Fortsetzung "Er kanns nicht lassen", der im Grunde seinem Vorgänger sehr ähnlich ist und in dem der deutsche Komponist Martin Böttcher erneut die Filmmusik schrieb.  2,6 Millionen Zuschauer im Kino und damit ein Rang 18 in den Kinojahrescharts belegen den Erfolg des Films. Neben Heinz Rühmann ist auch Lina Carstens als Haushälterin Frau Smith zu sehen.  Pater Brown (Heinz Rühmann) lässt sich auch als Gemeindepfarrer der kleinen Insel Evert's Rock, auf die er vom Bischof strafversetzt wurde, nicht unterkriegen. Rigoros mischt er sich in einen Streit um ein Fässchen Whiskey ein, was ihm nur wenige Sympathiepunkte bei den hart gesottenen irischen Schmugglern einbringt. Als er in einem unzugänglichen Kellergewölbe des Pfarrhauses ein wertvolles Gemälde findet, das kurz darauf gestohlen wird, kann er deshalb auf keine Informationen von Seiten der Einheimischen hoffen. Der Diebstahl geschah ausgerechnet in dem Moment, als er beim Bischof (Rudolf Forster) zum Rapport antreten musste, weil er mit dem Fund erneut Schlagzeilen verursacht hatte – mit dem Ergebnis, dass er sofort wieder auf die Insel zurückkehren soll, um das Bild wieder zu beschaffen. Selbstverständlich gelingt Brown dieses Unterfangen, aber er verschont die Diebe, indem er sie zur Beichte bittet – niemals zuvor war die Kirche so gut gefüllt, wie an diesem Tag. Dieser Erfolg verhindert zwar seine Strafversetzung in den Innendienst, aber trotzdem muss er mit seiner Haushälterin den Gang in eine neue Gemeinde antreten. Angeblich bestand dort das einzige Verbrechen der letzten sieben Jahre aus dem Diebstahl eines Golfballs, aber schon auf seiner Fahrt zum Pfarrhaus wird er Zeuge eines heftigen Streits zwischen seit langem verfeindeten Nachbarn. Doch schon bei seiner Ankunft muss er einen Streit zwischen Lord Bannister (Otto Schmöle) und Lord Darroway (Rainer Penkert) schlichten. Er erfährt von einem Fluch, der auf den Schlossherren von Darroway liege. Aber er glaubt nicht daran und vermutet hinter den beiden angeblichen Unfällen Morde. Seine weiteren Recherchen führen ihn nach Dublin, wo er eine Mörder- und Rauschgiftschmugglerbande überführt. Und dann geschehen Morde und möglicherweise sind Frau Holland (Ruth Maria Kubitschek), Verwalterin bei Lord Penkert) und Erbin Berenice (Grit Böttcher), die mit dem Ex-Drogenabhängigen Bruce Payne (Peter Parten) verlobt ist, in großer Gefahr... 







Die Filmbauten wurden von den Szenenbildnern Rolf Zehetbauer und Herbert Strabel entworfen. Gedreht wurde in den Bavaria-Studios in München sowie vor Ort auf Schloss Anif bei Salzburg, das im Film als „Darroway Castle“ diente. Weitere Aufnahmen entstanden in Irland.Den damaligen Kinobesuchern wird es egal gewesen sein, denn die Ansicht des Erstlings lag schon fast zwei Jahre zurück und ein unmittelbarer Vergleich war nur schwer möglich. Zwar fehlte „Er kann’s nicht lassen“ die atmosphärische Dichte und innere Schlüssigkeit des Vorgängerfilms, aber Heinz Rühmann blieb seiner Verkörperung des detektivisch begabten Pfarrers treu - letztlich die entscheidende Komponente für den Erfolg. Zudem ließ auch der Nachfolger für die Entstehungszeit erstaunlich liberale Ansichten erkennen, auch wenn die Kritik an der katholischen Kirche dezenter ausfiel. In der Filmographie von Axel von Ambesser befinden sich Klassiker wie "Der Pauker", "Die schöne Lügnerin", "Der brave Soldat Schwejk", "Gustav Adolfs Page", "Der Gauner und der liebe Gott" und "Kohlhiesels Töchter". 







Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

Montag, 3. August 2026

Jerry Cotton - Die Rechnung eiskalt serviert















Regie: Helmut Ashley

Konkurrierende Gangsterbanden...

Bei dem 1966 von Helmut Ashley inszenierten Krimi "Die Rechnung eiskalt serviert" handelt es sich um den vierten und letzten in Schwarzweiß gedrehten Beitrag der erfolgreichen Jerry Cotton-Reihe, der vielleicht am treffendsten als eine Art Übergangsfilm beschrieben ist, denn er erinnert inszenatorisch und handwerklich gesehen noch sehr stark an seine Vorgänger, grenzt sich aber auch schon ein bisschen von dieser herkömmlicher wirkenden Vorgehensweise ab - er bringt mehr Drive, obwohl er die Schlägerszenen mininiert hat. So erinnert er mehr an das, was im Farbfilmbereich noch auf das Publikum zukommen sollte, und die angebotenen Modifikationen kommen hier sehr gut an. Die Geschichte wird sehr klassisch erzählt und anschaulich präsentiert, bedient sich dabei eines kleinen Whodunit-Effekts, was innerhalb der Reihe und über die Jahre gesehen am besten ankommen konnte. Die Story befasst sich wie auch seine Vorgänger mit minutiöser Planung, Raub und Durchführung von waghalsigen Coups, außerdem mit einigen unbequemen Launen des Schicksals, welches von zahlreichen Gangstern befeuert und manipuliert wird. Natürlich inmitten des Geschehens der furchtlose Draufgänger Jerry Cotton, der sich beim Showdown an einen Hubschrauber hängt - George Nader performt ihn perfekt und mit Heinz Weiss und Richard Münch bildet das FBI Trio als eingespieltes Team. Doch diesmal begeht Jerry Cotton einen Fehler, so dass ihn sein Chef Mr. High (Richard Münch) zunächst mal zwangsbeurlauben muss. Und dies alles nur, weil Cotton die Schuld für eine risikoreiche Fahrt des Geldtransporters vom New Yorker Schatzamtes auf sich nahm. Dabei hatte John M. Clark (Walter Rilla), Chef des Schatzamtes, diese Fahrt entgegen Jerrys Rat befohlen. Um Clark vor einem Suizid zu bewahren, nahm Jerry die Schuld vor der Presse auf sich. Doch auch im Urlaub bleibt er nicht untätig. Aber die Bande des Gangsters Anderson (Horst Tappert) konnten 20 Millionen Dollar und zusätzlich Juwelen im Wert von 10 Millionen Dollar erfolgreich rauben. Es hat auch deshalb funktioniert weil sie die Hilfe des jungen Chemikers Tommy Wheeler (Christian Doermer) hatten. Immerhin kennt Jerry Tommys Freundin Violet (Yvonne Monlaur), eine Nachtclubsängerin und die sehr besorgt ist, weil sie ahnt, dass ihr junger Freund in Schwierigkeiten steckt. Eine zweite Bande beobachtet die Vorbereitungen zum Raub und so kommt Tommy noch vor der erfolgreichen Ausführung des Coups noch mehr in die Bredouille, denn diese beiden Hintermänner zwingen ihn, ein doppeltes Spiel zu treiben. Andersons Männer schöpfen Verdacht und so wird er von ihnen beobachtet, verfolgt, gejagt und kommt bei der Autoverfolgungjagd ums Leben. Noch ahnt seine Freundin nichts von seinem Tod, doch sie wird von Andersons Leuten entführt. Da Jerry ihr seine Nummer gab, ist er wieder im Spiel...








Die Gangster im Hintergrund werden von Ulrich Haupt und Rainer Brandt gespielt. Sie sind natürlich tödliche Konkurrenz zur anderen Bande, bei denen Horst Tappert - sonst bekannt als Oberinspektor Derrick aus der gleichnamigen ZDF-Fernsehserie - auch sehr glaubwürdig den Bösen spielen kann. Hammer-film Fans werden Yvonne Monlaur vielleicht noch aus dem wunderschönen Vampirfilm "Dracula und seine Bräute" von Terence Fisher kennen. Und Christian Droemer ist natürlich auch kein Unbekannter, er überzeugte bereits als Youngster in den 50er Jahre Teenager Filmen "Die Halbstarken" und "Die Frühreifen". Für den Film "Flucht nach Berlin" bekam er 1961 als bester Nachwuchsdarsteller das Filmband in Gold. Wahrscheinlich der beste schwarz-weiß jerry Cotton überhaupt. 







Bewertung:7,5 von 10 Punkten. 
 

Freitag, 17. Juli 2026

Der Todesrächer von Soho















Regie: Jess Franco

Die Koffer sind gepackt...

Nach "Der Teufel kam aus Akasawa" versuchte sich der spanische Kultfilmer Jess Franco erneut an einem Wallace Stoff. "Der Todesrächer von Soho" entstand 1972 nach der Vorlage des Wallace Sohn Bryan Edgar Wallace. Die Darsteller Horst Tappert, Siegfried Schürenberg und Fred Williams hatten bereits im Vorgänger mitgespielt. Den Kennern der Wallace Filme wird die Geschichte auch bekannt vorkommen. "Der Todesrächer von Soho" ist sozusagen ein Remake von dem acht Jahre zuvor entstandenen "Das Geheimnis des schwarzen Koffers" von Werner Klingler, statt in atmosphärischem Schwarz-Weiß inszenierte Franco in Farbe. Inspektor Redford (Fred Williams) steht bei seinen Vorgesetzen mächtig unter Druck, denn die wollen einen Serienkiller so schnell wie möglich fassen, der London in Angst und Schrecken versetzt. Dieser unbekannte Täter packt seinen späteren Opfern zuerst die Koffer, dann tötet er sie mit einem präzisen Messerwurf, der nur von einem echten Profi so ausgeführt werden kann. Erst beim dritten Opfer finden Redford und sein Freund, der Kriminalschriftsteller Charles Barton (Horst Tappert) einen wichtigen Anhaltspunkt, denn dieser eine Koffer wurde gestohlen. Immerhin hat der Fotograf Pickwick (Luis Morris) ein Foto des Diebes machen können. Es handelt sich um den angesehen Dr. Bladmore (Siegfried Schürenberg), dem keiner den Mord so richtig zutraut. Aber immerhin findet Bladmores Assistentin Helen ((Elisa Montes) den verschwundenen Koffer - mit brisantem Inhalt. Im Koffer befindet sich Ampullen mit der Droge Meskadrin. Während Redford genüsslich mit Helen flirtet, besucht Barton die verruchte Flamingo Bar. Dort legt er sich mit der Chefin Celia (Barbara Rütting) und ihrem Angestellten Roger (Moses Augusto Rocha) an und wird von den beiden außer Gefecht gesetzt und in die Themse geworfen. Auch Dr. Bladmore verschwindet spurlos...





Jess Franco bietet die Story ein bisschen verändert an und trotz weiterer namhafter Darsteller wie Wolfgang Kieling oder Rainer Basedow bekam "Der Todesrächer von Soho" nicht sehr viele wohlwollende Kritiken. Der Inszenierungstil ist etwas schludrig, hat aber auch einiges von diesem unwiderstehlichen Charme, den auch die anderen Wallace Movies heute noch ausstrahlen. Viel Trash, alles etwas aufgelockert und mit ordentlichem Tempo versehen - als Messerwerfer Gonzales hat der Regisseur für sich erneut einen Cameo Auftritt eingebaut.










Bewertung: 6,5 von 10 Punkten. 

Donnerstag, 4. September 2014

Der Gorilla von Soho

























Regie: Alfred Vohrer

Statt Pfaffe nun ein Affe...

Was ist noch schlimmer als der Bucklige von Soho ? Natürlich "Der Gorilla von Soho" und dieser gehört zur Gorillabande, die schon vor Jahren ihr Unwesen in London trieb, dann mal ne Ruhepause einlegte und nun sind sie wieder da. Die Bande heißt so, weil einer der Schurken aufgrund seines entstellten Gesichts in einem billigen Gorillakostüm seine Untaten absolviert. So viel zum Schwachsinn...wobei es sich bei diesem 32. Edgar Wallace Krimi um ein extremst schrilles Remake des vielleicht besten Wallace Films "Die toten Augen von London" handelt. Wieder stand Alfred Vohrer hinter der Kamera, aber er macht daraus einen ganz anderen, völlig überzeichneten Film daraus. Aus dem düsteren, nebelverhangenen Original wurde ein kurioses 60s Spektakel mit einem dynamisch auftretenden Horst Tappert als Inspektor David Perkins.
Der merkt auch als Erster, dass die Gorillas wieder am Werk sind. Die ist jetzt darauf spezialisiert reiche Männer, deren Erbe sozialen Einrichtungen zugute kommt,  in der Themse zu ertränken. Jedesmal ist auch eine Puppe mit einer rätselhaften Schrift beim Toten dabei. Doch da weiß der recht lüsterne Sir Arthur (Hubert von Meyerinck) eine Lösung, denn er engagiert mit Uschi Glas alias Susan McPherson eine Expertin für afrikanische Sprachen. Nebenbei macht sie auch noch den jungen Sergeant Pepper (Uwe Friedrichsen) ganz kirre.  Ein Besuch bei der karitativen Organisation "Love and Peace for People und deren Chef, Henry Parker (Albert Lieven) macht klar, dass der Mann einen Ganoven (Ralf Schermuly) als Sekretär angestellt hat und sogar Besuch von einem weiteren  Ganoven mit Namen Sugar (Herbert Fux) hat. Sehr verdächtig...auch im Mädchenheim St. Maria gehts nicht mit rechten Dingen zu. Die Oberin (Inge Langen) und die rabiate Schwester Elisabeth (Hilde Sessak) haben hier das Sagen und die Mädchen werden vielleicht sogar unterdrückt....







Der Film ist zwar Remake, aber er weißt eine deutlich höhere Verwandtschaft mit Alfred Vohrers "Der Mann mit dem Glasauge" auf, der ähnlich schrill und bunt zur Sache geht. Das große Problem ist aber der Vergleich mit dem Original, hier in der Neuverfilmung wirkt die gleiche Geschichte an manchen Stellen unfreiwillig komisch und manche Szene ist so übertrieben, dass sie schon beinahe als Wallace Parodie durchgehen könnte. Natürlich ist dieses freizügige Filmwerk recht unterhaltsam und Längen gibt es auch keine. Aber insgesamt wirkt es einfach wie "Zuviel des Guten" und erweist sich daher höchstwahrscheinlich als der schwächste aller Edgar Wallace Filme der Rialto. Dennoch mag ich auch diesen Film, der im Filmjahr 1968 immerhin 1,7 Millionen zahlende Zuschauer in die Kinos lockte und damit auf einem respektablen 22. Rang in den Kinojahrescharts kam. 








Bewertung: 7 von 10 Punkten.