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Freitag, 17. Juli 2026

Der Todesrächer von Soho















Regie: Jess Franco

Die Koffer sind gepackt...

Nach "Der Teufel kam aus Akasawa" versuchte sich der spanische Kultfilmer Jess Franco erneut an einem Wallace Stoff. "Der Todesrächer von Soho" entstand 1972 nach der Vorlage des Wallace Sohn Bryan Edgar Wallace. Die Darsteller Horst Tappert, Siegfried Schürenberg und Fred Williams hatten bereits im Vorgänger mitgespielt. Den Kennern der Wallace Filme wird die Geschichte auch bekannt vorkommen. "Der Todesrächer von Soho" ist sozusagen ein Remake von dem acht Jahre zuvor entstandenen "Das Geheimnis des schwarzen Koffers" von Werner Klingler, statt in atmosphärischem Schwarz-Weiß inszenierte Franco in Farbe. Inspektor Redford (Fred Williams) steht bei seinen Vorgesetzen mächtig unter Druck, denn die wollen einen Serienkiller so schnell wie möglich fassen, der London in Angst und Schrecken versetzt. Dieser unbekannte Täter packt seinen späteren Opfern zuerst die Koffer, dann tötet er sie mit einem präzisen Messerwurf, der nur von einem echten Profi so ausgeführt werden kann. Erst beim dritten Opfer finden Redford und sein Freund, der Kriminalschriftsteller Charles Barton (Horst Tappert) einen wichtigen Anhaltspunkt, denn dieser eine Koffer wurde gestohlen. Immerhin hat der Fotograf Pickwick (Luis Morris) ein Foto des Diebes machen können. Es handelt sich um den angesehen Dr. Bladmore (Siegfried Schürenberg), dem keiner den Mord so richtig zutraut. Aber immerhin findet Bladmores Assistentin Helen ((Elisa Montes) den verschwundenen Koffer - mit brisantem Inhalt. Im Koffer befindet sich Ampullen mit der Droge Meskadrin. Während Redford genüsslich mit Helen flirtet, besucht Barton die verruchte Flamingo Bar. Dort legt er sich mit der Chefin Celia (Barbara Rütting) und ihrem Angestellten Roger (Moses Augusto Rocha) an und wird von den beiden außer Gefecht gesetzt und in die Themse geworfen. Auch Dr. Bladmore verschwindet spurlos...





Jess Franco bietet die Story ein bisschen verändert an und trotz weiterer namhafter Darsteller wie Wolfgang Kieling oder Rainer Basedow bekam "Der Todesrächer von Soho" nicht sehr viele wohlwollende Kritiken. Der Inszenierungstil ist etwas schludrig, hat aber auch einiges von diesem unwiderstehlichen Charme, den auch die anderen Wallace Movies heute noch ausstrahlen. Viel Trash, alles etwas aufgelockert und mit ordentlichem Tempo versehen - als Messerwerfer Gonzales hat der Regisseur für sich erneut einen Cameo Auftritt eingebaut.










Bewertung: 6,5 von 10 Punkten. 

Dienstag, 4. März 2014

Die Tote aus der Themse

























Regie: Harald Philipp

Jagd auf fiese Rauschgifthändler...

Nachdem Hanjörg Felmy bereits in einigen deutschen Krimis nach Vorlage von Bryan Edgar Wallace zu sehen war, kam er in "Die Tote aus der Themse" auch einmal bei einem "echten" Edgar Wallace Film zum Zug. Er ist als ermittelnder Inspektor zu sehen. 
Ist "Die Tote aus der Themse" die Tänzerin Myra Ferguson (Lyvia Bauer) und damit die Schwester von Uschi Glas, die als Danny Ferguson nach London reist, um eine Leiche zu identifizieren. Dort angekommen wird ihr von Inspektor Craig (Hansjörg Felmy) eröffnet, dass die ermordete Myra mit der Polizei zusammengearbeitet hat und entscheidende Hinweise über einen internationalen Rauschgiftring geben konnte. Doch sie wurde kurze Zeit später in einem Hotel erschossen. Dabei hat der Fotograf David Armstrong (Vadim Glowna) interessante Aufnahmen gemacht, die den Schluß zulassen, dass Myra vielleicht doch leben könnte. Bald können drei Hintermänner des Rings ausgemacht werden. Es handelt sich dabei um die Geschäftsmänner Louis Stroud, Hotelbesitzer (Ivan Desny), Antiquitätenhändler Anthony Wyman (Friedrich Schoenfelder) und Fleischimporteur Wiliam Baxter (Werner Peters). Aber damit ist noch nicht gesagt, wer der Drahtzieher des Ganzen ist. Mysteriös wirkt auch der reiche Milton S. Farnborough (Harry Riebauer).  Keine leichte Aufgabe für Inspektor Craig, für den Polizeiarzt Dr. Ellis (Günther Stoll) und schon gar nicht für Sir John (Siegfried Schürenberg)...






Dieser hat auch seinen letzten Auftritt als Sir John und ist sicherlich vielen Zuschauern sehr ans Herz gewachsen als ignoranter wie arroganter Trottel, der sich für ein Genie hält. Er spielte den Part des Scotland Yard Chefs von "Die Tür mit den sieben Schlössern" bis hin zur "Toten aus der Themse" Ebenfalls zum vierzehnten und letzten Mal war der am 15. März 1910 geborene Kameramann Karl Lob dabei, der diesmal das Swinging London Anfang der 70er Jahre bebilderte. Der Schluß kommt etwas zu abrupt, aber insgesamt kann sich auch dieser Farbfilm sehen lassen. Regie in dem 1971 entstandenen Krimi führte Harald Philipp. Nachdem der vorangegangene "Das Gesicht im Dunkeln" mit nur 600.000 Zuschauern folppte, gabs für "Die Tote aus der Themse" wieder positivere zahlen. 1,4 Millionen Zuschaeru wollten den bewährten WallaceThrill im Kino sehen.










Bewertung: 7 von 10 Punkten.

Der Bucklige von Soho

























Regie: Alfred Vohrer

Bordelle, Mädchenheime und Millionenerbinnen...

1966 kam mit "Der Bucklige von Soho" der erste Edgar Wallace in Farbe ins Kino. Unter der Regie von Alfred Vohrer entstand einer der sonderbarsten, aber auch einer der gelungensten Verfilmungen der Serie. Denn es treten eine ganze Reihe skurriler Figuren in der Geschichte auf. Allen voran Eddi Arent, der als gütiger Reverend David diesmal eine ganz außerordentliche Rolle spielen kann, die ganz anders angelegt ist als seine sonstigen Figuren, allesamt für den Humor in der Geschichte sorgend. Diese Rolle weicht von seinem sonstigen Rollentypus stark ab, ist aber nicht ganz neu. Denn bereits in "Der unheimliche Mönch" war seine Filmfigur wesentlich anders angelegt als diese typische Rolle des Butlers. Vohrers Film brachte es auf phänomenale 3,6 Millionen Kinobesucher und ist somit gemeinsam mit "Das Gasthaus an der Themse" der kommerziell erfolgreichste Wallace Film.
In den Nächten von London geht ein Buckliger Mörder (Richard Haller) um, der junge Frauen erwürgt. Aber gut, solche Morde gehören zu London. Dies denkt sich auch die Millionenerbin Wanda Merville (Monika Peitsch), die aber überraschend wird entführt. Denn es hat jemand was dagegen, dass sie ihr Erbe antritt. Sie findet sich in einem Heim für gestrauchelte junge Mädchen wieder, die dortige Oberin (Hilde Sessak) ist pervers und führt ein fieses Regiment. Lediglich der naive Reverend scheint keinen blassen Schimmer zu haben, was der dortige Direktor (Pinkas Braun) für ein Spiel spielt. Finanziert wird das Heim von der gütigen Lady Majory Perkins (Agnes Windeck), deren Mann General Edward Perkins (Hubert von Meyerinck) nicht nur völlig durchgeknallt und wahnsinnig ist, sondern auch noch der Bruder des verstorbenen Merville ist. Seit Jahren spielt er daheim, in Schloß Castlewood, die Schlacht von Tobruk im heimischen Sandkasten nach. Gelegentlich bekommen die angesehenen Adligen auch Besuch von Sir John (Siegfried Schürenberg), der wieder einmal seine Dämlichkeit beweist. Gani in der Nähe gibts dann noch den Nachtclub Mekka, der sich als Luxusbordell erweist und von Mrs. Tynal (Gisela Uhlen) mit strenger Hand geführt wird. Während die arme Wanda weiterhin in den Klauen der Verbrecherbande ist, tritt eine falsche Wanda Merville (Uta Levka) ins Geschehen ein. Kann Inspektor Hopkins (Günther Stoll) das Chaos lichten ?






 In der Beurteilung der Gesamtserie rangiert der Film bei den Kritikern eher am hinteren Ende, was ich nicht so ganz teilen kann. Wenn man kuriose 60s Crime Atmosphäre möchte, dann sitzt man hier bei Alfred Vohrer in der ersten Reihe. Der Film bietet eine ganze Reihe durchgeknallter Figuren, die aber trotzdem alle der Geschichte untergeordnet sind, in knallbunter Kulisse agieren und für reichlich Spannung und Action sorgen. Es ist immer was los und die Rollen von Eddi Arent, Siegfried Schürenberg und Hubert von Meyerinck bleiben in bester Erinnerung. Der Bucklige wird von Richard Haller gespielt. 












Bewertung: 8 von 10 Punkten.