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Montag, 2. März 2026

Der Mann aus Philadelphia










Regie: Vincent Sherman

Gesellschaftlicher Aufstieg...

In den späten 50er Jahren hatten Filme wie "Peyton Place" (deutscher Titel: Glut unter der Asche) im Kino Hochkonjunktur.  Mit den für die damalige Zeit offenen Schilderungen von gesellschaftlichen Tabuthemen wie Ehebruch, häuslicher Gewalt, sexuellem Missbrauch von Minderjährigen, unehelicher Schwangerschaft, Abtreibung, Trunksucht und Bigotterie trug Mark Robsons Film mit zum raschen Ende des Production Code am Ende der 50er Jahre bei. Das Publikum wollte mehr von diesen dramatischen Melodramen.  Vincent Shermans "Der Mann von Philadelphia" aus dem Jahr 1959 kann man zu den vielen filmischen Verwandten zählen, die danach gedreht wurden. In dem Film, der auf dem Roman "The Philadelphian" von Richard Powell basiert, geht es um den Wunsch zu einer höheren Klassengesellschaft anzugehören. Es geht auch um Bewahrung von Tradition und um Erneuerung durch eine neue Generation.  Es ist 1924. Die frisch verheiratete Kate Judson Lawrence (Diane Brewster) ist verzweifelt, als sie in ihrer Hochzeitsnacht erfährt, dass ihr aus der Oberschicht Philadelphias stammender Ehemann William (Adam West) sie nie wirklich heiraten wollte. Er sagt: „Es war meine Mutter, die diese Ehe wollte, um einen Enkel zu bekommen. Aber ich kann dich nicht lieben, Kate, ich kann niemanden lieben“, vermutlich aufgrund seiner unerkannten Homosexualität. Nachdem William sie in dieser Nacht verlassen hat, sucht sie Trost bei ihrem langjährigen Freund aus der Arbeiterklasse und ehemaligen Geliebten Mike Flanagan (Brian Keith). Am nächsten Tag erfährt Kate, dass William bei einem Autounfall offenbar Selbstmord begangen hat. Neun Monate später bringt Kate einen Sohn zur Welt, Anthony Judson „Tony“ Lawrence. Sie erhält Besuch von Williams Mutter, die erfahren hat, dass Flanagan Tonys Vater ist. Sie bietet Kate Geld an, wenn sie ihren Sohn nicht als Lawrence erzieht, doch Kate lehnt ab und wird daraufhin vom Familienvermögen ausgeschlossen. Jahre später ist Tony (Paul Newman) ein intelligenter und ehrgeiziger Student der Princeton University, der sich sein Studium als Bauarbeiter für Flanagan finanziert und Anwalt werden will. Eines Tages begegnet er der Society-Lady Joan Dickinson (Barbara Rush), als diese einen leichten Autounfall hat. Die beiden verlieben sich, obwohl Joan in ihrem gehobenen Freundeskreis fast überall mit dem Millionär Carter Henry (Anthony Eisley) verheiratet sein soll. Ihr gemeinsamer Freund Chester „Chet“ Gwynn (Robert Vaughn) warnt sie davor, sich vom gesellschaftlichen Druck von ihrem Geliebten trennen zu lassen, wie es bei ihm der Fall war. Sie beschließen, durchzubrennen. Joans Vater Gilbert Dickinson (John Williams) überredet Tony jedoch, die Hochzeit zu verschieben, indem er ihm wertvolle Karriereberatung und eine Stelle in der hoch angesehenen Anwaltskanzlei anbietet, in der er Partner ist. Joan, die glaubt, Tony habe sich bestechen lassen, reist enttäuscht nach Europa. Als Carter ihr folgt, heiratet sie ihn. Verzweifelt und wütend erkennt Tony, dass Joans Vater sie in eine andere reiche Familie einheiraten wollte und ihm seine Karrierehilfe nur angeboten hatte, um die Ehe zu zerstören. Daraufhin konzentriert sich Tony darauf, gesellschaftlich aufzusteigen und die Spielregeln der Reichen zu erlernen. Sein Kommilitone Louis Donetti (Paul Picerni) erzählt Tony von einer großartigen Gelegenheit: Er soll John Marshall Wharton (Otto Kruger) beim Schreiben eines juristischen Lehrbuchs unterstützen. Tony lernt Whartons viel jüngere Frau Carol (Alexis Smith) kennen und schnappt seinem Kommilitonen die Stelle weg. Er lebt und arbeitet in Whartons Villa und beeindruckt seinen Arbeitgeber mit seinem Fachwissen. Carol fühlt sich zu ihm hingezogen. Eines Nachts sucht sie ihn in seinem Schlafzimmer auf, doch er entschärft die heikle Situation geschickt, indem er ihr vorschlägt, sich von ihrem Mann scheiden zu lassen und ihn zu heiraten – wohl wissend, dass sie dazu nicht bereit sein wird. Wharton bietet Tony eine Stelle in seiner renommierten Kanzlei an. Tony nimmt an und beschließt, sich auf das relativ neue Gebiet des Steuerrechts zu spezialisieren, wo es bessere Aufstiegschancen gibt. Als der Koreakrieg ausbricht und seine Karriere unterbricht, dient Tony als JAG-Offizier. Andere haben weniger Glück. Chet Gwynn verliert im Kampf einen Arm, und Carter Henry fällt, wodurch Joan zur Witwe wird. Nach seiner Heimkehr hat Tony unerwarteten Glücksfall. Da er über die Weihnachtsfeiertage arbeiten muss, steht er der steinreichen Mrs. J. Arthur Allen (Billie Burke) zur Verfügung, die ihr Testament für ihren Hund ändern lassen möchte. Mit seinem Fachwissen zeigt er ihr, wie sie Steuern sparen kann. Daraufhin ernennt Mrs. Allen Tony anstelle ihres langjährigen Anwalts Gilbert Dickinson zum Verwalter ihrer Finanzen. Tony beginnt auch, seine Beziehung zu Joan zu verbessern. Ein Erfolg jagt den nächsten, und Tony wird in der Elite Philadelphias bekannt und respektiert. Eines Nachts wird Tony zur Polizeiwache gerufen, um seinen verwahrlosten, betrunkenen Freund Chet abzuholen. Donetti (mittlerweile Staatsanwalt) lässt Chet festnehmen und wegen Mordes ersten Grades an Morton Stearnes (Robert Douglas), Chets Onkel und geizigen Verwalter seines Erbes, anklagen. Chet besteht darauf, dass Tony ihn verteidigt, da er befürchtet, seine Verwandten, insbesondere Familienoberhaupt Dr. Shippen Stearnes (Frank Conroy), seien mehr daran interessiert, einen Skandal zu vermeiden, als seine Unschuld zu beweisen. Obwohl Tony keinerlei Erfahrung im Strafrecht hat, willigt er widerwillig ein....









Kameramann Harry Stradling wurde mit einer Oscarnominierung belohnt. Auch Howard Shoup bekam eine Nominierung für die besten Kostüme. Die Schauspieler sind alle sehr glaubwürdig, aber lediglich Robert Vaughn schaffte es eine dritte Nominierung zu erhalten. In dem Hochglanzmelodram findet sich alles von Sex, Mord, Trunkenheit, Heuchelei und Doppelbödigkeit. Nach seinen Erfolgen mit "Die Hölle ist in mir", "Katze auf dem heißen Blechdach", "Der lange heiße Sommer" und "Einer muss dran glauben" war dieser Film ein weiterer Erfolg zu seinem Status als Superfilmstar. Insgesamt wurde Newman zehnmal für einen Oscar nominiert, aber erst beim achten Anlauf im Jahr 1987 klappte es mit seiner Rolle als Fast Eddie Felson in Scorseses "Die Farbe des Geldes". Ein Jahr zuvor erhielt er bereits einen Ehrenoscar für sein Lebenswerk. 









Bewertung: 7,5 von 10 Punkten. 

Dienstag, 20. Juni 2023

Die jungen Löwen


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Edward Dmytryk

Kriegsschicksale....

1957 inszenierte Edward Dmytryk das Kriegsepos "Die jungen Löwen" - basierend auf einem Roman von Irwin Shaw. Es ist der einzige Film, in dem die beiden Hollywood Rebellen Marlon Brando und Montgomery Clift gemeinsam vor der Kamera standen. Da der Film allerdings in verschiedene Episoden bzw. Handlungsstränge eingeteilt ist, sind die beiden in keiner einzigen Szene zusammen zu sehen - einzig in der Schlußszene gibt es so etwas wie Zusammentreffen der verschiedenen Männer, die im Film skizziert werden.
Es sind die beiden Amerikaner Michael Whiteacre, gespielt von Dean Martin und Noah Ackerman, Clifts Filmfigur. Beide Männer werden eingezogen und könnten unterschiedlicher nicht sein.
In anderen Episoden wird die Geschichte des deutschen Skilehrers Christian Diestl (Marlon Brando) erzählt, der in der Silvester Nacht 1938/1939 eine Romanze mit der US-Amerikanerin Margaret Freemantle (Barbara Rush) hat. Sie wird wieder in ihre Heimat fliegen und ist auch angewidert, als in der Hütte, wo eine Party stattfindet, plötzlich das Horst Wessel Lied angestimmt wird. Sie verlässt den Saal und fragt Christian später, ob er ein Nazi ist. Der ist bis zu diesem Zeitpunkt unpolitisch, er verspricht sich allerdings vom Reichskanzler Hitler einen immensen Aufschwung für Deutschland. Wenig später ist er bereits im Krieg und ist an der Eroberung von Paris mit beteiligt. In dieser Zeit hofft Michael Whiteacre (Dean Martin), dass seine Einberufung rückgängig gemacht wird - er ist im Showgeschäft tätig und eine große Tournee steht bevor. Interessanterweise ist Margaret Freemantle seine Partnerin. Er lernt den Juden Noah Ackerman (Montgomery Clift), der ebenfalls seine Einberufung erhalten hat. Michael lädt Noah zu einer Party ein, dort lernt er die hübsche Hope Plowman (Hope Lange) kennen und lieben. Die beiden heiraten, bevor er in den Krieg zieht. Hopes Vater (Vaughn Taylor) hat zunächst antisemitische Vorbehalte, gibt aber schließlich seinen Segen. Christian und auch sein Vorgesetzter Hauptmann Hardenberg (Maximilian Schell) scheinen nationalistisch verblendet, aber bald wird Christian immer mehr an diesem "heiligen" Krieg der Nazis zweifeln. Er beginnt eine Affäre mit der Pariserin Francoise (Liliane Montevecci) und während eines Heimaturlaubes auch mit der schönen Frau (May Britt) seines Vorgesetzen.....





Lee von Cleef ist als First Sergeant Rickman in einer Nebenrolle zu sehen. Die Kameraarbeit wurde von Joseph McDonald (Faustrecht der Prärie, Kennwort 777, Niagara, Polizei greift ein, House of Bamboo) mit Bravour getätigt. Montgomery Clift ist in einer seiner besten Rolle zu sehen (was er auch selbst so sah), auch Marlon Brando ist als Christian Diestl perfekt besetzt, genauso wie Maximilian Schell als Hardenberg, der zwar äusserst brutale Befehle gibt, aber auch Christian davor schützt nicht vor dem Erschießungskommando zu enden. Eine seltsame Männerfreundschaft, beide sind am Ende aber Opfer des grausamen Krieges. Es ist ein echter Verdienst, dass Edward Dmytryk (Die Caine war ihr schicksal, Crossfire) die Männer nie glorifiziert, sondern sie mit Stärken und Schwächen ausstattet. Drei Oscarnominierungen (Kamera, Ton, Filmmusik) gabs für den Film.





Bewertung: 7,5  von 10 Punkten. 

Mittwoch, 8. März 2023

Wunderbare Macht


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Douglas Sirk

Grundlegende Veränderung...

Douglas Sirks dramatischer Liebesfilm "Die wunderbare Macht" aus dem Jahr 1954 war ein großer Kassenhit und spielte alleine in den USA 5,2 Millionen Dollar ein. Dieses Ergebnis katapultierte das Melodram auf Platz 9 der erfolgreichsten Filme des Jahres.
Sirks Film ist ein Remake des Films aus dem Jahr 1935 mit Robert Taylor und Irene Dunne, den John M. Stahl inszenierte. Damals gelang Robert Taylor der Durchbruch und dies gelang auch Rock Hudson, der im Remake die Rolle des rürcksichtslosen Playboys Robert Merrick erhalten hatte - dies auf Bitten von Sirk selbst, der an den Jungstar glaubte und mit ihm bereits die Filme "Hat jemand meine Braut gesehn" und "Taza" gedreht hatte. Ausserdem wollte Sirk unbedingt mit Jane Wyman drehen, die damals zu den führenden Hollywoodschauspielerinnen gehörte und seit 1949 stolze Gewinnerin eines Oscars (für "Schweigende Lippen) war.
In den späteren Melodramen von Sirk ist auch sehr oft eine Starke Kritik an der Gesellschaft erkennbar, dies fehlt in "Die Wunderbare Macht" - eher klingt eine religiöse Komponente an, die Otto Kruger, der Darsteller des Edward Randolph, irgendwann ins Spiel bringt. In der dramatischen Szene im Operationssaal wird das Gesicht von Ihm wie das eines Engels gezeigt. Dieser Blick ist dann ausschlaggebend für das Gelingen der Operation.
"Tu immer das Gute, aber sag es keinem" und "Verlange niemals etwas zurück" - das sind nicht nur die Leitsprüche von Edward Randolph, sondern auch von Dr. Philips, der von allen als Mensch und Mediziner geschätzt wird. Und es gibt eine schicksalshafte Verbindung zwischen dem Arzt und dem PLayboy Robert Merrick, der in der ersten Szene des Films mit seinem Rennboot auf dem Big Bear Lake so übertrieben schnell fährt, dass es zum Unfall kommt. Er braucht den Wiederbelebungsapparat von Dr. Phillips, damit er gerettet werden kann. Aber zur gleichen Zeit hätte auch der Besitzer den lebensrettenden Apparat gebraucht, weil er einen Herzanfall erlitten hat. Dr. Phillips stirbt - seine Frau Helen (Jane Wyman) und Tochter Joyce (Barbara Rush) sind am Boden zerstört. Wut kommt hinzu als sie erfahren, dass der Apparat vorhanden gewesen wäre, wenn Merrick nicht so rücksichtslos agiert hätte. Im Krankenhaus des verstorbenen Mediziners bekommt Merrick zu spüren, dass ihm sogar das Personal dies übel nimmt. Noch ist aber Merrick noch nicht reif für eine positive Veränderung seines Charakters, er türmt aus der Klinik, obwohl er noch im Bett bleiben sollte. Auf der Landstraße wird er zufällig von Helen entdeckt, die ihn im Auto mitnimmt. Als sie erfährt wer der Fahrgast ist, reagiert sie voller Hass.
In der Folgezeit erhält sie eine Flut von Anrufen, Briefen und Besuchen, die ihr anbieten das Darlehen zurückzuzahlen, deren Rückzahlung der Verstorbene zu Lebzeiten immer wieder abgelehnt hatte. Er habe sich geweigert, in dem er sagte "es sei bereits aufgebraucht". Es ist Edward Randolph, der beste Freund von Dr. Phillips der der Witwe Helen erklärt, was die Formulierung bedeutet. Obwohl er eine erfolgreiche Praxis war es Dr. Phllips Lebensinhalt immer dort zu helfen, wo er gebraucht wurde - meistens mit seinen finanziellen Mitteln. Randolph schildert diese Haltung, wie eine Sucht, die immer weiter zu guten Taten anspornt. Merrick zeigt sich von dieser neuen Lebensphilosophie beeindruckt und versucht immer wieder mit Helen ins Gespräch zu kommen. Doch seine Hartnäckigkeit hat wieder schlimme Folgen. Helen wird von einem Auto erfasst, als sie versucht vor Merricks Annäherungsversuchen zu flüchten. Die Diagnose ist verheerend: Infolge des Unfalls ist sie blind. Doch Merrick lässt nicht locker...





Es geht soweit, dass sich Merrick unter anderem Namen in Helens Leben schleicht und am Ende ist der sogar der Chirurg, der Helens Augen operiert. Bis dahin gibt es viel Dramatik und je melodramatischer die Szenen sind, desto mehr ist auch die engelsgleiche Musik zu hören, die das Geschehen in eine Dimension tiefen Glaubens hievt. Die Drehorte in Kalifornien sind sehr attraktiv und es war ein leichtes für den Kameraspezialisten Russell Metty eine sehr gute Optik zu erzeugen. Jane Wyman wurde für die Rolle mit einer Oscarnominierung belohnt - sie musste sich aber von Grace Kelly als "Country Girl" geschlagen geben. Insgesamt tauchen die späteren Meldramen wie "Was der Himmel erlaubt" oder "Solange es Menschen gibt" viel tiefer in die menschliche Gefühle und Verhaltensweisen ein. Dies kann ein Melodram von der Art wie "Die wunderbare Macht" natürlich nicht leisten, da die Geschichte sehr nah an der Grenze des Kitsches angesiedelt ist. In der Rolle von Helens bester Freundin ist Agnes Moorehead zu sehen, die den gleichen Part auch im später gedrehten "Was der Himmel erlaubt" inne hat.





Bewertung: 7,5 von 10 Punkten. 

Sonntag, 4. Januar 2015

Gefahr aus dem Weltall








































Regie: Jack Arnold

Hässliche Invasoren in Sand Rock...


Jack Arnold ist ein Meister des B-Pictures und hat nicht nur für das Westerngenre mit "Des Teufels Lohn" und "Auf der Kugel stand kein Name" zwei tolle Filme beigesteuert, bekannt wurde er vor allem durch seine von 1953 bis 1958 inszenierten Science Fiction und Monsterfilme. Diese Filme spiegeln noch heute den Zeitgeist der fünfziger Jahre wieder und offfenbarten Neurose und Trauma einer Gesellschaft.
Wenn der Kalte Krieg für etwas gut war, dann auf jeden Fall für die Filmindustrie. Ohne ihn wären wahrscheinlich etliche Invasionsfilme nie entstanden oder nicht so zahlreich in ihrer Art gewesen. Dies gilt auch für "Gefahr aus dem Weltall" (Original: It came from outer space"), den Jack Arnold 1953 als reine Auftragsarbeit bekam.
Dabei tauchten Vergleiche zum etwa zeitgleich entstandenen "Kampf der Welten" von Byron Haskin auf, denn die Filme beschreiben die Invasion völlig gegensätzlich. Hier bei Jack Arnold geht es alles etwas subtiler zu - aber die Handlung und das Verhalten der Ausserirdischen könnte man gut auch direkt auf den Kommunismus ableiten. Natürlich mitsamt der hysterischen Angst vor einer möglichen Unterwanderung, die sich im Kopf abspielt und aus guten Amerikanern willenlose Arbeiter eines fremden Systems macht. Oberflächlich gesehen als sogar etwas fieser als in "Kampf der Welten", aber die Amis - vertreten durch einen dummen Sheriff - kommen nicht so gut weg in "Gefahr aus dem Weltall". Im Grunde haben sich die Aliens mit ihrem Raumschiff ja nur verirrt auf unserer schönen Erde. Sie wollen nur eins: Schnell wieder auschecken vom blauen Planeten. Aber dazu brauchen sie ein bisschen menschliche Hilfe und ein paar Elektrokabel um das Raumschiff wieder flott zu machen. Die Species ist aber so abgrundtief hässlich, dass sie es nicht wagen direkten Kontakt mit den Menschen aufzunehmen. Dies würde nämlich nur Angst und Furcht bei uns auslösen und folglich vielleicht auch zum Ergebnis führen, dass man die hässlichen Kreaturen vernichten muss. So wählen die klugen Aliens das Schlüpfen in menschliche Körper, zu was sie aufgrund ihrer hohen Entwicklung fähig sind. Somit stellt "Gefahr aus dem Weltall" zusätzlich noch ein Vorläufer von Don Siegels großartigen Body Snatchern (1956) dar.
Diese Außerirdischen können nämlich die Menschen duplizieren und wären in der Lage mit diesen willenlosen Klonen die Menschenheit unterjochen. Aber sie sind grundgütig und tun dies nicht. Aber dies wird erst sehr spät klar.
In der Wüste von Arizona lebt in dem beschaulichen Örtchen Sand Rock der Astronom und Schreiberling John Putnam (Richard Carlson). Sein Haus steht etwas abseits vom Dorf, dort geniesst er zurückgezogen den Ausblick auf die Sterne mit seinem Teleskop und natürlich auch seine hübsche Braut Ellen (Barbara Rush), auf die auch der hiesige Sheriff Warren (Charles Drake) ein Auge geworfen hat.
Dann fliegt ein riesiger, heller Feuerball  am Horizont entlang und ballert irgendwo mitten in der Wüste runter. Die Explosion ist spektakulär und mit dem Hubschrauber eines Freundes macht sich das neugierige Paar auf den Weg zur Einschlagstelle. Ein riesiger Krater ist dort entstanden und John wird zum einzigen Zeugen, dass dort bei diesem vermeintlichen Meteoriteneinschlag ein Raumschiff stand, dass jetzt vor seinen Augen von den Erdmassen begraben wurde. Keiner will ihm Glauben schenken und man betrachtet ihn als Spinner.
Ellen wird dann überzeugt, weil sie mit dem Straßenkreuzer beinahe einen dieser Aliens überfahren - immer wenn das Monster auftaucht gbits natürlich einen hochfrequent wabernden Gesang wie bei Star Trek und wie es sich für einen alten Science Fiction Film gehört - doch er verschwindet. Bald kommen auch die Elektriker Frank (Joe Sawyer) und George (Russell Johnson) ins Spiel...



und als Bonus in Blond zusätzlich Georges Braut, gespielt von Kathleen Hughes, die zwar auf dem Filmplakat zu sehen ist, in Wahrheit aber nur einen 3-Minuten Auftirtt im Büro des Sheriffs hat. Aber dies nur am Rande. Ansonsten gibts reichlich gute Atmosphäre. Die Wüstenlandschaft wirkt toll, vor allem dann, wenn unser Paar - einmal sogar die attraktive Ellen allein - mit ihrem Wagen auf dieser menschenleeren Straße fährt. Dazu Bilder der Steppe mit den verschreckten Tieren oder den vielen Wüstenplanzen.
Jack Arnold war ein extrem interessanter Regisseur, einerseits verstand er sich immer als Angestellter seines Studios. Eigentlich nicht dieser innovative Visionär, aber durch seine enormen kreativen handwerklichen Fähigkeiten holte er oft das beste aus den angebotenen Stoffen heraus. Heute kann man eine eigene Handschrift erkennen, denn eine Vielzahl von typischen Motiven, Themen und Einstellungen, prägen seine Filme, daraus resultierend ein hoher Wiedererkennungswert und ein sehr schnell erkennbares typisches Jack Arnold Feeling
Sein Meisterwerk ist sicherlich "Die unglaubliche Geschichte des Mr. C", aber "Gefahr aus dem Weltall" folgt als meine Nr. 2, noch vor "Tarantula" oder "Der Schrecken schleicht durch die Nacht". Ein toller Film, mit dem Barbara Rush sogar einen Golden Globe als beste Nachwuchsdarstellerin gewann. 


Bewertung: 9,5 von 10 Punkten.