Dienstag, 28. Juli 2026

Der Mörder mit dem Seidenschal















Regie: Adrian Hoven

Ein Kind wird gejagt...

Im Jahr 1966 kam der deutsch-italienische Kriminalfilm "Der Mörder mit dem Seidenschal" auf etwas mehr als 200.000 Zuschauer. Damit war er weit entfernt von den Zuschauerzahlen von "Der Bucklige von Soho" (3,4 Millionen), "Jerry Cotton - Die Rechnung eiskalt serviert" (1,65 Mio.) oder "Das Geheimnis der weißen Nonne" (1,6 Millionen), die in der Kategories "Deutsche Kinokrimis" den höchsten Umsatz machten. Adrian Hoven war der Macher dieses Films, er produzierte den Film, er schrieb das Drehbuch, übernahm die Regie und spielte auch die Rolle des Ganoven Waldemar Fürst, der im Film zunächst als Mordverdächtiger gehandelt wird. Doch tatsächlich läuft der Killer noch frei herum in Wien und der ist hinter der einzigen Zeugin des Mordes her: Ein zehnjähriges Mädchen, dass durch einen Briefschlitz gesehen hat, wer ihre Mutter ermordet hat. In dieser Rolle ist Susanne Uhlen zu sehen, die Tochter von Gisela Uhlen und Wolfgang Kieling. Sie gab als 10jährige im Film von Hoven ihr Filmdebüt und erinnert in ihrem Spiel ein bisschen an Kinderstar Hayley Mills, die als Zwölfjährige im britischen Film Noir "Tiger Bay" von J. Lee Thompson neben Horst Buchholz die Hauptrolle spielte. Es ist auch Susanne Uhlen, die den Film sehr interessant macht. Heute wird dieser Film als kleines Juwel oder auch mal Klassiker des Kriminalfilms betrachtet, was aber übertrieben ist. Denn dazu ist das Drehbuch nicht raffiniert genug. Es gibt zu viele Szenen, in der der Mörder das Mädchen auf den Straßen in Wien entdeckt und sie wieder verfolgt. Das wirkt insgesamt etwas unlogisch. Die kleine Claudi (Susanne Uhlen) beobachtet einen Streit ihrer Mama (Helga Line) mit einem Mann (Carl Möhner). Wenig später ist die Mutter tot - erdrosselt mit einem Seidenschal. Der unheimliche Fremde taucht darauf hin am Tatort auf und Claudia erkennt ihn. Aus Angst in ein Waisenhaus gesteckt zu werden, läuft sie von der Polizei davon und verschweigt ihr Wissen. Dadurch wird sie auch für den Mörder zur Gefahr. Er jagt das Mädchen durch Wien. Immer wieder kann Claudia ihm um Haaresbreite entkommen. Zuflucht findet das Mädchen in einem alten Bunker. Währenddessen laufen die Ermittlungen von Polizeirat Erwin Moll (Folco Lulli) und seiner Mannschaft, zu der auch Kriminalinspektor Stenzel (Adi Berber) und Oberinspektor Charlie Fischer (Harald Juhnke) gehören. Da die Mutter Tänzerin ist, lebte das Mädchen abwechselnd bei ihr und bei ihren kaltherzigen Pflegeeltern. Allerdings hat sie zur Nachbarin (Vera Comployer) der Pflegeeltern eine vertraute Ansprechpartnerin. Die Spur der Kripo führt zum Kleinganoven Fürst (Adrian Hoven) und der Barbesitzerin Wally Specht (Sonia Romanoff). Doch der wahre Mörder ist der ehemalige US-Soldat Barrett (Carl Möhner), der inzwischen weiß, dass er  von der Kleinen gesehen wurde....








Adi Berber starb noch vor der Uraufführung des Films und musste daher nachsynchronisiert werden. Gut gelungen sind die Bilder der Kameramänner Hans Jura und Bob Klebig, die sehr gut Wiener Impressionen einfangen. Auch solche, die in den Hinterhöfen und alten Lagerhallen, Bunkern und Schrotthalden. Der Showdown erinnert an die Flucht von Harry Lime (Der dritte Mann) in den Katakomben von Wien. 






Bewertung: 6,5 von 10 Punkten. 

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