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Freitag, 13. Februar 2026

Hier ist John Doe















Regie: Frank Capra

Eine neue demokratische Bewegung...

Häufig drehte der Hollywoodregisseur Frank Capra (1897 bis 1991) Filme im Kontext der Großen Depression und der Kluft zwischen Arm und Reich, er nahm zu diese Themen auch Stellung. "Hier ist John Doe" drehte er 1941, während in Europa schon der zweite Weltkrieg voll im Gange war. Mit seinen Filmen "Es geschah in einer Nacht", Mr. Deeds geht in die Stadt" und "Lebenskünstler" gewann er jeweils den Regie-Oscar. Seine wichtigsten Filme sind vielleicht "Mr. Smith geht nach Washington", "Arsen und Spitzehäubchen" und "Ist das Leben nicht schön?". "Hier ist John Doe" war die letzte Zusammenarbeit des Drehbuchautors Robert Riskin mit Frank Capra. Das Drehbuch basierte auf einem 1939 entstandenen Treatment mit dem Titel „The Life and Death of John Doe“, verfasst von Richard Connell und Robert Presnell, die später die einzige Oscar-Nominierung des Films für die beste Originalgeschichte erhielten.  Gary Cooper war stets Frank Capras erste Wahl für die Rolle des John Doe. Cooper hatte die Rolle ohne vorheriges Lesen des Drehbuchs aus zwei Gründen angenommen: Er hatte die Zusammenarbeit mit Capra bei ihrem früheren Film „Mr. Deeds Goes to Town“ (1936) genossen und wollte unbedingt mit Barbara Stanwyck drehen. Die Rolle der abgebrühten Nachrichtenreporterin wurde ursprünglich Ann Sheridan angeboten, doch Warner Bros. hatte die erste Wahl aufgrund eines Vertragsstreits abgelehnt. Auch Olivia de Havilland wurde kontaktiert, jedoch ohne Erfolg. Die Lokalzeitung „The Bulletin“ steht unter neuer Leitung und heißt nun „The New Bulletin“. Kolumnistin Ann Mitchell (Barbara Stanwyk) gehört zu den Mitarbeitern, die im Zuge einer „Straffung“ der Zeitung entlassen werden, jedoch nicht, bevor sie noch eine letzte Kolumne schreiben soll. Wütend veröffentlicht Ann einen Brief eines fiktiven Arbeitslosen namens „John Doe“, der droht, sich am Heiligabend aus Protest gegen die Missstände in der Gesellschaft das Leben zu nehmen. Als der Brief bei den Lesern für Aufsehen sorgt und die Konkurrenzzeitung „The Chronicle“ einen Betrug vermutet und Ermittlungen einleitet, lässt sich Redakteur Henry Connell (James Gleason) überreden, Ann wieder einzustellen. Diese plant, die Verkaufszahlen der Zeitung durch die Ausnutzung des fiktiven John Doe anzukurbeln. Unter den Obdachlosen, die in der Redaktion auftauchen und behaupten, den Originalbrief geschrieben zu haben, engagieren Ann und Henry einen gewissen John Willoughby (Gary Cooper), einen ehemaligen Baseballspieler und Landstreicher, der dringend Geld für die Behandlung seines verletzten Arms benötigt, um die Rolle des John Doe zu spielen. Ann beginnt, in Does Namen eine Artikelserie zu verfassen, in der sie die im ursprünglichen Brief thematisierten Gedanken über die Missachtung Bedürftiger durch die Gesellschaft weiter ausführt. Willoughby erhält 50 Dollar, einen neuen Anzug und eine luxuriöse Hotelsuite mit seinem Landstreicherfreund „Der Colonel“ (Walter Brennan). Dieser hält eine lange Tirade gegen Menschen, die versuchen, Dinge zu verkaufen und andere mit Besitz belasten, sie mit Verpflichtungen fesseln, die Geld kosten, bis auch sie zu solchen Schurken werden. Ann schlägt vor, Doe landesweit per Radio bekannt zu machen, und erhält vom Verleger des Bulletin, D. B. Norton (Edward Arnold), 100 Dollar pro Woche, um Radioansprachen für Willoughby zu schreiben. Unterdessen bietet die Chronicle Willoughby 5.000 Dollar Bestechungsgeld an, damit er zugibt, dass das Ganze ein PR-Gag war. Er lehnt jedoch ab und hält stattdessen die von Ann verfasste Rede. Danach, innerlich zerrissen, flieht er und reist mit dem Colonel per Güterzug bis nach Millsville. „John Doe“ wird in einem Diner erkannt und ins Rathaus gebracht, wo er Bert Hanson (Regis Toomey) trifft. Dieser erklärt ihm, wie ihn Does Worte dazu inspirierten, mit seinen Nachbarn einen „John-Doe-Club“ zu gründen. Die John-Doe-Philosophie verbreitet sich im ganzen Land und entwickelt sich zu einer breiten Basisbewegung mit dem einfachen Motto: „Sei ein besserer Nachbar“. Norton plant jedoch insgeheim, die Unterstützung für Doe für seine eigenen nationalen politischen Ambitionen zu nutzen. Als eine John-Doe-Kundgebung mit John-Doe-Clubs aus dem ganzen Land ansteht, beauftragt Norton Mitchell, eine Rede für Willoughby zu schreiben. Darin verkündet er die Gründung einer neuen Partei und unterstützt Norton als deren Präsidentschaftskandidaten. Am Abend der Kundgebung erfährt Willoughby, der selbst von der John-Doe-Philosophie überzeugt ist, von Nortons Verrat durch den betrunkenen Henry. Er prangert Norton an und versucht, die Verschwörung bei der Kundgebung aufzudecken, doch seine Rede wird von Horden von Zeitungsjungen unterbrochen, die eine Sonderausgabe des „New Bulletin“ tragen, in der Doe als Betrüger entlarvt wird...







Es zeigt sich eine Zuneigung für sanftmütige und mitfühlende Menschen, für die einfachen und unscheinbaren Leute. Die Balance zwischen Komik und Drama ist gut ausbalanciert. Kameramann George Barnes zeigt sein Können, er wurde ja im Laufe seiner Karriere achtmal für den Oscar nominiert. Für Hitchcocks "Rebecca" gewann er auch die hohe Auszeichnung. Der Film spielte gute 1,9 Millionen Dollar ein.




Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.
 

Mittwoch, 11. Dezember 2024

Bengali


 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Henry Hathaway

 Die 41. Kompanie der Bengal Lancers...

Wenn man den Abenteuerfilm "Bengali" heute ansieht, dann erkennt man in der spannenden Geschichte auch ein Stück unrühmlicher Kolonialgeschichte der Briten im besetzten Indien. Der Film wurde 1935 von Henry Hathaway inszeniert und die beiden Regieassistenten Paul Wing und Clem Beauchamp gewannen den Oscar in der inzwischen nicht mehr existierenden Kategorie "Beste Regieassistenz". Desweiteren gab es noch Nominierungen als bester Film. Hathaway unterlag allerdings "Meuterei auf der Bounty" von Frank Lloyd. Hathaway selbst war in der "Regie" Kategorie nominiert, ebenso wurden die Drehbuchautoren, der Tontechniker und der Editor mit einer Nominierung belohnt. Der Film setzte eine ganze Welle von Abenteuerstreifen in Gang, die alle in den besetzten Kolonien spielten und diese Nachfolgefilme wie "Vier Federn", "Aufstand in Sidi Hakim" oder "Der Angriff der leichten Brigade". Auch der Umsatz in den Kinos stimmt erfreulich, "Bengali" war in den Jahren 1935 bis 1936 der zweiterfolgreichste Film an den britischen Kinokassen. 
In der Nordwestgrenze Indiens während der britischen Herrschaft begrüßt der schottisch-kanadische Leutnant Alan McGregor (Gary Cooper), der für die Neuankömmlinge zuständig ist, zwei Ersatzleute bei den 41. Bengal Lancers: Leutnant John Forsythe (Franchot Tone) und Leutnant Donald Stone (Richard Cromwell), den Sohn des Einheitskommandeurs, Colonel Tom Stone (Guy Standing). Leutnant Stone, ein junger Frischling in der Armee, freute sich darauf, an der indischen Grenze zu dienen, insbesondere weil er ausdrücklich angefordert wurde und annahm, dass sein Vater nach ihm geschickt hatte; Leutnant Forsythe, ein erfahrener Kavallerist und ein etwas neckischer Charakter, wurde als Ersatz für einen im Kampf getöteten Offizier ausgesandt. Nach seiner Ankunft entdeckt Leutnant Stone, dass sein Vater ihn auf Abstand hält und ihn genauso behandeln möchte wie alle anderen Männer. Er enthüllt auch, dass er seinen Sohn nicht gebeten hat, in seinem Regiment zu dienen, eine Entdeckung, die dem Jungen beinahe das Herz bricht und dazu führt, dass er sich auf einen Saufgelage einlässt. Der Oberst versucht, Unparteilichkeit zu zeigen, behandelt seinen Sohn aber gleichgültig. Die Verpflichtung des Obersts zu striktem militärischem Verhalten und Einhaltung des Protokolls wird vom jungen Stone als Ablehnung interpretiert. Er hatte seinen Vater seit seiner Kindheit nicht mehr gesehen und hatte sich darauf gefreut, Zeit mit ihm zu verbringen. Leutnant Barrett, der sich als einheimischer Rebell verkleidet hat, um Mohammed Khan (Douglas Dumbrille) auszuspionieren, berichtet, dass Khan einen Aufstand gegen die Briten vorbereitet. Er plant, einen Militärkonvoi mit zwei Millionen Schuss Munition abzufangen und zu entführen. Als Khan herausfindet, dass Oberst Stone von seinem Plan weiß, befiehlt er Tania Volkanskaya (Kathleen Burke), einer schönen russischen Agentin, Leutnant Stone zu verführen und zu entführen, um ihm geheime Informationen über die Munitionskarawane zu entlocken oder ihn als Druckmittel zu benutzen, um seinen Vater an sich zu binden. Als der Oberst sich weigert, seinen Sohn zu retten, verlassen McGregor und Forsythe, entsetzt über die scheinbare Gleichgültigkeit des Obersts gegenüber seinem eigenen Sohn, nachts ohne Befehl das Lager. Als einheimische Händler verkleidet, die Decken verkaufen wollen, gelangen sie erfolgreich in Khans Festung. Sie haben vor ihren Kameraden und Freund zu befreien...






Vor allem die Figurenzeichnung und auch die Unterschiedlichkeit der drei Freunde machen den Film zu einem perfekten Abenteuerfilm. Gary Cooper spielt den erfahrenen Offizier Mitte 30, der schon lange biem Regiment ist und hat die Angewohnheit ständig seine Meinung zu sagen, was manchmal Missfallen bei seinen Vorgesetzten hervorruft, manchmal aber auch Respekt. Franchot Tones Leistung ist natürlich ebenbürtig. 
Seine Figur Lieutenant Forsyth wird als der lustige Typ der Hauptfiguren dargestellt und ist bemerkenswert für seinen Sandhurst-Stil bei militärischen Übungen, etwas, das ihm unzählige Komplimente seiner Vorgesetzten einbringt. Mit Richard Cromwell als Leutnant Donald Stone kommt ein frischgebackener Absolvent von Sandhurst und ein sehr junger Offizier. Als Sohn eines Obersts mit einem berühmten Namen wird er respektvoll behandelt, wird jedoch aufgrund persönlicher Probleme mit seinem Vater frustriert und mürrisch und Gary Cooper hat es sich zur Aufgabe gemacht den Jungen zu betreuen. 
Es fällt leicht von diesem Klassiker begeistert zu sein, denn der Stil und die Klasse dieser drei Hauptfiguren ist mit den Figuren aus "Die drei Musketiere" vergleichbar. Natürlich wird das britische Empire fast schon verherrlicht. Er atmet den Geist der Romane von Rudyard Kipling. Die Geschichte, die wenig mit Yeats-Browns gleichnamigen Buch gemeinsam hat, erzählt von einer Gruppe britischer Kavalleristen und hochrangiger Offiziere, die während der Zeit der britischen Herrschaft verzweifelt versuchen, ihre Festung und ihr Hauptquartier in Bengalen gegen die rebellischen Eingeborenen zu verteidigen.





Bewertung: 9 von 10 Punkten. 
 
 

Die scharlachroten Reiter


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Cecil B. DeMille

Kanadas berittene Polizei...

"North West Mounted Police" (Die scharlachroten Reiter) aus dem Jahr 1940 gehört mit "Der Held der Prärie", "Union Pacific" und "Die Unbesiegten" zu den vier erfolgreichen Western, die der legendäre Regisseur Cecil B. DeMille in den Jahren von 1936 bis 1947 drehte. Allerdings gilt "Die scharlachroten Reiter" als der schwächste Film dieses klassischen Quartetts. Es war De Milles erster Film in Techicolor und er bekam immerhin 5 Oscarnominierungen (Bester Schnitt, Beste Ausstattung in Farbe, Beste Kamera in Farbe, Bester Ton und Beste Filmmusik, von denen die Filmeditorin Anne Bauchens in der "Schnitt" Kategorie" auch den Sieg davontrug. 
Texas Ranger Dusty Rivers (Gary Cooper) wird nach Kanada geschickt, um den Gesetzlosen Jacques Corbeau (George Bancroft) zu verfolgen, und kommt mitten in der Riel-Rebellion von 1885 an. Dusty lernt die Krankenschwester April Logan (Madeleine Carroll) kennen und fühlt sich zu ihr hingezogen, was zu einer Rivalität mit einem anderen Verehrer führt, dem kanadischen Mountie-Sergeant Jim Brett (Preston Foster). Unterdessen ist Aprils Bruder, Mountie Ronnie Logan (Robert Preston), unsterblich in Corbeaus Tochter Louvette (Paulette Goddard) verliebt. Diese Gefühle werden voll erwidert, obwohl sie auf unterschiedlichen Seiten stehen. Louvette erfährt, dass die Rebellen planen, einen von Ronnie bewachten Beobachtungsposten anzugreifen und dann eine Mountie-Kolonne zu überfallen, die versucht, einen verlassenen Munitionsvorrat zu erbeuten, der für die Rebellen von unschätzbarem Wert wäre. Indem sie die Kolonne zerschlagen, wollen die Rebellen den schwankenden Indianerstreitkräften zeigen, dass es sich lohnt, sich der Rebellion anzuschließen. Um Ronnie sicher aus dem Hinterhalt herauszuhalten, von dem er nichts weiß, überredet Louvette ihn, seinen Posten für eine Stunde zu verlassen, und lässt ihn dann von Indianern einsperren. Dies hat katastrophale Konsequenzen..







Der Film wurde von Alan Le May, Jesse Lasky Jr. und C. Gardner Sullivan geschrieben und basiert auf dem Roman "The Royal Canadian Mounted Police" von R. C. Fetherstonhaugh aus dem Jahr 1938. Gary Cooper ist natürlich perfekt besetzt als edler Texas Ranger, der ausschließlich selbstlos agiert. Es ist ein sehr typischer DeMille Film: Farbenprächtig und opulent, mit vielen spannenden Momenten. Doch soviel Pathos und Heldentum gefiel nicht jedem Filmkritiker, denn der Film fand sich dann sogar in dem 1978 erschienen Buch "The Fifty Worst Films of all Time" - was natürlich dem Film auch nicht gerecht wird, trotz der berechtigten Kritikpunkte: Der Film ist besser als sein inzwischen eher schlechter Ruf, auch wenn eine Desertierung nur mit einem anschließenden Heldentod ausgeglichen werden kann.







Bewertung: 7 von 10 Punkten.

Donnerstag, 7. Dezember 2023

Serenade zu dritt


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie. Ernst Lubitsch

Eine Frau und ihre Liebhaber...

Der s.g. "Hays Code" war eine Zusammenstellung von Richtlinien zur Herstellung von US-Kinofilmen, die nur moralisch akzeptable Darstellungen zuließ. Besonders Gewaltszenen oder sexuelle sowie poliitsche Inhalte wurden von dieser Aufsichtsbehörde ab 1934 streng überwacht und die Inhalte reguliert. Dies führte dazu, dass sämtliche Filmproduktionen in der Zeit von 1934 bis 1967 diesen Richtlinien unterworfen waren. Bei Verstößen musste eine Strafe von 25.000 Dollar gezahlt werden und diese Filme konnten dann auch nur in begrenzten Lichtspielhäusern laufen, sie durften nicht in den wichtigen Premiere Kinos gezeigt werden. 1933 wurde die "Catholic Legion of Decency" gegründet, die sich berufen fühlte mit der Stimme von etwa 20 Millionen Katholiken zu sprechen und sie konnte durch gezielte Boykottaufrufe "gebrandmarkte Filme" an der Kasse zu ruinieren.
Zum Glück hat Ernst Lubitsch seine frivole Komödie "Serenade zu dritt" bereits im Jahr 1933 abgedreht, denn diese Thematik wäre ein Jahr später wahrscheinlich nicht mehr machbar gewesen. Der Film handelt von einer Frau, die sich in zwei Männer gleichzeitig verliebt und sich nicht für nur einen der beiden entscheiden kann. Ausserdem ehelicht sie sogar noch einen Dritten, den sie eigentlich nicht liebt. Die Ehe scheitert natürlich. Was für eine schreckliche Moral...dem Publikum hat es aber gefallen, denn er zählte in der Jahresendabrechnung zu den zehn Filmen mit den hächsten Einspielergebnissen. Kein Wunder bei dieser Starbesetzung mit Gary Cooper, Frederic March und Miriam Hopkins. Auf dem Weg nach Paris mit dem Zug trifft die Werbekünstlerin Gilda Farrell (Miriam Hopkins) auf den Künstler George Curtis (Gary Cooper) und den Dramatiker Thomas Chambers (Frederic March), zwei amerikanische Landsleute, die in der französischen Hauptstadt eine Wohnung teilen. Gilda arbeitet für den Werbefachmann Max Plunkett (Edward Everett Horton), dessen Bemühungen, sie in eine Liebesbeziehung zu verwickeln, erfolglos blieben. Tom und George erkennen beide, dass der andere in Gilda verliebt ist, und obwohl sie sich bereit erklären, sie zu vergessen, können sie ihr nicht widerstehen, als sie zu Besuch kommt. Da sie sich nicht zwischen den beiden entscheiden kann, schlägt sie vor, als Freundin, Muse und Kritikerin mit ihnen zusammenzuleben – mit der Maßgabe, dass sie keinen Sex haben werden. Gilda beauftragt einen Produzenten, Toms Stück zu lesen, und er reist nach London, um die Inszenierung seines Werks zu überwachen. Während seiner Abwesenheit geraten Gilda und George zu Toms Leidwesen in eine romantische und sexuelle Beziehung. Monate später trifft Tom im Theater auf Max. Max erzählt ihm, dass George als Porträtkünstler große Erfolge erzielt hat. Tom kehrt nach Paris zurück und erfährt, dass George ihre Wohnung verlassen hat und mit Gilda in ein Penthouse gezogen ist. Während George in Nizza ein Porträt malt, entfachen Gilda und Tom ihre Affäre wieder. George kehrt zurück und befiehlt den beiden, zu verschwinden, als ihm klar wird, dass sein ehemaliger Mitbewohner und jetziger Liebhaber während seiner Abwesenheit ein Rendezvous hatten. Gilda beschließt, die Rivalität der Männer zu beenden, indem sie Max in Manhattan heiratet, doch als sie von ihren ehemaligen Freundinnen Topfpflanzen erhält, ist sie so verärgert, dass sie die Ehe nicht vollziehen kann. Als Max eine Party für seine Werbekunden veranstaltet, brechen Tom und George die Veranstaltung ab und verstecken sich in Gildas Schlafzimmer. Max findet die drei lachend auf dem Bett und befiehlt den Männern, hinauszugehen; Es kommt zu einer Schlägerei, die alle Gäste zum Aufbruch veranlasst. Gilda gibt bekannt, dass sie ihren Mann verlässt, und sie, Tom und George beschließen, nach Paris und zu ihren ungewöhnlichen Lebensbedingungen zurückzukehren...



Natürlich ist diese Geschichte von Lubitsch total locker inszeniert worden. Man spricht nicht umsonst vom "Lubitsch Touch" und er ist auch ein Beispiel dafür wie modern der US-Film in der Zeit des Pre-Code daherkamen. Der Film basiert auf dem Stück "Design for Living" (so heißt auch der Film im Original) und feierte 1932 Triumphe am Broadway. Von Lubisch wurde aber extrem viel verändert, sogar vieles abgeschwächt - der Hays Code war zwar noch nicht Pflicht, aber auf freiwilliger Basis versuchten sich die Filmleute an diese Vorgabe schon vorher zu halten. Ben Hecht, der Drehbuchautor schaffte es für den Film eine Version zu schreiben, die die vagen Grundzüge des Bühnenstücks beibehielt und allzu anstößige Zeilen und Dialoge auf ein vertretbares Maß minimierte. 




Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.