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Dienstag, 28. Juli 2026

Hotel der toten Gäste










Regie: Eberhard Itzenplitz

Der Mörder von San Remo...

Ursprünglich sollte Alfred Vohrer bei dem Film "Hotel der toten Gäste" Regie führen. Es kam jedoch nicht dazu und so saß der Fernsehregisseur Eberhard Itzenplitz am Ende auf dem Regiesessel. Ein Film, der alle Konventionen von Schatten an der Wand und der Gefahr, die über eine Feuerleiter kommen kann, ausspielt - bis hin zum Durchsuchen eines Zimmers mit Taschenlampe. Hinzu kommt die lautlos heruntergedrückte Türklinke, vermutlich vom Mörder, der in San Remo sein Unwesen treibt. Und dies zum Zeitpunkt des berühmten Schlagerfestivals. Daher darf Hannelore Auer den Mikis Theodorakis Song "In Athen gibt es ein Wiedersehen" und Elke Sommer "Ich sage No" (Ma ora no) singen.Nur kurz ist London Schauplatz des ersten Mordes. Ein gewisser Janos Kovacs (Panos Papadopoulus) möchte dem Journalisten und Kriminalreporter Barney Blair (Joachim Fuchsberger) wichtiges und brisantes Material verkaufen. Er geht in dessen Büro, da der Portier ihm sagte Blair würde gleich zurückkommen. Innerhalb dieser 5 Minuten wird er dort ermordet - das Material verschwindet, genauso wie der lautlose und unsichtbare Mörder. Die Spur führt natürlich nach San Remo, daher wird Blair von seinem Chefredakteur J. J. Frank (Enrique Gitard) dorthin geschickt. Gerade rechtzeitig zum Auftakt der Schlagerfestspiele. Er quartiert sich im Hotel Atlanta ein und dort sind auch die Hauptverdächtigen untergebracht. Schöne Frauen wie die Reporterin Gilly Powell (Karin Dor), Ruth Cornell (Gisela Uhlen), die Inhaberin der Plattenfirma Phonomac, Lucy Balmore (Renate Ewert), bislang der Big Star der Plattenfirma - aber in Ungnade gefallen und die attraktive Alice Creusot (Monika Peitsch). Dazu gesellen sich Larry Cornell (Frank Latimore), neuer Ehemann von Ruth, Morton Marlowe (Claus Biederstaed), der Bruder von Ruth und Jack Courtney (Wolfgang Kieling), der Manager der fallen gelassenen Ruth. Hoteldiener Tedy (Adi Berber) und Hotelpage Bucci (Gus Backus) fungieren als wichtige Nebenfiguren. Dann passiert der zweite Mord und nun taucht natürlich Inspektor Forbesa (Hans Nielsen) auf, der den Mörder unschädlich machen soll...







"Hotel der toten Gäste" brachte es auf 752.000 Kinozuschauer in Deutschland. Damit lag er deutlich hinter den filmischen Verwandten wie "Jerry Cotton - Schüsse aus dem Geigenkasten", "Der unheimliche Mönch" oder "Neues vom Hexer", die ebenfalls im Kinojahr 1965 Premiere feierten. Natürlich macht nach alter Wallace Manier die Suche nach dem Täter den Reiz aus. Das Drehbuch stiftet dazu reichlich Verwirrung. Vor allem die Schauspielerinnen im Film werden in diesem charmanten "Guilty Pleasure" der Edgar Wallace Epigonen extrem attraktiv in Szene gesetzt. 





Bewertung: 7,5 von 10 Punkten. 

Montag, 18. Januar 2021

Das Geheimnis der schwarzen Witwe

























Regie: Franz Josef Gottlieb

Mörderische Spinne... 

Von den meisten Kritkern wurde der 1963 gedrehte deutsch-spanische Louis Weinert-Wilton Krimi "Das Geheimnis der schwarzen Spinne" als ein typischer Edgar Wallace Filmverwandter wahrgenommen. Dem Erfolg an der Kinokasse tat dies aber keinen Abbruch, auch wenn die Einnahmen mit 1,6 Millionen Zuschauern in Deutschland nicht mehr so hoch waren wie bei den beiden von Harald Reinl inszenierten Vorgängerfilmen "Der Teppich des Grauens" und "Die weiße Spinne". Unter der Regie von Franz Josef Gottlieb (Fluch der gelben Schlange, Der schwarze Abt, Phantom von Soho, Die Gruft mit dem Rätselschloß, Das siebente Opfer) wurde im aufwendigen Scope Format gedreht und der sehr populäre O.W. Fischer konnte für die Hauptrolle gewonnen werden. Die Filmmusik schrieb Antonio Perez Olea, der Filmsong "Die schwarze Witwe" von Martin Böttcher komponiert und von Belina gesungen. Ein düsteres Lied, dass aber bestens zur Geschichte passt und die Dramaturgie mit der düsteren Stimmung untestützt. Während der Song auf der Bühne dargeboten wird, sitzt Karin Dor unter den Zuschauern und alles deutet daraufhin, dass sie in ihrer Rolle als Clarisse die Mörderin, die schwarze Spinne sein könnte. Ntürlich muss so eine niederträchtige Story im nebligen London spielen und Scotland Yard hat es mit einem fiesen Killer zu tun, der seine Opfer mit dem hochgiftigen Geschoss in Form einer schwarzen Witwe tötet. Eine Megastory für den Reporter Welby (O.W. Fischer), der ganz nebenbei noch ein extremer Säufer ist. Der Mann arbeitet für die "London Sensations" und mischt sich in die Ermittlungen ein. Ein Vorhaben, dass der Polizei gar nicht recht ist. Doch er findet immerhin heraus, dass die beiden Opfer sich kannten und beide vor 12 Jahren Mitglieder einer Expedition in Mexiko gewesen sind, der Leiter Sir Alfons Avery durch den Biss einer schwarzen Witwe ums Leben kam. Geht es da vielleicht um eines der ältesten Mordmotive der Welt: Rache ? Damit sind auch die anderen Mitglieder der Expedition wie Osbourne (Werner Peters), Bromfield (Antonio Casas) und Cartwright (Jose Maria Cafarel) in höchster Gefahr. Welby bekommt von dem sonderbaren Bibliothekar Fish (Eddie Arent) beste Unterstützung und immer wieder taucht ein Fremder (Klaus Kinski) auf, der einen unheimlichen Eindruck macht (schließlich ist es ja Klaus Kinski, der diese Figur spielt). Bald lernt er die schöne Clarisse kennen, die die Tochter des damals verstorbenen Expeditonsteilnehmers ist..




In der Schlüsselrolle als Helen Osbourne ist die osterreichische Schauspielerin Doris Kirchner zu sehen, die mit dem Regisseur des Films verheiratet war. Für Fans von Edgar Wallace Movies ist "Das Geheimnis der schwarzen Witwe" als naher Verwandter natürlich ein Muss.




Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

Montag, 21. Dezember 2020

Die weiße Spinne


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Harald Reinl

Hinter den Kulissen vom Klub 55...

Treffpunkt Tatort...es wurde jemand ermordet und jedesmal findet Scotland Yard dort eine kleine weiße Spinne aus Glas. Dieses Tierchen ist der McGuffin in Harald Reinls 1963 entstandener Louis Weinert-Wilton Verfilmung "Die weiße Spinne". Ohne den riesigen Hype der Edgar Wallace Verfilmungen wären vermutlich nie so viele Epigonen gedreht worden. Das damalige Publikum liebte diese temporeichen deutschen Krimis in schwarz-weiß, die immer etwas durchgeknallt daherkamen und heute echte Kultfilme geworden sind. Wenn man ganz oben auf der Besetzungsliste das Gespann Joachim Fuchsberger und Karin Dor liest, dann dürfte auch klar sein, dass es am Ende ein HappyEnd der großen Liebe gibt, auch wenn beide Figuren auch zuerst als Verdächtige in Frage kommen. Aber wer kann schon glauben, dass der attraktive und smarte Fuchsberger ein Verbrecher ist und wer traut der hübschen Karin Dor zu, ihren eigenen Gatten um die Ecke gebracht zu haben. Jedenfalls ist Muriel Irvine (Karin Dor) gleich am Anfang der Geschichte zur Witwe geworden. Ihr Mann kam bei einem mysteriösen Autounfall ums Leben, dort fand man die kleine weiße Spinne aus Glas. Richard Irvine war ein besessener Spieler, der kurz vor seinem Tod die Lebensversicherung mit seiner Frau als die Begünstigte von 5.000 auf 50.000 Pfund aufgestockt hatte. Dies bringt die Versicherungsgesellschaft, die nicht zahlen will und auch die Polizei auf dem Plan, dass der Unfall fingiert war und es kaltblütiger Mord war. Dreh- und Angelpunkt der Zocker ist der "Klub 55", Scotland Yard Inspektor Dawson (Paul Klinger) ermittelt und wird selbst Opfer eines gemeinen Mordanschlags. Sir James (Friedrich Schoenfelder) stellt danach dem erfahrenen Sergeant Meals (Werner Peters) einen genialen Ermittler namens Inspektor Conway an die Seite. Dieser hat eigenwillige Methoden und gibt sich vorläufig nicht zu erkennen. Durch Irvines Anwalt Summerfield (Dieter Eppler) bekommt die inzwischen mittellose Witwe eine Anstellung bei der Betreuung von ehemaligen Straftätern. Darunter ist auch Ralph Hubbard (Joachim Fuchsberger) und Kiddie Phelips (Horst Frank)....







Scotland Yard hat es mit einem gerissenen Mörder zu tun, der ein Meister der Verwandlung ist und gut mit einer tödlichen Drahtschlinge umgehen kann. Dabei kann Dieter Eppler in verschiedenen Rollen sein Können beweisen. Für Humor sorgt Chris Howland. Für mich einer der besten Wallace Filme, die nicht von Wallace stammen und den im Jahr 1963 mehr als 1,6 Millionen Zuschauer im Kino sahen. 






Bewertung: 8 von 10 Punkten. 

Dienstag, 15. Dezember 2020

Teppich des Grauens


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Harald Reinl

Der Tod lauert im Wohnzimmer...

Mit dem Edgar Wallace Film "Der Frosch mit der Maske" aus dem Jahr 1959, der von Harald Reinl inszeniert wurde, begann der großen Triumphzug durch die deutsche Kinolandschaft. Eine Erfolgsstory, die bis in die Mitte der 60er Jahre ihre großen Höhepunkte hatte und danach von den deutschen Karl May Filmen in der Publikumsgunst überrundet wurden. Auf die Edgar Wallace Verfilmungen folgten die seines Sohnes Bryan Edgar Wallace, auch Fritz Langs Superschurke Dr. Mabuse ließ man wieder auferstehen. Wem dies alles noch nicht genug war, der konnte sich auch Kinokarten für die Vorstellungen von insgesamt vier Louis Weinert-Winton Filmen kaufen, die zwischen den Jahren 1962 bis 1964 verfilmt wurden. Der erste dieser Filme hieß "Teppich des Grauens" und auch hier wurde Routinier Harald Reinl mit der Regie verpflichtet. In atmosphärischen Schwarz-Weiß Bildern zeigt auch dieser deutsche Krimi sein Kultpotential - es ist einmal mehr sichtbar wie diese deutsche Filmreihe später den italienischen Giallo und Meisterregisseure wie Mario Bava oder Dario Argento beeinflusst haben. "Teppich des Grauens" ist sogar eine deutsch-italienisch-spanische Coproduktion und neben den deutschen Publikumslieblingen Joachim Fuchsberger und Karin Dor ist auch die bekannte italienische Schauspielerin Eleonora Rossi-Drago zu sehen. Damals wurden diese vier Filme mit dem Slogan "Wer Edgar Wallace liebt, der wird auch von Weinert-Winton begeistert sein". Der Autor selbst lebte von 1875 bis 1945 und starb in einem tschechischen Konzentrationslager für Deutsche in Prag. Wie erwartet und erhofft lief "Teppich des Grauens" so erfolgreich in den Kinos, dass man nicht lange fackelte und sofort einen Nachfolgefilm nachschob. "Die weiße Spinne" wurde ein ähnlich großer Erfolg, den allerdings die beiden weiteren "Das Geheimnis der schwarzen Witwe" und "Das Geheimnis der chinesischen Nelke" nicht mehr erreichen konnten. Scotland Yard ist einer riesigen und mächtigen Verbrecherorganisation auf der Spur, die auch nicht vor Mord zurückschreckt. Von Indien bis London reicht die lange Kette von Verbrechen. So stirbt das Opfer an einem geheimnisvollen indischen Gift, dass von Unbekannter in einer Kapsel auf den Teppich des Todeskandidaten geworfen wird. Bevor dieser merkt, dass er keine Luft mehr bekommt und zu ersticken droht ist es leider auch schon zu spät. Inspektor Burns (Julio Infiesta) und Inspektor Webster (Marco Guglielmi) ermitteln für Scotland Yard und Harry Rafford (Joachim Fuchsberger) und sein Mitarbeiter Bob (Pierre Bersari) haben ebenfalls ein Interesse an diesem Fall. Keiner weiß, dass die beiden Geheimagenten sind. Inzwischen weiß man, dass die Verbrecherorganisation ihren Sitz von Indien ins neblige London verlegt hat. Aber wer ist der Kopf dieser Bande ? Es machen genügend dubiose Gestalten mit, so auch der undurchsichtige Anwalt (Werner Peters), ein arroganter Oberst (Carl Lange), eine attraktive Geschäftsfrau (Eleonora Rossi-Drago) und dann taucht auch noch die hübsche Ann Lerner (Karin Dor) auf, denn die Liebe darf bei Louis Weinert-Winton auch nicht zu kurz kommen....




Der Film ist von Harald Reinl sehr temporeich inszeniert worden und es entsteht auch ein gewisses Rätselraten wer der Böse Boss im Hintergrund ist. Und die meisten werden die Auflösung auch richtig vermuten. Macht aber trotzdem Spass. Wer Edgar Wallace liebt, der findet auch an Weinert-Winton gefallen...ja, stimmt. Mit über 2,3 Millionen Kinobesuchern in Deutschland landete der Film in den Kinojahrescharts auf einem sehr guten 22. Rang. 




Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.