Regie: Harald Reinl
Der Tod lauert im Wohnzimmer...
Mit dem Edgar Wallace Film "Der Frosch
mit der Maske" aus dem Jahr 1959, der von Harald Reinl inszeniert wurde,
begann der großen Triumphzug durch die deutsche Kinolandschaft. Eine
Erfolgsstory, die bis in die Mitte der 60er Jahre ihre großen Höhepunkte
hatte und danach von den deutschen Karl May Filmen in der
Publikumsgunst überrundet wurden. Auf die Edgar Wallace Verfilmungen
folgten die seines Sohnes Bryan Edgar Wallace, auch Fritz Langs
Superschurke Dr. Mabuse ließ man wieder auferstehen. Wem dies alles noch
nicht genug war, der konnte sich auch Kinokarten für die Vorstellungen
von insgesamt vier Louis Weinert-Winton Filmen kaufen, die zwischen den
Jahren 1962 bis 1964 verfilmt wurden. Der erste dieser Filme hieß
"Teppich des Grauens" und auch hier wurde Routinier Harald Reinl mit der
Regie verpflichtet. In atmosphärischen Schwarz-Weiß Bildern zeigt auch
dieser deutsche Krimi sein Kultpotential - es ist einmal mehr sichtbar
wie diese deutsche Filmreihe später den italienischen Giallo und
Meisterregisseure wie Mario Bava oder Dario Argento beeinflusst haben. "Teppich des Grauens" ist sogar eine
deutsch-italienisch-spanische Coproduktion und neben den deutschen
Publikumslieblingen Joachim Fuchsberger und Karin Dor ist auch die
bekannte italienische Schauspielerin Eleonora Rossi-Drago zu sehen.
Damals wurden diese vier Filme mit dem Slogan "Wer Edgar Wallace liebt,
der wird auch von Weinert-Winton begeistert sein". Der Autor selbst
lebte von 1875 bis 1945 und starb in einem tschechischen
Konzentrationslager für Deutsche in Prag. Wie erwartet und erhofft lief
"Teppich des Grauens" so erfolgreich in den Kinos, dass man nicht lange
fackelte und sofort einen Nachfolgefilm nachschob. "Die weiße Spinne"
wurde ein ähnlich großer Erfolg, den allerdings die beiden weiteren "Das
Geheimnis der schwarzen Witwe" und "Das Geheimnis der chinesischen
Nelke" nicht mehr erreichen konnten. Scotland Yard ist einer riesigen und
mächtigen Verbrecherorganisation auf der Spur, die auch nicht vor Mord
zurückschreckt. Von Indien bis London reicht die lange Kette von
Verbrechen. So stirbt das Opfer an einem geheimnisvollen indischen Gift,
dass von Unbekannter in einer Kapsel auf den Teppich des
Todeskandidaten geworfen wird. Bevor dieser merkt, dass er keine Luft
mehr bekommt und zu ersticken droht ist es leider auch schon zu spät.
Inspektor Burns (Julio Infiesta) und Inspektor Webster (Marco Guglielmi)
ermitteln für Scotland Yard und Harry Rafford (Joachim Fuchsberger) und
sein Mitarbeiter Bob (Pierre Bersari) haben ebenfalls ein Interesse an
diesem Fall. Keiner weiß, dass die beiden Geheimagenten sind. Inzwischen
weiß man, dass die Verbrecherorganisation ihren Sitz von Indien ins
neblige London verlegt hat. Aber wer ist der Kopf dieser Bande ? Es
machen genügend dubiose Gestalten mit, so auch der undurchsichtige
Anwalt (Werner Peters), ein arroganter Oberst (Carl Lange), eine
attraktive Geschäftsfrau (Eleonora Rossi-Drago) und dann taucht auch
noch die hübsche Ann Lerner (Karin Dor) auf, denn die Liebe darf bei
Louis Weinert-Winton auch nicht zu kurz kommen....




Der Film ist von Harald Reinl sehr
temporeich inszeniert worden und es entsteht auch ein gewisses
Rätselraten wer der Böse Boss im Hintergrund ist. Und die meisten werden
die Auflösung auch richtig vermuten. Macht aber trotzdem Spass. Wer
Edgar Wallace liebt, der findet auch an Weinert-Winton gefallen...ja,
stimmt. Mit über 2,3 Millionen Kinobesuchern in Deutschland landete der Film in den Kinojahrescharts auf einem sehr guten 22. Rang.
Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.