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Samstag, 8. August 2026

Tim Frazer jagt den geheimnisvollen Mr. X















Regie: Ernst Hofbauer

Der Killer von Antwerpen...

"Tim Frazer jagt den geheimnisvollen Mr. X" des österreichischen Regisseurs Ernst Hofbauer startete im Jahr 1964 im Kino und war einer dieser zahlreichen Edgar Wallace Epigonen, die auf ein ähnliches großes Kinopublikum hofften. Dies gelang nicht im vollen Umfang, denn der Film landete mit einer Besucherzahl von 654.000 nicht unter den erfolgreichsten 100 Filmen des Jahres. Die Figur des Starpolizisten Tim Frazer wurde von Francis Durbridge übernommen, dessen Romane in den 60s vor allem durch die erfolgreichen Fernsehfilme damals zu regelrechten "Straßenfegern" wurden. Dazu zählten die Mehrteiler "Das Halstuch", "Die Schlüssel", "Melissa", "Wie ein Blitz" oder "Das Messer". Im Kino zog der Name Durbridge nicht in diesem hohen Maße. In Begleitung seiner Verlobten Janine (Corny Collins) trifft der renommierte Polizist Tim Frazer (Adrian Hoven) am Flughafen Antwerpen ein. Ein Mord ist geschehen  : Ein Mann wurde von hinten erstochen. Das Opfer, ein Hafenarbeiter, gehört zu einer unheimlichen Mordserie. Der belgische Inspektor Stoffels (Paul Löwinger) bittet Frazer um Unterstützung bei den Ermittlungen. Zwischen den Morden liegen jeweils zehn Tage. Offenbar stammen alle Opfer von einem Schiff, das gerade erst im Hafen eingelaufen ist. Eine erste Spur führt zu Jack van Druten (Sieghardt Rupp), einem berüchtigten Betrüger. Seine Fingerabdrücke wurden auf der Tatwaffe gefunden. Doch er hat ein Alibi. Frazer findet heraus, dass alle Opfer kürzlich eine größere Summe Geld erhalten hatten – zweifellos Erlöse aus dem Marihuana-Handel.Lode van Dijk (Ady Berber), der Bruder des letzten Opfers, bietet sich der Polizei als Lockvogel an. Bei einem Besuch am Tatort wird Frazer Ziel eines Mordanschlags durch einen Kleinkriminellen. Der Engländer überwältigt ihn. Bevor der Gangster Informationen über seinen Klienten preisgeben kann, wird er von einem Unbekannten aus der Ferne erschossen. Nach dem gescheiterten Versuch, Lode als Lockvogel einzusetzen, besuchen Stoffels und Frazer zwei Bars. Doch die Besitzerinnen der Bars Farida (Ellen Schwiers) und Rosalie (Mady Rahl) sind keine große Hilfe. Auch ein Gespräch mit dem Konsul von Anatolien (Marcel Hendrickx), dem Herkunftsland der Drogen, bringt nichts ein. Stoffels observiert die Bar von Rosalie, während Tim Frazer die Bar von Farida näher beleuchtet. Während Frazer in Bar ist, wird der Konsul ermordet. Frazer beschließt, seine Freundin Janine mit in Rosalies Pub zu nehmen, um dort Informationen zu erhalten. Unterdessen befestigt ein großer Mann mit Sonnenbrille, der Frazers Ankunft am Flughafen beobachtet hatte, einen Sprengsatz an seinem Mietwagen. Dank einer versteckten Warnung in der Zeitung entkommt Frazer dem Anschlag, indem er die Bombe ablenkt. Als Janine Frazer wichtige Informationen mitteilen will, wird sie bewusstlos geschlagen. Unterdessen folgt Lode van Dijk Rosalies Begleiter Jeroom (Hector Cammerlynck) von der Bar in Richtung Hafen, wird aber von Hafenarbeitern am Betreten gehindert. Als Lode ihnen erzählt, dass Jeroom der Mann ist, nach dem sie seit Monaten suchen, helfen sie ihm. Doch Jeroom, der eine Waffe in der Hand hält, stürzt von einer Brücke. Wenig später wird Rosalie tot in ihrer Bar aufgefunden...





Die Hafenatmosphäre ist sehr gut gelungen und die Figur des Tim Frazer wurde zwar nur von Durbridge übernommen, doch die Geschichte basiert nicht auf einer Vorlage des berühmten britischen Autors. Bebe Suong sind den Song "J´ai peche". Nachtbars, Massenmorde, neblige Hafenstücke, Schießereien und Verfolgungsjagden passen eindeutig zur damals so populären Edgar-Wallace-Reihe. Von 1964 bis 1983 war Regisseur Hofbauer in mehr als 30 Filmen als Regisseur tätig. Er begann mit Krimis und Abenteuerfilmen, doch ab 1970 ist der weitaus größte Teil seiner Filme dem ErotikGenre zuzuordnen, wie z.B. Schülmädchen- oder Hausfrauenreport. Sehr überzeugend ist Paul Löwinger als Mit-Ermittler für Tim Frazer. 




Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

Die schwarze Kobra















Regie: Rudolf Zehetgruber

Der Fernlastfahrer und die Gangster...

Der österreichische Regisseur Rudolf Zehetgruber hat in den 60er Jahren einige Edgar Wallace Epigonen wie beispielsweise "Die Nylonschlinge", "Piccadilly Null Uhr Zwölf", "Das Wirtshaus von Dartmoor", "Das Geheimnis der chinesischen Nelke" und "Die schwarze Kobra" inszeniert und auch das Drehbuch mitgeschrieben. Diese Filme waren im Kino nicht ganz so erfolgreich wie die Vorbilder, aber sie hatten ebenfalls recht ansehnliche Zuschauerzahlen aufzuweisen. "Die schwarze Kobra" aus dem Jahr 1964 verzeichnete damals mehr als 1,2 Millionen Kinogänger. Lkw-Fahrer Peter Karner (Adrian Hoven) entkommt nur knapp einem Mordanschlag. Er entdeckt, dass er statt Waschmittel Kokain für den skrupellosen Drogenhändler Manuzzo (Raoul Retzer) transportiert hat. Dramatische Szenen spielen sich auf dem Highway ab, denn eine zweite Gangsterbande ist hinter den Drogen her. Daher wird Manuzzo von seinen Konkurrenten erschossen. Karner kann im letzten Moment fliehen und versteckt sich mit seiner Freundin Alexa (Ann Smyrner) , die im Restaurant Zur Kobra arbeitet. Doch anstatt zur Polizei zu gehen, schläft Karner zuerst mal aus und entscheidet dann aufgrund von dem Drängen seiner etwas intelligenteren Freundin doch den Weg ins Präsidium zu gehen.  Während Kommissar Langhammer (Paul Dahlke), Kriminalassistent Dralle (Peter Vogel) und Inspektor Knecht (Hans Richter) offiziell ermitteln, beschließt Karner aber doch - abseits jeder Vernunft - den Schmugglerring und seinen Komplizen, einen gewissen Mr. Green, auf eigene Faust zu entlarven. Alle Spuren führen zur Paradise Bar, dem Treffpunkt zahlreicher zwielichtiger Gestalten und Verdächtiger. Karner schwebt in Lebensgefahr. Zum Glück hat er mit Tierpfleger Punkti (Ady Berber) einen starken und treuen Freund, der ihm einige Male aus der Patsche hilft. Doch dann wird Alexa von den Kriminellen entführt. Im letzten Moment werden die Verbrecher überwältigt, und ein gewisser Mr. Wunderlich (Günther Meisner) entpuppt sich als Mr. Green, dem Chef des Ganzen. Aber zuerst müssen sich die Konkurrenten Paola Manuzzo (Marianne Schönauer), Stanislas Raskin (Wolfgang Preiss)  und Freddy (Emmrich Schrenk) gegenseitig aus dem Verkehr ziehen. Auf seiner Flucht durch einen Schrottplatz stürzt der Obergangster in eine Presse und kommt dabei ums Leben...






Rudolf Zehetgrubers Stil wirkt gerade im Vergleich zur Konkurrenz grobschlächtiger und hin und wieder auch viel zu ungeduldig, was sich insbesondere im wichtigen Feld der Spannung zeigt. Diese kann somit oft nicht aufrecht erhalten werden oder entsteht erst gar nicht in ausreichendem Maß. So kommt es zu diversen Problemen in diesem Feld, sodass die Geschichte unterm Strich nicht besonders ausgefeilt wirkt und Potenzial liegen lässt. Ohne Zweifel kann der Verlauf mit interessanten Einfällen (das ungleiche Ermittler-Trio) punkten, allerdings schwächelt der Plot um den angebotenen Drogenhandel manchmal. Besonders gegen Ende wird es etwas chaotisch.  






Bewertung: 6,5 von 10 Punkten.

Donnerstag, 25. Dezember 2025

Sissi















Regie: Ernst Marischka

Die jüngere Schwester der möglichen Braut...

Als der Historienfilm "Sissi" 1955 in die Knos kam, lockte er zwischen 20 und 25 Millionen Zuschauer in die heimischen Kinos.  Nur "Der Förster vom Silberwald" war mit 28 Millionen Zuschauern noch erfolgreicher. Die Zahlen sind aber ungenau, da in dieser Zeit die Kartenverkäufe noch nicht lückenlos erfasst wurden. "Sissi" ist ein österreichischer Spielfilm, geschrieben und inszeniert von Ernst Marischka, mit Romy Schneider, Karlheinz Böhm, Magda Schneider, Uta Franz, Gustav Knuth, Josef Meinrad, Vilma Degischer und Peter Weck in den Hauptrollen. Es ist der erste Teil einer Trilogie über Kaiserin Elisabeth von Österreich (1837–1898), die in ihrer Familie "Sissi“ genannt wurde. Es folgten „Die junge Kaiserin“ und „Die schicksalhaften Jahre einer Kaiserin“. Prinzessin Elisabeth, genannt „Sissi“ (Romy Schneider), ist die zweitälteste Tochter von Herzog Maximilian Joseph von Bayern (Gustav Knuth) und Prinzessin Ludovika von Bayern (Magda Schneider). Sie ist ein unbeschwertes, impulsives und naturverbundenes Kind. Zusammen mit ihren sieben Geschwistern wächst sie auf dem Familiensitz Schloss Possenhofen am Starnberger See in Bayern auf. Sie genießt eine glückliche Kindheit ohne die Zwänge ihres königlichen Standes. Mit ihrer Mutter und ihrer zurückhaltenden älteren Schwester Helene (Uta Franz) reist die 16-jährige Sissi von Possenhofen in den Kurort Bad Ischl in Oberösterreich. Ludovikas Schwester, Erzherzogin Sophie (Vilma Degischer), ist die Mutter des jungen Kaisers Franz Joseph I. von Österreich (Karlheinz Böhm). Helene wird von Erzherzogin Sophie in die Kaiservilla gebeten, um den jungen Kaiser Franz Joseph zu treffen und die beiden sofort zu verloben. Sissi ahnt nichts vom wahren Grund der Reise und darf aufgrund ihrer mädchenhaft ungestümen Art von ihrer Tante nicht an gesellschaftlichen Veranstaltungen teilnehmen. Sie verbringt ihre Zeit mit Angeln im Wald, wo sie zufällig Franz Joseph begegnet. Der Kaiser ahnt nicht, dass das Mädchen seine Cousine Sissi ist. Er ist von ihr angetan und lädt sie zu einem Jagdausflug in die Alpen ein. Sie treffen sich wie verabredet in den Bergen, unterhalten sich und lernen sich kennen. Sissi verliebt sich in ihn, verrät ihm aber nicht ihre wahre Identität. Während des Ausflugs erfährt Sissi von der geplanten Heirat zwischen Franz Joseph und ihrer Schwester. Der Kaiser bemerkt, dass er den Mann beneidet, der Sissi heiraten wird, und gesteht, dass er keine Verbindung zu Néné spürt. Als Sissi diese indirekte Liebeserklärung hört, ist sie aufgrund ihrer Treue zu Néné verzweifelt. Sie flieht ohne Erklärung vor Franz Joseph. Als Sissi in ihre Residenz zurückkehrt, enthüllt Néné den Grund für die Reise nach Bad Ischl: die Verlobung mit Franz Joseph....





"Sissi" ist natürlich reichlich von Kitsch überzogen, aber es ist ein Klassiker mit Wohfühlcharakter. Ausserdem haben die Macher weder Kosten noch Mühen gescheut die Geschichte opulent und effektiv in Szene zu setzen. Im TV ist die Trilogie beinahe schon fester Bestandteil des weihnachtlichen Programms. Romy Schneiders Rolle als Elisabeth gilt als ihr schauspielerischer Durchbruch. Sie wurde untrennbar mit dieser Rolle verbunden, auch im weiteren Verlauf ihrer Karriere, was Sie selbst eher belastete. 






Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.