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Montag, 3. April 2023

...und der Himmel lacht dazu


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Henry Koster

Im Auftrag des Herrn unterwegs...

Sister Margaret (Loretta Young) und Sister Scholastica (Celeste Holm) könnte man als eine Art Vorläufer der "Blues Brothers" Jake und Elwood bezeichnen, da auch die beiden französischen Ordensfrauen im Auftrag des Herrn unterwegs sind - geschehen im Jahr 1949 unter der Regie des aus Deutschland stammenden Hollywood Directors Henry Koster. Nach der Machtübernahme der Nazis verließ er seine Heimat, ging zuerst nach Wien und durch seine Beziehungen zu Universal konnte er Mitte der 30er Jahre in die USA ziehen. In Kostners Filmographie findet man einige Filme mit religiöser Thematik. Für "Jede Frau braucht einen Engel" erhielt er eine Oscarnominierung als bester Regisseur. 1952 drehte er den Blockbuster "Das Gewand" - einer der kassenträchtigsten Hollywoodfilme der 50er Jahre. Sehr überzeugend war auch sein Ausflug ins Gothic-Fach mit "Meine Cousine Rachel". Sein bester Film ist sicherlich "Harvey" mit James Stewart als Elwood P. Dowd, der mit einem 2 Meter großen Hasen befreundet ist. Er drehte weitere Filme mit James Stewart, so auch die 1963 inszenierte Feel Good Comedy "Mr. Hobbs macht Ferien".
In einer Winternacht kommen zwei französischen Schwestern, die aus Chicago stammende Schwester Margaret und Schwester Scholastika in die kleine Stadt Bethlehem in New England, wo sie Amelia Potts (Elsa Lanchester) treffen, eine Malerin religiöser Bilder. Die Schwestern erzählen ihr von dem ambitionierten Plan ein Krankenhaus zu bauen. Der Plan muss unbedingt umgesetzt werden, weil Schwester Margaret während des Krieges in einem Kinderkrankenhaus in der Normandie verantwortlich war - da das Haus und die Kinder dank der Amerikaner unversehrt blieb, gab die Schwester Gott das Versprechen in den USA ein Kinderkrankenhaus zu bauen.
Ein Hügel, der in der Nähe liegt, wird von den beiden Nonnen als optimaler Standort für ihr Vorhaben ausgewählt. Von ihrem neuen Nachbarn, dem Komponist Bob Masen (Hugh Marlowe) erfahren die beiden, dass der Hügel einen gewissen Luigi Rossi (Thomas Gomez) in New York gehört. Da die Schwestern kein Geld haben, müsste Rossi ihnen das Grundstück schenken. Eine Unmöglichkeit, denn Mr. Rossi ist sozusagen der Pate eines Gangstersyndikats. Doch Gottes Wege sind unergründlich...es gelingt den Schwestern das Grundstück unentgeltlich zu bekommen. Mit diesem Coup ist das Krankenhaus aber noch lange nicht gebaut und den Nonnen stehen weitere Hindernisse im Weg. So müssen die finanziellen Schwierigkeiten über den Verkauf von selbst gemachter Marmelade, Eiern und Gemüse und einem Tennismatch eingedämmt werden. Zu Hilfe kommen den Nonnen dabei weitere Schwestern aus dem Mutterhaus in Frankreich....




"Und der Himmel lacht dazu" heißt im Original "Come to see the Stable" und war bei seinem Kinostart erfolgreich. Der Film spielte 3 Millionen Dollar ein und wurde sogar siebenmal für den Academy Award nominiert. Drei der Nominierungen gingen an die Darstellerinnen (Loretta Young als beste Darstellerin, Celeste Holm und Elsa Lanchester in der Kategorie "beste Nebendarstellerin". Clare Booth Lucas wurde in der Kategorie "Bestes Drehbuch" berücksichtigt. Joseph LaShelle in der Kategorie "Kamera". Ausserdem wurde die beste Filmmusik und die beste Ausstattung nominiert. Ein Sieg konnte in keiner Kategorie erreicht werden. Der Film ist auf eine nette Weise altmodisch, wirkt aber nicht kitschig - dafür sorgen die beiden coolen Nonnen.





Bewertung: 7 von 10 Punkten. 
 
 

Sonntag, 15. Januar 2023

Schakale der Unterwelt


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Lewis Allen

 Der Staatsanwalt...

Gleich sein erster Spielfilm "Der unheimliche Gast" aus dem Jahr 1944 wurde für Regisseur Lewis Allen ein Erfolg. Er verstand es die beiden Genres "Film Noir" und "Mystery" zu einer Einheit werden zu lassen. Erwähnenswert ist auch sein drei Jahre später in Farbe gedrehter Noir "Desert Fury" mit dem jungen Burt Lancaster und Lizabeth Scott. Seine beste Arbeit in den 50er Jahren ist sicherlich "Schakale der Unterwelt" mit einem wie gewohnt sehr gut aufspielenden Edward G. Robinson in der Hauptrolle.
Ein bisschen sind die gefühlsmäßigen Konstellationen ähnlich verteilt wie in dem Noir von John Farrow "Die Nacht hat 1000 Augen". Auch dort spielt Robinson die Hauptrolle. Er verkörpert die Figur des Wahrsagers John Triton, der in seine Assistentin verliebt ist. Doch als er seine Gabe entdeckt, entscheidet er sich gegen die Liebe und so heiratet seine große Liebe Tritons besten Freund.
So ähnlich beginnt "Illegal" - Robinson spielt hier einen brillianten Staatsanwalt, der seiner altgedienten Assistentin Ellen (Nina Foch) schon lange einen Heiratsantrag hätte machen sollen. Doch dies hat er versäumt. Er hat sich in seiner gesamten Karriere immer auf den Fall konzentriert und kann von sich stolz behaupten, dass er bisher jeden Fall vor Gericht gewinnen konnte und dass die Angeklagten auch ihrer gerechten Strafe nicht entgehen konnten. Doch im Fall des angeklagten Edward Clary (DeForrest Kelley) unterläuft ihm ein schwerwiegender Fehler. Er war doch so sicher von der Schuld dieses Mannes am Mord von Gloria Benson überzeugt und diese Sicherheit übertrug sich auf die 12 Geschworenen, die den Angeklagten schuldig sprachen und zum Tode verurteilt haben. Noch beim Gang auf den elektrischen Stuhl beteuert der verzweifelte Mann seine Unschuld - doch seine Entlastung kommt einige Minuten zu spät. In einem Krankenhaus hat ein sterbender Patient gestanden diesen Mord begangen zu haben. Obwohl Victor Scott (E.G. Robinson) alle Hebel in Bewegung setzt, das Fehlurteil zu verhindern, wurde die Strafe schon vollzogen. Damit stürzt Scott in eine Krise und hinterfragt seine Tätigkeit als Staatsanwalt und kommt zum Schluß, dass er nie wieder als Staatsanwalt tätig sein will. Ellen ist enttäuscht, auch Ray Borden (Hugh Marlowe), der ebenfalls bei ihm als Assistent tätig war. So finden - wie auch in Farrows Film - Ellen und Ray als Paar zusammen. Doch damit fängt die eigentliche Geschichte erst an. Scott eröffnet eine Privatkanzlei als Rechtsanwalt und sein erster Klient ist ein Buchhalter einer Privatbank, der 90.000 Dollar unterschlagen hat. Dieser Fall zieht Kreise und so macht Scott auch die Bekanntschaft des skrupellosen Spielclubbesitzers Garland (Albert Dekker)...




Als Garlands Geliebte ist Jayne Mansfield zu sehen, die leider viel zu früh am 29. Juni 1967 im Alter von 34 Jahren bei einem Autounfall starb. Der Film lebt natürlich vor allem durch die große Schauspielkunst seines Hauptdarstellers E. G. Robinson, einer der ganz großen Hollywood Legenden. Wer sich an ein paar logischen Lücken und einigen absurden Tatsachen nicht stört, der kann sich auf einen sehr unterhaltsamen und gut gespielten Film Noir aus der McCarthy Ära freuen.




 Bewertung: 7 von 10 Punkten. 
 

Mittwoch, 24. Juli 2019

Die Nacht der Abrechnung



 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Regie: Lee Sholem

Am Apachenfluß umzingelt...

"Die Nacht der Abrechnung" ist ein Western aus dem Jahr 1953, der von Lee Sholem inszeniert wurde - im Original heißt der Film "The Stand at Apache River". Dieser Name passt auch besser zu der Handlung als der eher nichtssagende deutsche Verleihtitel. Als Sheriff Lane Dakota ist Stephen McNally zu sehen. McNally wurde durch seine Rolle als böser Bruder von James Stewart in Anthony Manns "Winchester 73" bekannt und wurde in diesem Genre auch sehr oft eingesetzt. Dabei war er sowohl als Held als auch als Schurke einsetzbar und machte eine gute Figur als geläuterter Spieler in "Trommeln des Todes" oder als unglücklich verliebter Sheriff in "Schüsse in New Mexiko", den er zusammen mit dem damaligen Jungstar Audie Murphy drehte.
In "Abrechnung am Apachenpass" spielt er den Sheriff, der eine ganze andere Meinung vertritt als Colonel Morsby (Hugh Marlowe) von der US-Armee. Wie so oft geht es um Indianer, die aufbegehren, weil sie in ihren Reservaten schlecht behandelt werden. Man hatte ihnen ja versprochen, dass es Ihnen gut gehen würde. Aber die Armee hat Versprechen gemacht, um die Indianer umzusiedeln. Nun hungern sie und viele wollen diese Ungerechtigkeit nicht mehr hinnehmen. Auch Häuptling Cara Blanca (Edgar Barrier) will Antworten vom weißen Mann und ist es seinem Stamm als Häuptling schuldig bessere Bedinungen zu bekommen und zwar schnell. Mit friedlichen Gesinnungen geht das kaum, deshalb haben die Indianer das Kriegsbeil ausgegraben und belagern eine kleine Postkutschenstation am Apache River. Colonel Morsby hat bereits veranlasst, dass die Armee aufgestockt wird. Man will die Indianer zwingen wieder in die Reservate zu gehen. Morsby beschuldigt sie, dass sie bereits fünf Siedler ermordet haben. Sheriff Lane Dakota ist dabei nur zufällig in dieser Absteige, weil er den Banditen Greiner (Russell Johnson) gejagt und überwältigt hat. Er ist sich sicher, dass Greiner ein Mörder und Räuber ist. Beweisen kann er es nicht, denn der verletzte Greiner beharrt auf seine Unschuld und braucht erst mal Pflege. Mit Morsbys harter Linie in der Indianerfrage kann sich der Sheriff gar nicht anfreunden, er nimmt die Position der Apachen ein.  In der Station hält sich auch die hübsche Valerie Kendrick (Julie Adams) auf, die sich demnächst verloben will und für die frustrierte Mrs. Kenyon (Jaclynne Greene), mit ihrem Mann Besitzerin der Station, ein willkommener Lichtblick im tristen Alltag darstellt. Ehemann Tom (Hugh O´Brien) kann seiner Frau nur wenig bieten, was sich auch an ihrem Verhalten bemerkbar macht. Sie flirtet mit dem ebenfalls anwesenden jungen Hatcher (Jack Kelly). Dann beginnt auch schon der erste Angriff der Indianer....



"Die Nacht der Abrechnung" bietet dem Westernfan sicherlich nichts Neues, aber er unterhält sehr gut und hat ein gutes Westernflair. Dabei zeigt er die Figuren, die in der Falle sitzen, während sich draußen die Indianer positionieren und sie umzingeln. Ein Ausbruch ist gefährlich, wird dann aber dennoch gewagt.



Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

Sonntag, 4. Juni 2017

Der Kommandeur

























Regie: Henry King

Erinnerungen an den Krieg...

Vielleicht ist "Der Kommandeur" einer der besten Filme von Henry King. Der Hollywood-Regisseur der ersten Stunde drehte fast 50 Jahre Filme und Gregory Peck war sicherlich einer seiner erklärten Schauspiel-Favoriten, denn er drehte mit ihm einige Hollywood-Klassiker wie "Der Scharfschütze", "Schnee am Kilimandscharo", "David und Bathseba", "Bravados" oder "Die Krone des Lebens". Seine erfolgreichsten Filme waren "Das Lied von Bernadette" und "Alle Herrlichkeit auf Erden".
"Der Kommandeur" wurde allerdings im Filmjahr 1950 mit vier Nominierungen bedacht. In der Kategorie "Bester Film" musste er sich aber von Robert Rossens "Der Mann, der herrschen wollte" geschlagen geben - auch Gregory Peck als Brigadegeneral Frank Savage konnte sich nicht gegen Broderick Crawford durchsetzen. Dafür gabs aber den Sieg beim besten Ton und  auch Dean Jagger siegte als US-Offizier Harvey Stovall in der Kategorie "Beste männliche Nebenrolle".
Inmitten einer sehr gelungenen Eröffnungsszene und einer noch besseren Schlußeinstellung hat Dean Jagger zwei große Kinomomente. Am Anfang macht Harvey Stovall (Dean Jagger) in London Urlaub - dort kauft er sich einen neuen Hut und findet in einem Antiqiuätenladen einen Keramik-Krug, der das Gesicht eines grimmigen Kämpfers zeigt - Erinnerungen kommen hoch, denn dieser Krug stammt aus Archbury, wo Stovall mit der 918. Bomber-Gruppe stationiert war. Er reist spontan zum verfallenen Flughafen und plötzlich ist er wieder inmitten des Geschehens des Jahres 1942.
In dieser Zeit haben die Amis begonnen strategische Tagesangriffe aus der Luft gegen die Deutschen zu fliegen. Zuerst in den besetzten Gebieten. Doch die Verluste der US-Bomberverbänden sind groß.
Vor allem die der 918. Bombergruppe. Als die Einheit bei einem einzigen Einsatz fünf Flugzeuge mit 50 Männern verliert ist der Kampfgeist der Soldaten gebrochen. Der Geschwaderkommandeur Major General Ben Pritchard (Millard Mitchell) hält zwar große Stücke von Colonel Davenport (Gary Merrill), der die Gruppe führt. Aber er nimmt auch den Einwurf seines Brigade Generals Frank Savage (Gregory Peck) sehr ernst, weil dieser glaubt, dass das Pech und der Mißerfolg der 918ten auf das Konto seines Freundes Davenport geht. Der hätte nämlich zu viel Mitgefühl mit seinen Männern und zeigt sich auch bei Fehlern viel zu verständnisvoll.
Schließlich bestätigt Davenport dies auch in einem Gespräch mit Pritchard - der enthebt ihn des Amtes und setzt den überraschten Savage an seine Stelle. Der soll die Kampffähigkeiten seiner Männer wieder herstellen. Scheinbar agiert "Der Kommandeur" mit ganz entgegengesetzten Mitteln wie sein Vorgänger und fordert eiserne Disziplin und verhängt schwere Strafen. Er lässt im Zuge seines neuen Windes auch die Offiziersmesse schließen und den Einsatzoffizier der Gruppe, Lieutenant Colonel Gately (Hugh Marlowe) bezeichnet er als Feigling und degradiert ihn. Bald schreiben alle Männer Versetzungsanträge. Da Major Harry Stovall (Dean Jagger) dem neuen Kommandeur wohlgesonnen ist, kann er das Bearbeiten dieser Anträge noch ein bisschen verzögern um Zeit zu gewinnen...denn Savage geht hart vor, um die Männer bei ihren Einsätzen bestens zu stärken. Aber ob die die Beweggründe ihres Vorgesetzten auch richtig verstehen ?



Wie sagt Stovall in einer seiner Szenen treffend als ein Kamerad ihn auf die Unterschiede zwischen den gütigen Davenport und dem Hardliner Savage aufmerksam macht "Ja, ja...der eine ist um 10 cm größer als der andere". Im Grunde durchlebt Gregory Peck in seiner Rolle das gleiche was der Vorgänger vor ihm bereits erlebte und was ihn dann angreifbar machte. Er macht aus den Soldaten eine echte eingeschworene Gruppe und ist mit ihnen dann irgendwann so sehr verbunden, dass der Faktor "Freundschaft" und "Kameradschaft" einen ganz hohen Stellenwert bekommt. Natürlich ist "Der Kommandeur" kein Antikriegsfilm. Es ist klar, dass die Bombardierung auf deutsche Ziele sein muss und dass es auch Opfer abverlangt.
Die Luftkämpfe sind keine Hollywood Szenen, sondern sind Originalaufnahmen aus dem zweiten Weltkrieg. Am Ende hat der Kommandeur den Erfolg - dann zeigt das Bild wieder dieses verlassene Flugfeld und einen Harvey Stovall, der in einem friedlichen England mit dem Rad wegfährt.



Bewertung: 8 von 10 Punkten.