Posts mit dem Label Dean Jagger werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Dean Jagger werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 12. März 2024

XX unbekannt


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Leslie Norman

Schleim aus der Tiefe...

"XX unbekannt" ist ein Film der Hammer-Production aus dem Jahr 1956. Regie führte Leslie Norman, das Drehbuch wurde von Jimmy Sangster verfasst. Zuvor war die Filmproduktion von Hammer eher auf B-Movie Thriller spezialisiert, durch den Erfolg von "The Quatermass Xperiment" aus dem Jahr 1955 wurde ein neuer Weg zum reinen Horror- oder Science Fiction Film beschritten. Nachfolgefilm war "XX unbekannt" und "Quatermass 2" machte die Trilogie komplett. Die Filme spiegeln die damaligen Ängste des Kalten Krieges und eine schwindende nationale Identität, mit der sich die Briten auseinandersetzen mussten, weil das britische Empire immer mehr an Status verlor.
Der Film beginnt im ländlichen Schottland in der Nähe der Großstadt Glasgow. Auf einem verlassenen Feld machen sich Soldaten abwechselnd mit der Bedienung eines Geigerzählers vertraut. Als Private Lansing (Kenneth Cope) an der Reihe ist, schlägt der Geigerzähler an einer Stelle aus, wo sie gar nichts anzeigen sollte. Plötzlich gibt es eine Explosion. Der junge Soldat stirbt an der Strahlenbelastung, ein anderer erleidet schwere Verbrennungen. An der Stelle gibt es einen Y-förmigen Riss im Boden ohne erkennbaren Boden. Dr. Royston (Dean Jagger) vom Atomic Energy Laboratory wird zur Untersuchung hinzugezogen. Später gesellt sich „Mac“ McGill (Leo McKern) zu ihm, der für die Sicherheit der britischen Atomenergiekommission zuständig ist. In dieser Nacht wird ein Junge aus der Gegend Zeuge eines schrecklichen Anblicks außerhalb der Kamera. Er stirbt am nächsten Tag an der Strahlung. Royston untersucht und stößt auf einen Turm, der von einem alten Mann bewohnt wird, der einen Kanister besitzt, der von früheren Strahlungsexperimenten übrig geblieben ist. Später bricht in einem örtlichen Krankenhaus ein junger Arzt zusammen und schmilzt dahin, nachdem er den gleichen Horror erlebt hat wie der Junge. Als am selben Abend zwei Soldaten auf mysteriöse Weise sterben, während sie den Y-förmigen Spalt bewachen, lässt sich Roystons Kollege Peter Elliott (William Lucas) freiwillig in die Grube hinablassen, um Nachforschungen anzustellen. Schon bald erlebt er abseits des Bildschirms denselben Horror, den er schon zuvor gesehen hat. Er wird jedoch noch rechtzeitig aus der Grube gezogen. Die Armee setzt Flammenwerfer ein, um die unsichtbare Kreatur zu töten, aber ohne Erfolg. Royston vermutet eine Erklärung für das Phänomen. Seine Theorie geht von einer Lebensform aus, die in der fernen Vorgeschichte existierte, als die Erdoberfläche größtenteils geschmolzen war. Dieses Wesen war beim Abkühlen von der Erdkruste eingeschlossen worden. Doch alle 50 Jahre spüren diese Lebewesen eine Flutwelle, die dazu führt, dass sie an die Oberfläche gelangen und "Nahrung“ in Form radioaktiver Quellen finden. Endlich wird das Ding enthüllt – ein immer größer werdender Klumpen Schleim, der sich nun seinen Weg zum Labor bahnt, um sich von dem dort verwendeten Kobalt zu ernähren...




In der Rolle von Peters Vater ist Edward Chapman zu sehen. Natürlich sieht der bedrohliche Schleim aus heutiger Sicht nicht mehr so bedrohlich aus. Dennoch ist "XX unbekannt" ein spannender und unterhaltsamer Science Fiction Film. Ursprünglich war Joseph Losey als Regisseur vorgesehen, aber der US-Regisseur, der in Hollywood auf die schwarze Liste gesetzt wurde und nach Europa zog wurde krank und durch Leslie Norman ersetzt. Die Hälfte des Budget in Höhe von 30.000 Dollar bekam der bekannte Darsteller Dean Jagger.





Bewertung: 7,5 von 10 Punkten. 
 

Dienstag, 27. Februar 2024

Stadt im Dunkel



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie. William Dieterle

Rächer in der Stadt...

In dem 1950 entstandenen Film Noir" Stadt im Dunkel" (Originaltitel: Dark City) des deutschstämmigen Regisseurs William Dieterle werden insgesamt fünf Lieder von der Barsängerin Fran Garlan dargeboten. Diese Figur wird von Lizabeth Scott gespielt, die bereits in "Die seltsame Liebe der Martha Ivers", "Desert Fury", "Späte Sühne" und "14 Jahre in Sing Sing" Film Noir Erfahrungen mitbrachte. Für Charlton Heston, beim Dreh erst 26 Jahre alt, war es die erste große Hauptrolle. In späteren Interviews bezeichnete er "Stadt im Dunkel" als "definitiv kein A-Film, aber ein ziemlich gutes B-Movie"
Er spielt den Kriegsveteranen Danny Haley, Besitzer eines illegalen Glücksspiellokals, das von der Polizei in den letzten Tagen mehrmals durchsucht wurde, obwohl er die Polizei für den Schutz bezahlt. Danny hängt in einem Café ab und hört der Sängerin Fran Garlan (Lizabeth Scott) zu. Fran ist in Danny verliebt, aber Danny sagt ihr, dass er sich nicht auf eine Beziehung einlassen kann und dass sie nur eine Freundin ist - ohne Verpflichtungen. Später am Abend trifft Danny im Café den Geschäftsmann und Air-Force-Veteranen Arthur Winant (Don DeFore), der in der Stadt ist, um Ausrüstung für einen Sportverein zu kaufen. Als Danny einen Scheck über 5.000 Dollar in Winants Brieftasche entdeckt, lädt er Winant ein, mit Dannys Freunden Soldier (Harry Morgan), Barney (Ed Begley) und Augie (Jack Webb) in seinem geschlossenen Lokal Poker zu spielen. Während des Spiels spricht Winant über seinen älteren Bruder Sidney (Mike Mazurki), der ihn am späten nächsten Abend abholen kommt. Danny, Barny und Augie lassen Arthur am ersten Abend 325 Dollar gewinnen, aber sie verabreden sich einen Abend später. Ohne dass Danny es weiß spielen Barny undAugie mit gezinkten Karten und so verliert Arthur sein gesamtes Geld und den 5.000 Dollar Scheck, der ihm gar nicht gehört.  Am nächsten Tag erfährt Danny, dass Winant Selbstmord begangen hat, er hat sich erhängt. Aus Angst vor der Polizei fordert Danny seine Freunde auf, ein paar Tage zu warten, bevor sie Winants Scheck einlösen. Barney, der nervöseste der Gruppe, glaubt, dass ihm jemand folgt, und wird am nächsten Morgen erhängt in seiner Wohnung aufgefunden. Polizeikapitän Garvey (Dean Jagger) verhört Danny und Augie und erzählt ihnen, dass er weiß, dass es einen Zusammenhang zwischen Winants Tod und dem Pokerspiel gibt und dass Winant einen Brief für seinen Bruder Sidney hinterlassen hat. Er informiert sie darüber, dass Sidney ein gefährlicher Verbrecher ist und wahrscheinlich den Tod seines Bruders rächen wird und dass Barney wahrscheinlich von Sidney getötet wurde. Danny und Augie bestreiten jeglichen Zusammenhang mit Winants Tod. Danny und Augie versuchen, Sidney zu finden, bevor er sie findet. In Los Angeles gibt sich Danny als Versicherungsvertreter aus und besucht Winants Witwe Victoria (Viveca Lindfors). Er teilt ihr mit, dass er Sidney, den Begünstigten von Winants Lebensversicherung, ausfindig machen muss und dass Victoria die Begünstigte sein wird, wenn Sidney nicht gefunden wird. Victoria kann kein Foto von Sidney zur Verfügung stellen, da sie diese zerstört hat. Danny verbringt einen romantischen Abend mit Victoria, doch als er seine wahre Identität preisgibt, verjagt sie ihn wütend....






Natürlich schwächelt der Film, wenn man ihn mit den großen Filmen der dunklen Serie vergleicht. Aber Charlton Heston spielt diesen Danny sehr authentisch als aalglatten Typen, den man nie so leicht greifen kann und der immer zwischen Gut und Böse schwankt. Das HappyEnd ist natürlich aufgesetzt und man hat die Befürchtung, dass diese Liason nicht so lange halten wird, zu sehr ist diese Fran Garland ein um Liebe und Zuneigung bettelndes Mädchen, dass ihrem Lover so ziemlich alles verzeiht. Die Geschichte hat zwar einige Logiklöcher, aber die Inszenierung ist straff und sie strahlt positive Trashanteile aus.






Bewertung: 7,5 von 10 Punkten. 
 

Freitag, 30. Juli 2021

Elmer Gantry


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Richard Brooks

Gott ist im Geschäft...

Sinclair Lewis schrieb 1927 seinen satirischen Roman "Elmer Gantry", im Jahr 1960 wurde das Buch von Richard Brooks verfilmt. Es wurde zu einer Sternstunde für dessen Hauptdarsteller Burt Lanchaster, der endlich, nach einigen Anläufen, den Oscar als bester Schauspieler in den Händen halten durfte. Desweiteren gab es auch für Nebendarstellerin Shirley Jones (Oklahoma, später Partridge Family) einen solchen Goldjungen, sie spielte anrührend die Rolle der Prostituierten Lulu Baines. Ausserdem gewann auch Richard Brooks - allerdings nicht den Regiepreis, sondern als bester Drehbuchschreiber.
Dabei hat sich Richard Brooks in seinem Script mehr oder weniger auf ca. 100 Seiten des Romans beschränkt, er hat viele Ereignisse später weggelassen und legte den Fokus vor allem auf die religiöse und auch romantische Beziehung zwischen der Hauptfigur und der Evangelistin Sharon Falconer, die von Jean Simmons gespielt wird.
"Elmer Gantry" spielte ca. 5 1/2 Millionen Dollar ein und Anfang der 60er Jahre löste diese Geschichte nicht mehr diese Empörung aus, die dem Romanautor und späteren Nobelpreisträger Sinclair Lewis zuteil wurde. Bei seinem Erscheinen waren einige Bevölkerungsgruppen derart entrüstet, dass sie ihn am liebsten im Gefängnis sehen wollten. Einige militante Kräfte wollten den Romancier sogar lynchen. Die Bitterkeit des Buches hat auch der Regisseur sehr gut einfangen können.
Amerika während der Prohibitionzeit, irgendwann Mitte der Zwanziger Jahre. Elmer Gantry (Burt Lanchaster) ist ein trinkfester und rhetorisch unheimlich begabter Handlungsreisender mit einer charismatischen Persönlichkeit. Er ist der Star eines jeden Stammtisches und er gefällt sich auch Weiberheld. Darüberhinaus muss das Verkaufstalent auch schon intensiv mit der heiligen Schrift in Kontakt gekommen sein, denn wenn er so richtig in Fahrt ist, dann findet er bestimmt die passende Bibelstelle für die Situation.
Es ist nicht nur eine Zeit des Alkoholverbots - die Menschen sind auch sehr empfänglich für den christlichen Glauben. Besonders beliebt sind die Wanderprediger, die von Ort zu Ort reisen und in Zelten das Evangelium predigen. Der gläubige Mensch wird in dieser Erweckungsveranstaltung aufgerufen sich wieder zum Glauben zu bekennen. Und dies geschieht sehr oft, während die anderen Anwesenden den Herrn mit Gebet und Gesang lobpreisen. Schwester Sharon Falconer (Jean Simmons) ist eine dieser Missionarinnen. Mit ihrer Crew (Dean Jagger als Organisator William L. Morgan, Patti Page als Schwester Rachel) reist sie in kleine Orte und bewegt sehr viele Menschen zum Kircheneintritt. Die Presse - allen voran der Journalist Jim Lefferts - berichtet kritisch über dieses Phänomen der neuen Pfingstbewegungen. Eines Abends befindet sich auch der ruhelose Geist Elmer Gantry im Zelt und er wird dort bei der Predigerin bleiben...





"Elmer Gantry" ist natürlich ein Entwicklungsroman und das Talent des Helden wird natürlich bald erkannt. Er hat eine unheimliche Kraft die Menschen mit seinen Worten zu beeinflussen. Dann holt ihn allerdings seine sündige Vergangenheit mit einer gewissen Frau wieder ein. "Elmer Gantry" ist einer der überzeugendsten Filme von Richard Brooks (er schrieb u.a. die Drehbücher zu den Noirs "The Killers" oder "Tote schlafen fest" - und führte Regie bei Klassikern wie "Die letzte Jagd", "Katze auf dem heißen Blechdach", "Kaltblütig" oder "Die gefürchteten Vier). John Alton war Kameramann - auch er hat in seiner Laufbahn einen oscar (für "Ein Amerikaner in Paris") erhalten und arbeitete oft mit Brooks zusammen. Die Darstellerriege überzeugt auf ganzer Linie. Die Geschichte gibt einen guten Einblick in den "Bibelgürtel" während der Roaring Twenties.





Bewertung: 9 von 10 Punkten. 
 

Samstag, 17. Juli 2021

Das Gewand


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Henry Koster

Die Macht des Glaubens..

Regisseur Henry Koster drehte viele erfolgreiche Kinofilme wie "Jede Frau braucht einen Engel", "Mein Freund Harvey", "Meine Cousine Rachel" oder "Desiree".
Sein erfolgreichster Hit war aber "Das Gewand" - ein biblischer Film, der die Geschichte eines römischen Militärtribuns erzählt, der eine Einheit befehligte, die Jesus kreuzigte. "Das Gewand" war der erste Film in Cinemascope Widescreen und dementsprechend war auch das Interesse der Kinogänger. Der Monumentalfilm spielte in den USA 36 Millionen Dollar ein und war damit der erfolgreichste Blockbuster des Jahres, sogar stärker als Fred Zinnemanns Kassenknüller "Verdammt in alle Ewigkeit".
Marcellus Gallio (Richard Burton) ist ein junger römischer Militärtribun, der zur Zeit des Wirken von Jesus Christus und während der Amtszeit von Kaiser Tiberius (Ernest Thesiger) im antiken Rom lebt. Auf einem Sklavenmarkt sieht er nach Jahren Diana (Jean Simmons), ein Mädchen aus seiner Jugendzeit. Diana ist das Mündel des Kaisers und soll bald mit Caligula (Jay Robinson), der vielleicht der nächste Kaiser sein könnte, verheiratet werden. Marcellus ist der Sohn des beliebten römischen Senators Gallio (Torin Thatcher) und so kann er sich einige Unverschämtheiten bei Caligula erlauben, den er nicht mag und der ihn mit seinem Geld überbot, die beiden Zwillingssklavinnen zu ersteigern. Er überbietet daher Caligula und kauft den gebildeten griechischen Sklaven Demetrius (Victor Mature). Diesen nimmt er auch mit nach Palästina, als er dorthin auf Befehl des verärgerten Caligula geschickt wird. Bevor die Galeere den Hafen verlässt, schwören sich Marcellus und Diana ihre Liebe. Marcellus kommt in Palästina an, als dort die Unruhen bereits heftig sind. Er sieht den triumphalen Einzug von Jesus Christus am Palmsonntag in Jerusalem und wird Zeuge als er von Judas (Michael Ansara) verraten und verhaftet wird. Demetrius ist inzwischen Anhänger von Jesus geworden und sein Herr bekommt nun den Auftrag den angeblichen Sohn Gottes ans Kreuz zu nageln. Das Gewand von Jesus wird Marcellus beim Würfelspiel gewinnen und bekommt in der Todesstunde Jesu eine besondere Bedeutung für Marcellus, der bald von Schuldgefühlen geplagt wird. Diese Robe verursacht bei im körperlichen Schmerz, als er sie sich umhängen möchte. Demetrius nennt ihn daraufhin "Mörder" und flieht mit dem Umhang. Dies ist er Auftakt zum Abstieg Marcellus in den Wahnsinn. Alpträume dieser Kreuzigung plagen ihn nun...




"Das Gewand" erzählt die Geschichte einer Schuld, deren Vergebung und vor allem von der Macht des Glaubens. Marcellus wandelt sich vom oberflächlichen Tribun, der nur das Vergnügen kennt, zu einem verantwortungsvollen Christen wird, der für seinen Glauben auch den Tod in Kauf nimmt. Auch wenn es kein irdischen Happy End für Marcellus und seine Diana gibt, endet der Film dennoch hoffnungsvoll im Glauben. Durch den Riesenerfolg entschied sich die 20th Century Fox eine Fortsetzung zu drehen. Delmer Daves inszenierte "Die Gladiatoren" - diesmal mit Victor Mature in der Hauptrolle. Es ist die einzige Fortsetzung eines der damalig so beliebten Bibelfilme.





Bewertung: 7 von 10 Punkten.