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Freitag, 14. Februar 2025

Vor Hausfreunden wird gewarnt



Regie: Stanley Donen

Der Konkurrent aus den USA....

 Die britische Romantik-Komödie "Vor Hausfreunden wird gewarnt" aus dem Jahr 1960 von Regisseur Stanley Donen hat einen ernsten Unterton, denn die Geschichte handelt von einem Seitensprung in einer gut funktionierenden 12jährigen Ehe. Vergleicht man Donens Story mit den US-Komödien aus dieser Zeit, dann ist "Vor Hausfreunden wird gewarnt" tatsächlich recht gewagt. Eine Frau, die ihren Mann liebt, lernt plötzlich einen anderen Mann kennen. Liebe auf den ersten Blick, oder sagen wir besser "verrücktsein auf den ersten Blick".  Victor (Cary Grant) und Hilary (Deborah Kerr), Graf und Gräfin von Rhyall, kämpfen mit den finanziellen Herausforderungen, die der Besitz eines großen englischen Landhauses und Anwesens im Großbritannien des 20. Jahrhunderts mit sich bringt, als die Erbschaftssteuer ihre finanzielle Situation stark belastet. Wie viele andere derartige Anwesen haben sie ihr Haus für Führungen für die Öffentlichkeit gegen zwei Schilling und sechs Pence pro Person geöffnet, machen damit aber einen angenehmen Gewinn, züchten Champignons für den Markt und betreiben andere kleinere, mit dem Anwesen verbundene Unternehmungen. Charles Delacro (Robert Mitchum), ein US-Ölmillionär entfernt ein großes "Privat“-Schild von der Tür und platzt in die Privatgemächer, wo er die attraktive junge Hilary allein vorfindet. Zunächst verärgert, ändert sich ihr Verhalten, als sie erfährt, dass er ein millionenschwerer amerikanischer Ölmagnat ist. Obwohl er weiß, dass sie verheiratet ist, macht er ihr seine Anziehungskraft und seine aggressiven Absichten sehr deutlich. Hilary ist zunächst abgeschreckt, wird dann aber von seinem unverschämten Charme angezogen und bietet ihm einen Drink an. Nach einem gemeinsamen Spaziergang über das Anwesen lädt Charles sie ein, ihn im Savoy Hotel in London zu besuchen, wo er wohnt, und macht keinen Hehl daraus, sie zu einer Affäre mit ihm einzuladen. Als Victor plötzlich das Zimmer betritt, bemerkt er Hilarys Haltung und behandelt Charles mit übertriebener Höflichkeit. Hilary ist sichtlich verlegen, als offensichtlich wird, dass Victor weiß, was los ist. An diesem Abend macht Hilary für den nächsten Tag früh einen Termin mit ihrem Friseur in London aus und erklärt Victor, dass sie bei ihrer Freundin, der alleinstehenden Hattie Durant (Jean Simmons), übernachten muss. Anstatt äußerlich eifersüchtig zu wirken, bietet Victor ihr Zugfahrpläne an und tut so, als wüsste er nichts über den wahren Grund ihrer Reise. In der Zwischenzeit spürt Charles Hilarys Friseur und Termin auf und wartet draußen, als sie den Salon verlässt. Sie gehen zurück in Charles‘ Hotelzimmer und ins Schlafzimmer. Am nächsten Tag kehrt Hilary nicht nach Hause zurück; stattdessen kommt Hattie, die auch eine Ex-Freundin von Victor ist und die immer noch in ihn verknallt ist, und will ihm unbedingt von der Affäre seiner Frau erzählen. Victor ruft Charles' Hotel an und lädt ihn zu einem Besuch ein; er nimmt an, gegen Hilarys Willen, und bietet ihr sogar an, sie von London zurück mitzunehmen. Als sie am nächsten Tag erscheinen, ist Victor entschlossen, sich stets zivilisiert zu verhalten, und tut zunächst so, als sei er noch immer im Dunkeln. Die beiden Männer gehen zusammen angeln, und Victor erzählt Charles, dass er von dem Stelldichein weiß und dass er sich gezwungen fühlt, seine Ehre zu verteidigen, und fordert Charles zu einem Duell heraus, das Charles nicht ablehnen kann. In einem langen Korridor des Herrenhauses führen sie es durch, wobei jeder einmal schießt, wobei Victor am Arm verletzt wird und Charles unverletzt bleibt. Später wird bekannt, dass beide Männer daneben geschossen haben, wie Victor es von Charles erwartet hatte, während Sellers (Moray Watson), der Butler der Familie, ein ehemaliger Soldat und ein hervorragender Schütze, Victor mit einer seiner eigenen Waffen verwundet hat. Als die Frauen von dem Duell und Victors Verletzung erfahren, kann Hilary es nicht übers Herz bringen, ihren geliebten Ehemann für Delacro zu verlassen, der mit Hattie an ihrer Stelle davonfährt...







Das Drehbuch wurde von einem Ehepaar - Hugh Williams und Margaret Vyner - unter dem Titel "The Grass is greener" geschrieben. So lautet auch der Originaltitel des Films, der mehr als 6 Millionen Dollar einspielte und dem illustren Darstellerquartett die Möglichkeit gibt das komödiantische Talent zu beweisen. Dabei sagte Mitchum in einem Interview, dass er im Vergleich zu Cary Grant wenig Dialog hatte. "Ich sagte "Warum" oder "Ach wirklich", wenn Grant mit seinem Dialog zu Ende war. Im Dialog werden auch die Unterschiede zwischen dem amerikanischen und dem britischen Englisch zum Thema. Gedreht wurde auf dem englischen Landsitz Osterley Park in der Nähe von London. Bemerkenswert auch die Titelsequenz, die miteinander spielende Babys auf einer Wiese zeigt. Jedes Kind ist dabei einem Erwachsenen aus der Filmcrew (Darsteller, Techniker, Regisseur, Autor usw) zugeordent. Macher dieses Intros war Maurice Binder, der sich später einen Namen aufgrund seiner Titelsequenzen in diversen Bond Filmen aufmerksam machte. Ehebruch und Rückkehr einer Frau werden ordentlich in Szene gesetzt. Am Ende entscheidet sich die Frau natürlich für den bewährten "alten Besen". 









Bewertung: 7 von 10 Punkten.  

 

Mittwoch, 5. Februar 2025

Ein Hauch von Nerz


 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Delbert Mann

Cathy angelt sich den Millionär....

Mit einem Megaeinspielergebnis von über 17 Millionen Dollar ist "Ein Hauch von Nerz" aus dem Jahr 1962 einer der größten Kassenschlager des damaligen Superstars Doris Day. Kein Wunder, denn im Film von Delbert Mann spielt sie zusammen mit Cary Grant. Delbert Mann lebte von 1920 bis 2007 und durfte bereits für seinen ersten Kinofilm "Marty" den Oscar als bester Regisseur entgegennehmen. Danach drehte er bekannte Filme wie "Die Junggesellenparty", "Getrennt von Tisch und Bett" oder "Ein Pyama für zwei" - letzterer ebenfalls mit Doris Day. "Ein Hauch von Nerz" war im Filmjahr 1962 der vierterfolgreichste Kassenhit des Jahres, lediglich "Der längste Tag", "Lawrence von Arabien" und "Music Man" machten noch mehr Umsatz.  Cathy Timberlake (Doris Day), eine aufstrebende, fleißige New Yorker Karrierefrau - allerdings auf Jobsuche, geht zum Arbeitsamt, um ihren Gehaltsscheck abzuholen. Dort wird sie den unerwünschten Avancen von Beasley (John Astin) ausgesetzt, einem Angestellten, der nur an Sex interessiert ist. Dann lernt sie den Geschäftsmann Philip Shayne (Cary Grant) kennen, nachdem sein Rolls-Royce auf dem Weg zu einem Vorstellungsgespräch ihr Kleid mit Schlamm bespritzt hat. Philip will den Vorfall wiedergutmachen. Bei ihrem Treffen entdecken die beiden eine starke gegenseitige Anziehung. Im Laufe der Zeit schlägt Philip eine romantische Affäre vor, während Cathy auf eine Heirat hofft. In einer Nebenhandlung geht Philips neurotischer und notorisch unzufriedener Finanzmanager Roger (Gig Young) zu einem Therapeuten Herr Gruber (Alan Hewitt), um über seine Schuldgefühle zu sprechen, weil er seinem Chef bei zahlreichen sexuellen Eroberungen geholfen hat – darunter auch Cathy. Aber der Therapeut, der diskret aus dem Raum abwesend ist, als Cathys Name erwähnt wird, glaubt, dass Roger eine homosexuelle Affäre mit Philip beginnen will. Philip lädt Cathy jeden Abend zum Essen und Trinken ein und verbringt sogar ein Date bei einem Yankees-Spiel, wo er die Mannschaftsbank mit Roger Maris, Mickey Mantle und Yogi Berra teilt. Doch diese besondere Eroberung belastet Philips Gewissen, und so zieht er eine Einladung nach Bermuda zurück. Das empört Cathy jedoch nur. Sie willigt ein, mitzukommen, um ihre Unabhängigkeit zu betonen. Doch auf Bermuda wird sie von den sexuellen Implikationen des Abends geplagt. Cathy bekommt daraufhin einen nervösen Ausschlag, sehr zu ihrer Verlegenheit und zu Philips Frustration. Später wird eine zweite Reise nach Bermuda unternommen, doch dieses Mal trinkt Cathy Whiskey, um ihre Nerven zu beruhigen, und endet betrunken, sodass sie vom Hotelbalkon auf ein Vordach darunter fällt. Anschließend wird sie im Pyjama durch die überfüllte Lobby getragen. Auf Drängen von Roger und Connie (Audrey Meadows), Cathys bester Freundin, die davon überzeugt sind, dass Philip in sie verliebt ist, plant Cathy ein Rendezvous mit Beasley in einem Motel, um Philip eifersüchtig zu machen. Ihr Plan gelingt, und sie und Philip heiraten. Auf ihrer Hochzeitsreise bekommt er selbst einen nervösen Ausschlag. Der Film endet damit, dass Cathy und Philip Monate später mit ihrem Baby und Roger durch einen Park spazieren. Die beiden lassen Roger für einige Augenblicke mit dem Baby allein, währenddessen kommt der immer noch irritierte Therapeut auf ihn zu und fragt ihn, wie es mit Philip läuft. Als Antwort zeigt Roger freudig das Baby, was zu einem weiteren Missverständnis führt...











Die Geschichte ist kokett und mit frivolem Hintergedanken gewürzt, bleibt aber stets sauber. Natürlich sind Doris Day und Cary Grant absolute Komödienprofis, die ihr Spiel hemmungslos auf die Spitze treiben können. Durch die Übersteigerungen sind Karikatur und Parodie auf guter Balance. Es gab für "Ein Hauch von Nerz" einen Golden Globe als beste Komödie. Auch drei Oscarnominierungen (Drehbuch, Ausstattung und Ton)  beweisen den durchschlagenden Erfolg des Films zu seiner Zeit. Nebendarsteller Gig Young erhielt 1970 den Oscar als bester Nebendarsteller für seine Rolle in Sidney Pollacks Weltwirtschaftsdrama "Nur Pferden gibt man den Gnadenschuß". 










Bewertung: 7,5 von 10 Punkten. 

 

Donnerstag, 7. Dezember 2023

Die Schwester der Braut


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: George Cukor

Urlaub...

1999 wurde Katharine Hepburn vom American Filminstitute zur größten weiblichen US-Filmstar gewählt. Sie ist auch die einzige Schauspielerin, die in ihrer Laufbahn viermal mit dem Oscar ausgezeichnet wurde: "Morgenrot des Ruhms" (1933), "Rat mal, wer zum Essen kommt" (1967), "Der Löwe im Winter" (1968) und "Am goldenen See" (1982). Sie galt aber Ende der 30er Jahre durch die schwachen Einspielergebnisse von "Leoparden küsst man nicht" und "Schwester der Braut" bei den Hollywood Produzenten als Kassengift. Erst der Riesenerfolg von "Die Nacht vor der Hochzeit" änderte diese Einschätzung. Heute gelten natürlich alle diese drei genannten Filme als Klassiker. In allen drei Filmen war Cary Grant ihr Partner. Grant wurde 1970 ein Ehrenoscar für sein Lebenswerk zuerkannt. In der 1999er Liste der männlichen Liste wurde er nur von Humphrey Bogart geschlagen. Seine regulären Nominierungen als bester Schauspieler für "Akkorde der Liebe" (1942) und "None but the lonely heart" (1945) blieben leider ohne Sieg.
Der Film "Schwester der Braut" heißt im Original "Holiday" und wurde von Regisseur George Cukor inszeniert. Im Film geht es um die Geschichte eines Mannes, der durch die Liebe aus bescheidenen Verhältnissen aufsteigen kann, dann jedoch zwischen seinem freigeistigen Lebensstil und der Tradition der Familie seiner wohlhabenden Verlobten hin- und hergerissen ist.
Obwohl der Kinoerfolg ausblieb, waren die zeitgenössischen Kritiken für "Holiday" sehr gut. Viele Kritiker bescheinigten ihm eine Qualität, die auch andere Screwball Comedys dieser Zeit wie beispielsweise "Mr. Deeds", "Es geschah in einer Nacht" oder "Die schreckliche Wahrheit" auszeichnete.
In den späten 1930er Jahren steht Jonathan"„Johnny“ Case (Cary Grant), ein Selfmademan, der sein ganzes Leben lang gearbeitet hat, kurz davor, Julia (Doris Nolan) zu heiraten, die er während eines Urlaubs in Lake Placid, New York, kennengelernt hat . Er weiß sehr wenig über seine zukünftige Braut und ist überrascht, als er erfährt, dass sie aus einer äußerst wohlhabenden Familie stammt, die jüngere Tochter des Bankiers Edward Seton (Henry Kolker). Beim ersten Antrittsbesuch lernt Johnny Julias lebhafte ältere Schwester Linda (Katharine Hepburn) kennen, der er seinen Plan anvertraut, einen langen Urlaub von der Arbeit zu nehmen, um den Sinn des Lebens zu finden. Er trifft auch den jüngeren Bruder der Schwestern, Ned Jr. (Lew Ayres), einen Alkoholiker, dessen Geist durch die Unterwürfigkeit gegenüber seinem Vater gebrochen wurde. Julias Vater ist zunächst fassungslos, als diese ihre Heiratsabsichten klar äussert. Er lässt sich aber besänftigen als er einen Blick auf Johnnys bisherigen beruflichen Werdegang geworfen hat und hält seinen angehenden Schwiegersohn für sehr tüchtig und ehrgeizig und hat sehr schnell in seinen Gedanken Pläne mit ihm. Bei der Silvesterparty, bei der die Heirat verkündet werden soll, kommt es aber möglicherweise zu einer Wendung sämtlicher Pläne...





Natürlich ist Katharine Hepburn "Die Schwester der Braut", die sich zunächst sehr für ihre Schwester freut, weil sie Johnny gleich total gut findet. Dann bemerkt sie aber auch ihre Gefühle für Johnny. Zum Glück ist Filmparterin Doris Nolan nach dem gleichen geldgierigen Muster wie ihr Papa geschnitzt und am Ende ist der Weg frei für die große Liebe. 1939 wurden Stephen Gooson und Lionel Bank für den Oscar in der Kategorie "Bestes Szenenbild" nominiert. Die hervorragende Spiellaune von Hepburn und Grant sind natürlich garantiert. 
 






Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.