Mittwoch, 11. März 2026

Nummer 17















Regie: Alfred Hitchcock

Ein Haus mit sehr vielen Gästen...

Der im Jahr 1932 entstandene Hitchcockfilm "Nummer 17" enthält bereits einige Motive, die sich wie ein roter Faden durch Hitchs Filmographie ziehen. Da wäre die Halskette, ein "MacGuffin, hinter der eine ganze Reihe von Menschen her sind und von denen keiner vom Anderen genau weiß warum. Es gibt ein unheimliches Haus und eine furiose Verfolgungjagd - in einem Zug, dort drehte der englische Meisterregisseur sehr oft und gerne. Ausserdem ein Mann und eine Frau, die unschuldig in Gefahr geraten und zwischen denen sich eine Romanze entwickeln kann. Natürlich darf das optische Spiel mit Licht und Schatten auch nicht fehlen. Es war Hitchcocks vierter Thriller, aber der erste mit eindeutig komödiantischem Einschlag – ein Genre, für das der Name Hitchcock jahrzehntelang stehen sollte wie für kein anderes. Der Film war kommerziell ein Misserfolg, wohl weil er als Thriller zu klamaukhaft und unlogisch und andererseits als Komödie zu wenig pointiert war und vor allem weil sich die den Film bestimmende Verfolgungsjagd am Ende als völlig sinnlos herausstellt. Hitchcock selbst nannte den Film später eine Katastrophe und redete ungern darüber. Dennoch ist der Film, bei dem Hitchs spätere Ehefrau Alma das Drehbuch schrieb, viel besser als sein Ruf und er passt gut in Hitchcocks andere englische Arbeiten dieser frühen Jahre. An der Küste im ländlichen England erreicht Detective Barton (John Stuart) ein Haus mit der Hausnummer 17, das zum Verkauf oder zur Vermietung angeboten wird. Die Tür ist unverschlossen, und er betritt das Haus. Ein Unbekannter mit einer Kerze (Leon M. Lion) irrt umher, und eine Leiche wird entdeckt. Als er konfrontiert wird, beteuert der Unbekannte seine Unschuld am Mord. Barton, der sich als Fordyce vorstellt, fragt den Fremden nach dem Inhalt seiner Taschen, als plötzlich der Schatten einer Hand zu sehen ist, die nach einem Türknauf greift.  Ben, so heißt der Unbekannte ist ein Obdachloser, vorstellt, durchsucht die Leiche und findet Handschellen und eine Pistole, die er an sich nimmt. Der Detective kehrt von der Untersuchung seltsamer Geräusche zurück und findet die Handschellen, die der Fremde auf dem Boden zurückgelassen hatte. Eine Frau namens Ms. Ackroyd (Ann Casson) wird im Schatten gesehen, wie sie über das Dach kriecht. Nachdem sie durch das Dach gestürzt ist, kommt sie wieder zu sich und ruft nach ihrem Vater. Sie erklärt, ihr Vater sei auf dem Dach und sie befänden sich nebenan in Hausnummer 15. Die Glocke schlägt halb eins, und die Leiche ist verschwunden. Drei Personen treffen an dem windumtosten Haus ein: Brant (Donald Calthrop) , Nora, eine taubstumme Frau (Anne Grey) und ein Dritter namens Henry Doyle (Barry Jones). Ben zieht eine Pistole und schießt Barton/Fordyce versehentlich in den Arm. Brant zieht ebenfalls eine Pistole und bittet Doyle, Barton/Fordyce, Ben und Miss Rose Ackroyd zu durchsuchen. Brant wird ein Telegramm gezeigt. Ein Mann namens Sheldrake (Gary Marsh) taucht auf und holt eine Diamantkette hervor, die er im oberen Teil einer Toilette versteckt hatte. Ben verursacht Aufruhr und wird zusammen mit Sheldrake in der Toilette eingesperrt. Sheldrake greift nach Ben und scheint ihn zu erwürgen, doch Ben stellt nur Bewusstlosigkeit vor. Die vermeintliche Leiche (Henry Caine) entpuppt sich als lebendig und gibt sich als Sheldrake aus, um die Diebe zu täuschen. Er ist tatsächlich Roses vermisster Vater, ein Polizist. Brant schlägt vor, Rose und Barton/Fordyce zu fesseln. Officer Ackroyd gelingt es, die drei Diebe einzusperren und seine Tochter und Barton zu befreien. Er öffnet die Tür, hinter der Ben mit Sheldrake eingesperrt ist, und liefert sich einen Faustkampf mit ihm. Sheldrake gewinnt den Kampf und befreit Brant, Doyle und Nora. Rose und Barton/Fordyce werden erneut gefesselt. Nora offenbart, dass sie sprechen kann und sagt: „Ich komme wieder.“ Sie kehrt zurück und befreit Rose und Barton....










Doch damit beginnt das Chaos erst recht.  Eine Verfilmung von Joseph Farjeons Theaterstück „Number Seventeen“, das bereits verfilmt worden war. Hitchcock war mit dem Projekt unzufrieden, da er die Geschichte für klischeehaft hielt. Der Film verwendet aufwendig Miniaturkulissen, darunter eine Modelleisenbahn, einen Bus und eine Fähre. Dies ist einer der wenigen Hitchcock-Thriller, in denen Hitchcock selbst keinen Cameo-Auftritt hat. Damals erhielt der Film auch eher schwache Kritiken. Man wertete den Film als einen gescheiterten Versuch eines ernsthaften Dramas. 










Bewertung. 7,5 von 10 Punkten. 

Montag, 2. März 2026

Tarzans Abenteuer in New York

























Regie: Richard Thorpe

Boy wird entführt...

Regisseur Richard Thorpe (1896 bis 1991) drehte bereits in der Stummfilmzeit bis zu den späteren 60er Jahren Filme. Seine bekanntesten Arbeiten sind "Ivanhoe - der schwarze Ritter", "Die Ritter der Tafelrunde", "Stärker als Ketten", "Die schwarze Perle", "Rhythmus hinter Gittern", "Der große Caruso" und einige Tarzan Filme mit dem ehemaligen Schwimmer Johnny Weissmüller. "Tarzans Abenteuer in New York" ist einer davon - er wurde 1942 gedreht und spielte 2,8 Millionen Dollar ein. Somit ein großer Erfolg.  Der Abenteuerfilm wurde von Metro-Goldwyn-Mayer produziert und beinhaltet einige verblüffende Tierdressur-Nummern. So sieht man Elefanten, die auf Kommando von Tarzans Adoptivsohn Boy richtige Kunststücke vollbringen. Von der Affendame Cheeta gibt es auch eindrückliche Szenen. Als Zuschauer von Heute ist man da zum Glück inzwischen sensibilisiert, denn als Filmfan weiß man von einigen damaligen Tierquälereien (vor allem mit Pferden) in Erfolgsfilmen wie "Der Verrat des Surat Khan" oder "Jesse James - Mann ohne Gesetz". Ich hoffe, dass es auch damals gute Menschen gab, die die Tiere in der Filmstadt bestens behandelt haben und dass es neben verachtenswürdigen Geschehnisse auch gute Beispiele gibt. Die Hoffnung darf nicht sterben. 
Ein Frachtflugzeug landet auf Tarzans Felsvorsprung in Afrika, auf der Suche nach Tieren. Während sie Löwen fangen, treffen die drei Männer an Bord auf Tarzan (Johnny Weissmüller), Jane (Maureen O´Sullivan) und ihren Adoptivsohn Boy (Johnny Sheffield). Buck Rand (Charles Bickford), der Leiter eines Zirkus in den USA, sieht Boys Kunststücke mit drei jungen Elefanten und erkennt, dass Boy ein großartiger Star wäre. Als sie von Einheimischen angegriffen werden, die ein großes Dschungelfeuer legen, scheinen Tarzan und Jane in den Flammen umgekommen zu sein. Die Männer nehmen Boy an Bord ihres Flugzeugs und starten, während die Einheimischen staunend zusehen. Der Schimpanse Cheeta kann Tarzan und Jane aufwecken, bevor sie verbrennen. Cheeta erzählt Tarzan, dass Boy mit den Männern im Flugzeug geflohen ist.
Tarzan, Jane und Cheeta durchqueren den Dschungel und fliegen über den Atlantik, bis sie schließlich in New York City landen. Tarzan ist verwirrt vom Lebensstil und den technischen Geräten der Zivilisation und zeigt seine liebenswerte, edle Wildheit. Er beklagt sich über die Notwendigkeit, Kleidung zu tragen, und kommentiert, dass eine Opernsängerin, die er in einer „Lärmbox“ hört, ruft: „Frau krank! Schreit nach dem Medizinmann!“, und zeigt sich erstaunt über Taxis. Tarzan bemerkt außerdem, dass verschiedene Afroamerikaner, die er in New York City ihren Lebensunterhalt verdienen sieht, aus diesem oder jenem Stamm in seiner und Janes afrikanischer Heimat stammen.
Tarzan und Jane versuchen, Boy auf dem Rechtsweg zurückzubekommen. Ein Richter (Russell Hicks) fragt Tarzan, was er für die wichtigsten Dinge hält, die er seinem Adoptivsohn beibringen muss. Unglücklicherweise hat der Zirkus einen skrupellosen Anwalt engagiert, der Jane dazu bringt, zuzugeben, dass Boy nicht im Dschungel geboren wurde und nicht ihr leibliches Kind ist. Daraufhin greift Tarzan ihn im Gerichtssaal an. Tarzan gelingt die waghalsige Flucht durch ein Fenster auf ein Dachvorsprung, woraufhin eine Verfolgungsjagd mit der Polizei über die Dächer beginnt. Schließlich ist Tarzan gezwungen, einen spektakulären Sprung aus 60 Metern Höhe von der Brooklyn Bridge in den East River zu wagen, um einer Verhaftung zu entgehen...







Gedreht wurde hauptsächlich auf dem Studiogelände der MGM. 
Laut einer weit verbreiteten Legende führte Johnny Weissmuller seinen Sprung in „Tarzans Abenteuer in New York“ selbst aus. Im Film springt der flüchtende Tarzan 61 Meter (200 Fuß) von der Brooklyn Bridge.
„Tarzans Abenteuer in New York“ war der letzte Film der Reihe für MGM und Maureen O’Sullivans letzter Spielfilm bis 1948. Sie wollte mehr Zeit mit ihren sieben Kindern verbringen. Interessant ist der nicht im Abspann erwähnte Auftritt von Elmo Lincoln (als Zirkusarbeiter), der 1918 als erster Schauspieler die Rolle des Tarzan verkörperte. Amüsant jedenfalls ist Tarzans erste Begegnung mit fließendem Wasser aus einer Dusche - diese Szene erinnert ein bisschen an die Unbeholfenheit von Borats Kultureller Lernung von Amerika, um Benefiz für glorreiche Nation von Kasachstan zu machen.







Bewertung; 6,5 von 10 Punkten.

  

All meine Sehnsucht























Regie: Douglas Sirk

Mutters Heimkehr...

"All meine Sehnsucht" (Originaltitel: All I desire) aus dem Jahr 1953 ist für mich einer der besten Filme des deutschstämmigen Regisseurs Douglas Sirk (früher hieß er Detlev Sierk und drehte vor dem zweiten Weltkrieg "Zu neuen Ufern" und "La Habanera" mit Zarah Leander). In Hollywood drehte er viele erfolgreiche Filme, doch bei der Filmkritik war er zunächst eher als Schnulzen- und Kitschregisseur verschrien. Die Filmemacher der Nouvelle Vague urteilten jedoch ganz anders und heute gehört er zweifelsohne zu den meistgeschätzten Regisseuren der 50er Jahre.  Seine Technicolor-Melodramen aus den 1950er-Jahren wie "Die wunderbare Macht", "Was der Himmel erlaubt", "In den Wind geschrieben" oder "Solange es Mneschen gibt" sind heute absolute Klassiker erhielten dabei die größte Aufmerksamkeit.  Seine Melodramen aus den 1950er-Jahren erhielten dabei die größte Aufmerksamkeit, Inszenierungen in anderen Genres von ihm sind noch weniger untersucht oder werden als schwächer angesehen. Zwei seiner besten Filme "Duell in den Wolken" und "All meine Sehnsucht" sind leider etwas weniger bekannt, doch es lohnt sich diese beiden Meisterwerke kennenzulernen.  Um 1910 kämpft Naomi Murdoch (Barbara Stanwyk), die seit ihrer Abreise um die Jahrhundertwende, um Bühnenschauspielerin zu werden, weder ihren Mann (Richard Carlson) noch ihre Kinder Joyce (Marcia Henderson), Lily (Lori Nelson) und Ted (Billy Gray)  in der Kleinstadt Riverdale, Wisconsin, besucht hat, mit Auftritten am unteren Ende der Besetzung einer Wandertruppe. Eines Tages erhält sie einen Brief von ihrer Tochter Lily, die sie zu Lilys Bühnendebüt im Abschlusstheaterstück ihrer High School einlädt. Eine Kollegin aus dem Varieté überredet Naomi, zu ihrer Familie zurückzukehren und sich als die erfolgreiche internationale Bühnenschauspielerin auszugeben, von der sie erzählt hatte. Naomis Ankunft in Riverdale bleibt nicht unbemerkt, und Clem (Guy Wilkerson), der Stadtklatschmaul, beginnt, die Neuigkeit zu verbreiten. Der Erste, dem er es erzählt, ist Dutch Heinemann (Lyle Bettger), der Besitzer des Jagd- und Angelgeschäfts, dessen Affäre mit Naomi einer der Gründe für ihre Abreise war. Als Naomi bei ihrer Familie ankommt, wird sie von Lily enthusiastisch begrüßt. Lilys ältere Tochter Joyce, die den Haushalt geführt hat, ist jedoch verbittert über die lange Abwesenheit ihrer Mutter. Ihr Sohn Ted, der mit Dutch befreundet ist, kann sich nicht an sie erinnern. Henry, Naomis Ehemann und Direktor von Lilys Schule, ist sich unsicher, was er von Naomis Rückkehr halten soll, insbesondere weil jede Kontroverse seine bevorstehende Beförderung zum Schulrat gefährden könnte. Außerdem ist er in einer jungen Beziehung mit Sara Harper (Maureen O´Sullivan) der Theaterlehrerin der High School. Lily spielt vor ausverkauftem Haus, doch die meisten Stadtbewohner sind eher gekommen, um Naomi zu bestaunen, als um das Stück zu sehen. Nach der Aufführung geben die Murdochs eine Party bei sich zu Hause. Naomi wickelt die Schüler um den Finger, und die Gefühle zwischen ihr und Henry flammen wieder auf. Naomi hatte geplant, den späten Zug zu nehmen, verpasst ihn aber, weil Lily heimlich die Zeiger ihrer Uhr zurückstellt. Lily lädt Naomi zu ihrer Abschlussfeier ein, und Henry stimmt ihr zu. Draußen wartet Dutch vergeblich auf Naomi. Am nächsten Morgen unternimmt Naomi einen Ausritt mit Joyce und Russ Underwood (Richard Long), Joyces Verlobtem. Sie halten an einem See, wo Naomi und Dutch sich früher regelmäßig heimlich trafen. Joyce und Russ reiten ohne Naomi weiter. Dutch spricht Naomi an, da er glaubt, sie habe sie absichtlich weggeschickt, um sich mit ihm zu treffen. Überrascht, ihn zu sehen, weist Naomi ihn ab und erklärt ihm, dass sie die Affäre nicht wieder aufnehmen wolle, da dies einen Skandal für ihre Familie bedeuten würde. Er lässt sich nicht beirren und sagt, er erwarte ein Treffen mit Naomi, bevor sie am nächsten Tag abreist....








Der Film dauert nur 80 Minuten. Herausragend sind die Darstellerleistungen - allen voran natürlich Barbara Stanwyk in einer ihrer besten Rolle. Sie spielt wie sie selbst sagt "eine Frau ohne Prinzipien" und das Drehbuch ist interessant aufgebaut, weil die Familie unterschiedlich auf die Heimkehrerin reagiert, die jedoch bald wieder ihre Heimatstadt verlassen möchte.  Douglas Sirk drehte ursprünglich ein düstereres, traurigeres Ende, doch Produzent Ross Hunter ersetzte es durch ein glücklicheres. Die Stanwyk spielte für eine kleine Gage, weil Sie den Film unbedingt machen wollte. An den Kinokassen kam ein Umsatz von 2 Millionen Dollar zustande. 








Bewertung: 9 von 10 Punkten. 

Der Mann aus Philadelphia










Regie: Vincent Sherman

Gesellschaftlicher Aufstieg...

In den späten 50er Jahren hatten Filme wie "Peyton Place" (deutscher Titel: Glut unter der Asche) im Kino Hochkonjunktur.  Mit den für die damalige Zeit offenen Schilderungen von gesellschaftlichen Tabuthemen wie Ehebruch, häuslicher Gewalt, sexuellem Missbrauch von Minderjährigen, unehelicher Schwangerschaft, Abtreibung, Trunksucht und Bigotterie trug Mark Robsons Film mit zum raschen Ende des Production Code am Ende der 50er Jahre bei. Das Publikum wollte mehr von diesen dramatischen Melodramen.  Vincent Shermans "Der Mann von Philadelphia" aus dem Jahr 1959 kann man zu den vielen filmischen Verwandten zählen, die danach gedreht wurden. In dem Film, der auf dem Roman "The Philadelphian" von Richard Powell basiert, geht es um den Wunsch zu einer höheren Klassengesellschaft anzugehören. Es geht auch um Bewahrung von Tradition und um Erneuerung durch eine neue Generation.  Es ist 1924. Die frisch verheiratete Kate Judson Lawrence (Diane Brewster) ist verzweifelt, als sie in ihrer Hochzeitsnacht erfährt, dass ihr aus der Oberschicht Philadelphias stammender Ehemann William (Adam West) sie nie wirklich heiraten wollte. Er sagt: „Es war meine Mutter, die diese Ehe wollte, um einen Enkel zu bekommen. Aber ich kann dich nicht lieben, Kate, ich kann niemanden lieben“, vermutlich aufgrund seiner unerkannten Homosexualität. Nachdem William sie in dieser Nacht verlassen hat, sucht sie Trost bei ihrem langjährigen Freund aus der Arbeiterklasse und ehemaligen Geliebten Mike Flanagan (Brian Keith). Am nächsten Tag erfährt Kate, dass William bei einem Autounfall offenbar Selbstmord begangen hat. Neun Monate später bringt Kate einen Sohn zur Welt, Anthony Judson „Tony“ Lawrence. Sie erhält Besuch von Williams Mutter, die erfahren hat, dass Flanagan Tonys Vater ist. Sie bietet Kate Geld an, wenn sie ihren Sohn nicht als Lawrence erzieht, doch Kate lehnt ab und wird daraufhin vom Familienvermögen ausgeschlossen. Jahre später ist Tony (Paul Newman) ein intelligenter und ehrgeiziger Student der Princeton University, der sich sein Studium als Bauarbeiter für Flanagan finanziert und Anwalt werden will. Eines Tages begegnet er der Society-Lady Joan Dickinson (Barbara Rush), als diese einen leichten Autounfall hat. Die beiden verlieben sich, obwohl Joan in ihrem gehobenen Freundeskreis fast überall mit dem Millionär Carter Henry (Anthony Eisley) verheiratet sein soll. Ihr gemeinsamer Freund Chester „Chet“ Gwynn (Robert Vaughn) warnt sie davor, sich vom gesellschaftlichen Druck von ihrem Geliebten trennen zu lassen, wie es bei ihm der Fall war. Sie beschließen, durchzubrennen. Joans Vater Gilbert Dickinson (John Williams) überredet Tony jedoch, die Hochzeit zu verschieben, indem er ihm wertvolle Karriereberatung und eine Stelle in der hoch angesehenen Anwaltskanzlei anbietet, in der er Partner ist. Joan, die glaubt, Tony habe sich bestechen lassen, reist enttäuscht nach Europa. Als Carter ihr folgt, heiratet sie ihn. Verzweifelt und wütend erkennt Tony, dass Joans Vater sie in eine andere reiche Familie einheiraten wollte und ihm seine Karrierehilfe nur angeboten hatte, um die Ehe zu zerstören. Daraufhin konzentriert sich Tony darauf, gesellschaftlich aufzusteigen und die Spielregeln der Reichen zu erlernen. Sein Kommilitone Louis Donetti (Paul Picerni) erzählt Tony von einer großartigen Gelegenheit: Er soll John Marshall Wharton (Otto Kruger) beim Schreiben eines juristischen Lehrbuchs unterstützen. Tony lernt Whartons viel jüngere Frau Carol (Alexis Smith) kennen und schnappt seinem Kommilitonen die Stelle weg. Er lebt und arbeitet in Whartons Villa und beeindruckt seinen Arbeitgeber mit seinem Fachwissen. Carol fühlt sich zu ihm hingezogen. Eines Nachts sucht sie ihn in seinem Schlafzimmer auf, doch er entschärft die heikle Situation geschickt, indem er ihr vorschlägt, sich von ihrem Mann scheiden zu lassen und ihn zu heiraten – wohl wissend, dass sie dazu nicht bereit sein wird. Wharton bietet Tony eine Stelle in seiner renommierten Kanzlei an. Tony nimmt an und beschließt, sich auf das relativ neue Gebiet des Steuerrechts zu spezialisieren, wo es bessere Aufstiegschancen gibt. Als der Koreakrieg ausbricht und seine Karriere unterbricht, dient Tony als JAG-Offizier. Andere haben weniger Glück. Chet Gwynn verliert im Kampf einen Arm, und Carter Henry fällt, wodurch Joan zur Witwe wird. Nach seiner Heimkehr hat Tony unerwarteten Glücksfall. Da er über die Weihnachtsfeiertage arbeiten muss, steht er der steinreichen Mrs. J. Arthur Allen (Billie Burke) zur Verfügung, die ihr Testament für ihren Hund ändern lassen möchte. Mit seinem Fachwissen zeigt er ihr, wie sie Steuern sparen kann. Daraufhin ernennt Mrs. Allen Tony anstelle ihres langjährigen Anwalts Gilbert Dickinson zum Verwalter ihrer Finanzen. Tony beginnt auch, seine Beziehung zu Joan zu verbessern. Ein Erfolg jagt den nächsten, und Tony wird in der Elite Philadelphias bekannt und respektiert. Eines Nachts wird Tony zur Polizeiwache gerufen, um seinen verwahrlosten, betrunkenen Freund Chet abzuholen. Donetti (mittlerweile Staatsanwalt) lässt Chet festnehmen und wegen Mordes ersten Grades an Morton Stearnes (Robert Douglas), Chets Onkel und geizigen Verwalter seines Erbes, anklagen. Chet besteht darauf, dass Tony ihn verteidigt, da er befürchtet, seine Verwandten, insbesondere Familienoberhaupt Dr. Shippen Stearnes (Frank Conroy), seien mehr daran interessiert, einen Skandal zu vermeiden, als seine Unschuld zu beweisen. Obwohl Tony keinerlei Erfahrung im Strafrecht hat, willigt er widerwillig ein....









Kameramann Harry Stradling wurde mit einer Oscarnominierung belohnt. Auch Howard Shoup bekam eine Nominierung für die besten Kostüme. Die Schauspieler sind alle sehr glaubwürdig, aber lediglich Robert Vaughn schaffte es eine dritte Nominierung zu erhalten. In dem Hochglanzmelodram findet sich alles von Sex, Mord, Trunkenheit, Heuchelei und Doppelbödigkeit. Nach seinen Erfolgen mit "Die Hölle ist in mir", "Katze auf dem heißen Blechdach", "Der lange heiße Sommer" und "Einer muss dran glauben" war dieser Film ein weiterer Erfolg zu seinem Status als Superfilmstar. Insgesamt wurde Newman zehnmal für einen Oscar nominiert, aber erst beim achten Anlauf im Jahr 1987 klappte es mit seiner Rolle als Fast Eddie Felson in Scorseses "Die Farbe des Geldes". Ein Jahr zuvor erhielt er bereits einen Ehrenoscar für sein Lebenswerk. 









Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.