Regie: Helmut Ashley
Ein Fall für Pater Brown...
Für seine Hauptrolle in Helmut Ashleys Kriminalkomödie "Das schwarze Schaf" aus dem Jahr 1960 erhielt Heinz Rühmann das Filmband in Gold als bester Darsteller. Insgesamt verfolgten 3,75 Millionen Zuschauer im Kino das Abenteuer des Pater Brown nach den Motiven der Geschichten von Gilbert Keith Chesteron. Der Kirchenmann spielt zum Leidwesen seines Bischofs (Friedrich Domin) und sehr zum Leidwesen der der Polizei allzu gerne Detektiv. So gesehen ein naher Verwandter zu Agatha Christies "Miss Marple", die kurze Zeit später in der herrlichen Darstellung von Margaret Rutherford ebenfalls zum Kinostar wurde. 1960 war ein überaus erfolgreiches Kinojahr für Heinz Rühmann, der mit "Der brave Soldat Schwejk" von Axel von Ambesser" (über 10 Mio. verkaufte Kinokarten) und "Der Jugendrichter" von Paul Verhoeven (ca. 4,7 Millionen Kinokarten) noch mehr Zuschauer als mit "Das schwarze Schaf" hatte.In dem temporeichen und unterhaltsamen geht es um zwei Kriminalfälle. Der erste ereignet sich während der Sonntagsmesse vor der Kirche. Dort liegt ein Toter, der im Ort nicht gerade beliebt war. Polizeiinspektor Graven (Herbert Thiede), der nicht mal halb soviel kriminalistischen Spürsinn wie der Pater hat, findet sehr schnell heraus wer als Mörder in Frage kommt. Doch er liegt falsch. Pater Brown ist auf der richtigen Spur und kann sogar den wahren Täter dazu bringen, dass er sich der Polizei stellt. Am Tag darauf steht alles groß und breit in den Zeitungen. Daher wird er vom Bischof zwar gelobt, aber dennoch strafversetzt. Er wird von seiner mürrischen Haushälterin Mrs. Smith (Lina Carstens) begleitet. Dort eingetroffen macht er sich auf die Suche nach Geldgebern für eine neue Kirche. Der verarmte Lord Kingsley (Fritz Rasp) schenkt ihm einige Aktien, doch Bankier Conelly (Hans Leibelt) muss Pater Brown mitteilen, dass diese Papiere völlig wertlos sind. Kurz darauf wird Conelly ermordet, während er eine Fernsehübertragung eines Fußballspiels im Hotel von Pater Browns altem Freund Flambeau verfolgt. Der – aufgrund seines Scheiterns am eingangs von Pater Brown gelösten Fall – ebenfalls nach Bray strafversetzte Inspektor Graven ist ratlos. Wenig später werden Pater Browns Aktien gestohlen und er erfährt durch seine Haushälterin, die den Diebstahl durchs Schlüsselloch beobachtet hat, dass Lord Kingsley der Dieb ist. Dieser verkauft einem plötzlichen Interessenten das Aktienpaket und bald wird klar, dass die Aktien plötzlich in die Höhe geschossen sind. Damit muss der unbekannte Käufer vielleicht auch der Mörder von Conelly sein. Kurz vor dem Mord an Conelly ist die Theatergruppe um den Schauspieler Emilio Scarletti (Karl Schönböck) in das Hotel von Pater Browns Freund Flambeau (Siegfried Lowitz) abgestiegen...
Eine echte Paraderolle für Heinz Rühmann, der hier zur Höchstform aufläuft. Das Drehbuch ist schlüssig und auch in den Nebenrollen glänzen die Darsteller. Aufgrund des großen Erfolgs wurde mit "Er kanns nicht lassen" sehr bald ein Nachschlag gedreht. Der österreichische Filmemacher Helmut Ashley (1919 bis 2021) war zunächst angesehener Kameramann. Es war Heinz Rühmann selbst, der Ashley als Regisseur für den Pater Brown Film vorschlug. Helmut Ashleys Nachfolgefilm "Mörderspiel" ist genauso gut gelungen. Danach überzeugten auch seine Inszenierungen des Wallace Films "Das Rätsel der roten Orchidee" sowie "Die Rechnung eiskalt serviert".
Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.








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