Regie: Jürgen Roland
Bankraub in Hamburg...
"Vier Schlüssel" ist ein spannender Kriminalfilm von Jürgen Roland, der von 1958 bis 1968 Regie in der TV-Kriminalserie "Stahlnetz" führte und die bei den deutschen Zuschauern sehr beliebt war. Die semidokumentarische Form beeindruckte sehr und die Serie wurde zu einem Straßenfeger. Ähnlich beliebt war auch die Krimi Rate Serie "Dem Täter auf der Spur", in diesem Format mussten prominente Gäste versuchen bei dem vorgestellten Kriminalfall den Täter zu ermitteln. Zu seinen sehr erfolgreichen Kinofilmen gehörten die beiden Edgar Wallace Filme "Der rote Kreis" und "Der grüne Bogenschütze". Mit über 3 Millionen verkaufter Kinokarten war "Polizeirevier Davidswache" aus dem Jahr 1964 sein erfolgreichster Kinohit. "Vier Schlüssel" kam immerhin auf 1 Million Zuschauer. Der Film wurde in Schwarzweiß gedreht. Er entstand nach der Romanvorlage von Max Pierre Schaeffer. Dieser hatte die Idee zu dieser Geschichte nach einem wirklichen Fall in der Schweiz. Zu jener Zeit war es bei Banken üblich, dass sich ein Tresor nur mit vier Schlüsseln öffnen ließ. Jeder dieser Schlüssel wurde einer Vertrauensperson gegeben. So sollte vermieden werden, dass man den Tresor öffnen kann, wenn man nur eine Person in seine Gewalt bringt. Eine Bande überwältigte in Zürich den Bankier einer Bank und zwang ihn, alle Schlüsselträger zu sich nach Hause zu rufen. Einer der Schlüsselträger schöpfte Verdacht und kam mit einem Detektiv. Die Bande floh daraufhin mit dem Bankier und erschoss diesen während der Flucht. Max Pierre Schaeffer überlegte sich, wie die Sache abgelaufen wäre, wenn die Täter intelligenter gewesen wären. In dem Film geht es außerdem darum, wie sich Personen verhalten, wenn sie mit der Waffe bedroht werden. Bankdirektor Ernst Rose (Walter Rilla), Inhaber der Hamburger Bank Traven & Co., wird früher als erwartet zum Flughafen gebeten, um seine Tochter Silvia (Monika Peitsch) abzuholen, die mit Vaters Prokuristen Rolf Thilo (Hellmuth Lange) verlobt ist. An diesem Tag werden 3,5 Millionen DM im Tresor der Bank eingelagert. Als der Vater am Flughafen ankommt, ist er überrascht, dass ihn nicht seine Tochter, sondern eine Freundin namens Franzisca (Silvana Sansoni) auf ihn wartet. Die teilt ihm mit, dass sie von Silvia übers Wochenende eingeladen wurde und Silvia erst mit dem nächsten Flieger kommen wird. Ernst Rose merkt zu spät, dass er in eine Falle gelaufen ist. Er wird in seiner Villa von Entführern (Günther Ungeheuer als der Kopf der Bande und neben ihm und Silvana Sansoni spielen Horst Michael Neutze, Gerhard Hartig, Horst Hesslein, Jürgen Draeger die Mitglieder der Gang) überwältigt und gezwungen alles zu tun, damit die vier Schlüssel in den Besitz der Bande kommen. Die Bande um Alexander Ford will am Wochenende diese dreieinhalb Millionen aus dem Banktresor rauben. Doch dazu sind die Schlüsselträger (Hellmuth Lange, Hanns Lothar, Ida Krottendorf, Paul Edwin Roth) notwendig...
In wichtigen Schlüsselrollen sind Joseph Offenbach und Ellen Schwiers zu sehen. Jürgen Roland hat seinen Film sehr straff inszeniert, es gibt keine Längen und die Geschichte der vier Schlüsselträger sind sehr einfallsreich gestaltet. Dass der Coup doch nicht so reibungslos funktioniert wie der überhebliche Gangster liegt auch an zwei Schlüsselträgern und am Ende an einem alten Wachmann, die alle drei fernab jeder Vernunft sich quer stellen. Mit katastrophalem Ausgang für die beiden - der Abend produziert mehrere Todesopfer und die Gangster geraten zunehmend in Zeitdruck. Das Ende wirkt vielleicht zu theatralisch und aufgesetzt, also auch wenig logisch. Denn wer opfert schon gerne das Leben, da die Bank ja die gestohlene Summe von der Versicherung ersetzt bekommt. Aber so kommt der damals sehr beliebte, leider heute fast vergessene Hanns Lothar zu einer effektiven Sterbeszene. Sehr gerne hat Jürgen Roland auch tagesaktuelle Ereignisse (hier aus dem September 1965) dokumentarisch mit in die Geschichte verwoben, deshalb zeigt er die Ankunft der Rolling Stones auf dem Flughafen Hamburg sowie den Wahlkampf der Bundestagswahl 1965.
Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.







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