Sonntag, 9. August 2026

Vier Schlüssel















Regie: Jürgen Roland

Bankraub in Hamburg...

"Vier Schlüssel" ist ein spannender Kriminalfilm von Jürgen Roland, der von 1958 bis 1968 Regie in der TV-Kriminalserie "Stahlnetz" führte und die bei den deutschen Zuschauern sehr beliebt war. Die semidokumentarische Form beeindruckte sehr und die Serie wurde zu einem Straßenfeger. Ähnlich beliebt war auch die Krimi Rate Serie "Dem Täter auf der Spur", in diesem Format mussten prominente Gäste versuchen bei dem vorgestellten Kriminalfall den Täter zu ermitteln. Zu seinen sehr erfolgreichen Kinofilmen gehörten die beiden Edgar Wallace Filme "Der rote Kreis" und "Der grüne Bogenschütze". Mit über 3 Millionen verkaufter Kinokarten war "Polizeirevier Davidswache" aus dem Jahr 1964 sein erfolgreichster Kinohit. "Vier Schlüssel" kam immerhin auf 1 Million Zuschauer.  Der Film wurde in Schwarzweiß gedreht. Er entstand nach der Romanvorlage von Max Pierre Schaeffer. Dieser hatte die Idee zu dieser Geschichte nach einem wirklichen Fall in der Schweiz. Zu jener Zeit war es bei Banken üblich, dass sich ein Tresor nur mit vier Schlüsseln öffnen ließ. Jeder dieser Schlüssel wurde einer Vertrauensperson gegeben. So sollte vermieden werden, dass man den Tresor öffnen kann, wenn man nur eine Person in seine Gewalt bringt. Eine Bande überwältigte in Zürich den Bankier einer Bank und zwang ihn, alle Schlüsselträger zu sich nach Hause zu rufen. Einer der Schlüsselträger schöpfte Verdacht und kam mit einem Detektiv. Die Bande floh daraufhin mit dem Bankier und erschoss diesen während der Flucht. Max Pierre Schaeffer überlegte sich, wie die Sache abgelaufen wäre, wenn die Täter intelligenter gewesen wären. In dem Film geht es außerdem darum, wie sich Personen verhalten, wenn sie mit der Waffe bedroht werden. Bankdirektor Ernst Rose (Walter Rilla), Inhaber der Hamburger Bank Traven & Co., wird früher als erwartet zum Flughafen gebeten, um seine Tochter Silvia (Monika Peitsch) abzuholen, die mit Vaters Prokuristen Rolf Thilo (Hellmuth Lange) verlobt ist. An diesem Tag werden 3,5 Millionen DM im Tresor der Bank eingelagert.  Als der Vater am Flughafen ankommt, ist er überrascht, dass ihn nicht seine Tochter, sondern eine Freundin namens Franzisca (Silvana Sansoni) auf ihn wartet. Die teilt ihm mit, dass sie von Silvia übers Wochenende eingeladen wurde und Silvia erst mit dem nächsten Flieger kommen wird. Ernst Rose merkt zu spät, dass er in eine Falle gelaufen ist. Er wird in seiner Villa von Entführern (Günther Ungeheuer als der Kopf der Bande und neben ihm und Silvana Sansoni spielen Horst Michael Neutze, Gerhard Hartig, Horst Hesslein, Jürgen Draeger die Mitglieder der Gang)  überwältigt und gezwungen alles zu tun, damit die vier Schlüssel in den Besitz der Bande kommen. Die Bande um Alexander Ford will am Wochenende diese dreieinhalb Millionen aus dem Banktresor rauben. Doch dazu sind die Schlüsselträger (Hellmuth Lange, Hanns Lothar, Ida Krottendorf, Paul Edwin Roth) notwendig...









In wichtigen Schlüsselrollen sind Joseph Offenbach und Ellen Schwiers zu sehen. Jürgen Roland hat seinen Film sehr straff inszeniert, es gibt keine Längen und die Geschichte der vier Schlüsselträger sind sehr einfallsreich gestaltet. Dass der Coup doch nicht so reibungslos funktioniert wie der überhebliche Gangster liegt auch an zwei Schlüsselträgern und am Ende an einem alten Wachmann, die alle drei fernab jeder Vernunft sich quer stellen. Mit katastrophalem Ausgang für die beiden - der Abend produziert mehrere Todesopfer und die Gangster geraten zunehmend in Zeitdruck. Das Ende wirkt vielleicht zu theatralisch und aufgesetzt, also auch wenig logisch. Denn wer opfert schon gerne das Leben, da die Bank ja die gestohlene Summe von der Versicherung ersetzt bekommt. Aber so kommt der damals sehr beliebte, leider heute fast vergessene Hanns Lothar zu einer effektiven Sterbeszene. Sehr gerne hat Jürgen Roland auch tagesaktuelle Ereignisse (hier aus dem September 1965) dokumentarisch mit in die Geschichte verwoben, deshalb zeigt er die Ankunft der Rolling Stones auf dem Flughafen Hamburg sowie den Wahlkampf der Bundestagswahl 1965.










Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.
 

Samstag, 8. August 2026

Jerry Cotton - Der Mörderclub von Brooklyn















Regie: Werner Jacobs

Der unbekannte Erpresser...

1967 kam mit "Mörderclub von Brooklyn" der erste Jerry Cotton in Farbe in die Kinos. Genau wie seine Vorgänger war auch Werner Jacobs Film sehr erfolgreich und es wurden mehr als 1,3 Millionen Zuschauer gezählt, die an einem weiteren Abenteuer des besten FBI-Mannes interessiert waren. George Nader hatte bereits in den 50er Jahren einige Erfolge, er wurde 1955 für seine Rolle in "Die Nacht der Rache" mit einem Golden Globe geehrt. Durch die Jerry Cotton Rolle wurde er in Europa zum Star, er bekam von der Jugendzeitschrift BRAVO jeweils einen Bronzenen und Silbernen Otto als bester Filmschauspieler. Nader war eng mit Rock Hudson befreundet, der 1985 an Aids starb und Nader ein größeres Vermögen hinterlassen haben soll. Er lebt bis zu seinem Tod mit seinem Lebenspartner Mark Miller, mit dem er seit 1951 beffreundet war auf der Hawaii Insel Maui oder auf seinem Anwesen in Palm Springs. Hollywood Insider führen Naders Erfolglosigkeit in den USA unter anderem auf sein früh gemachtes Coming out zurück.  Der New Yorker Bankier Dyers (Karl Stepanek) veranstaltet eine Party, zu der er auch die FBI Männer Jerry Cotton (George Nader) und Phil Decker (Heinz Weiss) eingeladen hat - er erzählt den beiden, dass er und seine Freunde Mr. Johnson (Helmuth Rudolph) und Mr. Cormick (Rudi Schmitt) Drohbriefe erhalten haben. Die unbekannten Erpresser fordern von jedem eine Million Dollar - bei Nichtzahlung werden die Kinder der Millionnäre entführt und getötet. Damit sind Jean Dyers (Dagmar Lassander), Bryan Dyers (Helmut Förnbacher), Burnie Johnson (Helmut Kircher) und Edna Cornick (Helga Anders) in großer Gefahr.  Tatsächlich erscheinen auf der Feier bewaffnete Gangster und überfallen die Anwesenden. Durch ein Missverständnis wird statt Jean, der Tochter von Dyers, jedoch deren Freundin Sally Chester (Ira Hagen) entführt. Als die Verbrecher ihren Irrtum bemerken, wird das junge Mädchen kaltblütig ermordet. Obwohl Decker und Cotton die besten Männer vom Department vor der Villa Dyers postieren, gelingt es den Gangstern auch Dyers Tochter Jean auf mysteriöse Weise Opfer der skrupellosen Bande. Auch sie wird ermordet....










Eine Entführerbande hat sich darauf spezialisiert, die Kinder von Spitzenmanagern zu entführen. Jerry Cotton hat den Auftrag, die Kinder zu retten und die Gangster festzunehmen. Seine ersten Versuche schlagen fehl: Eines der entführten Kinder kommt ums Leben, und anschließend wird Jerrys Kollege Phil als Geisel genommen. Bevor Jerry Erfolg hat, muss er aufdecken, dass die Kriminellen einen geheimen Komplizen in den eigenen Reihen haben. Auch wenn die schwarz weiß Filme des FBI Mannes einen besonderen Reiz ausmachten, so war es an der Zeit Jerrys Fälle in Farbe zu präsentieren. Die Aufnahmen der New yorker Impressionen sind so geschickt platziert, dass man tatsächlich das Gefühl hat der Film käme aus den USA. Zudem ist die Geschichte von Werner Jacobs sehr spannend inszeniert, auch wenn gewissen Ungereimtheiten durch die rasante Machart verdeckt werden. Werner Jacobs hat in den 50er Jahren bis in die frühern 70er Jahre sehr viele erfolgreiche Kinokassenhits gedreht. In seiner Filmographie sind Erfolge wie "Der Bettelstudent", "Im weißen Rössl", "Mariandl", "Freddy und das Lied der Südsee", "Der Musterknabe", "Heimweh nach St. Pauli", "Hilfe meine Braut klaut", "Heidi", "Onkel Filser", "Die Lümmel von der ersten Bank", "Heintje - Ein Herz geht auf Reisen", "Unser Willi ist der Beste", "Alter Kahn und junge Liebe" und "Das fliegende Klassenzimmer" zu finden.






Bewertung: 7,5 von 10 Punkten. 

Tim Frazer jagt den geheimnisvollen Mr. X















Regie: Ernst Hofbauer

Der Killer von Antwerpen...

"Tim Frazer jagt den geheimnisvollen Mr. X" des österreichischen Regisseurs Ernst Hofbauer startete im Jahr 1964 im Kino und war einer dieser zahlreichen Edgar Wallace Epigonen, die auf ein ähnliches großes Kinopublikum hofften. Dies gelang nicht im vollen Umfang, denn der Film landete mit einer Besucherzahl von 654.000 nicht unter den erfolgreichsten 100 Filmen des Jahres. Die Figur des Starpolizisten Tim Frazer wurde von Francis Durbridge übernommen, dessen Romane in den 60s vor allem durch die erfolgreichen Fernsehfilme damals zu regelrechten "Straßenfegern" wurden. Dazu zählten die Mehrteiler "Das Halstuch", "Die Schlüssel", "Melissa", "Wie ein Blitz" oder "Das Messer". Im Kino zog der Name Durbridge nicht in diesem hohen Maße. In Begleitung seiner Verlobten Janine (Corny Collins) trifft der renommierte Polizist Tim Frazer (Adrian Hoven) am Flughafen Antwerpen ein. Ein Mord ist geschehen  : Ein Mann wurde von hinten erstochen. Das Opfer, ein Hafenarbeiter, gehört zu einer unheimlichen Mordserie. Der belgische Inspektor Stoffels (Paul Löwinger) bittet Frazer um Unterstützung bei den Ermittlungen. Zwischen den Morden liegen jeweils zehn Tage. Offenbar stammen alle Opfer von einem Schiff, das gerade erst im Hafen eingelaufen ist. Eine erste Spur führt zu Jack van Druten (Sieghardt Rupp), einem berüchtigten Betrüger. Seine Fingerabdrücke wurden auf der Tatwaffe gefunden. Doch er hat ein Alibi. Frazer findet heraus, dass alle Opfer kürzlich eine größere Summe Geld erhalten hatten – zweifellos Erlöse aus dem Marihuana-Handel.Lode van Dijk (Ady Berber), der Bruder des letzten Opfers, bietet sich der Polizei als Lockvogel an. Bei einem Besuch am Tatort wird Frazer Ziel eines Mordanschlags durch einen Kleinkriminellen. Der Engländer überwältigt ihn. Bevor der Gangster Informationen über seinen Klienten preisgeben kann, wird er von einem Unbekannten aus der Ferne erschossen. Nach dem gescheiterten Versuch, Lode als Lockvogel einzusetzen, besuchen Stoffels und Frazer zwei Bars. Doch die Besitzerinnen der Bars Farida (Ellen Schwiers) und Rosalie (Mady Rahl) sind keine große Hilfe. Auch ein Gespräch mit dem Konsul von Anatolien (Marcel Hendrickx), dem Herkunftsland der Drogen, bringt nichts ein. Stoffels observiert die Bar von Rosalie, während Tim Frazer die Bar von Farida näher beleuchtet. Während Frazer in Bar ist, wird der Konsul ermordet. Frazer beschließt, seine Freundin Janine mit in Rosalies Pub zu nehmen, um dort Informationen zu erhalten. Unterdessen befestigt ein großer Mann mit Sonnenbrille, der Frazers Ankunft am Flughafen beobachtet hatte, einen Sprengsatz an seinem Mietwagen. Dank einer versteckten Warnung in der Zeitung entkommt Frazer dem Anschlag, indem er die Bombe ablenkt. Als Janine Frazer wichtige Informationen mitteilen will, wird sie bewusstlos geschlagen. Unterdessen folgt Lode van Dijk Rosalies Begleiter Jeroom (Hector Cammerlynck) von der Bar in Richtung Hafen, wird aber von Hafenarbeitern am Betreten gehindert. Als Lode ihnen erzählt, dass Jeroom der Mann ist, nach dem sie seit Monaten suchen, helfen sie ihm. Doch Jeroom, der eine Waffe in der Hand hält, stürzt von einer Brücke. Wenig später wird Rosalie tot in ihrer Bar aufgefunden...





Die Hafenatmosphäre ist sehr gut gelungen und die Figur des Tim Frazer wurde zwar nur von Durbridge übernommen, doch die Geschichte basiert nicht auf einer Vorlage des berühmten britischen Autors. Bebe Suong sind den Song "J´ai peche". Nachtbars, Massenmorde, neblige Hafenstücke, Schießereien und Verfolgungsjagden passen eindeutig zur damals so populären Edgar-Wallace-Reihe. Von 1964 bis 1983 war Regisseur Hofbauer in mehr als 30 Filmen als Regisseur tätig. Er begann mit Krimis und Abenteuerfilmen, doch ab 1970 ist der weitaus größte Teil seiner Filme dem ErotikGenre zuzuordnen, wie z.B. Schülmädchen- oder Hausfrauenreport. Sehr überzeugend ist Paul Löwinger als Mit-Ermittler für Tim Frazer. 




Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

Die schwarze Kobra















Regie: Rudolf Zehetgruber

Der Fernlastfahrer und die Gangster...

Der österreichische Regisseur Rudolf Zehetgruber hat in den 60er Jahren einige Edgar Wallace Epigonen wie beispielsweise "Die Nylonschlinge", "Piccadilly Null Uhr Zwölf", "Das Wirtshaus von Dartmoor", "Das Geheimnis der chinesischen Nelke" und "Die schwarze Kobra" inszeniert und auch das Drehbuch mitgeschrieben. Diese Filme waren im Kino nicht ganz so erfolgreich wie die Vorbilder, aber sie hatten ebenfalls recht ansehnliche Zuschauerzahlen aufzuweisen. "Die schwarze Kobra" aus dem Jahr 1964 verzeichnete damals mehr als 1,2 Millionen Kinogänger. Lkw-Fahrer Peter Karner (Adrian Hoven) entkommt nur knapp einem Mordanschlag. Er entdeckt, dass er statt Waschmittel Kokain für den skrupellosen Drogenhändler Manuzzo (Raoul Retzer) transportiert hat. Dramatische Szenen spielen sich auf dem Highway ab, denn eine zweite Gangsterbande ist hinter den Drogen her. Daher wird Manuzzo von seinen Konkurrenten erschossen. Karner kann im letzten Moment fliehen und versteckt sich mit seiner Freundin Alexa (Ann Smyrner) , die im Restaurant Zur Kobra arbeitet. Doch anstatt zur Polizei zu gehen, schläft Karner zuerst mal aus und entscheidet dann aufgrund von dem Drängen seiner etwas intelligenteren Freundin doch den Weg ins Präsidium zu gehen.  Während Kommissar Langhammer (Paul Dahlke), Kriminalassistent Dralle (Peter Vogel) und Inspektor Knecht (Hans Richter) offiziell ermitteln, beschließt Karner aber doch - abseits jeder Vernunft - den Schmugglerring und seinen Komplizen, einen gewissen Mr. Green, auf eigene Faust zu entlarven. Alle Spuren führen zur Paradise Bar, dem Treffpunkt zahlreicher zwielichtiger Gestalten und Verdächtiger. Karner schwebt in Lebensgefahr. Zum Glück hat er mit Tierpfleger Punkti (Ady Berber) einen starken und treuen Freund, der ihm einige Male aus der Patsche hilft. Doch dann wird Alexa von den Kriminellen entführt. Im letzten Moment werden die Verbrecher überwältigt, und ein gewisser Mr. Wunderlich (Günther Meisner) entpuppt sich als Mr. Green, dem Chef des Ganzen. Aber zuerst müssen sich die Konkurrenten Paola Manuzzo (Marianne Schönauer), Stanislas Raskin (Wolfgang Preiss)  und Freddy (Emmrich Schrenk) gegenseitig aus dem Verkehr ziehen. Auf seiner Flucht durch einen Schrottplatz stürzt der Obergangster in eine Presse und kommt dabei ums Leben...






Rudolf Zehetgrubers Stil wirkt gerade im Vergleich zur Konkurrenz grobschlächtiger und hin und wieder auch viel zu ungeduldig, was sich insbesondere im wichtigen Feld der Spannung zeigt. Diese kann somit oft nicht aufrecht erhalten werden oder entsteht erst gar nicht in ausreichendem Maß. So kommt es zu diversen Problemen in diesem Feld, sodass die Geschichte unterm Strich nicht besonders ausgefeilt wirkt und Potenzial liegen lässt. Ohne Zweifel kann der Verlauf mit interessanten Einfällen (das ungleiche Ermittler-Trio) punkten, allerdings schwächelt der Plot um den angebotenen Drogenhandel manchmal. Besonders gegen Ende wird es etwas chaotisch.  






Bewertung: 6,5 von 10 Punkten.