Montag, 3. August 2026

Jerry Cotton - Die Rechnung eiskalt serviert















Regie: Helmut Ashley

Konkurrierende Gangsterbanden...

Bei dem 1966 von Helmut Ashley inszenierten Krimi "Die Rechnung eiskalt serviert" handelt es sich um den vierten und letzten in Schwarzweiß gedrehten Beitrag der erfolgreichen Jerry Cotton-Reihe, der vielleicht am treffendsten als eine Art Übergangsfilm beschrieben ist, denn er erinnert inszenatorisch und handwerklich gesehen noch sehr stark an seine Vorgänger, grenzt sich aber auch schon ein bisschen von dieser herkömmlicher wirkenden Vorgehensweise ab - er bringt mehr Drive, obwohl er die Schlägerszenen mininiert hat. So erinnert er mehr an das, was im Farbfilmbereich noch auf das Publikum zukommen sollte, und die angebotenen Modifikationen kommen hier sehr gut an. Die Geschichte wird sehr klassisch erzählt und anschaulich präsentiert, bedient sich dabei eines kleinen Whodunit-Effekts, was innerhalb der Reihe und über die Jahre gesehen am besten ankommen konnte. Die Story befasst sich wie auch seine Vorgänger mit minutiöser Planung, Raub und Durchführung von waghalsigen Coups, außerdem mit einigen unbequemen Launen des Schicksals, welches von zahlreichen Gangstern befeuert und manipuliert wird. Natürlich inmitten des Geschehens der furchtlose Draufgänger Jerry Cotton, der sich beim Showdown an einen Hubschrauber hängt - George Nader performt ihn perfekt und mit Heinz Weiss und Richard Münch bildet das FBI Trio als eingespieltes Team. Doch diesmal begeht Jerry Cotton einen Fehler, so dass ihn sein Chef Mr. High (Richard Münch) zunächst mal zwangsbeurlauben muss. Und dies alles nur, weil Cotton die Schuld für eine risikoreiche Fahrt des Geldtransporters vom New Yorker Schatzamtes auf sich nahm. Dabei hatte John M. Clark (Walter Rilla), Chef des Schatzamtes, diese Fahrt entgegen Jerrys Rat befohlen. Um Clark vor einem Suizid zu bewahren, nahm Jerry die Schuld vor der Presse auf sich. Doch auch im Urlaub bleibt er nicht untätig. Aber die Bande des Gangsters Anderson (Horst Tappert) konnten 20 Millionen Dollar und zusätzlich Juwelen im Wert von 10 Millionen Dollar erfolgreich rauben. Es hat auch deshalb funktioniert weil sie die Hilfe des jungen Chemikers Tommy Wheeler (Christian Doermer) hatten. Immerhin kennt Jerry Tommys Freundin Violet (Yvonne Monlaur), eine Nachtclubsängerin und die sehr besorgt ist, weil sie ahnt, dass ihr junger Freund in Schwierigkeiten steckt. Eine zweite Bande beobachtet die Vorbereitungen zum Raub und so kommt Tommy noch vor der erfolgreichen Ausführung des Coups noch mehr in die Bredouille, denn diese beiden Hintermänner zwingen ihn, ein doppeltes Spiel zu treiben. Andersons Männer schöpfen Verdacht und so wird er von ihnen beobachtet, verfolgt, gejagt und kommt bei der Autoverfolgungjagd ums Leben. Noch ahnt seine Freundin nichts von seinem Tod, doch sie wird von Andersons Leuten entführt. Da Jerry ihr seine Nummer gab, ist er wieder im Spiel...








Die Gangster im Hintergrund werden von Ulrich Haupt und Rainer Brandt gespielt. Sie sind natürlich tödliche Konkurrenz zur anderen Bande, bei denen Horst Tappert - sonst bekannt als Oberinspektor Derrick aus der gleichnamigen ZDF-Fernsehserie - auch sehr glaubwürdig den Bösen spielen kann. Hammer-film Fans werden Yvonne Monlaur vielleicht noch aus dem wunderschönen Vampirfilm "Dracula und seine Bräute" von Terence Fisher kennen. Und Christian Droemer ist natürlich auch kein Unbekannter, er überzeugte bereits als Youngster in den 50er Jahre Teenager Filmen "Die Halbstarken" und "Die Frühreifen". Für den Film "Flucht nach Berlin" bekam er 1961 als bester Nachwuchsdarsteller das Filmband in Gold. Wahrscheinlich der beste schwarz-weiß jerry Cotton überhaupt. 







Bewertung:7,5 von 10 Punkten. 
 

Jerry Cotton - Um Null Uhr schnappt die Falle zu















Regie: Harald Phillipp

Nitroglyerin in New York...

Die Jerry Cotton Verfilmungen mit Hollywoodstar George Nader in der Hauptrolle waren in den 60er Jahren so erfolgreich, dass die Produzenten fast schon in Fließbandarbeit neue Folgen, neue Abenteuer in die Kinos brachten. Die beiden ersten Filme waren 1965 sehr erfolgreich und so kamen auch im Folgejahr gleich zwei Filme an den Start. Den Anfang im März 1966 machte "Um Null Uhr schnappt die Falle zu", die Fans mussten aber nur fünf Monate warten, bis "Die Rechnung eiskalt serviert" dem Publikum präsentiert wurde. "Um Null Uhr schnappt die Falle zu" hatte eine Besucherzahl von mehr als 1,3 Millionen, "Die Rechnung eiskalt serviert" toppte dieses gute Ergebnis mit 1,65 Millionen. Ein Lastwagen, der Nitroglyzerin transportiert, wird an einem Bergbaugebiet abgewiesen, nachdem sich dort ein Unfall ereignet hat. Zwei Kriminelle, Lew Hutton (Gert Günther Hoffmann) und Fat Krusky (Friedrich G. Beckhaus), warten in einem örtlichen Lokal darauf, den Wagen zu stehlen, da sie ihn für leer halten. Hutton hält an, weil der Lkw nur schwerfällig fährt; als sie die Kanister mit Nitroglyzerin entdecken, ergreift Krusky die Flucht. Später nutzt Hutton den Wagen in Manhattan für einen inszenierten Unfall, der als Ablenkungsmanöver für einen Juwelenraub dient, den seine Komplizin Maureen (Dominique Wilms) begeht. Die Polizei sperrt das Gebiet wegen der Warnhinweise am Lkw ab, doch als Dr. Smeat (Sigfrid Steiner), der Leiter des Chemieunternehmens, dem der Wagen gehört, eintrifft, stellen sie fest, dass die 20 Nitroglyzerin-Kanister entfernt wurden. Das NYPD beschließt, das FBI hinzuzuziehen. Jerry Cotton (George Nader) wird mit dem Fall betraut, schlägt jedoch seinem Vorgesetzten Mr. High (Richard Münch) vor, Phil Decker (Heinz Weiss) mit der Leitung der Ermittlungen zu beauftragen. Dr. Smeat erklärt ihnen, dass das Nitroglyzerin kühl gelagert werden muss und in Eis verpackt ist; es bleiben jedoch nur etwa 30 Stunden, bevor es instabil wird. Der Gangster Larry Link (Horst Frank) erfährt von dem Raub und lässt Krusky foltern, erhält jedoch keine Informationen. Maureen erscheint in Links Hauptquartier und bietet an, ihm gegen Bezahlung bei der Suche nach dem Nitroglyzerin zu helfen. Sie verrät Link, dass Hutton seine Informationen über den geplanten Überfall auf den Lkw von Dr. Smeats Sekretärin Ruth Warren (Monika Grimm) erhalten hat. Link schickt seine Handlanger zu Ruths Wohnung, um herauszufinden, wo sich Hutton versteckt hält. Cotton und Decker entdecken die Verbindung zwischen Warren und Hutton und suchen Warren auf. Sie finden sie in der Gewalt von Links Männern vor; es kommt zu einer Schlägerei. Nachdem sie befreit wurde, verrät Warren Cotton und Decker Huttons Aufenthaltsort: die Flipperhalle seiner Mutter.Cotton verspricht Hutton Schutz vor Link, wenn er die Kanister herausgibt. Hutton willigt ein, doch Link und seine Männer sind bereits am Versteck eingetroffen, und Cotton wird niedergeschlagen. Als Cotton wieder zu sich kommt, ist Hutton tot und Link im Besitz des Nitroglyzerins. Link informiert daraufhin das FBI, dass er eine Million Dollar für die Kanister verlangt; andernfalls werde er einen der Behälter irgendwo in Manhattan zur Explosion bringen. Er informiert eine Zeitung in New York über das fehlende Nitroglycerin, um Druck auf die Regierung auszuüben und das FBI bloßzustellen. Dies löst in Manhattan Panik aus...





Puh...das hört sich ja wie ein naher Verwandter von "Die hard" an und tatsächlich stecken in diesem 60er Jahre Streifen viele Elemente der neuen Generation von Actionreißern, wie sie auch das heutige Publikum kennt. Natürlich alles in schwarz-weiß, was die Atmosphäre an den eher dunkleren Orten von New York unterstreicht. In die Krimihandlung werden immer wieder solche Impressionen der Großstadt eingespeist, aber so gut, dass viele Zuschauer gar nicht merken, dass der Film hauptsächlich im Studio gedreht wurde. Mit Horst Frank ist ein perfekter Feind für den aufrichtigen und todesmutigen Jerry Cotton gefunden worden, der einmal mehr sein Leben ohne Zögern opfern würde, um die Katastrophe in Manhattan abzuwenden. Das Konzept hat sich bewährt, wer an den beiden ersten Filmen Spass hatte, der wird auch diesen dritten Teil unterhaltsam und spannend finden. 




Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

Samstag, 1. August 2026

Jerry Cotton - Schüsse aus dem Geigenkasten















Regie: Fritz Umgelter 

Der beste Mann vom FBI...

Fritz Umgelter (1922 bis 1981) führte lediglich bei insgesamt sechs Kinofilmen Regie. Der 1965 entstandene erste Jerry Cotton Krimi "Schüsse aus dem Geigenkasten" war sicherlich sein erfolgreichster Kinohit. Während diese Filmregiearbeiten von der Kritik nicht besonders beachtet wurden, wurden seine Regiearbeiten und Drehbücher für das Fernsehen, für das er über einhundert Arbeiten in unterschiedlichster Art in unterschiedlichen Genres ablieferte, gar als Fernsehereignisse wahrgenommen. Er war der Regisseur zahlreicher Tatort Folgen und drehte die viel beachteten Fernsehmehrteiler "So weit die Füße tragen", "Die merkwürdige Lebensgeschichte des Friedrich Freiherrn von der Trenck", "Die unfreiwilligen Reisen des Moritz August Benjowski", "Des Christoffel von Grimmelshausen abenteuerlicher Simplizissimus" und "Der Winterl, der ein Sommer war".  Zunächst war Rudolf Zehetgruber als Regisseur des Jerry Cotton Films vorgesehen, doch der stand nicht zur Verfügung - daher kam Fritz Umgelter zum Zug.  Eine Gruppe von Männern unter den Gangstern Christallo (Hans E. Schons)  und Dr. Kilbourne (Franz Rudnick) ermordet zwei Menschen - die Sängerin Vivian Bennett und Partner - in Pasadena und raubt anschließend eine große Menge Bargeld aus einem Tresor. Später treffen dieselben Männer bei einem abgelegenen Bauernhaus nahe Chicago ein, töten die Bewohner und holen einen Vorrat an (sehr leichten) Goldbarren ab. Da in beiden Fällen dieselbe Waffe verwendet wurde, übernimmt FBI-Direktor John High (Richard Münch) die Ermittlungen und beauftragt die Agenten Jerry Cotton (George Nader) und dessen Partner Phil Decker (Heinz Weiss) damit. High berichtet von Anrufen einer Frau namens Mary Springfield (Heidi Leupolt), die sich Sorgen machte, weil ihre Schwester (Sylvia Pascal) eine Beziehung mit einem Gangster eingegangen war. Die Bewegungen der Schwester decken sich mit den beiden Verbrechen, und High vermutet einen Zusammenhang. Cotton spürt Mary Springfield auf und beschattet sie. Unglücklicherweise wird sie von den Gangstern mit dem Auto überfahren; Cotton kann ihren Tod nicht verhindern. Kurz vor ihrem Ende gelingt es ihr jedoch, ihn auf den geplanten letzten Coup der Bande hinzuweisen und ihn zu einer Bowlingbahn nahe der Grand Central Station zu schicken. Da die Zeit drängt, überzeugt Cotton seinen Vorgesetzten High davon, dass sofort gehandelt werden muss. Noch am selben Abend sucht Cotton – getarnt als alkoholkranker Ex-Soldat namens Jimmy Logan – die Bowlingbahn auf und stellt fest, dass die Gangmitglieder (Robert Rathke als Latschek, Helmut Förnbacher als Percy, Henri Guegan als Sniff und Hans Waldherr als Babe) dort alle als Angestellte arbeiten. Er provoziert eine Schlägerei mit den Bandenmitgliedern und setzt sich durch, womit er deren Boss Christallo beeindruckt. Obwohl der nächste Tag für den letzten Coup vorgesehen ist, nimmt Christallo den als Logan getarnten FBI Agenten in die Bande auf. Währenddessen trifft Kilborne, der Kopf der Operation, letzte Vorbereitungen für den geplanten Raubüberfall. Die Bandenmitglieder misstrauen Cotton, doch es gelingt ihm, eine verschlüsselte Nachricht an Decker zu übermitteln. Dieser veranlasst daraufhin eine fingierte Meldung, wonach Logan (alias Cotton) wegen der von der Bande begangenen Verbrechen gesucht werde. Dies zerstreut Christallos Misstrauen; er beauftragt Cotton, Kitty – Marys Schwester – zum Flughafen zu fahren. Unterwegs offenbart er ihr, dass Mary von Christallos Männern ermordet wurde, woraufhin sie ihm verrät, wo die Bande als Nächstes zuschlagen will. Die Gangster bereiten eine Explosion in einer Schule vor, um von dem eigentlichen Raubüberfall abzulenken. Cotton und Kitty treffen an der Schule ein; während Kitty bei der Evakuierung der Kinder hilft, schafft Cotton die Bombe beiseite – wenngleich er eine kontrollierte Explosion nicht verhindern kann. Die Bande bricht in eine Nachbarwohnung ein, ermordet die Bewohner und stiehlt die dort vorgefundenen Wertsachen.Während die Kriminellen über die Dächer fliehen, nimmt Cotton die Verfolgung auf. ...







Der Film startete zur richtigen Zeit - wie die kultigen Edgar Wallace Filme, die zur gleichen Zeit für Spannung, Grusel und Mördersuche ein Millionenpublikum in die Kinos lockte, wurde auch ein smarter und draufgängerischer FBI Agent, der in düsterem schwarz weiß auf Gangsterjagd ging ein enormer Erfolg. Mit fast 3,8 Millionen Zuschauer landete "Schüsse aus dem Geigenkasten" auf Platz 10 der Kinojahrescharts 1965. George Nader wurde zum Star und daher ist es nicht verwunderlich, dass noch 7 Fortsetzungen gedreht wurden. Die Machart unterscheidet sich natürlich von den Wallace Filmen. Hier geht es straight zur Sache, für Humor bleibt da keine Zeit. Minutiös wird von der Vorbereitung eines Coups einer versierten Gangsterbande berichtet, die nun ins Visier des FBI geraten sind. Es sind zweifelsohne Könner, was die Durchführung von Einbrüchen betrifft - allerdings sind sie derart skrupellos, dass sie immer über Leichen gehen. George Nader gab Jerry Cotton endlich ein Gesicht. Er spielte nicht nur den berühmten FBI-Agenten im Kino, sein Gesicht erschien auch auf unzähligen Heftromanen, auf Cotton-Büchern und Hörspiel-Covern. Auch heute noch ist George Nader für die Leser Jerry Cotton. Die Story aus "Schüsse aus dem Geigenkasten" ist natürlich auch im Kino nicht neu. Filmkenner, insbesondere Film Noir Fans, werden sich sicherlich an "Straße ohne Namen" von William Keighley oder an "Sprung in den Tod" (Maschinenpistolen) von Raoul Walsh erinnern. Auch dort schleust sich ein FBI Agent in die Verbrecherbande ein. 









Bewertung: 7,5 von 10 Punkten. 

Jerry Cotton - Mordnacht in Manhattan















Regie: Harald Philipp

Der Augenzeuge...

Es verging nur ein halbes Jahr und nach dem Riesenerfolg von "Schüsse aus dem Geigenkasten" kam bereits das zweite Abenteuer des furchtlosen FBI Agenten Jerry Cotton in die Kinos. "Mordnacht in Manhattan" wurde natürlich ebenfalls ein Kinohit, den sich mehr als 2,1 Millionen Zuschauer nicht entgehen ließen. Regie führte Harald Philipp, der ein Jahr später für den Karl May Film "Der Ölprinz" ddie Goldene Leinwand erhielt. Philipps bekannteste Filme sind die Konsalik Verfilmungen "Strafbataillon 999" und "Division Brandenburg". Bei der Film kritik wurden seine Filme eher negativ bewertet, denn man bemängelte, dass in seinen Filmen trotz Sentimentalität und Brutalität die Spannung sehr oft auf der Strecke blieb. Man bescheinigte ihm zwar handwerkliche Routine, aber es fehlte irgendwie an Inspiration oder eine eigene Handschrift. Dennoch hat "Mordnacht in Manhattan" gute Momente. Das Konzept wurde beibehalten. New York Bilder, auch vor allem die in Hinterhöfen und dunklen Gassen spielen, werden hervorgehoben. Die Geschichte ist straight, ohne Schnörkel und bei "Jerry Cotton" handelt es sich um die kommerziell erfolgreichste deutschsprachige Serie von Kriminalromanen. Erfinder der Figur ist Delfried Kaufmann, die Gesamtauflage beträgt ca. 930 Millionen Exemplare. Die "Hundert Dollar Bande" um Alec Korsky (Daniel Dimitri) erpresst in der Metropole New York von kleinen Geschäftsleuten regelmäßig 100 Dollar Schutzgeld. Wer nicht bezahlt, dem geht es schlecht.  Pizzeriabesitzer Giuseppe (Dirk Dauzenberg) kann nicht bezahlen und wird erschossen, ehe er die Polizei benachrichtigen kann. Einziger Augenzeuge des Mordes ist der kleine neugierige Billy (Uwe Reichmeister) dessen Großvater (Walter Bluhm) ebenfalls von der Bande erpresst wird. Durch den Mord schaltet sich natürlich das FBI ein und so wird Jerry Cotton (George Nader) gemeinsam mit seinem Kollegen Phil Decker (Heinz Weiss) vom FBI Chef Mr. High (Richard Münch) mit diesem Fall betraut.  Das Leben des kleinen Billy schwebt in akuter Gefahr, denn er ist der einzige, der den Chef der Gangsterbande identifizieren kann. Jerry Cotton muss Billy beschützen und gleichzeitig die Verbrecher dingfest machen. Doch der clevere Unterweltboss versteht es, seine Spuren zu verwischen und erledigt vorsichtshalber alle lebenden V-Männer, die ihn verraten könnten. Einzige Chance für Cotton ist es, ihm mit Billy eine Falle zu stellen. Dabei hat der Junge ausgesagt, dass die Männer der "Hundert Dollar Bande", die Giuseppe mit Fäusten eingeschüchtert hatten, gar nicht den tödlichen Schuß abgegeben haben. Der Mörder war gar nicht in der Schlägerei verwickelt, sondern hat unbemerkt geschossen. Erst sehr spät führt die Spur zu dem Geschäftsmann Eriksen (Kurt Pieritz)...






"Mordnacht in Manhattan" ist stark an die amerikanischen Gangsterfilme angelehnt und schöpft daher auch aus dem Fundus früherer Filme. Der kleine Billy, der als Augenzeuge plötzlich in größter Lebensgefahr schwebt, erinnert auch an andere Kinderfiguren aus Filmen wie "Das unheimliche Fenster" von Ted Tetzlaff aus dem Jahr 1949. Dort muss der kleine Tommy Woodry (Bobby Driscoll) vor seinen Nachbarn fliehen, die einen Mord begangen haben. Auch Hayley Mills aus "Tiger Bay" kommt in den Sinn. Das Gesamtpaket ist zwar etwas oberflächlich, aber dennoch spannend inszeniert. Monika Grimm ist in der Rolle der Sally zu sehen und die Französin Silvie Solar spielt die Gangsterbraut Wilma de Loy, die spät auch Reue zeigt und mithilft den kleinen Jungen zu retten. Wie bereits in "Schüsse aus dem Geigenkasten" spiegelt der Musikscore den Zeitgeist der swinging 60s wider, ist aber aus heutiger Sicht eher zu heiter und temperamentvoll - er mininiert auch die eher düstere Stimmung. 






Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.