Mittwoch, 6. Mai 2026

Höchster Einsatz in Laredo















Regie: Fielder Cook

Das Pokerspiel des Jahres...

Der US-Regisseur Fielder Cook (1923 bis 2003) arbeitete mehr für das Fernsehen, er wurde auch mehrfach mit einem Emmy ausgezeichnet. Doch im Laufe seiner Karriere drehte er auch einige Kinofilme. Die bekanntesten davon sind "Zärtlich schnappt die Falle zu" und "Höchster Einsatz in Laredo".  "A Big Hand for the Little Lady“ ist der Originaltitel von "Höchster Einsatz in Laredo", der von der Eden Productions Inc. produziert und von Warner Brothers Picture vertrieben wurde.  Im Wilden Westen treffen sich die fünf reichsten Männer des Territoriums in Laredo zu ihrem alljährlichen Pokerturnier mit hohen Einsätzen. Die High Roller lassen sich von nichts von ihrem jährlichen Showdown abhalten. Als Bestatter Tropp (Charles Bickford) sie in seinem Pferdewagen abholt, zwingt Viehzüchter Henry Drummond (Jason Robards) die Verschiebung der Hochzeit seiner Tochter, während Anwalt Otto Habershaw (Kevin McCarthy) in einem Prozess, in dem das Leben seines Mandanten auf dem Spiel steht, seine Schlussplädoyers abbricht. Wilcox (Robert Middleton) und Buford (John Qualen) gesellen sich im Hinterzimmer von Sams (Sam Kenny) Saloon zu ihnen, während sich draußen Schaulustige versammeln, um gelegentlich Neuigkeiten zu erfahren. Der Siedler Meredith (Henry Fonda), seine Frau Mary (Joanne Woodward) und ihr kleiner Sohn Jackie (Gerald Michenaud) sind auf der Durchreise, auf dem Weg zum Kauf einer Farm in der Nähe von San Antonio, als ein Rad an ihrem Wagen bricht. Sie warten bei Sam, während der örtliche Schmied es repariert. Meredith, ein genesender Spieler, erfährt von dem großen Spiel und fragt Habershaw, ob er zusehen darf. Geblendet von Marys Aussehen lädt Habershaw Meredith an den Tisch ein, und Meredith steigt schließlich ins Spiel ein. Er setzt die gesamten Ersparnisse der Familie, die eigentlich für ein Haus gedacht waren. Das Spiel spitzt sich zu; die Spieler erhöhen und erhöhen, bis über 20.000 Dollar im Pot sind. Meredith, der kein Geld mehr hat, kann die letzte Erhöhung nicht mitgehen. Unter dem Druck bricht er zusammen. Der Stadtarzt Joseph „Doc“ Scully (Burgess Meredith) wird gerufen, um den Bewusstlosen zu versorgen. Kaum bei Bewusstsein, gibt Meredith seiner Frau ein Zeichen, die Runde zu Ende zu spielen. Mary setzt sich und fragt: „Wie spielt man dieses Spiel?“ Daraufhin protestieren die anderen Spieler lautstark, geben aber schließlich nach. Ihr wird die Situation erklärt: Wenn sie die letzte Erhöhung (und alle weiteren) nicht mitgehen kann, scheidet sie aus. Trotz der Proteste der Männer verlässt sie den Raum, um sich Geld zu leihen. Während Jackie und vier der Spieler hinterherlaufen, überquert Mary die Straße und spricht mit C. P. Ballinger (Paul Ford), dem Besitzer der Vieh- und Kaufmannsbank. Nachdem sie ihm ihre Karten gezeigt hat, unterstellt Ballinger ihr einen Scherz. Als er erkennt, dass es Ernst ist, leiht er ihr 5.500 Dollar (zu 6 % Zinsen) und erhöht ihren Einsatz um 5.000 Dollar. Die anderen Spieler, die Ballingers geizige und vorsichtige Art kennen, geben widerwillig auf. Mary kassiert ihren beträchtlichen Gewinn und zahlt Ballinger das Geld samt Zinsen zurück. Das Spiel löst sich daraufhin auf, ohne dass jemand die Gewinnerhand je gesehen hat. Die Entschlossenheit der Dame bringt ihr die Bewunderung der Männer ein. Drummond ist so gerührt, dass er, als er zur wartenden Hochzeitszeremonie nach Hause zurückkehrt, mit seinem willensschwachen, zukünftigen Schwiegersohn unter vier Augen spricht, ihm etwas Geld gibt und ihm befiehlt, wegzulaufen und sich eine bessere Frau zu suchen...









Ein sehr ungewöhnlicher Western, der von einem erfahrenen Ensemble getragen wird. Man merkt diesen Vollblutschauspielern an, dass Sie mit Freude dabei waren. Joanne Woodward als "Idealfrau" ist in dieser Rolle genial und am Ende überrascht der Film mit einem unerwarteten "Plot". Kameramann war Lee Garmes, der für "Shanghai Express" in den 30er Jahren einen Oscar bekam und später als Kameramann in Klassikern wie "Duell in der Sonne", "Land der Pharaonen", "Scarface", "Der Fall Paradin", "Jenny", "An einem Tag wie jeder andere", "Polizeirevier 21" oder "Nightmare Alley" beteiligt war. 









Bewertung: 7,5  von 10 Punkten. 

Montag, 13. April 2026

Grand Prix















Regie: John Frankenheimer

Im Rausch...

Die Geschichte des Films "Grand Prix" aus dem Jahr 1966 von John Frankenheimer erzählt vom Schicksal vierer Formel-1-Fahrer in einer fiktionalisierten Version der Formel-1-Saison 1966. Dabei hat Frankenheimer und sein Kameramann Lionel Lindon sicherlich ein gutes Auge für atmosphärische Bilder - vor allem die Schlußeinstellung in der James Garner als Grand Prix Sieger Aron nach dem Ende des Autorennens ganz alleine auf der Rennstrecke läuft und sehr nachdenklich wirkt - trotz seines Sieges. Der Film wurde von Lionel Lindon in Super Panavision 70 gedreht und in 70-mm-Cinerama-Format uraufgeführt. Seine einzigartige Rennszenen-Kameraführung ist einer der Hauptanziehungspunkte des Films. Der Film enthält Originalaufnahmen von Rennen und Gastauftritte von Fahrern wie den Formel-1-Weltmeistern Phil Hill, Graham Hill, Juan Manuel Fangio, Jim Clark, Jochen Rindt und Jack Brabham. Weitere Fahrer, die im Film zu sehen sind, sind Dan Gurney, Lorenzo Bandini, Bob Bondurant, Ludovico Scarfiotti, Richie Ginther, Joakim Bonnier, Bruce McLaren und Jo Siffert. "Grand Prix" wurde als „eine mitreißende und donnernde Zusammenstellung von Rennaufnahmen, die hervorragend an den Austragungsorten der großen Rennen rund um die Rennstrecke gedreht und mit einigen großartigen fotografischen Tricks aufgepeppt wurden. Der Zuschauer wird geradezu überschüttet mit einer solchen Flut grandioser Aufnahmen der Rennwagen aus jedem Winkel und jeder erdenklichen Nahaufnahme, dass man sich fühlt, als wäre man selbst dabei gewesen. Der rasante Schnitt, durchsetzt mit präzisen Hochgeschwindigkeits-Kameraeinstellungen zwischen den Wagen, langen Fahrerperspektiven und einem revolutionären Split-Screen-Motiv, das Rennszenen präsentiert, die man im modernen Film noch nie gesehen hat. Darüber hinaus füllen Regisseur und Saul Bass die riesige Leinwand immer wieder mit diesen Split-Screens und Montagen, die die Rennsequenzen mit purer Energie erfüllen. Dreifache und vierfache Panels und sogar bildschirmfüllende Schachbrettmuster überfluten den Zuschauer mit Reizen, die optisch eine Art Rausch erzeugen. Für seine hervorragende technische Qualität wurde "Grand Prix" bei der Oscarverleihung 1967 mit drei Preisen bedacht: Bester Schnitt, bester Ton und bester Tonschnitt.  Die Charaktere, die im Film auftauchen sind natürlich Stereotypen und Klischeefiguren. Jean-Pierre Sarti (Ferrari), gespielt von Ives Montand – Ein zweifacher Weltmeister aus Frankreich, der sich dem Ende seiner Karriere nähert und zunehmend zynisch gegenüber dem Rennsport selbst wird. Er ist mit Monique (Genevieve Page) unglücklich verheiratet, lernt aber während der Rennsaison die Journalistin Louise Frederickson (Eva Marie Saint) kennen und lieben.. Pete Aron (zuerst Jordan BRM, dann Yamura) , gespielt von James Garner– Ein Amerikaner, der versucht, an frühere Erfolge anzuknüpfen und seinen Ruf als rücksichtsloser Zweitfahrer abzulegen; er unterschreibt beim Newcomer Yamura Motors. Yamura wird von Toshiro Mifune verkörpert.  Scott Stoddard (Jordan BRM), gespielt von Brian Bedford – Ein britischer Fahrer, der sich von einem schweren Unfall erholt, der ihn ins Krankenhaus brachte; er leidet unter wiederkehrenden Schmerzen und muss gleichzeitig mit den emotionalen Turbulenzen seiner kriselnden Ehe zurechtkommen. Seine Frau Pat (Jessica Walter) liebt ihn zwar, trennt sich jedoch wegen ihrer ständigen Angst von ihm und beginnt eine Affäre mit AronNino Barlini (Ferrari), gespielt von Antonio Sabato – Ein charismatischer, aber arroganter junger italienischer Rennfahrer, Ferraris Nummer-2-Fahrer, ein vielversprechender Rookie und ehemaliger Motorradweltmeister. Er beginnt eine Beziehung mit der äusserst attraktiven Lisa, gespielt von der 60er Jahre Chanson Ikone Francoise Hardy. Somit drehen sich die Nebenhandlungen des Films auch um die Frauen, die versuchen, mit den Rennfahrern und ihrem riskanten Lebensstil zusammenzuleben oder sie zu lieben. Die Geschichte endet beim Großen Preis von Italien, dessen Sieger voraussichtlich Weltmeister wird. Sartis Frau Monique taucht kurz vor dem Start auf; sie trifft auf Louise und erklärt Sarti, dass sie ihm niemals die Scheidung gewähren wird, obwohl Sarti die unglückliche Ehe beenden möchte. Sartis Wagen hat beim Start technische Probleme, und die anderen Fahrer liefern sich ein enges Rennen um den ersten Platz. Sarti stirbt bei einem spektakulären Unfall. Als Anerkennung wird sein Ferrari-Teamkollege Barlini von Teamchef Manetta von der Strecke genommen, was zu einem spannenden Rennen zwischen Aron und Stoddard bis zur Ziellinie führt, das Aron schließlich für sich entscheidet. Während der überglückliche Aron Stoddard großmütig auf das Siegerpodest einlädt, trübt der Schock über Sartis Tod die Feierlichkeiten....









Die Fahrer und ihr Privatleben wurden wie bereits angedeutet kaum über das Niveau von Groschenromanen hinausgehoben. Aber es ist interessant diesen Gladiatoren der Neuzeit bei ihrem Spiel auf Leben und Tod zuzusehen. Daher ist Grand Prix als Spektakel insgesamt ein solcher Erfolg, der sich auch an der Kinokasse auszahlte. Er landete auf Platz 7 der Kinojahrescharts. 










Bewertung: 8 von 10 Punkten. 

Donnerstag, 26. März 2026

Es war einmal...Die Schöne und die Bestie















Regie: Jean Cocteau

Das Untier und das schöne Mädchen..

Kinder glauben, was wir ihnen erzählen. Sie vertrauen uns blind. Sie glauben, dass eine Rose, die man aus dem Garten pflückt, eine Familie in Streit stürzen kann. Sie glauben, dass die Hände eines Unmenschen rauchen, wenn er sein Opfer tötet, und dass ihn dies beschämen wird, wenn ein junges Mädchen bei ihm einzieht. Sie glauben tausend andere einfache Dinge.Ich bitte Sie um ein wenig dieses kindlichen Verständnisses und, um uns Glück zu bringen, lassen Sie mich vier wahrhaft magische Worte sprechen, das „Sesam, öffne dich“ der Kindheit: Es war einmal …Mit diesen Zeilen beginnt der französische Märchenfilm "La Belle et la Bete" von Jean Cocteau aus dem Jahr 1946. Cocteau, der sich nie als Filmemacher sah, sondern als Dichter, wurde mit einem riesigen Erfolg an den Kinokassen belohnt. Mehr als 4,2 Millionen Franzosen gingen bei der Premiere des Films ins Kino. Der Stoff wurde danach noch mehrfach verfilmt. Disneys Zeichentrickfilm war mit 451 Millionen Dollar Umsatz ebenfalls extrem erfolgreich. Sie eenthielt auch viele visuelle Anspielungen auf Cocteaus Version, allen voran die Idee der lebenden Möbel. 2017 realsierten die Disney Studios mit Regisseur Bill Condon eine Realverfilmung, die sogar die magische Umsatz-Schallmauer von einer Milliarde Dollar durchbrach. Die beiden hier erwähnten Disney Produktionen sind nicht so surreal gestaltet wie Cocteaus Klassiker. Mit Josette Day als Belle und Jean Marais als Biest ist er eine Adaption der 1757 erschienenen Geschichte „Die Schöne und das Biest“ von Jeanne-Marie Leprince de Beaumont, die ursprünglich in einer Märchensammlung veröffentlicht wurde.Die Handlung von Cocteaus Film dreht sich um Belles Vater, der zum Tode verurteilt wird, weil er eine Rose aus dem Garten des Biestes gepflückt hat. Belle bietet an, anstelle ihres Vaters zum Biest zurückzukehren. Das Biest verliebt sich in sie und macht ihr jeden Abend einen Heiratsantrag, den sie jedoch ablehnt. Schließlich fühlt sich Belle aber immer mehr zum Biest hingezogen, das sie auf die Probe stellt, indem es sie zu ihrer Familie zurückkehren lässt und ihr sagt, dass er vor Kummer sterben wird, wenn sie nicht innerhalb einer Woche zu ihm zurückkehrt."Die Schöne und das Biest " gilt heute als Klassiker des französischen Kinos.Während Belle (Josette Day) zu Hause den Boden schrubbt, wird sie von Avenant (Jean Marais), dem Freund ihres Bruders Ludovic (Michel Auclair) unterbrochen. Er meint, sie verdiene Besseres und schlägt ihr eine Heirat vor. Belle weist Avenant zurück, da sie zu Hause bleiben und sich um ihren Vater (Marcel Andre) kümmern möchte, der seit dem Verlust seiner Schiffe und des damit verbundenen Familienvermögens sehr gelitten hat. Belles Vater kommt nach Hause und verkündet, er sei zu großem Reichtum gekommen, den er am nächsten Tag abholen werde, zusammen mit Geschenken für seine Töchter Belle und ihre zänkischen Schwestern Adelaide (Nane Germon) und Felicie (Mila Pareli). Belles schelmenhafter Bruder Ludovic, der glaubt, bald reich zu sein, unterschreibt einen Vertrag mit einem Geldverleiher, der ihm das Recht einräumt, Ludovics Vater zu verklagen, falls dieser nicht zahlen kann. Belles Schwestern wünschen sich einen Affen und einen Papagei, Belle hingegen nur eine Rose. Doch am nächsten Tag muss Belles Vater bei seiner Ankunft feststellen, dass sein Vermögen zur Begleichung seiner Schulden beschlagnahmt wurde und er wieder völlig mittellos ist. Da er kein Geld für eine Unterkunft hat, ist er gezwungen, nachts durch einen Wald nach Hause zurückzukehren. Er verirrt sich und findet sich schließlich vor einem großen Schloss wieder, dessen Tore und Türen sich wie von Zauberhand öffnen. Beim Betreten des Schlosses führt ihn ein verzauberter Kandelaber zu einem reich gedeckten Tisch, wo er einschläft. Von einem lauten Brüllen geweckt, irrt er über das Schlossgelände. Er erinnert sich, dass Belle sich eine Rose gewünscht hat, pflückt eine vom Baum und lässt so das Biest erscheinen. Das Biest droht, ihn wegen Diebstahls zu töten, schlägt aber vor, dass eine seiner Töchter seinen Platz einnehmen kann. Es bietet ihm sein Pferd Magnificent an, um ihn durch den Wald zu seinem Haus zu führen. Belles Vater erklärt seiner Familie und Avenant die Situation. Belle willigt ein, anstelle ihres Vaters zu reiten und reitet auf Magnificent zum Schloss. Als Belle dem Biest begegnet, fällt sie angesichts seines monströsen Aussehens in Ohnmacht und wird in ihr Zimmer im Schloss getragen. Dort erwacht sie und findet einen Zauberspiegel vor, der ihr alles zeigt. Das Biest lädt Belle zum Abendessen ein und erklärt ihr, dass sie ihm gleichgestellt sei und dass er ihr jeden Tag einen Heiratsantrag machen werde. Belle gewöhnt sich an das Biest und gewinnt es lieb, doch sie weigert sich weiterhin, es zu heiraten. Mithilfe des Zauberspiegels sieht sie, dass ihr Vater todkrank geworden ist. Belle bittet ihn inständig, ihre Familie besuchen zu dürfen, und das Biest erlaubt ihr widerwillig, eine Woche zu verreisen. Er schenkt Belle zwei magische Gegenstände: einen Handschuh, mit dem sie sich überall hinbewegen kann, und einen goldenen Schlüssel, der Dianas Pavillon öffnet, die Quelle des wahren Reichtums des Biestes. Er erklärt Belle, dass er ihr diese kostbaren Dinge gibt, um ihr sein Vertrauen zu zeigen, und dass er vor Kummer sterben wird, sollte sie am Ende der Woche nicht zurückkehren...








Dem Dichter Cocteau gelang ein sehr poetischer und verträumter Film mit viel Magie. Auch die Kulissen sind ausdrucksstark; viele der Außenaufnahmen wurden für seltene Architekturszenen in Raray gedreht, einem der schönsten Schlösser und Parks Frankreichs. Und auch die Kostüme von Christian Bérard und Escoffier sind exquisit, glitzernd und fantasievoll. Präsentiert wird eine magische Fantasiewelt voller Trickaufnahmen und verblüffender Efffekte. Um Jean Marais in das Biest zu verwandelt, benötigten die Maskenbildner jedesmal mehrere Stunden. 










Bewertung: 9 von 10 Punkten.