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Dienstag, 28. Februar 2023

Bus Stop


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Joshua Logan

Die Geliebte mit dem Lasso einfangen...

Mit den Filmen "Niagara", "Blondinen bevorzugt", "Wie angelt man sich einen Millionär ?", Das verflixte 7. Jahr" und "Fluß ohne Wiederkehr" wurde Marilyn Monroe zum umschwärmten Filmstar und zum Publikumsliebling.
Es blieb ihr aber weiterhin der Zuspruch der Filmkritiker versagt - daher kam die Rolle der Animierdame Cherie in Joshua Logans "Bus Stop" gerade zur richtigen Zeit. Mit diesem Film konnte der Filmstar auch beweisen, dass sie eine gute Schauspielerin sein kann. Sie bekam auch hervorragende Kritiken für ihre Darstellung. "Bus Stop" ist ein bisschen Western mit viel Romantik und hatte zuvor bereits Erfolge am Broadway gefeiert. Kim Stanley spielte die Cherie in der Theaterfassung. Marilyn Monroe eignete sich eigens für die Rolle einen Südstaatenakzent an und bewies auch Tiefgang in ihrer Darstellung des Mädchens aus der Gosse, sie verlieh der Figur eine sehr schöne Würde.
Die Story selbst ist typisch amerikanisch und schildert die Begegnung des jungen Cowboys Bo Decker (Don Murray) aus Montana mit einem Animiermädchen, dass in einer Bar in Phoenix arbeitet. Bo kennt eigentlich nichts ausser Kühen und Pferden, doch sein väterlicher Freund Virgil Blessing (Arthur O´Connell) meint es wäre nun Zeit für den naiven Jungen vom Land das Leben und die Frauen kennenzulernen. Zumindest lenkt er das Gespräch auf das Thema während der Busfahrt von Montana bis Arizona, wo Bo an einem Rodeo Wettbewerb teilnehmen will. Anfangs hat das Thema "Frauen" Bo ein etwas mulmiges Gefühl gemacht, denn er hat ja so gar keine Affäre - aber er kann sich schnell damit anfreunden und sieht es auch für gut an, einen "Engel" zu suchen.
Diesen Engel findet er in einem Nachtclub in Phoenix, wo sich viele Cowboys aufhalten. Cherie (Marilyn Monroe) singt dort und beim Anblick der Blondine, die dort als Animierdame beschäftigt ist, wird ihm klar: Dieses Mädchen ist mein Engel und ich werde sie heiraten. Bo will das Mädchen und Bo bekommt das Mädchen und er gestaltet das Werben genau so, wie er es vom Zureiten der Pferde oder vom Einfangen der Kälber kennt. Natürlich macht er die Rechnung ohne Cherie, die den Cowboy zwar anziehend findet, aber sich nicht zwingen lässt. Sie flieht sogar vor Bo, der beim Rodeo sämtliche Preise gewinnt, so dass dieser sich dazu genötigt fühlt sein Mädchen kurz bevor sie in einen Bus steigt, mit dem Lasso einzufangen. Auf der Heimreise kommt der Bus in einen Schneesturm und der Busfahrer (Robert Bray) macht Halt in Grace Hoylands (Vera Fields) Diner. Dort benimmt sich Bo einmal mehr so daneben, so dass der Busfahrer ihm Prügel androht. Eine Schlägerei soll Klarheit bringen und tatsächlich findet der temperamentvolle Bo seinen Meister. Er gelobt Besserung im Umgang mit Cherie und dies ist vielleicht noch eine letzte Chance, dass die beiden doch zusammenkommen...ohne Zwang versteht sich...





Don Murray erhielt für die Rolle des Bo - eigentlich Beauregard - Decker eine Oscarnominierung als bester Nebendarsteller, obwohl seine Rolle eher eine Hauptrolle ist. Er unterlag allerdings Anthony Quinn, der in "Vincent van Gogh" den Paul Gauguin spielte. Eine gute Ensembleleistung (auch Hope Lange und Eileen Heckard sind in kleineren Rollen zu sehen) kann man Logans Film gerne bescheinigen. Er hat auch eine sehr positive Atmosphäre und überzeugt durch eine klasse Optik, was natürlich auch an der Kameraarbeit von Milton Krasner (Oscar für Drei Münzen im Brunnen) liegt. Natürlich ist es typisch amerikanischer Film. Für den europäischen Zuschauer ist neben dem Rodeo auch die Mentalität des Cowboys eher etwas befremdlich. In den USA wurde Logans Film ein Erfolg und spielte mehr als 7 Millionen Dollar ein. In Europa fand der Film weit weniger Beachtung.




Bewertung: 7,5 von 10 Punkten. 

Freitag, 6. September 2019

Vergeltung ohne Gnade

























Regie: James B. Clark

Nur die Rache zählt...

Alan Ladd spielte 1953 den einsamen Reiter "Shane", der als Retter auftaucht und nach seiner Mission wieder verschwindet. Bei den Dreharbeiten war Ladd 40 Jahre alt - 6 Jahre hatte er in James B. Clarks Western "Vergeltung ohne Gnade" (Originaltitel: One Foot to Hell) eine ganz andere Figur zu spielen. Der Schauspieler schien sehr gealtert zu sein. Möglicherweise die Spuren seiner Alkohlkrankheit. Es wurde auch einer seiner letzten Filme, denn 4 Jahre später, am 29. Januar 1964 wurde er tot in seinem Bett aufgefunden. Die Premiere seines letzten Films "Die Unersättlichen" von Edward Dmytryk erlebte er nicht mehr.
Rein optisch sieht "Vergeltung ohne Gnade" sehr gut aus, man hat nicht das Gefühl einen B-Western zu sehen. Die Co-Stars von Ladd können sich auch sehen lassen. Don Murray hatte schon durch eine Oscarnominierung sein Können unter Beweis gestellt und Dolores Michaels machte in dem Edelwestern "Warlock" eine gute Figur.
"Vergeltung ohne Gnade" ist die Geschichte einer lang angelegten Rache. Der Rächer heißt Mitch Barrett (Alan Ladd), ein ehemaliger konföderierter Soldat, der mit seiner Frau Ellie (Rachel Stephens) in einem Planwagen unterwegs ist, weil er im Westen ein neues Leben beginnen will. Die Frau ist hochschwanger und müsste dringend in ärztliche Behandlung. Als sie nach Blue Springs kommen, scheint die Rettung nahe. Doch die Einwohner sind wenig empathisch. Statt schnell einen Arzt zu holen, will der Hotelier George Caldwell (Henry Norell) erst mal Geld sehen. 2 Dollar sofort für das Zimmer. "Ich zahle später" wird nicht akzeptiert. Auch der Ladenbesitzer (John Alexander) pocht auf sein Geld für die Medizin, die von Doc Seltzer (Larry Gates) dringend gebraucht wird, damit er im Hotel der Frau das Leben retten kann. Dann wird der verzweifelte Mitch auch noch vom Sheriff (Karl Swenson) aufgehalten. Als er durch die Verzögerungen endlich im Hotel ankommt, ist seine geliebte Ellie gerade verstorben. Immerhin kann der Doc Mitch überreden in der Stadt zu bleiben. Er solle den Einwohnern noch eine Chance geben, denn die drei Männer bereuen was sie mit ihrer sturen Art angerichtet haben. So wird Mitch ein beliebter Bürger und sogar zum Hilfssheriff gewählt. Sehr selbstlos kümmert er sich um den jungen Trinker Dan (Don Murray). Doch er hat ganz andere Motive als menschliche Güte. Gemeinsam mit Don verfolgt er den Plan die Bank der Stadt um satte 100.000 Dollar zu erleichtern. Soviel Geld wird sich beim großen Viehauftrieb im Tresor befinden. Vorher erschießt er den Sheriff, der inzwischen zu seinen Freunden gehörte und engagiert mit der ehemaligen Prostituierten Julie Reynolds (Dolores Michaels), dem Scharfschützen Stu Christian (Barry Coe) und dem abgehalfterten englischen Gentleman Sir Harry Ivers (Dan O´Herlihy) drei weitere Komplizen für den großen Coup, der die Stadt ruinieren würde...



Dies ist aber noch lange nicht alles, was der Rächer plante. Alan Ladd ist hier in einer sehr finsteren Rolle zu sehen. Gut ist auch die musikalische Untermalung von Dominic Frontiere. Regisseur James B. Clark war vor seiner Regiekarriere ein hoch geschätzter Editor in Hollywood. Für den Schnitt beim John Ford Klassiker "So grün war mein Tal" bekam er sogar eine Oscar-Nominierung.
 

Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

Dienstag, 12. Februar 2013

Sturm über Washington



Regie: Otto Preminger

Beratung und Zustimmung...

Anfang der 60er Jahren, so scheint es , waren politische Filme bei Darsteller Henry Fonda hoch im Kurs. Denn zwei Jahre vor Franklin J. Schaffners "Der Kandidat", bei dem es um die zwielichtigen politischen Manöver im Hintergrund der Nominierung eines Kandidaten für die Wahl zum Präsidenten der Vereinigten Staaten geht, war er auch schon in Otto Premingers "Sturm über Washington" zu sehen - diesmal als der Lieblingskandidat des amtierenden Präsidenten (Franchot Tone) für den heiklen Posten des Außenministers.
Doch ein einfacher Durchmarsch ist das keineswegs für den sehr liberalen Robert Leffingwell (Henry Fonda), der für einen Dialog mit den Kommunisten in den Zeiten des kalten Krieges steht. Diese Haltung ist selbst in der eigenen Partei äusserst unpopulär, sehr viele Kräfte halten diesen Kurs für fatal und als ein Eingeständnis an Schwäche an den Feind.
Im Senat herrscht daher sogleich ein Kampf zwischen den Anhängern und den Gegnern des Präsidenten. Dieser Kampf wird zum Teil extrem emotional geführt. Vor allem der querulatorische und betagte Politiker Cooley (Charles Laughton), der noch junge Senator Anderson (Don Murray) und der machthungrige Van Ackerman (George Grizzard) spielen sich daraufhin in den Vordergrund der hitzigen Debatten.
Senator Munson (Walter Pidgeon), der Vorsitzende der Mehrheitsfraktion versucht natürlich dem Präsidenten behilflich zu sein, den Wunschkandidat durchzubringen - aber noch sind die Mehrheitsverhältnisse nicht eindeutig. Vielleicht gibt der geblildete Ausschuß Klarheit, dem sich der umstrittene Nominierte stellen muss. Aber hat er eine reine Weste ? Oder kann man dem sicherlich sehr fähigen Mann eine kommunistische Vergangenheit beweisen. Bald wird auch Anderson, der Vorsitzende dieses Ausschusses, mit einem wunden Punkt in der Vergangenheit konfrontiert...


Was mir an Otto Premingers Film gefällt ist seine Unaufgeregtheit und die Ruhe mit der der Regiesseur diesen Sturm inszeniert.
Teilweise dominiert das Kammerspiel, in jedem Falle ist der Film immer sehr klar, er dramatisiert nicht unnötig, sondern erzählt sachlich seine brisante Geschichte. Der Zuschauer erhält guten Einblick in den Machtapparat und wie er funktioniert. Gesamthaft hat die Story einen grimmigen und bitteren Beigeschmack.
"Sturm über Washington" war zwar lange nicht so erfolgreich wie Premingers 2 Jahre zuvor enstandener Gerichtsfilm "Anatomie eines Mordes", aber die ähnliche Machart ist gegeben. Beide Filme sind hervorragend - auch in den kleinsten Nebenrollen - besetzt und beide Filme glänzen mit diesem nüchternen, klaren Stil, der sehr viel zu einer hohen Authentitizät beiträgt.


Bewertung: 8 von 10 Punkten.

Mittwoch, 12. Dezember 2012

Schieß zurück, Cowboy


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Henry Hathaway

Angst zu Sterben, Angst zu töten ?

Der junge Cowboy Tod Lohman (Don Murray) ist ein guter Junge. Doch das Schicksal will es, dass er bei einer Tanzveranstaltung Streit mit einem von Rinderbaron Hunter Boyds (R.G. Armstrong) bekommt. Dabei kommt es zu einem tragischen Unfall und Boyds Sohn wird getötet. Alle Unschuldsbeteuerungen nützen Lohman nichts, denn der Patriarch will seinen Sohn rächen.
So verfolgt eine ganze Gruppe von Männern den jungen Mann. Am Fluß kann er durch eine List und durch seine guten Schießkünste die Angreifer abschütteln.
Schwer verletzt bleibt Otis Boyd (Ken Scott), der älteste Sohn liegen, weil er stürzt und von Pferden zertrampelt wird.
Der junge Pazifist Lohman entkommt. Aber sein Pferd lahmt und es ist nur eine Frage der Zeit, wann Hunter Boyd die Jagd aufnimmt.
Mit bei der Hetzjagd sind u.a. Boyds langjähriger Partner Carmody (John Larch) und Boyds jüngster Sohn Tom Boyd (Dennis Hopper).
Doch wieder hat Lohman Glück, denn er entgeht einem Hinterhalt und obwohl sein Pferd stirbt, schafft er es zu Fuß das Wüstengebiet zu durchqueren. In der Nähe des rettenden Flusses finden ihn der Rancher Amos Bradley (Chill Wills) und dessen älteste Tochter Juanite (Diane Varsi). Die beiden wissen, dass der junge Mann von dem mächtigen Rinderbaron verfolgt werden, helfen ihm aber trotzdem. Vor allem die etwas freche Juanita ist an dem jungen, etwas schüchternen Cowboy mehr als interessiert, der vor seinen Verfolgern flieht....


Henry Hathaways "Schieß zurück, Cowboy" aus dem Jahr 1958 ist ein sehr unterhaltsamer Western, der eigentlich wesentlich vielsichtiger ist als der deutsche Kinotitel vermuten lässt.
Dabei geht es um einen unschuldigen Pazifisten, der vor einem Lynchmob fliehen muss und sich auf dieser Flucht die Frage stellen muss, ob es nicht besser wäre die Position zu wechseln und sich der Konfrontation zu stellen. So gesehen ein elementares Motiv großer Westernfilme wie "High Noon", im Gegensatz zum Zinnemann Klassiker erfährt der junge Held bei Hathaway sehr viele Hilfsangebote durch die Menschen, die er auf seiner Flucht trifft.
Schön, dass sich Koch Media an diesen leider eher unbekannten Westernklassiker erinnert hat und ihn in einer sehr guten DVD Veröffentlichung (sowohl Ton und Bild) präsentiert.
Die jungen Darsteller Don Murray und Diane Varsi machen ihre Sache sehr gut und natürlich gefällt auch das Wiedersehen mit einem noch sehr jungen Dennis Hopper, der den charakterlich eher schwachen Sohn eines übergroßen Vaters sehr glaubwürdig darstellt




Bewertung: 8 von 10 Punkten.