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Dienstag, 17. Februar 2026

Der Angriff der leichten Brigade












Regie: Michael Curtiz

Der Verrat des Surat Khan...

Vor allem im britischen Sprachgebrauch wird der Begriff„Charge of the Light Brigade“ noch heute verwendet, um ironisch eine Unternehmung zu kennzeichnen, die mit großem Mut und hoher Disziplin, jedoch mit mangelhafter Vorbereitung und untauglichen Mitteln durchgeführt wird. Ein Scheitern wird als sicher angenommen Bei den Dreharbeiten zu dem gleichnamigen Film von Michael Curtiz aus dem Jahr 1936 wurden 125 Pferde durch Stolperfallen zum Sturz gebracht. Davon mussten 25 Tiere sofort getötet oder anschließend eingeschläfert werden, was den US-Kongress dazu brachte, neue Gesetze zum Schutz von Tieren bei Dreharbeiten herauszugeben. Zum Glück gehören diese unrühmlichen dunklen Punkte Hollywoods der Vergangenheit an. Auch ein Stuntman starb während der Dreharbeiten, als er bei einem kontrollierten Sturz vom Pferd in ein versehentlich liegen gelassenes Schwert stürzte. Kurz vor dem Sturz des Filmschurken vom Pferd sieht man, wie dasselbe einem auf dem Boden liegenden Statisten zumindest leicht gegen den Kopf tritt. "Der Angriff der leichten Brigade" spielte 3,3 Millionen Dollar ein und beschreibt - ohne große Rücksicht auf die tatsächliche Realität - diese Attacke der leichten Brigade, ein historisch verbürgter Angriff britischer Kavalleristen in der Schlacht von Balaklawa, im Krimkrieg, die zu großen Verlusten führte. Curtizs Erfolgsfilm, der überaus spannend inszeniert ist und eine düstere Grundstimmung inne hat. ist auch unter dem Namen "Der Verrat des Surat Khan" bekannt und stellt diese Attacke als Racheakt für ein Massaker des Stammesfürsen Surat Khan an Angehörigen dieser Einheit dar, der sich zwei Jahre zuvor ereignete. Der Sturm auf die russischen Stellungen wurde im Film zudem nicht durch Kommunikationsfehler ausgelöst, sondern durch bewusste Manipulation des Ordonnanzoffiziers, der statt eines Befehls zum Abzug einen Angriffsbefehl überbrachte. Der Angriff wird zwar ebenso als aussichtslos dargestellt, habe aber den Sieg der Briten im Krimkrieg ermöglicht. Wer sich für den historisch genaueren Ablauf interessiert, dem sei Tony Richardsons Version von 1968 empfohlen, der mit David Hemmings, Trevor Howard und John Gielgud bestens besetzt ist. Die Filmmusik komponierte Max Steiner – seine erste für Warner Bros. –, die Kamera führte Sol Polito. Gedreht wurde in Lone Pine, Sherwood Lake, Lasky Mesa, Chatsworth und Sonora in Kalifornien. Die Szenen am Khyber-Pass wurden in der Sierra Nevada gedreht. Dies war der zweite von acht Filmen, in denen Errol Flynn und Olivia de Havilland gemeinsam die Hauptrollen spielten. Allerdings liebt Olivia dieses Mal nicht den Draufgänger Errol, sondern dessen Filmbruder, der von Patric Knowles gespielt wird, obwohl sie mit dem Draufgänger verlobt ist. Im Jahr 1854 sind Captain Geoffrey Vickers (Errol Flynn) und sein Bruder, Captain Perry Vickers (Patric Knowles), mit dem 27. Lancers-Regiment der britischen Armee in Indien stationiert. Dies geschieht während der Herrschaft der Ostindien-Kompanie über den indischen Subkontinent. Perry hat Geoffrey heimlich belogen, indem er  während dessen Abwesenheit die Liebe von Geoffreys Verlobten Elsa (Olivia de Havilland) gewonnen hat. Bei einem offiziellen Besuch beim lokalen Vasallen-Raja Surat Khan (C. Henry Gordon) rettet Geoffrey diesem während der Jagd auf Leoparden das Leben, wofür ihm der Raja ewige Dankbarkeit verspricht. Später wird Geoffrey Vickers (mittlerweile Major) zusammen mit britischen Militärfamilien in der britischen Garnison des (fiktiven) Chukoti stationiert, die im von Surat Khan kontrollierten Teil der Nordwestgrenze liegt. Eine Fehlkalkulation der Briten führt zu einem verfrühten Truppenabzug aus dem (fiktiven) Lohara und setzt Chukoti dadurch unnötigerweise der Gefahr aus. Angesichts einer erdrückenden Belagerung kapituliert der britische Kommandant, Oberst Campbell (Donald Crisp), in Tschukoti vor Surat Khan, der daraufhin die Einwohner, darunter auch britische Familien, massakriert. Auf ihrer Flucht vor dem Gemetzel verschont Surat Khan Major Vickers und Elsa und begleicht so seine Schuld gegenüber Geoffrey. Kurz darauf muss Surat Khan vor dem rachsüchtigen britischen Gegenangriff fliehen und verbündet sich mit dem Russischen Reich, das seinen Angriff auf die Briten unterstützt hatte. Die Russen wiederum befinden sich im Krieg mit den Briten auf der Krim. Die immer noch nicht ganz geklärte Dreiecksbeziehung zwischen den beiden Brüdern und der Frau sowie der Rachedurst der Hinterbliebenen finden in der Schlacht von Balaklawa ihren Höhepunkt. Major Vickers, der weiß, dass Surat Khan die russischen Stellungen gegenüber den 27. Lanzenreitern inspiziert, tauscht heimlich schriftliche Befehle von Sir Charles Macefield (Henry Stephenson) an den Kommandeur der Leichten Brigade, Sir Benjamin Warrenton (Nigel Bruce), aus, sich von den Balaklawa-Höhen zurückzuziehen. Stattdessen befiehlt Vickers den berühmten Selbstmordangriff, damit die Lanzenreiter das Massaker von Tschukoti rächen können. Vor dem Angriff erinnert Major Vickers die Truppen an das Massaker von Tschukoti und lenkt ihren Zorn: „Unser Ziel ist Surat Khan!“ Obwohl die 27. Lanzenreiter und die anderen Einheiten der leichten Kavallerie fast ihre gesamte Stärke von 600 Mann verlieren, gelingt es ihnen, russische Artilleriestellungen zu durchbrechen. Dort findet Vickers Surat Khan und tötet ihn mit einer Lanze – aber auch Geoffrey Vickers stirbt auf dem Feld der Ehre. Später kommt heraus, dass Major Vickers einen Brief an Sir Charles Macefield geschrieben hat, in dem er sein Handeln erklärt. Er zwang seinen Bruder Perry, den Brief unter Androhung eines Kriegsgerichtsverfahrens zu überbringen und rettete so seinem Bruder das fast sichere Leben während des Angriffs der 27. Lanzenreiter. Nachdem Macefield Major Vickers’ Erklärung erhalten hat, warum er die Befehle missachtet und der Angriff stattgefunden hat, übernimmt er die Verantwortung und verbrennt den Brief, um Vickers zu schützen und ihn für seine außerordentliche Tapferkeit bei der Rache für das Massaker von Tschukoti zu ehren...










Es war der teuerste und erfolgreichste Film von Warner Brothers im Jahr 1936. Jack Sullivan gewann den Oscar für die beste Regieassistenz. Ausserdem gab es Nominierungen für den besten Ton (Nathan Levinson) und für die beste Filmmusik (Max Steiner). 











Bewertung: 7,5 von 10 Punkten. 

 

Sonntag, 16. April 2023

Günstling der Königin


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Michael Curtiz

Das Privatleben von Elizabeth und Essex...

Elizabeth I. war bekannt unter dem Namen "The Virgin Queen) und regierte vom 17. November 1558 bis zu Ihrem Lebensende am 24. März 1603 das englische Königreich. Sie war die Tochter von Heinrich VIII und das fünfte und letzte Mitglied der Tudor Dynastie auf dem englischen Thron. Ihre Mutter war Anna Boleyn. Ihre Regierungszeit ging als Elisabethanisches Zeitalter in die Geschichte ein.
Auch im Kino gab es immer wieder Filme über die bekannte Königin. Jean Simmons spielte in "Young Bess" Elizabeth vor ihrer Thronbesteigung. Glenda Jackson spielte in "Mary, Queen of The Scots" die englische Herrscherin - Vanessa Redgrave die Gegenspielerin Maria Stuart. Im Filmjahr 1998 verkörperte Judi Dench in "Shakespeare in Love" die Monarchin mit großem Erfolg - als Lohn gab es den Oscar als beste Nebendarstellerin. Im gleichen Jahr hatte auch Shekar Kapurs "Elizabeth" Film Kinopemiere und Cate Blanchett war in ihrer ersten großen Rolle so sehr überzeugend, dass auch sie sich unter den Oscarnomierten wiederfand - allerdings unterlag sie Gwyneth Paltrow, die in "Shakespeare in Love" die weibliche Hauptrolle spielte. "Elizabeth" wurde ein Kassenerfolg und Shekar Kapur entschloss sich 2007 eine Fortsetzung nachzuschieben: Auch "Elizabeth - das goldene Königreich" kam sehr gut an. Die große Hollywood Charakterdarstellerin Bette Davis verkörperte Elizabeth I. sogar in zwei Filmen.
Im Jahr 1939 entstand unter der Regie von Michael Curtiz "Günstling einer Königin" und 1955 inszenierte Henry Koster "Die jungfräuliche Königin".
"Günstling der Königin" (Originaltitel "The Private Lives of Elizabeth and Essex) war bereits der zweite Film, in dem Bette Davis und Errol Flynn gemeinsam spielten. Der Film spielte 1,6 Millionen Dollar ein und basiert auf dem Theaterstück "Elizabeth the Queen) von Maxwell Anderson, das am Broadway erfolgreich lief und fiktionalisiert die historische Beziehung zwischen der Königin und Robert Deveraux, dem Earl of Essex.
Dieser Earl of Essex (Errol Flynn) kehrt im Triumph nach London zurück, nachdem er den Spaniern bei Cádiz eine vernichtende Seemachtniederlage zugefügt hat. In London erwartet ihn die alternde Königin Elizabeth (Bette Davis) mit Liebe, aber auch mit Furcht wegen seiner Beliebtheit beim einfachen Volk und seines verzehrenden Ehrgeizes. Zu seinen neidischen Rivalen gehören Sir Robert Cecil (Henry Daniell), Lord Burghley (Henry Stephenson) und Sir Walter Raleigh (Vincent Price). Sein einziger Freund am Hof ist Francis Bacon (Donald Crisp).
Statt des erwarteten Lobes ist Essex fassungslos, als Elizabeth ihn dafür kritisiert, dass es ihm nicht gelungen ist, die spanische Schatzflotte zu erobern, wie er es versprochen hatte. Als seine Mitkommandanten belohnt werden, protestiert Essex und es kommt zum Bruch zwischen ihrem heimlichen Liebhaber. Er reist zu seinen Ländereien.
Elizabeth sehnt sich nach ihm, weigert sich aber, sich selbst zu erniedrigen, indem sie ihn zurückruft. Doch als Hugh O'Neill, 2. Earl of Tyrone (Alan Hale, Sr.), revoltiert und die englischen Truppen in Irland zurückschlägt, hat die Königin den nötigen Vorwand, um Essex zu sich zu holen. Sie beabsichtigt, ihn zum Master of the Ordnance zu machen, eine sichere Position am Hof. Seine Feinde bringen ihn jedoch dazu, das Kommando über die Armee zu übernehmen, die zur Niederschlagung der Rebellion entsandt werden soll.
Essex verfolgt Tyrone, doch seine Briefe an Elizabeth, in denen er um dringend benötigte Männer und Vorräte bittet, bleiben unbeantwortet. Ohne dass er es merkt, werden seine Briefe an sie und ihre an ihn von Lady Penelope Grey (Olivia de Havilland) abgefangen, einer Hofdame, die ihn ebenfalls liebt. Schließlich schickt Elizabeth, die sich verschmäht fühlt, ihm den Befehl, seine Armee aufzulösen und nach London zurückzukehren. Wütend ignoriert Essex den Befehl, befiehlt einen Nachtmarsch und glaubt, seinen Feind endlich in die Enge getrieben zu haben. Bei einer Unterredung weist Tyrone jedoch auf den Rauch hin, der aus dem englischen Lager aufsteigt und die Vernichtung der von der englischen Armee benötigten Lebensmittel und Munition anzeigt. Essex akzeptiert Tyrones Bedingungen; er und seine Männer rüsten ab und segeln zurück nach England.
In dem Glauben, verraten worden zu sein, führt er sein Heer auf London zu, um die Krone an sich zu reißen. Elisabeth leistet ihm keinen Widerstand, doch als sie mit ihm allein ist, überzeugt sie ihn, dass sie die gemeinsame Herrschaft über das Königreich akzeptieren wird. Daraufhin löst er naiv seine Armee auf, wird schnell verhaftet und zum Tode verurteilt....





Eine Entscheidung, die die Königin an ihre Grenzen bringt - doch was opfert man nicht alles für das geliebte England.
Obwohl der Henker schon auf ihn wartet, gesteht der Todeskandidat seiner Elizabeth noch einmal seine unerschütterliche Liebe. Hört sich natürlich sehr melodramatisch und theatralisch an und ist es auch. Doch die Darsteller, allen voran die große Bette Davis, sind in bester Spiellaune und sichern die gute Qualität des Films, der von den Kameramännern Sol Polito und W. Howard Greene effektiv bebildert wurde. Zum Lohn gabs auch fünf Nominierungen für die Oscar Vergabe. Neben den Kamermännern durften sich auch Szenenbildner, die Toningenieure, die Spezialffekte Mannschaft und Erich Woldgang Korngold, der den Sound schuf, freuen.
Für Errol Flynn sprang natürlich unter der Regie von Michael Curtiz einmal mehr eine typische Rolle heraus. Dennoch endet er im Gegensatz zu seinen anderen Filmen tragisch. Der strahlende Held wird am Ende geopfert.




Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

Mittwoch, 8. Februar 2023

Herr des Wilden Westens


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Michael Curtiz

In Dodge City ist die Hölle los...

In den 30er Jahren war Errol Flynn dank seiner draufgängerischen Rollen in den Filmen "Robin Hood" und "Unter Piratenflagge" einer der populärsten Filmstar überhaupt. Ob Freiheitskämpfer oder Pirat in historischen Geschichten, Flynn war erste Wahl für die Besetzung der Hauptrolle. 1939 wurde er erstmals für einen Western verpflichtet. Michael Curtiz, sein Stammregisseur, inszenierte mit "Herr des wilden Westens" einen besonders farbenprächtigen Genrevertreter. Zuerst machte sich der Kinostar Sorgen, ob das Publikum ihn in einem Western akzeptieren könnte, doch der Film wurde ein riesiger Erfolg und landete im Jahresranking auf Platz 8 der publikumsstärksten Filme. Natürlich war Olivia de Havilland erneut an seiner Seite, die beiden galten damals durch diese gemeinsamen Kinoerfolge als echtes Traumpaar Hollywoods.
Insgesamt spielte "Herr des wilden Westens" über 2,5 Millionen Dollar ein. Der Film basiert auf einer Geschichte von Rovert Buckner und erzählt die Geschichte von einem texanischen Viehhändler, der Zeuge der brutalen Gesetzlosigkeit in der neu gegründeten Stadt Dodge City in Kansas wird und irgendwann zum Sheriff dieser Stadt wird. Auch heute noch erstrahlt dieser Western mit seinen satten Technicolor Farben und den klasse Bildern von Kameramann Sol Polito (Arsen und Spitzenhäubchen, Herr der sieben Meere, Reise aus der Vergangenheit, Sergeant York, Chicago - Engel mit den schmutzigen Gesichtern).
Die Handlung des Films beginnt damit, dass Colonel Dodge (Henry O´Neill) mit dem ersten Zug in seine gegründete Stadt ankommt und anschließend die neue Eisenbahnlinie eröffnet. Die Stadt wird getauft und bekommt den Namen "Dodge City". Mit dieser Eisenbahnverbindung soll Wohlstand in die Stadt kommen und sie mit dem Rest der Welt verbinden. Einige Jahre spätr hat sich Dodge City in das größte Zentrum der Rinderzucht. Dort wo sich neue Siedler niederlassen und Geschäftsleute Handel treiben, sind allerdings Banditen und Verbrecher nicht weit. Revolverhelden tyrannisieren die Stadt, die Sheriffs werden von den Kriminellen einfach aus der Stadt gejagt oder erschossen. Besonders der Geschäftemachern Jeff Surrett (Bruce Cabot) und seine Bande morden, stehlen, betrügen die Viehhändler und alle braven Bürger sind machtlos. Denn wer sich mit ihm anlegt, der lebt nicht lang. Zum Glück ist Colonel Dodges bester Mann Wade Hatton (Errol Flynn) auf dem Weg in die Stadt. Er ist als Treckführer für einige Siedler tätig, darunter die schöne Abi Irving (Olivia de Havilland) mit ihrem rücksichtslosen Bruder Lee (William Lundigan), der betrunken eine Stampete verursacht und seine Waffe auf Wade richtet. Er muss in Notwehr zur Waffe greifen und tötet dabei seinen Angreifer. Damit hat er alle Chancen bei Abi verwirkt, auf die er ein Auge geworfen hat. Gemeinsam mit seinen Weggefährten Rusty (Alan Hale) und Tex (Guinn" Big Boy" Williams) kommen sie in der Stadt an und sofort erkennt Wade, dass in der ganzen Stadt Chaos und Anarchie herrschen. Die Gesetzlosen werden nicht zur Verantwortung gezogen. Immerhin fällt dem aufrechten Zeitungsmann Joe Clemens (Frank McHugh) sofort auf, dass Wade der richtige Mann wäre um in der Stadt Gesetz und Ordnung wieder herzustellen. Er schreibt in seiner Zeitung auch sehr kritisch über die Machenschaften von Mr. Surrett. Damit lebt er natürlich gefährlich. Genauso wie Wade selbst, der immer mehr erkennt, dass er gegen das Unrecht kämpfen muss....





Er muss auch seiner Abbi beweisen, dass die Liebe zählt. Der Erfolg des Films zog zwei weitere Gemeinschaftsproduktionen von Curtiz und Flynn nach. Auch "Goldschmuggel in Virginia" und "Land der Gottlosen" wurden erfolgreiche Kinohits. In den 40er Jahren setzte auch Raoul Walsh auf dieses Erfolgsrezept mit Errol Flynn und es entstanden unter seiner Regie die beiden Western "Sein Letztes Kommando" und "Herr der Silberminen".






Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

Sonntag, 15. Januar 2023

...und nicht als ein Fremder


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Stanley Kramer

Perfekter Arzt ?

1955 landete Regisseur Stanley Kramer mit seinem Film "...und nicht als ein Fremder" einen Riesenhit an der Kinokasse. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Morton Thompson. Mit einem Einspielergebnis von 6,2 Millionen Dollar landete Kramers Film auf Platz 8 im Jahrgangsranking der erfolgreichsten Filme.
Dieser Erfolg ist natürlich auch einer sehr attraktiven Besetzung zu verdanken mit Robert Mitchum und Olivia de Havilland in den Hauptrollen und weitern hochkarätigen Charakterdarstellern wie Charles Bickford, Gloria Grahame, Broderick Crawford, Lon Chaney jr. und Frank Sinatra in wichtigen Nebenrollen.
Bei den Academy Awards konnte der Film jedoch nur eine Nominierung für den besten Sound bekommen.
Es ist die Geschichte von Lucas Marsh (Robert Mitchum), der seit seiner Kindheit davon träumt ein angesehener Arzt zu werden. Seine Mutter ist gestorben und von seinem alkoholkranken Vater (Lon Chaney jr) hat er sich entfremdet. Seine Kommilitonen empfinden Lucas Marsh als überheblich und arrogant, lediglich der Sohn wohlhabender Eltern, Alfred Boone (Frank Sinatra), der ebenfalls Medizin studiert, ist ein echter Freund und verteidigt Lucas bei jeder Gelegenheit. Als die Studiengebühren fällig werden, kommt es zum endgültigen Bruch mit seinem Vater, denn der hat die gesamten Ersparnisse verprasst. Um doch weiterstuieren zu können, macht Lucas der etwas älteren Schwester Kristina "Kris" Hedvigson (Olivia de Havilland) den Hof. Die gebürtige Schwedin verfügt über beträchtliche Ersparnisse und sie hat sich in Lucas verliebt. Als Lucas ihr einen Heiratsantrag macht, ist es für sie auch selbstverständlich ihrem Partner in allen Lebenslagen beizustehen und zu helfen.
So kann Lucas Marsh weiterstudieren und er ist nicht für seinen Mentor Dr. Aarons (Broderick Crawford) ein brillianter Medizinstudent, der in seinem Beruf Großes leisten könnte. Vorausgesetzt - so die Worte die Dr. Aarons beim Abschied an in richtet - er mache aus seinem Leben keine griechische Tragödie "Auch Ärzte sind nur Menschen und machen gelegentlich Fehler".
Lucas blickt vor allem verächtlich auf die Kollegen herab, die sich auf das Geldverdienen konzentrieren und nach dem Abschluß seines Praktikums nimmt er eine Stelle bei Dr. Dave Runkleman (Charles Bickford) in dessen vielbesuchter Praxis im ländlichen Greenville an. Viele Patienten haben nicht das Geld um das ärztliche Honorar zu begleichen. Runkleman ist herzkrank und hofft, dass Lucas eines Tages seine Praxis übernehmen wird. Dann beginnt Lucas eine Affäre mit der einsamen reichen Witwe Harris Lang (Gloria Grahame). Zuhause ahnt seine Frau noch nichts von diesem Seitensprung. Sie ist schwanger, hat aber nicht den Mut ihrem Mann dies zu sagen....



In Stanley Kramers Film erfährt der Protagonist eine Läuterung seines falsch eingeschlagenen Lebensweges. Auch erkennt er in letzter Minute, dass er die Frau, die er geheiratet hat, auch liebt. Somit endet das Drama mit einem Happyend und entgeht der erwähnten griechischen Tragödie um Haaresbreite. In späteren Jahren hat sich Stanley Kramer vor allem auch deshalb einen bleibenden Namen in Hollywood gemacht, weil er es nicht scheute auch Tabuthemen anzusprechen. So wurde "Flucht in Ketten" ein Plädoyer gegen den Rassismus. In dem eher unbekannten "Das letzte Ufer" thematisierte Kramer einen verheerenden Atomschlag und "Wer den Wind sät" war eine interessante Debatte zwischen der Lehre von Darwin und den Aussagen in der Bibel.



 Bewertung: 8 von 10 Punkten.