Regie: Michael Curtiz
Der Verrat des Surat Khan...
Vor allem im britischen Sprachgebrauch wird der Begriff„Charge of the Light Brigade“ noch heute verwendet, um ironisch eine Unternehmung zu kennzeichnen, die mit großem Mut und hoher Disziplin, jedoch mit mangelhafter Vorbereitung und untauglichen Mitteln durchgeführt wird. Ein Scheitern wird als sicher angenommen Bei den Dreharbeiten zu dem gleichnamigen Film von Michael Curtiz aus dem Jahr 1936 wurden 125 Pferde durch Stolperfallen zum Sturz gebracht. Davon mussten 25 Tiere sofort getötet oder anschließend eingeschläfert werden, was den US-Kongress dazu brachte, neue Gesetze zum Schutz von Tieren bei Dreharbeiten herauszugeben. Zum Glück gehören diese unrühmlichen dunklen Punkte Hollywoods der Vergangenheit an. Auch ein Stuntman starb während der Dreharbeiten, als er bei einem kontrollierten Sturz vom Pferd in ein versehentlich liegen gelassenes Schwert stürzte. Kurz vor dem Sturz des Filmschurken vom Pferd sieht man, wie dasselbe einem auf dem Boden liegenden Statisten zumindest leicht gegen den Kopf tritt. "Der Angriff der leichten Brigade" spielte 3,3 Millionen Dollar ein und beschreibt - ohne große Rücksicht auf die tatsächliche Realität - diese Attacke der leichten Brigade, ein historisch verbürgter Angriff britischer Kavalleristen in der Schlacht von Balaklawa, im Krimkrieg, die zu großen Verlusten führte. Curtizs Erfolgsfilm, der überaus spannend inszeniert ist und eine düstere Grundstimmung inne hat. ist auch unter dem Namen "Der Verrat des Surat Khan" bekannt und stellt diese Attacke als Racheakt für ein Massaker des Stammesfürsen Surat Khan an Angehörigen dieser Einheit dar, der sich zwei Jahre zuvor ereignete. Der Sturm auf die russischen Stellungen wurde im Film zudem nicht durch Kommunikationsfehler ausgelöst, sondern durch bewusste Manipulation des Ordonnanzoffiziers, der statt eines Befehls zum Abzug einen Angriffsbefehl überbrachte. Der Angriff wird zwar ebenso als aussichtslos dargestellt, habe aber den Sieg der Briten im Krimkrieg ermöglicht. Wer sich für den historisch genaueren Ablauf interessiert, dem sei Tony Richardsons Version von 1968 empfohlen, der mit David Hemmings, Trevor Howard und John Gielgud bestens besetzt ist. Die Filmmusik komponierte Max Steiner – seine erste für Warner Bros. –, die Kamera führte Sol Polito. Gedreht wurde in Lone Pine, Sherwood Lake, Lasky Mesa, Chatsworth und Sonora in Kalifornien. Die Szenen am Khyber-Pass wurden in der Sierra Nevada gedreht. Dies war der zweite von acht Filmen, in denen Errol Flynn und Olivia de Havilland gemeinsam die Hauptrollen spielten. Allerdings liebt Olivia dieses Mal nicht den Draufgänger Errol, sondern dessen Filmbruder, der von Patric Knowles gespielt wird, obwohl sie mit dem Draufgänger verlobt ist. Im Jahr 1854 sind Captain Geoffrey Vickers (Errol Flynn) und sein Bruder, Captain Perry Vickers (Patric Knowles), mit dem 27. Lancers-Regiment der britischen Armee in Indien stationiert. Dies geschieht während der Herrschaft der Ostindien-Kompanie über den indischen Subkontinent. Perry hat Geoffrey heimlich belogen, indem er während dessen Abwesenheit die Liebe von Geoffreys Verlobten Elsa (Olivia de Havilland) gewonnen hat. Bei einem offiziellen Besuch beim lokalen Vasallen-Raja Surat Khan (C. Henry Gordon) rettet Geoffrey diesem während der Jagd auf Leoparden das Leben, wofür ihm der Raja ewige Dankbarkeit verspricht. Später wird Geoffrey Vickers (mittlerweile Major) zusammen mit britischen Militärfamilien in der britischen Garnison des (fiktiven) Chukoti stationiert, die im von Surat Khan kontrollierten Teil der Nordwestgrenze liegt. Eine Fehlkalkulation der Briten führt zu einem verfrühten Truppenabzug aus dem (fiktiven) Lohara und setzt Chukoti dadurch unnötigerweise der Gefahr aus. Angesichts einer erdrückenden Belagerung kapituliert der britische Kommandant, Oberst Campbell (Donald Crisp), in Tschukoti vor Surat Khan, der daraufhin die Einwohner, darunter auch britische Familien, massakriert. Auf ihrer Flucht vor dem Gemetzel verschont Surat Khan Major Vickers und Elsa und begleicht so seine Schuld gegenüber Geoffrey. Kurz darauf muss Surat Khan vor dem rachsüchtigen britischen Gegenangriff fliehen und verbündet sich mit dem Russischen Reich, das seinen Angriff auf die Briten unterstützt hatte. Die Russen wiederum befinden sich im Krieg mit den Briten auf der Krim. Die immer noch nicht ganz geklärte Dreiecksbeziehung zwischen den beiden Brüdern und der Frau sowie der Rachedurst der Hinterbliebenen finden in der Schlacht von Balaklawa ihren Höhepunkt. Major Vickers, der weiß, dass Surat Khan die russischen Stellungen gegenüber den 27. Lanzenreitern inspiziert, tauscht heimlich schriftliche Befehle von Sir Charles Macefield (Henry Stephenson) an den Kommandeur der Leichten Brigade, Sir Benjamin Warrenton (Nigel Bruce), aus, sich von den Balaklawa-Höhen zurückzuziehen. Stattdessen befiehlt Vickers den berühmten Selbstmordangriff, damit die Lanzenreiter das Massaker von Tschukoti rächen können. Vor dem Angriff erinnert Major Vickers die Truppen an das Massaker von Tschukoti und lenkt ihren Zorn: „Unser Ziel ist Surat Khan!“ Obwohl die 27. Lanzenreiter und die anderen Einheiten der leichten Kavallerie fast ihre gesamte Stärke von 600 Mann verlieren, gelingt es ihnen, russische Artilleriestellungen zu durchbrechen. Dort findet Vickers Surat Khan und tötet ihn mit einer Lanze – aber auch Geoffrey Vickers stirbt auf dem Feld der Ehre. Später kommt heraus, dass Major Vickers einen Brief an Sir Charles Macefield geschrieben hat, in dem er sein Handeln erklärt. Er zwang seinen Bruder Perry, den Brief unter Androhung eines Kriegsgerichtsverfahrens zu überbringen und rettete so seinem Bruder das fast sichere Leben während des Angriffs der 27. Lanzenreiter. Nachdem Macefield Major Vickers’ Erklärung erhalten hat, warum er die Befehle missachtet und der Angriff stattgefunden hat, übernimmt er die Verantwortung und verbrennt den Brief, um Vickers zu schützen und ihn für seine außerordentliche Tapferkeit bei der Rache für das Massaker von Tschukoti zu ehren...
Es war der teuerste und erfolgreichste Film von Warner Brothers im Jahr 1936. Jack Sullivan gewann den Oscar für die beste Regieassistenz. Ausserdem gab es Nominierungen für den besten Ton (Nathan Levinson) und für die beste Filmmusik (Max Steiner).
Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.

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