Posts mit dem Label Norman Jewison werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Norman Jewison werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 5. Februar 2025

Schick mir keine Blumen


 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Norman Jewison

Der Hypochonder...

Doris Day (1922 bis 2019) war ab Ende der 50er Jahre sicherlich eine der beliebtesten weiblichen Kinostars. Vor allem Komödien wie "Bettgeflüster", "Mit mir nicht meine Herren", "Ein Pyama für zwei", "Ein Hauch von Nerz", "Meisterschaft im Seitensprung" oder "Was diese Frau so alles treibt" waren große Kinoerfolge. In dieser Zeit erhielt sie ihre einzige Oscarnominierung für "Bettgeflüster" und erhielt insgesamt drei Golden Globes in den Jahren 1958, 1960 und 1963 als "Beliebteste Filmschauspielerin der Welt".  Der von Norman Jewison inszenierte "Send me no Flowers" (Schick mir keine Blumen" entstand 1964 und war die dritte und letzte Lovecomedy, in der die Schauspielerin gemeinsam mit Rock Hudson spielte.  Er ist nicht ganz so stark wie Jewisons "Was diese Frau so alles treibt", aber es gibt genügend humorvolle Szenen, die die etwas absurde Story über die Nöte eines Hypochonders immer in den Grenzen des guten Geschmacks belassen, der auch nie gefühllos ist und sich trotz der Situationskomik nie lustig über die Figuren macht. Jeder Gag führt zu etwas positivem, zu etwas Gutes.  Es wäre kleinlich, sich darüber zu beschweren, dass er ein wenig langweilig, ziemlich vorhersehbar und mit einem wenig überraschenden Happy End ist. Die darauf folgenden Missverständnisse sind humorvoll genug und das Schauspiel und die Regie sind so gekonnt, dass am Ende der Daumen nach oben zeigt.  George Kimball (Rock Hudson), ein Hypochonder, lebt mit seiner Frau Judy (Doris Day) in der Vorstadt. Judy erfährt vom Milchmann, dass ihre Nachbarn, die Bullards, sich scheiden lassen, und teilt George die Neuigkeit mit. Beim Mittagessen ist George entsetzt, als sein Bekannter, Winston Burr (Hal March), schadenfroh beschreibt, wie er Frauen kontaktiert, die sich scheiden lassen, und vorgibt, sie zu trösten, in der Hoffnung, sie zu verführen, während sie verwundbar sind. George besucht seinen Arzt und langjährigen Freund Ralph Morrissey (Edward Andrews), nachdem er Brustschmerzen verspürt hat. Er hört, wie der Arzt am Telefon über einen Patienten spricht, der nur noch wenige Wochen zu leben hat. George nimmt an, dass Morrissey über ihn spricht, und ist verzweifelt. Auf dem Heimweg im Zug sagt er seinem Freund und Nachbar Arnold Nash (Tony Randall), dass er bald sterben wird. Er hat beschlossen, es Judy nicht zu sagen, da er weiß, dass es sie aufregen würde. Arnold versichert George feierlich, dass er bei seiner Beerdigung die Trauerrede halten wird. In dieser Nacht träumt George davon, wie Judy Vito (Clive Clerk) heiratet, einen verantwortungslosen jungen Lieferboten, der mehr an ihrem Erbe als an ihr interessiert ist. Er besucht ein von Mr. Akins (Paul Lynde) betriebenes Bestattungsinstitut, um eine Grabstätte für drei Personen zu kaufen, darunter einen potenziellen neuen Ehemann für Judy, und gibt ihm einen Scheck über 1000 Dollar, der auf "Cash“ ausgestellt ist, damit Judy nicht herausfindet, wofür der Scheck ist. Er beschließt, einen neuen Ehemann für Judy zu finden und bittet Arnold, ihm dabei zu helfen. Bei einem Golfausflug hat Judys Golfwagen eine Panne und sie wird von ihrem alten College-Freund Bert Power (Clint Walker) gerettet, der jetzt ein texanischer Ölmagnat ist. George ist eifersüchtig auf Berts Aufmerksamkeiten für Judy und stimmt Arnold widerwillig zu, dass Bert ein großartiger Ehemann für sie wäre. Während eines Abends zwingt George Judy, mit Bert zu tanzen und zu reden. Als George auf die frisch geschiedene Linda Bullard (Patricia Barry) trifft, die mit Winston dort ist, nimmt er sie mit in die Garderobe und warnt sie vor Winstons Absichten. Sie dankt ihm und küsst ihn dankbar. Als Judy sie sieht, stürmt sie hinaus, weil sie glaubt, er wolle sie drängen, Zeit mit Bert zu verbringen, damit er sich wegen seiner Affäre mit Linda weniger schuldig fühlt. Dann erzählt George Judy, dass er im Sterben liegt. Sie ist natürlich skeptisch, da George Hypochondrie hatte, also sagt er ihr, sie könne Dr. Morrisey anrufen, um sich das bestätigen zu lassen, was sie davon überzeugt, dass er die Wahrheit sagt. Judy besteht darauf, dass George einen Rollstuhl benutzt, um seine Energie zu sparen. Als sie jedoch Dr. Morrissey sieht und er ihr sagt, dass es George gut geht, glaubt sie, George lüge, um sich vor den Konsequenzen seiner Affäre zu drücken. Sie rollt ihn in seinem Rollstuhl aus dem Haus, sperrt ihn aus und verkündet ihre Absicht, sich von ihm scheiden zu lassen....









"Send me no flowers" heißt auch der Originalsong, natürlich wird er von Doris Day auch gesungen. Der Film ist amüsant und hat immer den doppelten Boden offen. In den USA spielte der Film 9,1 Millionen Dollar ein









Bewertung: 7 von 10 Pubkten. 

Was diese Frau so alles treibt


 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Norman Jewison

Die unvergleichliche Happy Seife...

Der 1963 entstandene Doris Day Komödienklassiker "Was diese Frau so alles treibt" (Originaltitel: The Thrill of it all" wurde von Norman Jewison inszeniert und war der 16. größte Kinohit des Jahres, er spielte im Inland 11.779.093 US-Dollar ein.  Jewisons Filmhit hat sehr schnell Kultpotential erworben und gilt bei den Fans als einer der besten Doris Day Komödien überhaupt. Die urkomische Geschichte dreht sich um die Vorstadthausfrau Beverly Boyer (Doris Day) und ihren Ehemann Dr. Gerald Boyer (James Garner), einen erfolgreichen Geburtshelfer und hingebungsvollen Familienvater. Die Aufgaben des Ehepaares sind klassisch und traditionell aufgeteilt. Der Mann arbeitet und bringt das Geld heim, während sich Beverly hingebungsvoll um ihre beiden Kinder Andy (Brian Nash) und Maggie (Kym Karath) kümmert. Unterstützt wird die vielbeschäftigte Hausfrau, die auch den Ketchup selbst herstellt, von der Haushälterin Olivia (Zasu Pitts).  Geralds Rat verhilft seiner Patientin Mrs. Fraleigh (Arlene Francis) zu einer lang ersehnten Schwangerschaft, weshalb sie das Ehepaar Boyer zu einem formellen Abendessen einlädt. Dort macht es die Bekanntschaft von Mr. Fraleigh (Edward Andrews) und dessen Vater, dem exzentrischen Familienpatriarchen Old Tom Fraleigh (Reginald Owen), der die Seifenmarke "Happy“ produziert und in den Pausen eines Fernsehspiels bewerben lässt. Verärgert über die laszive Atmosphäre der bisherigen Werbebotschaften des Starlets Spot Checker (Pamela Curran) und angetan von Beverlys natürlichem Charme, macht er ihr das Angebot zu einem großzügig entlohnten Fernsehauftritt, das sie annimmt. Das Fernsehspiel des Sponsors und die von Beverly zu bestreitende Werbepause werden live gesendet, unvorbereitet steht sie im Studio und wird vom Zeichen zu ihrem Einsatz überrascht.Daher wirkt ihr Auftritt beinahe peinlich, unbeholfen. Doch sie kommt irre gut beim Publikum an, Beverly wird die Möglichkeit angeboten, ein Jahr für Happy Soap mitzuspielen. Nach dem holprigen Start erhält sie einen Vertrag über fast 80.000 Dollar pro Jahr (etwa 800.000 Dollar im Jahr 2023), um in wöchentlichen Fernsehwerbespots aufzutreten. Bald stellt die Seifenfirma immer höhere Anforderungen an den ungewöhnlichen Fernsehstar. Gerald ärgert sich darüber, dass die Auftritte immer mehr Zeit in Anspruch nehmen und dass seine Position als Ernährer der Familie durch Beverlys Reichtum bedroht wird. Er wird auch eifersüchtig auf die Aufmerksamkeit, die Beverly durch ihren neu gewonnenen Ruhm erhält. Ihre Beziehung verschlechtert sich langsam, aber Geralds Geduld reißt schließlich, als die Seifenfirma Beverly einen Swimmingpool schenkt, der heimlich auf dem Gelände der Familiengarage gebaut wird, und er später am Abend versehentlich mit seinem Auto hineinfährt und versinkt. Nach einer wütenden Auseinandersetzung zwischen den beiden verlässt er das Haus mit dem Ultimatum, dass sie sich entweder für ihre Karriere oder ihre Ehe entscheiden muss...









Die herkömmliche Seife, die Beverly bislang benutzt hat riecht halt wie der Dackel von Johnsons, aber die Happy Seife erzeugt den betörenden Duft wie bei der Klavierlehrerin der kleinen Maggie. Der Film profitiert deutlich von der sehr guten Drehbuch von Larry Gelbart und Carl Reiner. Die Darsteller sind in bester Spiellaune. Die Szene in der Garner mit seinem 1958er Chevrolet Impala in den Swimmingpool fährt, bleibt unvergesslich. Die Drehbuchautoren machen sich auch köstlich über die Werbeindustrie lustig. Der Name des neuen Hausmädchen der Boyers ist in der deutschen Synchronfassung Magdalena, sie ist hier eine Italienerin mit schwerem Akzent und wird von Lucy Landau gespielt. Im Original ist diese Haushälterin dagegen eine Deutsche, die Frau Goethe heißt. Auch optisch ist der Film stark - Russell Metty war der Kameramann.









Bewertung: 8 von 10 Punkten. 

Montag, 22. Mai 2023

Anatevka


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Norman Jewison

Der Fiedler auf dem Dach...

Das Musical "Anatevka" enstand 1971 - zu einer Zeit als die goldene Ära des Genres schon überschritten war. Dennoch schaffte der Film von Norman Jewison, der nach einem Drehbuch von Joseph Stein verfasst wurde, die Spitze der Kinojahrescharts 1971 zu erobern. Er spielte 40 Millionen Dollar in den USA ein und schlug damit Kassenhits wie "French Connection", "Dirty Harry", "Summer of 42", "Uhrwerk Orange" oder "Diamonds are forever".
Das Musical erzählt die Geschichte des armen jüdischen Milchmanns Tevje, der im frühen 20. Jahrhunderts im kaiserlichen Russland lebt -  mit seiner Frau und 5 Töchtern. Die Tradition will es so, dass diese fünf Töchter durch eine Heiratsvermittlerin sozusagen an den Mann gebracht werden sollen. Inmitten dieses traditionell geprägten Dorflebens geht die Sorge wegen der möglichen zaristischen Progrome um.
Die Dreharbeiten fanden in den Shepperton Studios in England und an Schauplätzen im ehemaligen Jugoslawien statt.
Auch der Song "If I were a rich man" (deutsche Version: Wenn ich einmal reich wär) wurde ein weltweiter Erfolg.
Es ist das Jahr 1905. Tevje (Chaim Topol) lebt in dem ukrainischen Dorf Anatevka, einem typischen Schtetl Russlands. Das Leben im Dorf vergleicht der Milchmann mit einem Fiedler auf dem Dach, der die Tradition nutzt, um eine angenehme, einfache Melodie zu spielen, ohne dass ihm dabei das Genick bricht.
In der Stadt trifft Tevye auf den radikalen Kommunisten Perchik (Paul Michael Glaser), der die Leute wegen einer sehr wahrscheinlichen baldigen Vertreibung aus dem Dorf, warnt. Tevye findet den jungen Marxisten zwar für verrückt, aber er lädt ihn zu sich nach Hause ein, wo seine Frau Golde (Norma Crane) für die ganze Familie gekocht hat. Die älteste Tochter Tzeitel (Rosalind Harris) soll mit dem Schlachter Lazar Wolf (Paul Mann) vermählt werden - alles eingefädelt durch die versierte Vermittlung der Kupplerin Jente (Molly Pichon). Doch Tzeitel liebt nicht den gut situierten Heiratskandidaten, sondern den armen Schneider Motel Kamzoll (Leonard Frey). Es kommt zum Eklat, weil sich Tzeitel vehement gegen diese Zwangsheirat wehrt und schließlich findet Tevye genügend Gründe die Abmachung mit dem Schlachter zu canceln - er gibt seiner Tochter und dem Schneider seine Erlaubnis und sein Segen. Auch die zweitjüngste Tochter Hodel (Michele Marsh) repräsentiert den Geist einer neuen Zeit, denn sie hat sich in den Rebellen Perchik verliebt und will diesen auch ehelichen. Es gibt noch eine dritte flügge Tochter im Haus: Chava (Neva Small) lernt den Nichtjuden Fedja (Ray Lovelock) kennen und lieben. Das ist dann erstmal zuviel für Tevye. Hier versagen erstmalig seine Monologe über das Für und Wider von unmöglichen Heiratswünschen...








Am Ende des Films kommt es tatsächlich zur Vertreibung, aber die Menschen lassen sich nicht ihre Freude am Leben nehmen. Es gibt tolle Songs und klasse Choreographien mit russischen Tänzen und sogar mit einer Traumsequenz, die Tevye seiner Frau vorlügt. Er erzählt, dass ihm die Witwe des Schlachters im Traum erschien und mit der baldigen Hochzeit überhaupt nicht konform geht. Der israelische Schauspieler Chaim Topol liefert eine grandiose Vorstellung, die mit einer Oscarnominierung belohnt wurde. Ebenso wurde Leonard Frey als Nebendarsteller von der Academy mit einer Nominierung bedacht. Ausserdem gabs Nennungen in den Kategorien "Bester Film", "Bester Regisseur", "Bestes Szenenbild", die nicht zum Sieg führten. In drei Kategorien durfte aber gejubelt werden: John Williams wurde für die beste Musik ausgezeichnet. Der britische Kameramann Oswald Morris (Oliver, Ein Haufen toller Hunde, Der Spion, der aus der Kälte kam, Moulin Rouge, Moby Dick) gewann ebenso einen Oscar. Desweiteren wurden die Herren Gordon K. McCallum und David Hyldyard für ihre Leistung in der kategorie "Ton" geehrt.







Bewertung: 9 von 10 Punkten.