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Sonntag, 2. März 2025

Hans Christian Andersen und die Tänzerin



Regie: Charles Vidor

Schuster und Märchenerzähler...

Der 1952 in Hollywood enstandene Musical Film "Hans Christian Andersen" (deutscher Titel: Hans Christian Andersen und die Tänzerin) ist ein Film fürs Herz und war im Kinojahr 1952 nach "Die größte Show der Welt", This is Cinerama" und "Schnee am Kilimandscharo" der vierterfolgreichste Film des Jahres. Er schaffte einen Umsatz von ca. 6 Millionen Dollar.  Regie führte Charles Vidor (Es tanzt die Göttin, Gilda, Nur wenige sind auserwählt, Tyrannische Liebe, Der Schwan), das Drehbuch stammt von Moss hart und Ben Hecht und basiert auf einer Geschichte von Myles Conolly. Obwohl der film von von Hans Christian Anders handelt, dem dänischen Autor vieler weltberühmter Märchen aus dem 19. Jahrhundert, beschreibt die fiktive Geschichte die Liebe des Dichters zu einer Primaballerina, was aber keinen realen Bezug zum Leben des Dichters hat.  In der Einleitung wird die Handlung als "nicht die Geschichte seines Lebens, sondern ein Märchen über diesen großen Märchenerfinder“ beschrieben Andersen, gespielt von Danny Kaye, wird als Schuster aus einer Kleinstadt mit einem kindlichen Herzen und einer lebhaften Fantasie dargestellt. Ein großer Teil der Geschichte wird durch Lieder (Musik und Texte von Frank Loesser) und Ballett erzählt und umfasst viele der berühmtesten Geschichten des echten Andersen, wie "Das hässliche Entlein", "Däumelinchen", "Des Kaisers neue Kleider" und "Die kleine Meerjungfrau". Der Film war zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung auch international ein Hit.  In den 1830er Jahren verbringt der Schuster Hans Christian Andersen (Danny Kaye) in der dänischen Kleinstadt Odense seine Tage damit, den Dorfkindern Märchen zu erzählen. Eines Tages fleht der strenge Schulmeister (John Brown) den Bürgermeister (John Qualen) und die Ratsherren an, dem Schuster das Vorliebe abzugewöhnen, die Schüler mit seinen Geschichten abzulenken. Hans kehrt schließlich in seine Werkstatt zurück, wo ihn sein jugendlicher Assistent, der Waisenjunge Peter (Joseph Walsh), anfleht, mit dem Ärger aufzuhören. Als die Kinder am nächsten Tag nicht zur Schule kommen, schlussfolgert der Schulmeister, dass Hans seine Schüler wieder ablenkt. Als der Schulmeister dann verlangt, dass der Bürgermeister und die Ratsherren zwischen ihm und dem Schuster wählen, beschließen sie, dass Hans Odense verlassen muss. Peter versucht seinen Freund zu retten, indem er vorschlägt, nach Kopenhagen zu reisen. Nach einer Seereise erreichen Hans und Peter den Hafen der Stadt und finden ihren Weg zum Großen Platz von Kopenhagen - hier ertönt der bekannte Song "Wonderful Copenhagen". Als Hans sich der Menge vorstellt, während er auf einer Statue des Königs steht, wird er von der Polizei verhaftet, weil er das Bild ihres Anführers diffamiert hat. Peter, der sich vor der Polizei am Hintereingang des Königlichen Theaters versteckt hat, hört, wie der Choreograf Niels (Farley Granger) von einem Produzenten der Truppe verlangt, einen Schuster zu rufen, und bittet ihn, seinen Freund aus dem Gefängnis zu befreien. Hans sieht vor dem Fenster seiner Gefängniszelle ein einsames junges Mädchen und bietet an, sie seinem Gefährten vorzustellen. Indem er auf seinem Daumen malt, erschafft Hans eine Puppe, die er Däumelinchen nennt und die das Mädchen zum Lächeln bringt. Bald wird Hans von der Theatertruppe aus dem Gefängnis freigekauft und ins Theater gebracht, wo er von der Schönheit und dem Talent einer Generalprobe des Königlichen Dänischen Balletts verzaubert ist. Als Niels die Vorstellung der ersten Ballerina Doro (Zizi Jeanmaire) lächerlich macht, beschwert sie sich, dass ihre Schuhe angepasst werden müssten. Doro gibt Hans die Schuhe, der sich sofort in die Ballerina verliebt. Peter erfährt, dass Niels und Doro trotz ihrer Streitigkeiten im Theater ein glückliches Ehepaar sind. Hans widersetzt sich der Idee und schreibt Doro einen Liebesbrief in Form einer Fabel namens "Die kleine Meerjungfrau", in der er ihr mitteilt, dass sie den falschen Mann gewählt hat. In dieser Nacht liest Peter heimlich den Brief, doch ein Windstoß reißt ihn aus seinen Händen und trägt ihn ins Theater, wo ihn ein Türsteher Doro übergibt. Am nächsten Tag bricht die gesamte Balletttruppe zu ihrer jährlichen Tournee auf und lässt Hans verlassen zurück, doch bald findet er Trost darin, eine neue Gruppe von Kindern mit seinen Geschichten zu unterhalten. Eines Tages bleibt Lars (Peter Votrian), ein trauriger Junge mit rasiertem Kopf, zurück, nachdem die anderen Kinder ihn geärgert haben. Hans erzählt ihm die Geschichte eines hässlichen Entleins, das von seinen Altersgenossen geächtet wird, bis es zu einem hübschen Schwan wird. Wenn er nicht bei den Kindern ist, zählt Hans die Tage, indem er ein Paar bunte Satinschuhe nach dem anderen für seine abwesende Ballerina näht. Eines Tages erhält Hans eine Einladung von der Zeitungsredaktion der Gazette, in der Lars‘ Vater, der Verleger, Hans dafür dankt, dass er seinem Sohn geholfen hat, seine Schwierigkeiten zu überwinden, und anbietet, "Das hässliche Entlein“ in der Zeitung zu veröffentlichen. Überglücklich über die Nachricht bittet Hans darum, seinen Namen von „"Hans, der Schuster“ in "Hans Christian Andersen“ zu ändern, und rennt die Straße hinunter und singt voller Stolz seinen vollen Namen. Als die Balletttruppe am Abend zurückkehrt, erzählt Doro Hans, dass sie ein Ballett basierend auf seiner Geschichte "Die kleine Meerjungfrau“ geschaffen haben, was Hans als Zeichen ihrer Liebe zu ihm ansieht. Am nächsten Abend warnt Peter Hans, dass Doro ihn demütigen wird. Enttäuscht von der Haltung seines Freundes schlägt Hans vor, dass sie sich trennen sollten, und geht zur Premiere des neuen Balletts. Als Hans versucht, Doros Pantoffeln hinter die Bühne zu bringen, sperrt Niels den hartnäckigen Schriftsteller in einen Schrank, damit er die Darsteller nicht stört. Während Hans der Musik lauscht und von seiner Geschichte träumt, beginnt die Aufführung auf der Bühne. Am Morgen nach dem Ballett lässt Doro Hans kommen und erfährt, dass er in sie verliebt ist und ihre Beziehung zu Niels missverstanden hat. Niels unterbricht ihr Gespräch und beschämt Hans, indem er ihm Geld für "Die kleine Meerjungfrau“ anbietet. Hans lehnt Niels‘ Angebot ab und behauptet, sein Werk sei ein Zufallstreffer gewesen. Doro nimmt die Pantoffeln an, die Hans für sie gemacht hat, und lässt ihn gehen. Auf dem Weg nach Odense trifft Hans Peter und erneuert die Freundschaft mit ihm. Als er die Stadt erreicht, wird Hans wie eine Berühmtheit begrüßt und unterhält nicht nur die Kinder, sondern auch die Bürger, darunter den Schulmeister, mit seinen mittlerweile berühmten Moralgeschichten....







Die damals berühmte Ballerina Zizi Jeanmaire gab in diesem Film ihr geglücktes Filmdebüt. Der Film wurde in 6 Kategorien für den Oscar nominiert: Beste Kamera Harry Stradling, beste Filmbauten, beste Kostüme, beste Musik, bester Song und bester Ton. Für Danny Kaye gab es auch eine Golden Globe Nominierung. Tatsächlich ist der Film wunderschön und sorgfältig gemacht, die Emotionen kommen nicht zu kurz. Die Geschichte ist nicht nur poetisch, auch ein bisschen traurig, da sie von einer unerfüllten Liebe handelt. Aber immerhin bleibt das Band wahrer Freundschaft zwischen Hans und Peter bestehen. Ein großen Raum nehmen auch die überragenden Ballettsequenzen ein, die in der Tat von Ausnahmekünstlern bestritten hat. Samuel Goldwyn, der Produzent, hat die kreativsten Talente in diesem sehr schönen Film versammelt.  








Bewertung: 8 von 10 Punkten. 

Dienstag, 3. August 2021

In einem anderen Land


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Charles Vidor

Eine Liebe in Kriegszeiten...

Es gibt einige herausragende Hemingway Verfilmungen wie beispielsweise "Haben und Nichthaben" (Howard Hawks) oder  "Rächer der Unterwelt" (Robert Siodmak). Es gibt recht gute Adaptionen wie "Wem die Stunde schlägt" (Sam Wood) oder "Der alte Mann und das Meer" (John Sturges). Einige jedoch wie "Zwischen Madrid und Paris" (Henry King) oder das opulente Liebesdrama im Krieg "In einem anderen Land" (Charles Vidor) erwiesen sich eher als enttäuschend. "In einem anderen Land" ist auch ein Film seines egozentrischen Produzenten David 0´Selznick, der mit "Vom Winde verweht" Filmgeschichte schrieb und der es liebte, dass seine Filme irgendwie überlebensgroß wirkten. Bereits beim Filmvorspann erscheint in übergr0ßen Lettern der Filmtitel, was an seinen bereits erwähnten Welterfolg erinnert und auch die Bilder der beiden Kameramänner Oswald Morris (Moulin Rouge, Moby Dick, Oliver, Anatevka, Kanonen von Navarone)  und Piero Portalupi (Bellissima) erscheinen stellenweise sehr wuchtig.
Immerhin waren die Einnahmen in den Kinos dieser Welt auch sehr hoch - der Film spielte weltweit 20 Millionen Dollar ein und belegt in den US-Kinojahrescharts den 7. Rang (gemeinsam mit Robert Rossens "Heiße Erde").
Hemingway selbst war nicht sehr begeistert, denn in seiner Vorlage ist die verliebte Krankenschwester erst 21 Jahre alt, die Hauptdarstellerin Jennifer Jones war jedoch bereits 38 Jahre alt, also um 6 Jahre älter als ihr Filmpartner Rock Hudson. Aber Selznick setzte sich durch seiner damaligen Ehefrau die Hauptrolle zu geben. Ich halte beide Schauspieler für diese Rollen fehlbesetzt.
Leider ist die Darstellung dieser Liebesbeziehung seltsam langweilig und geht nie unter die Haut. Der Funke will einfach nicht überspringen, der Zuschauer muss sich mit der schönen Optik des Movies zufriedengeben. Die besten Szenen hat Vittorio de Sica als Dr. Rinaldi - dies erkannte auch die Academy und er ist auch der einzige Nominierte bei den Oscars für diese Selznick Produktion.
Rock Hudson ist weit entfernt von seinem grandiosen Schauspiel, das er in George Stevens "Giganten" als Großrancher Jordan Benedict zeigen durfte. Er spielt den amerikanischen Offizier Frederick Henry, der während des 1. Weltkriegs in einer Ambulanzeinheit der italienischen Armee dient. Sein Motiv ist ein Hang zum Idealismus, er will etwas nützliches in einer Zeit tun, in der viel Schrecken und Tod die Menschen begleitet. Sein bester Freund ist Dr. Rinaldi (Vittorio de Sica), ein sehr symathischer Frauenheld. Meistens ist bei den Männergesprächen auch noch der empathische Pater Galli (Alberto Sordi) dabei. Während er sich in einem britischen Krankenhaus in Norditalien von einer Wunde erholt, wird er von der spröden und etwas verbitterten Catherine Barkley (Jennifer Jones) betreut, eine Krankenschwester des Royal Army Nursing Corps. Die beiden verlieben sich ineinander und stürzen sich in eine Affäre. Doch die Oberschwester Miss van Campen (Mercedes McCambridge - eine hervorragende Schauspielerin, die hier völlig unter ihren Möglichkeit eingesetzt wurde) kommt dem heimlichen Treiben auf die Schliche und sorgt dafür, dass der amerikanische Soldat wieder gesundgeschrieben wird und in den Krieg muss. Durch den Wahnsinn des Krieges steht Frederick plötzlich vor einem Standgericht, er soll erschossen werden und er nutzt die Chance zur Flucht. Zurück zu seiner Geliebten entscheiden sich die beiden für die Flucht per Boot in die neutrale Schweiz...




Doch damit ist der Film natürlich noch lange nicht zu Ende. Es gibt noch eine Menge Liebesschwüre, Catherines Schwangerschaft und ein Wiedersehen mit bekannten Schauspielern wie Oskar Homolka (er spielt den Arzt von Catherine) sowie der deutschen Eva Kotthaus (als Schwester im Kreissaal). Der Film endet natürlich nicht mit HappyEnd. Am Ende hat Frederick Henry alles verloren und er irrt verloren durch die Straßen. Erwähenswert die sehr stimmungsvolle Musik von Nascimbene. "In einem anderen Land" war einer der letzten Filme von Charles Vidor, dessen wichtigster Film natürlich der Film Noir "Gilda" ist und bleibt.



Bewertung: 5,5 von 10 Punkten.