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Montag, 18. Januar 2021

Das Geheimnis der schwarzen Witwe

























Regie: Franz Josef Gottlieb

Mörderische Spinne... 

Von den meisten Kritkern wurde der 1963 gedrehte deutsch-spanische Louis Weinert-Wilton Krimi "Das Geheimnis der schwarzen Spinne" als ein typischer Edgar Wallace Filmverwandter wahrgenommen. Dem Erfolg an der Kinokasse tat dies aber keinen Abbruch, auch wenn die Einnahmen mit 1,6 Millionen Zuschauern in Deutschland nicht mehr so hoch waren wie bei den beiden von Harald Reinl inszenierten Vorgängerfilmen "Der Teppich des Grauens" und "Die weiße Spinne". Unter der Regie von Franz Josef Gottlieb (Fluch der gelben Schlange, Der schwarze Abt, Phantom von Soho, Die Gruft mit dem Rätselschloß, Das siebente Opfer) wurde im aufwendigen Scope Format gedreht und der sehr populäre O.W. Fischer konnte für die Hauptrolle gewonnen werden. Die Filmmusik schrieb Antonio Perez Olea, der Filmsong "Die schwarze Witwe" von Martin Böttcher komponiert und von Belina gesungen. Ein düsteres Lied, dass aber bestens zur Geschichte passt und die Dramaturgie mit der düsteren Stimmung untestützt. Während der Song auf der Bühne dargeboten wird, sitzt Karin Dor unter den Zuschauern und alles deutet daraufhin, dass sie in ihrer Rolle als Clarisse die Mörderin, die schwarze Spinne sein könnte. Ntürlich muss so eine niederträchtige Story im nebligen London spielen und Scotland Yard hat es mit einem fiesen Killer zu tun, der seine Opfer mit dem hochgiftigen Geschoss in Form einer schwarzen Witwe tötet. Eine Megastory für den Reporter Welby (O.W. Fischer), der ganz nebenbei noch ein extremer Säufer ist. Der Mann arbeitet für die "London Sensations" und mischt sich in die Ermittlungen ein. Ein Vorhaben, dass der Polizei gar nicht recht ist. Doch er findet immerhin heraus, dass die beiden Opfer sich kannten und beide vor 12 Jahren Mitglieder einer Expedition in Mexiko gewesen sind, der Leiter Sir Alfons Avery durch den Biss einer schwarzen Witwe ums Leben kam. Geht es da vielleicht um eines der ältesten Mordmotive der Welt: Rache ? Damit sind auch die anderen Mitglieder der Expedition wie Osbourne (Werner Peters), Bromfield (Antonio Casas) und Cartwright (Jose Maria Cafarel) in höchster Gefahr. Welby bekommt von dem sonderbaren Bibliothekar Fish (Eddie Arent) beste Unterstützung und immer wieder taucht ein Fremder (Klaus Kinski) auf, der einen unheimlichen Eindruck macht (schließlich ist es ja Klaus Kinski, der diese Figur spielt). Bald lernt er die schöne Clarisse kennen, die die Tochter des damals verstorbenen Expeditonsteilnehmers ist..




In der Schlüsselrolle als Helen Osbourne ist die osterreichische Schauspielerin Doris Kirchner zu sehen, die mit dem Regisseur des Films verheiratet war. Für Fans von Edgar Wallace Movies ist "Das Geheimnis der schwarzen Witwe" als naher Verwandter natürlich ein Muss.




Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

Sonntag, 22. November 2020

Das siebente Opfer


Regie: Franz Josef Gottlieb

Satan in Gefahr...

Regisseur Franz Josef Gottlieb drehte mit "Der Fluch der gelben Schlange", "Der schwarze Abt" (beide Edgar Wallace), "Das Geheimnis der gelben Schlange" nach Louis Weinert-Wilton, "Das Phantom von Soho" nach Bryan Edgar Wallace und "Die Gruft mit dem Rätselschloß" (Edgar Wallace) in den frühen 60er Jahren einige sehr erfolgreiche deutsche Krimis. Daher wurde er auch 1964 von Produzent Artur Brauner für einen weiteren Film nach Bryan Edgar Wallace verpflichtet: Das siebente Opfer war damit bereits der 7. Film dieser Reihe nach Vorlagen des Autors, doch der Erfolg an der Kinokasse ebbte langsam ab. 569.000 Kinogänger im Vergleich zu anderen filmischen Verwandten war somit eher enttäuschend. 
Und dies obwohl die Macher mit eine großen Aufgebot an guten Schauspielern. So sind Werner Peters und Dieter Borsche in kleinen Cameo Auftritten zu sehen. Hansjörg Felmy bekam die Hauptrolle. Für Humor sorgten Trude Herr und Peter Vogel.
In "Das siebente Opfer" geschehen im Laufe der Handlung sechs Morde. Am Ende kommt sogar noch dieser besagte Siebente dazu und alles hängt damit zusammen, dass der wohlhabende Lord John Mant (Walter Rilla), ein ehemaliger Richter, sein bestes Pferd - es heißt Satan - am bald bevorstehenden Pferderennen Royal Ascot starten lassen will. Keine Frage, dass das edle Tier der große unschlagbare Favorit ist und wer auf ihn setzt, der kann bei den Wetten richtig groß absahnen. Der zwielichtige Nachtclubbesitzer Ed Ranova (Wolfgang Lukschy) hat aber einen ganz anderen Plan, denn er will auf keinen Fall, dass Mants Pferd gewinnt und schreckt auch vor miesen Verbrechen nicht zurück. So muss der Reiter von Satan als Erster dran glauben. Alles sieht wie ein Unfall aus, aber Inspektor Bradley (Heinz Engelmann) von Scotland Yard wird den Fall nicht so schnell los, denn die Todesfälle auf dem Anwesen des Lords häufen sich zunehmend. Dort tummeln sich natürlich eine ganze Reihe von potentiellen Verdächtigen, wie beispielsweise Mants Schwester Jenny Stratford (Alice Treff), die hübsche Nichte Avril (Ann Smyrner), ein undurchsichtiger Veterinär (Harry Riebauer), der Sohn des Lords (Helmuth Lohner), ein äusserst neugieriger Butler (Peter Vogel), Reverend Turner (Hans Nielsen) sowie der Maler Peter Brooks (Hansjörg Felmy), der vom Lord für ein paar Tage eingeladen wurde. Alles wird zunehmend gefährlicher....







Franz Josef Gottlieb setzt auf das bewährte Prinzip, dass die Wallace Filme und Co. zum ultimativen Erfolgsrezept werden ließen. Fans dieser Filme werden auch "Das siebente Opfer" sehr unterhaltsam und vergnüglich finden, denn mit der bekannten Prise Humor sind auch die sechs Morde gut zu bewältigen. Der Film entstand auch schon beinahe am Ende dieser sehr innovativen Kriminalfilmphase des deutschen Films, der dann einige Jahre später durch eine etwas härtere Gangart und einer höheren internationalen Coproduktion die starke Verwandtschaft zum "Gialla" bewies.






Bewertung: 6,5 von 10 Punkten. 
 

Samstag, 14. November 2020

Das Phantom von Soho















Regie: Franz Joseph Gottlieb

Von Rache besessen....

"Das Phantom von Soho" ist ein Film von Franz Joseph Gottlieb und der fünfte Beitrag in der Reihe der damals recht erfolgreichen Bryan Edgar Wallace Filmserie. Mit namhaften Darstellern wie Dieter Borsche, Barbara Rütting, Elisabeth Flickenschildt, Werner Peters oder Hans Söhnker ist der Kriminalfilm äusserst attraktiv besetzt. Regisseur Franz Joseph Gottlieb drehte auch die beiden Edgar Wallace Filme "Der schwarze Abt" und "Die Gruft mit dem Rätselschloß" sowie den Louis Weinert Wilton Beitrag "Das Geheimnis der schwarzen Witwe". Ausserdem inszenierte er Unterhaltungsfilme wie "Die Försterchristel", "Durchs Wilde Kurdistan", "Im Reich des silbernen Löwen", "Oswald Kolle.: Das Wunder der Liebe", "Wenn die tollen Tanten kommen", "Tante Trude aus Buxtehude" oder "Popcorn und Himbeereis". Später hatte er beim deutschen Fernsehen Erfolg mit der Serie "Manni, der Libero" oder "Der Landarzt". "Phantom von Soho" aus dem Jahr 1964 fällt verglichen mit den anderen Bryan Edgar Wallace Filmen etwas aus der Reihe, was aber keineswegs negativ gemeint ist. Die Geschichte braucht zwar etwas Zeit, um sich zu entfalten, aber dank der Schauspieler bleibt der Zuschauer gut gelaunt dabei und macht sich mit auf diese irre Suche nach dem "Phantom von Soho". Dieter Borsche spielt den etwas schroffen und kauzigen Chefinspektor Hugh Patton, der von seinem Vorgesetzten Scotland Yard Chef Sir Philipp (Hans Söhnker) mit dem Fall betraut wird. Im Londoner Stadtteil Soho wurde ein Mann erstochen und der fleißige, aber etwas tollpatschige Sergeant Hallam (Peter Vogel) findet bei der Leiche 100 Pfund und eine afrikanische Holzfigur. Hat der Täter diese beiden Sachen beim Opfer gelassen und was könnten diese beiden Anhaltspunkte bedeuten. Während Patton sehr akribisch an den Fall herangeht, hat sein Boss ganz andere Sachen im Kopf. Er flirtet heftig mit der bekannten Krimiautorin Clarinda Smith (Barbara Rütting), die gerade einen neuen Roman schreibt. Dieses  neue Buch soll sich am Fall orientieren, der gerade jetzt Scotland Yard vor große Herausforderungen stellt. Wieder einmal führt die Spur in ein verruchtes Etablishement, das "Sansibar" heißt und von der geheimnisvollen Joana Filiati (Elisabeth Flickenschildt) geleitet wird. Gemeinsam mit ihrem Heilpraktiker Dr. Dalmer (Werner Peters) macht sich die Geschäftsfrau aus dem roten Milieu verdächtig. Aber auch andere obskure Gestalten wie der wie der vorbestrafte Manager Gylard (Stanislaw Ledinek) oder der Messerwerfer Jussuf (Kurt Jaggberg) könnten etwas mit den Morden zu tun haben. Dann taucht auch noch ein Mann mit Leberfleck ((Otto Waldis) auf und die Clubfotografin Corinne (Helga Sommerfeld) gerät bald in große Gefahr... 







Mit einem netten Plot sorgt "Phantom von Soho" bis zum Schluß für Kurzweil und gute Unterhaltung. Der Titelsong "Soho" wird von Tanja Berg gesungen. Eine Sängerin, die in den 70er Jahren einige Hitparadenerfolge hatte. Als größtes Plus erweisen sich die Darsteller Borsche, Rütting und Söhnker, die sichtlich Spass an der trivialen Krimigeschichte haben und ihre Begeisterung auch auf den Zuschauer übertragen können. Für mich einer der besten Filme dieser Reihe. Der Film verzeichnete mehr als 1 Million Kinozuschauer. 






Bewertung: 8 von 10 Punkten. 

Sonntag, 2. März 2014

Die Gruft mit dem Rätselschloß

























Regie: Franz Josef Gottlieb

Das blutige Vermächtnis des Mr. Real...

Franz Josef Gottlieb saß zweimal für einen Edgar Wallace Film der Rialto auf dem Regiestuhl: Nach "Der schwarze Abt" folgte 1964 "Die Gruft mit dem Rätselschloß". Es war der 19. Film der Edgar Wallace Reihe und der bis dato erfolgloseste, denn nur 1,3 Millionen Kinogänger wollten die gruselige Krimiunterhaltung sehen. Vielleicht lag es daran, dass ein großer Name wie Joachim Fuchsberger in der Hauptrolle fehlte, die Macher setzten auf Inspektor Angel, der von Harry Meyen gespielt wird  und in der ganzen Story nur eine Nebenrolle einnehmen durfte. Ein Glück ist Sir John (Siegfried Schürenberg) wieder dabei, in den Hauptrollen ein Harald Leipnitz, der den Part des hilfsbereiten Typen einnimmt und eng mit Scotland Yard zusammenarbeitet. Es geht um das Millionenerbe des einstigen Casinobesitzers Mr. Real (Rudolf Forster - herrlich böse), der nicht mehr lange zu leben hat und so kurz vor seinem nahen Tod nun mit Gewissensgebissen geplant wird. Einst hat er dem Vater der jungen Kathleen Kent (Judith Dornys) durch Manipulation das gesamte Vermögen abgenommen, die Existenz war zerstört, der Mann verübte Selbstmord. Nun will er dieses Unrecht wieder gut machen und Kathleen erben lassen. Der alte Mann hat seine Schätze aber in einer Gruft mit einem Rätselschloß aufbewahrt, den Real durch eine Vielzahl von Schutmechanismen gesichert hat, die jeden Eindringling das Leben kosten. Aber bevor es soweit ist und jemand der Beteiligten in die geheiligten Tresorräume eindringen können, wird die angehende Millionenerbin nebst ihrem Rechtsberater Ferry Westlake (Eddi Arent), die extra aus Australien nach London angereist sind, von Reals altem Kompagnon Connor (Ernst Fritz Fürbinger) entführt. Weitere dubiose Figuren wie Feder Lissie (Vera Tschechowa), George (Klaus Kinski), Anwalt Spedding (Werner Peters) oder Margaret Clayton (Ilse Steppat) komplettieren die Reihe der Verdächtigen, denn gemordet wird natürlich auch. Und das schon in der ersten Szene einer Kinoaufführung eines Edgar Wallace ähnlichen Films...







"Die Gruft mit dem Rätselschloß" ist einer der wenigen Edgar Wallace Filme, die etwas unausgegoren wirken, denn nach einem recht lahmen Anfang mit der Entführung von Kathleen Kent und deren Aufenthalt in einem verschlossenen Zimmer kommt nicht viel Spannung und Dynamik zustande. Ein Glück, dass Rudolf Forster da einen sehr effektiven Bösewicht spielen darf, der perfide Techniken ersinnt, um sich pervers auszuleben. Erst allmählich kommt Fahrt auf und am Ende gibts dann interessanterweise eine der spannendsten Szenen überhaupt in einem Edgar Wallace Film, für mich sehr stark mit Hitchcock´scher Suspence versehen, Der Ort ist eine alte Kornmühle, dort werden die Riesenräder zum Verhängnis...hier erinnerte ich mich an "Foreign Correspondent" aber auch an "Der zerissene Vorhang" und die Ermordung des Stasi Mannes Wolfgang Kieling.
Natürlich ist die Auflösung wieder rundum gelungen und versöhnt mit dem etwas schwerfälligen ersten Teil des Films. 






Bewertung: 6,5 von 10 Punkten.