Dienstag, 17. Februar 2026

Vertauschtes Glück















Regie: Edmund Goulding

Die große Lüge...

Nachdem Bette Davis die Dreharbeiten zu „Geheimnis von Malampur“ abgeschlossen hatte, verbrachte sie ihren Urlaub in New Hampshire. Nach ihrer Rückkehr nach Hollywood wurde ihr die Rolle der Maggie Peterson in "The Great Lie“ (deutscher Titel: Vertauschtes Glück) angeboten. „Ich war nicht sonderlich begeistert“, erinnerte sie sich später, doch die vielen Briefe von Fans, in denen sie gebeten wurde, zur Abwechslung eine sympathische Rolle zu spielen, brachten sie schließlich dazu, das Angebot anzunehmen. „Maggie war eine der wenigen Rollen, in denen ich eine Figur spielte, die mir im Grunde sehr ähnlich war“, sagte sie irgendwann in einem Interview. Die Besetzung der Rolle der Sandra Kovak erwies sich als schwierig. Obwohl Miriam Hopkins ideal für die Rolle gewesen wäre, wurde sie aufgrund der vielen Probleme, die sie während ihrer gemeinsamen Zeit mit Davis in „Die alte Jungfer“ verursacht hatte, nicht in Betracht gezogen. Viele Schauspielerinnen bewarben sich um die Rolle, so auch Mary Astor, die sogar sehr gut Klavier spielen konnte.  Davis, die gerne mit starken Schauspielerinnen zusammenarbeitete, die sie in gemeinsamen Szenen herausfordern konnten, hielt Astor für die Beste und bestand darauf, dass Studioboss Jack L. Warner sie erneut vorsprach, diesmal am Klavier, da Produzent Hal B. Wallis ihr die Rolle nicht anbieten wollte. Die Dreharbeiten begannen, obwohl die Rolle der Sandra noch immer unbesetzt war, was Davis sehr beunruhigte. Sie und Regisseur Edmund Goulding gerieten in so viele hitzige Diskussionen, dass die Schauspielerin eine Kehlkopfentzündung bekam, und die Dreharbeiten wurden für zwei Tage unterbrochen. Als Davis am 8. November 1940 ans Set zurückkehrte, erfuhr sie, dass Wallis und Warner ihrer Forderung nachgegeben und Astor die Rolle gegeben hatten.Davis und Astor verstanden sich auf Anhieb. Sie erkannten Schwächen beim Drehbuch und schrieben viele Dialoge um, so wird den beiden Rollen mehr Tiefe zugestanden. So entstand neben der Hauptrolle für Bette Davis ein fast gleichwertige wichtige Rolle für Mary Astor. Als die Konzertpianistin Sandra Kovak (Mary Astor) und ihr Ehemann, der Pilot Peter Van Allen (George Brent), feststellen, dass ihre spontane Ehe ungültig ist, weil ihre Scheidung vor der Hochzeit nicht rechtskräftig war, verlässt er sie und heiratet seine alte Liebe Maggie Patterson (Bette Davis). Peter reist geschäftlich nach Brasilien, und als sein Flugzeug verschollen geht, wird vermutet, dass es im Dschungel abgestürzt ist und er dabei ums Leben gekommen ist. Sandra entdeckt, dass sie von Peter schwanger ist, und Maggie bietet ihr an, das Kind wie ihr eigenes aufzuziehen, wenn sie im Gegenzug Sandra finanziell unterstützt. Die beiden Frauen reisen gemeinsam nach Arizona, um die Geburt abzuwarten, und Sandra bringt einen Jungen zur Welt, der nach seinem Vater benannt wird. All dies geschieht in Heimlichkeit und Diskretion, denn das Baby wird nun als Maggies Kind gehalten.  Sandra begibt sich auf Welttournee, während überraschend Peter, der den Absturz überlebt hat, nach Hause zurückkehrt. Er trifft Maggie wieder, die ihm ihren gemeinsamen Sohn vorstellt. Peter ist überglücklich, ein Kind zu haben. Sandra, die Vater und Sohn nun doch wieder für sich haben will, verspottet Maggie, Peter sei nur wegen des Jungen bei ihr geblieben, und verlangt ein Geständnis, ihn getäuscht zu haben. Als Maggie die Wahrheit erklärt, ist Peter schockiert und angewidert von Sandras abscheulichem Verhalten und verkündet, sie könne das Baby mitnehmen, er aber bleibe bei Maggie. Sandra, die akzeptiert, dass Peter Maggie wirklich liebt und weiß, dass Maggie die weitaus bessere Mutter für das Kind sein wird, setzt sich ans Klavier und verkündet, sie lasse das Kind bei seiner Mutter, während sie Tschaikowskys Klavierkonzert Nr. 1 spielt...






Regie dieses nostalgischen Melodrams und Frauenfilms war Edmund Goulding und Mary Astor begeisterte die Academy so sehr, dass sie als beste Nebendarstellerin des Jahres mit dem Oscar ausgezeichnet wurde. Die Geschichte selbst ist sehr konstruiert und es liegt an der guten Inszenierung und den tadellosen Darstellerleistungen, dass dieser Film dennoch einen guten Eindruck hinterließ.






Bewertung: 7,5 von 10 Punkten. 

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