Samstag, 1. August 2026

Jerry Cotton - Mordnacht in Manhattan















Regie: Harald Philipp

Der Augenzeuge...

Es verging nur ein halbes Jahr und nach dem Riesenerfolg von "Schüsse aus dem Geigenkasten" kam bereits das zweite Abenteuer des furchtlosen FBI Agenten Jerry Cotton in die Kinos. "Mordnacht in Manhattan" wurde natürlich ebenfalls ein Kinohit, den sich mehr als 2,1 Millionen Zuschauer nicht entgehen ließen. Regie führte Harald Philipp, der ein Jahr später für den Karl May Film "Der Ölprinz" ddie Goldene Leinwand erhielt. Philipps bekannteste Filme sind die Konsalik Verfilmungen "Strafbataillon 999" und "Division Brandenburg". Bei der Film kritik wurden seine Filme eher negativ bewertet, denn man bemängelte, dass in seinen Filmen trotz Sentimentalität und Brutalität die Spannung sehr oft auf der Strecke blieb. Man bescheinigte ihm zwar handwerkliche Routine, aber es fehlte irgendwie an Inspiration oder eine eigene Handschrift. Dennoch hat "Mordnacht in Manhattan" gute Momente. Das Konzept wurde beibehalten. New York Bilder, auch vor allem die in Hinterhöfen und dunklen Gassen spielen, werden hervorgehoben. Die Geschichte ist straight, ohne Schnörkel und bei "Jerry Cotton" handelt es sich um die kommerziell erfolgreichste deutschsprachige Serie von Kriminalromanen. Erfinder der Figur ist Delfried Kaufmann, die Gesamtauflage beträgt ca. 930 Millionen Exemplare. Die "Hundert Dollar Bande" um Alec Korsky (Daniel Dimitri) erpresst in der Metropole New York von kleinen Geschäftsleuten regelmäßig 100 Dollar Schutzgeld. Wer nicht bezahlt, dem geht es schlecht.  Pizzeriabesitzer Giuseppe (Dirk Dauzenberg) kann nicht bezahlen und wird erschossen, ehe er die Polizei benachrichtigen kann. Einziger Augenzeuge des Mordes ist der kleine neugierige Billy (Uwe Reichmeister) dessen Großvater (Walter Bluhm) ebenfalls von der Bande erpresst wird. Durch den Mord schaltet sich natürlich das FBI ein und so wird Jerry Cotton (George Nader) gemeinsam mit seinem Kollegen Phil Decker (Heinz Weiss) vom FBI Chef Mr. High (Richard Münch) mit diesem Fall betraut.  Das Leben des kleinen Billy schwebt in akuter Gefahr, denn er ist der einzige, der den Chef der Gangsterbande identifizieren kann. Jerry Cotton muss Billy beschützen und gleichzeitig die Verbrecher dingfest machen. Doch der clevere Unterweltboss versteht es, seine Spuren zu verwischen und erledigt vorsichtshalber alle lebenden V-Männer, die ihn verraten könnten. Einzige Chance für Cotton ist es, ihm mit Billy eine Falle zu stellen. Dabei hat der Junge ausgesagt, dass die Männer der "Hundert Dollar Bande", die Giuseppe mit Fäusten eingeschüchtert hatten, gar nicht den tödlichen Schuß abgegeben haben. Der Mörder war gar nicht in der Schlägerei verwickelt, sondern hat unbemerkt geschossen. Erst sehr spät führt die Spur zu dem Geschäftsmann Eriksen (Kurt Pieritz)...






"Mordnacht in Manhattan" ist stark an die amerikanischen Gangsterfilme angelehnt und schöpft daher auch aus dem Fundus früherer Filme. Der kleine Billy, der als Augenzeuge plötzlich in größter Lebensgefahr schwebt, erinnert auch an andere Kinderfiguren aus Filmen wie "Das unheimliche Fenster" von Ted Tetzlaff aus dem Jahr 1949. Dort muss der kleine Tommy Woodry (Bobby Driscoll) vor seinen Nachbarn fliehen, die einen Mord begangen haben. Auch Hayley Mills aus "Tiger Bay" kommt in den Sinn. Das Gesamtpaket ist zwar etwas oberflächlich, aber dennoch spannend inszeniert. Monika Grimm ist in der Rolle der Sally zu sehen und die Französin Silvie Solar spielt die Gangsterbraut Wilma de Loy, die spät auch Reue zeigt und mithilft den kleinen Jungen zu retten. Wie bereits in "Schüsse aus dem Geigenkasten" spiegelt der Musikscore den Zeitgeist der swinging 60s wider, ist aber aus heutiger Sicht eher zu heiter und temperamentvoll - er mininiert auch die eher düstere Stimmung. 






Bewertung: 7,5 von 10 Punkten. 

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