Regie: Vincent Sherman
Gesellschaftlicher Aufstieg...
In den späten 50er Jahren hatten Filme wie "Peyton Place" (deutscher Titel: Glut unter der Asche) im Kino Hochkonjunktur. Mit den für die damalige Zeit offenen Schilderungen von gesellschaftlichen Tabuthemen wie Ehebruch, häuslicher Gewalt, sexuellem Missbrauch von Minderjährigen, unehelicher Schwangerschaft, Abtreibung, Trunksucht und Bigotterie trug Mark Robsons Film mit zum raschen Ende des Production Code am Ende der 50er Jahre bei. Das Publikum wollte mehr von diesen dramatischen Melodramen. Vincent Shermans "Der Mann von Philadelphia" aus dem Jahr 1959 kann man zu den vielen filmischen Verwandten zählen, die danach gedreht wurden. In dem Film, der auf dem Roman "The Philadelphian" von Richard Powell basiert, geht es um den Wunsch zu einer höheren Klassengesellschaft anzugehören. Es geht auch um Bewahrung von Tradition und um Erneuerung durch eine neue Generation. Es ist 1924. Die frisch verheiratete Kate Judson Lawrence (Diane Brewster) ist verzweifelt, als sie in ihrer Hochzeitsnacht erfährt, dass ihr aus der Oberschicht Philadelphias stammender Ehemann William (Adam West) sie nie wirklich heiraten wollte. Er sagt: „Es war meine Mutter, die diese Ehe wollte, um einen Enkel zu bekommen. Aber ich kann dich nicht lieben, Kate, ich kann niemanden lieben“, vermutlich aufgrund seiner unerkannten Homosexualität. Nachdem William sie in dieser Nacht verlassen hat, sucht sie Trost bei ihrem langjährigen Freund aus der Arbeiterklasse und ehemaligen Geliebten Mike Flanagan (Brian Keith). Am nächsten Tag erfährt Kate, dass William bei einem Autounfall offenbar Selbstmord begangen hat. Neun Monate später bringt Kate einen Sohn zur Welt, Anthony Judson „Tony“ Lawrence. Sie erhält Besuch von Williams Mutter, die erfahren hat, dass Flanagan Tonys Vater ist. Sie bietet Kate Geld an, wenn sie ihren Sohn nicht als Lawrence erzieht, doch Kate lehnt ab und wird daraufhin vom Familienvermögen ausgeschlossen. Jahre später ist Tony (Paul Newman) ein intelligenter und ehrgeiziger Student der Princeton University, der sich sein Studium als Bauarbeiter für Flanagan finanziert und Anwalt werden will. Eines Tages begegnet er der Society-Lady Joan Dickinson (Barbara Rush), als diese einen leichten Autounfall hat. Die beiden verlieben sich, obwohl Joan in ihrem gehobenen Freundeskreis fast überall mit dem Millionär Carter Henry (Anthony Eisley) verheiratet sein soll. Ihr gemeinsamer Freund Chester „Chet“ Gwynn (Robert Vaughn) warnt sie davor, sich vom gesellschaftlichen Druck von ihrem Geliebten trennen zu lassen, wie es bei ihm der Fall war. Sie beschließen, durchzubrennen. Joans Vater Gilbert Dickinson (John Williams) überredet Tony jedoch, die Hochzeit zu verschieben, indem er ihm wertvolle Karriereberatung und eine Stelle in der hoch angesehenen Anwaltskanzlei anbietet, in der er Partner ist. Joan, die glaubt, Tony habe sich bestechen lassen, reist enttäuscht nach Europa. Als Carter ihr folgt, heiratet sie ihn. Verzweifelt und wütend erkennt Tony, dass Joans Vater sie in eine andere reiche Familie einheiraten wollte und ihm seine Karrierehilfe nur angeboten hatte, um die Ehe zu zerstören. Daraufhin konzentriert sich Tony darauf, gesellschaftlich aufzusteigen und die Spielregeln der Reichen zu erlernen. Sein Kommilitone Louis Donetti (Paul Picerni) erzählt Tony von einer großartigen Gelegenheit: Er soll John Marshall Wharton (Otto Kruger) beim Schreiben eines juristischen Lehrbuchs unterstützen. Tony lernt Whartons viel jüngere Frau Carol (Alexis Smith) kennen und schnappt seinem Kommilitonen die Stelle weg. Er lebt und arbeitet in Whartons Villa und beeindruckt seinen Arbeitgeber mit seinem Fachwissen. Carol fühlt sich zu ihm hingezogen. Eines Nachts sucht sie ihn in seinem Schlafzimmer auf, doch er entschärft die heikle Situation geschickt, indem er ihr vorschlägt, sich von ihrem Mann scheiden zu lassen und ihn zu heiraten – wohl wissend, dass sie dazu nicht bereit sein wird. Wharton bietet Tony eine Stelle in seiner renommierten Kanzlei an. Tony nimmt an und beschließt, sich auf das relativ neue Gebiet des Steuerrechts zu spezialisieren, wo es bessere Aufstiegschancen gibt. Als der Koreakrieg ausbricht und seine Karriere unterbricht, dient Tony als JAG-Offizier. Andere haben weniger Glück. Chet Gwynn verliert im Kampf einen Arm, und Carter Henry fällt, wodurch Joan zur Witwe wird. Nach seiner Heimkehr hat Tony unerwarteten Glücksfall. Da er über die Weihnachtsfeiertage arbeiten muss, steht er der steinreichen Mrs. J. Arthur Allen (Billie Burke) zur Verfügung, die ihr Testament für ihren Hund ändern lassen möchte. Mit seinem Fachwissen zeigt er ihr, wie sie Steuern sparen kann. Daraufhin ernennt Mrs. Allen Tony anstelle ihres langjährigen Anwalts Gilbert Dickinson zum Verwalter ihrer Finanzen. Tony beginnt auch, seine Beziehung zu Joan zu verbessern. Ein Erfolg jagt den nächsten, und Tony wird in der Elite Philadelphias bekannt und respektiert. Eines Nachts wird Tony zur Polizeiwache gerufen, um seinen verwahrlosten, betrunkenen Freund Chet abzuholen. Donetti (mittlerweile Staatsanwalt) lässt Chet festnehmen und wegen Mordes ersten Grades an Morton Stearnes (Robert Douglas), Chets Onkel und geizigen Verwalter seines Erbes, anklagen. Chet besteht darauf, dass Tony ihn verteidigt, da er befürchtet, seine Verwandten, insbesondere Familienoberhaupt Dr. Shippen Stearnes (Frank Conroy), seien mehr daran interessiert, einen Skandal zu vermeiden, als seine Unschuld zu beweisen. Obwohl Tony keinerlei Erfahrung im Strafrecht hat, willigt er widerwillig ein....










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