Donnerstag, 26. März 2026

Die Weber











Regie: Friedrich Zelnik

Armut und Hunger...

In den Städten Peterswaldau und Langenbielau um 1840 lebten vor allem vorindustrielle Heimarbeiter, die vorwiegend Baumwollwaren herstellten. Wirtschaftlich war ihre Existenz aber von den Verlegern abhängig, die in der Regel vermögende Kaufleute waren. Sie kauften Garn auf dem Mark auf und ihre angestellten Baumwollweber sollten daraus zu einem vereinbarten Preis die gewünsxchten Stoffe herstellen. Für ihre Ware wurden diese Arbeiten entlohnt, der Verleger verkauifte die Baumwollprodukte weiter. Diese schlesischen Weber hatten im Gegensatz zu Leinwebern oder Leinspinnern sogar bessere Löhne, dennoch fürchteten sie um ihren Lohn, der meistens gerade zum Überleben reichte. Wegen der Überproduktion im Textilgewerbe kam es in dieser Zeit auch vermehrt um drastische Lohnkürzungen. Die Besonderheit des Aufstandes im Jahr 1844 lag in der Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit. Zeitgenössische Publikationen und auch die Literatur verarbeiteten dieses damals aktuelle Thema. In diesem Sinne kann der schlesische Weberaufstand von 4. bis zum 6. Juni 1844 in einem Zusammenhang mit der einsetzenden Revolution um 1948 gebracht werden. Der deutsche Dramatiker und Schriftsteller Gerhard Hauptmann (1862 bis 1946), der 1912 den Literaturnobelpreis erhielt, brachte im Jahr 1892 sein Drama "Die Weber" heraus, der diesen Aufstand beschreibt. Zunächst verboten, durfte der brisante Stoff zwei Jahre später im Deutschen Theater Berlin aufgeführt werden.Im Jahr 1927 verfilmte Friedrich Zelnik den Stoff. Die armen und hungrigen Weber müssen unter menschenunwürdigen Umständen für den Fabrikanten Dreißiger (Paul Wegener) schwer schuften. Ihre Arbeiten übergeben sie tagtäglich dem Expidenten Pfeifer (Emil Lind), der versucht durch das Aufdecken von "Mängeln" die Löhne zu drücken. Wer nicht mitmacht, der wird geefeiert. So auch der Weber Bäcker (Theodor Loos), der sich weigert seine Arbeit für einen Hungerlohn abzugeben. Er ist nun als mutmaßlicher Querulant arbeitslos. Als dann Pfeifer noch verkündet, dass man zukünftig nur noch den halben Preis bezahlen wird, kommt es unter den Ausgebeuteten zum Aufstand. Der frühere Soldat Moritz Jäger (Wilhelm Dieterle, später William Dieterle) eignet sich als Anführer, da er eine neue Zeit verkörpert. Fabrikant Dreißiger ist dagegen das Sinnbild für Ausbeutung. Mit dem "Dreißigerlied" auf den Lippen ziehen immer mehr Weber durch das ganze Dorf bis zum prachtvollen Anwesen der Familie Dreißiger...







Zelnik hat sich zweifelsohne an den russischen Revolutionsfilmen orientiert und es gelingen eindrückliche Massenszenen. Der Filmarchitekt und Bühnenbildner Andrej Andrejew war für die Filmbauten verantwortlich. Einen großen Teil seiner Wirkung verdankt der Film ausserdem dem Maler George Grosz, der die markanten Zwischentitel entwarf.






Bewertung. 7,5 von 10 Punkten. 
 

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