Montag, 2. März 2026

Die Liebe der Jeanne Ney















Regie: Georg Wilhelm Pabst

Die Tochter des Diplomaten und der Agent...

Georg Wilhelm Pabst zählt mit Fritz Lang, Ernst Lubitsch und Friedrich Wilhelm Murnau zu den wichtigsten Regisseuren der Weimarer Republik. Der in Böhmen geborene Regisseur drehte Klassiker wie "Die freudlose Gasse", "Die Büchse der Pandora", "Kameradschaft", "Tagebuch einer Verlorenen", "Die weiße Hölle vom Piz Palü (gemeinsam mit Arnold Fanck), "Die Dreigroschenoper" oder "Westfront 1918". Auch der 1927 entstandene "Die Liebe der Jeanne Ney" wurde von ihm inszeniert. Die Geschichte entstand nach dem gleichnamigen Roman von Ilja Ehrenberg, der sich zunächst sehr über die Gelegenheit freute, mit Pabst zusammenzuarbeiten, weil er seine Film schätzte. Doch der Autor war bald enttäuscht, denn Pabst hielt sich nicht an die Vorlage. Vor allem das filmische Happyend störte Ehrenberg, denn in seinem Buch wird der bolschewistische Agent Andrej (Andreas) am Ende unschuldig hingerichtet. Nachdem Alfred Hugenberg die Produktionsfirma UFA übernommen hatte, wurden gegen Pabsts Willen weitere Änderungen gefordert, darunter die fast vollständige Streichung der Szene, in der Jeanne und Andreas die Nacht im Hotel verbringen. Jeanne (Edith Jehanne) ist die Tochter von André Ney (Eugen Jensen), einem französischen Diplomaten und politischen Beobachter auf der Krim während der Russischen Revolution. Um seinen verschwenderischen Lebensstil zu finanzieren, verkauft der weissrussische Spitzel Chalibjew (Fritz Rasp) Ney eine Liste mit den Namen angeblicher bolschewistischer Agenten. Jeannes Geliebter Andreas Labow (Uno Henning) und einer seiner bolschewistischen Genossen tauchen im Büro ihres Vaters auf und fordern die Herausgabe der Liste. Ney schießt auf die Eindringlinge und wird dabei getötet. Kurz darauf stürmt die Revolutionsarmee die Stadt. Jeanne flieht mit Hilfe eines bolschewistischen Offiziers nach Paris, der Andreas heimlich ihre Adresse gibt. In Paris nimmt Jeanne eine Stelle als Sekretärin in der Detektei ihres Onkels Raymond (Adolf Edgar Licho) an. Chalibjew, der ihr nach Paris gefolgt ist, versucht, Raymonds blinde Tochter Gabrielle (Brigitte Helm) zu verführen. Er plant, sie nach der Hochzeit zu ermorden und mit ihrem Geld zu fliehen. Margot (Hertha von Walther), eine junge Frau, die in einer Bar arbeitet und der Chalibjew von seinem Plan erzählt hat, warnt Gabrielle und Raymond. Andreas, der als politischer Agitator nach Paris geschickt wurde, trifft Jeanne wieder und verbringt die Nacht mit ihr in einem Hotel. Chalibjew schleicht sich in Raymonds Büro, ermordet ihn und stiehlt einen Diamanten, der als vermisst gemeldet und von einem von Raymonds Angestellten gefunden worden war. Er schiebt Andreas die Tat in die Schuhe, indem er dessen Mantel und ein Foto zurücklässt. Andreas wird von der Polizei verhaftet und wirkt durch das Geld, das er für seine Agitationsarbeit bei sich trägt, umso verdächtiger. Als Jeanne von Andreas’ Verhaftung erfährt, sucht sie Chalibjew auf, um Andreas zu entlasten, da sie sich in der Mordnacht begegnet waren. Sie besteigt den Zug, mit dem Chalibjew aus der Stadt geflohen ist, und versucht ihn zu überzeugen, für Andreas auszusagen. Chalibjew macht ihr sexuelle Avancen und versucht, sie mit seinem Taschentuch zum Schweigen zu bringen, wobei er den gestohlenen Diamanten enthüllt. Jeanne schreit um Hilfe, und Chalibjew wird verhaftet. Im Inneren des Diamanten sieht Jeanne ein Bild von Andreas, wie er aus dem Gefängnis entlassen wird....









Wahrscheinlich wäre der Film tatsächlich noch besser gewesen, wenn er nicht gut geendet hätte. Wie sagte der Autor " Im Buch ist das Leben schlecht eingerichtet. Folglich muss man es verändern. Im Film ist das Leben gut eingerichtet. Folglich sollte man sich schlafen legen" - dennoch ist die Inszenierung mit extremen Kameraeinstellungen und der suggestiven Bildsprache ein expressionistisches Meisterstück. Da stört der Hang zur Melodramatik und Sentimentalität gar nicht, denn dies ordnet sich der herausragenden Optik unter. 











Bewertung: 8,5 von 10 Punkten. 
 

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