Regie: Richard Thorpe
Boy wird entführt...
Regisseur Richard Thorpe (1896 bis 1991) drehte bereits in der Stummfilmzeit bis zu den späteren 60er Jahren Filme. Seine bekanntesten Arbeiten sind "Ivanhoe - der schwarze Ritter", "Die Ritter der Tafelrunde", "Stärker als Ketten", "Die schwarze Perle", "Rhythmus hinter Gittern", "Der große Caruso" und einige Tarzan Filme mit dem ehemaligen Schwimmer Johnny Weissmüller. "Tarzans Abenteuer in New York" ist einer davon - er wurde 1942 gedreht und spielte 2,8 Millionen Dollar ein. Somit ein großer Erfolg. Der Abenteuerfilm wurde von Metro-Goldwyn-Mayer produziert und beinhaltet einige verblüffende Tierdressur-Nummern. So sieht man Elefanten, die auf Kommando von Tarzans Adoptivsohn Boy richtige Kunststücke vollbringen. Von der Affendame Cheeta gibt es auch eindrückliche Szenen. Als Zuschauer von Heute ist man da zum Glück inzwischen sensibilisiert, denn als Filmfan weiß man von einigen damaligen Tierquälereien (vor allem mit Pferden) in Erfolgsfilmen wie "Der Verrat des Surat Khan" oder "Jesse James - Mann ohne Gesetz". Ich hoffe, dass es auch damals gute Menschen gab, die die Tiere in der Filmstadt bestens behandelt haben und dass es neben verachtenswürdigen Geschehnisse auch gute Beispiele gibt. Die Hoffnung darf nicht sterben.
Ein Frachtflugzeug landet auf Tarzans Felsvorsprung in Afrika, auf der Suche nach Tieren. Während sie Löwen fangen, treffen die drei Männer an Bord auf Tarzan (Johnny Weissmüller), Jane (Maureen O´Sullivan) und ihren Adoptivsohn Boy (Johnny Sheffield). Buck Rand (Charles Bickford), der Leiter eines Zirkus in den USA, sieht Boys Kunststücke mit drei jungen Elefanten und erkennt, dass Boy ein großartiger Star wäre. Als sie von Einheimischen angegriffen werden, die ein großes Dschungelfeuer legen, scheinen Tarzan und Jane in den Flammen umgekommen zu sein. Die Männer nehmen Boy an Bord ihres Flugzeugs und starten, während die Einheimischen staunend zusehen. Der Schimpanse Cheeta kann Tarzan und Jane aufwecken, bevor sie verbrennen. Cheeta erzählt Tarzan, dass Boy mit den Männern im Flugzeug geflohen ist.
Tarzan, Jane und Cheeta durchqueren den Dschungel und fliegen über den Atlantik, bis sie schließlich in New York City landen. Tarzan ist verwirrt vom Lebensstil und den technischen Geräten der Zivilisation und zeigt seine liebenswerte, edle Wildheit. Er beklagt sich über die Notwendigkeit, Kleidung zu tragen, und kommentiert, dass eine Opernsängerin, die er in einer „Lärmbox“ hört, ruft: „Frau krank! Schreit nach dem Medizinmann!“, und zeigt sich erstaunt über Taxis. Tarzan bemerkt außerdem, dass verschiedene Afroamerikaner, die er in New York City ihren Lebensunterhalt verdienen sieht, aus diesem oder jenem Stamm in seiner und Janes afrikanischer Heimat stammen.
Tarzan und Jane versuchen, Boy auf dem Rechtsweg zurückzubekommen. Ein Richter (Russell Hicks) fragt Tarzan, was er für die wichtigsten Dinge hält, die er seinem Adoptivsohn beibringen muss. Unglücklicherweise hat der Zirkus einen skrupellosen Anwalt engagiert, der Jane dazu bringt, zuzugeben, dass Boy nicht im Dschungel geboren wurde und nicht ihr leibliches Kind ist. Daraufhin greift Tarzan ihn im Gerichtssaal an. Tarzan gelingt die waghalsige Flucht durch ein Fenster auf ein Dachvorsprung, woraufhin eine Verfolgungsjagd mit der Polizei über die Dächer beginnt. Schließlich ist Tarzan gezwungen, einen spektakulären Sprung aus 60 Metern Höhe von der Brooklyn Bridge in den East River zu wagen, um einer Verhaftung zu entgehen...
Gedreht wurde hauptsächlich auf dem Studiogelände der MGM.
Laut einer weit verbreiteten Legende führte Johnny Weissmuller seinen Sprung in „Tarzans Abenteuer in New York“ selbst aus. Im Film springt der flüchtende Tarzan 61 Meter (200 Fuß) von der Brooklyn Bridge.
„Tarzans Abenteuer in New York“ war der letzte Film der Reihe für MGM und Maureen O’Sullivans letzter Spielfilm bis 1948. Sie wollte mehr Zeit mit ihren sieben Kindern verbringen. Interessant ist der nicht im Abspann erwähnte Auftritt von Elmo Lincoln (als Zirkusarbeiter), der 1918 als erster Schauspieler die Rolle des Tarzan verkörperte. Amüsant jedenfalls ist Tarzans erste Begegnung mit fließendem Wasser aus einer Dusche - diese Szene erinnert ein bisschen an die Unbeholfenheit von Borats Kultureller Lernung von Amerika, um Benefiz für glorreiche Nation von Kasachstan zu machen.





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