Donnerstag, 26. März 2026

Spione















Regie: Fritz Lang 

Der teuflische Kopf...

Der 1928 entstandene Fritz Lang Film "Spione" funktioniert nach dem bewährten Action-Strickmuster früherer Drehbücher seiner Frau Thea von Harbou und erinnert stilistisch an den vorangegangenen "Dr. Mabuse, der Spieler" aus dem Jahr 1922. Es war der erste Film der "Fritz Lang Film GmbH", denn die UFA war mit Langs vorherigem Film "Metropolis" aufgrund der hohen Kosten und dem vergleichsweise schwachen Umsatz nicht zufrieden. "Metropolis" war zur damaligen Zeit der der teuersten Filme überhaupt und konnte sich erst in der Retrospektive zu einem der wichtigsten und besten deutschen Filme entwickeln. Anders lief es mit "Spione", der im Kino erfolgreich lief und erneut Rudolf Klein-Rogge als intelligenten und verschlagenen Meisterverbrecher präsentiert. Der Schauspieler war sowohl bei "Dr. Mabuse der Spieler" als auch "Das Testament des Dr. Mabuse" als Titelheld zu sehen. In "Spione" mimt er den Bankier Haghi, der sehr an Mabuse erinnert. Deutschland, 1927: Die schöne russische Spionin Sonja Baranikowa (Gerda Maurus) verführt Oberst Jellusič (Fritz Rasp) dazu, sein Land (ein nicht näher genanntes osteuropäisches) für ihren Auftraggeber Haghi (Rudolf Klein-Rogge) zu verraten, einen scheinbar respektablen Bankdirektor, der in Wirklichkeit der teuflische Kopf einer mächtigen Verbrecherorganisation ist. Jason (Craighall Sherry), Chef des deutschen Geheimdienstes, beauftragt einen gutaussehenden jungen Agenten namens Nummer 326 (Willy Fritsch) mit der Jagd auf den mysteriösen Haghi. Haghi glaubt, seine Identität sei geheim. Er weiß jedoch von ihm und beauftragt Sonja, sich das Vertrauen von Nummer 326 zu erschleichen. Sonja überzeugt ihn, dass sie gerade einen Mann erschossen hat, der versucht hatte, sie zu vergewaltigen. Er versteckt sie vor der Polizei.Haghi ahnt nicht, dass sich die beiden ineinander verlieben werden. Da Sonja Nummer 326 nicht verraten will, verschwindet sie heimlich, nachdem sie den Nachmittag und Abend zusammen verbracht haben. Er folgt ihr zu Jellusič, den er irrtümlich für ihren Liebhaber hält (in Wirklichkeit bezahlt sie ihn). Haghi vermutet, dass Sonja Gefühle für 326 hegt, und als sie sich weigert, gegen ihn vorzugehen, sperrt er sie in einem Zimmer seines geheimen Hauptquartiers ein.Haghi versucht, einen geheimen japanisch-britischen Friedensvertrag zu stehlen, der einen Krieg im Osten verhindern soll, sofern er nicht bekannt wird, bevor er Tokio erreicht. Er erpresst Lady Leslane (Hertha von Walther), eine Opiumsüchtige, um zu erfahren, was ihr Mann über die Verhandlungen weiß. Akira Matsumoto (Lupu Pick), der japanische Sicherheitschef, der für die sichere Aufbewahrung des Vertrags verantwortlich ist, trifft auf 326. Als 326 Sonja aufsucht, findet er ihre Wohnung leergeräumt vor; Matsumoto findet ihn in einer Bar, wo er seinen Kummer ertränkt, und teilt ihm mit, dass er die Frau als Spionin verhaftet hätte.Matsumoto gibt drei Kurieren jeweils ein versiegeltes Päckchen mit, das sie nach Tokio bringen sollen; er informiert sie, dass sich in einem der Päckchen eine Kopie des Vertrags befindet. Haghi erhält alle drei Pakete und findet darin nur Zeitungen. Doch er hat noch ein Ass im Ärmel. Matsumoto hat Mitleid mit Kitty (Lien Deyers), einer jungen Frau, die er während eines Regensturms in einem Hauseingang kauernd findet, und nimmt sie bei sich auf. Als er sich mit dem Vertrag auf den Weg nach Japan macht, bittet sie ihn inständig, noch ein paar Stunden mit ihr zu verbringen. Er gibt nach, angezogen von ihrer Schönheit. Doch als er später erwacht, ist sie mit dem Vertrag verschwunden. Beschämt begeht er rituellen Selbstmord.Agent Nr. 326 spürt Jellusič in seinem Heimatland auf, doch es ist zu spät: Haghi hat ihn bereits verraten, und als Jellusič von seinen Vorgesetzten zur Rede gestellt wird, erschießt er sich. 326 übermittelt die Seriennummern der Banknoten, mit denen Jellusič bezahlt wurde. Jason gibt diese an Agent Nr. 719 weiter, der undercover als Zirkusclown namens Nemo arbeitet, um die Banknoten zurückzuverfolgen. Auf einer Zugfahrt außer Landes, auf der Suche nach dem gestohlenen Vertrag, gerät 326 beinahe in eine von Haghi gestellte Falle. Während er schläft, wird sein Waggon abgekoppelt und in einem Tunnel zurückgelassen. Er erwacht kurz bevor ein anderer Zug in ihn hineinrast. Sonja, die von Haghi mit dem Versprechen, 326 nicht zu verletzen, dazu gebracht wurde, den Vertrag außer Landes zu schmuggeln, erfährt von dem Unfall, eilt zum Unglücksort und wird mit ihrer Liebe wiedervereint.326 befiehlt, Haghis Bank zu umstellen, und schickt Sonja mit seinem treuen Chauffeur Franz (Paul Hörbiger) fort, während er und seine Männer nach Haghi suchen. Haghi nimmt Sonja und Franz gefangen und stellt 326 ein Ultimatum: Er soll das Gebäude innerhalb von 15 Minuten räumen, sonst wird Sonja sterben. Trotzig setzt 326 die Suche fort, selbst nachdem Betäubungsgas freigesetzt wurde. Franz kann sich befreien und Haghis Attentäter so lange aufhalten, bis 326 sie findet. Haghis Handlanger werden gefasst, doch vom Drahtzieher fehlt jede Spur. Ein Angestellter beschwert sich bei 326 und Jason, dass die Seriennummern, die er zurückverfolgen soll, nicht mit den Banknoten übereinstimmen. Die beiden erkennen, dass 719 Haghi ist. Als Nemo/719/Haghi auf die Bühne geht, um seinen Clown-Auftritt zu geben, bemerkt er, dass er von bewaffneten Agenten umzingelt ist und erschießt sich. Das Publikum, das alles für Teil seiner Show hält, applaudiert....








Wie so oft geht es bei Lang um die Themenkreise Schicksal, Angst, Macht und Paranoia und in weiten Teilen ist "Spione" ein sehr dynamischer Vertreter der Gattung Verschwörungsthriller. Den beiden jungen Darstellerinnen Gerda Maurus und Lien Deyers gelang der Durchbruch beim deutschen Film. Willy Fritsch als Hauptdarsteller gelang auch ein Spagat ins ernsthafte Rollenfach. In den 30er Jahren war er einer der beliebtesten deutschen Schauspieler, vor allem seine Filme mit Partnerin Lilian Harvey wurden zu Klassikern. Mit einer Laufzeit von 145 Minuten ist "Spione" vielleicht etwas zu lang und ausufernd. Eine kÜrzung um 20 - 30 Minuten hätte dem Film vielleicht gut getan. Dennoch zeigt sich in "Spione" welche Virtuosität Lang als Regisseur und Bildgestalter inzwischen besaß. 















Bewertung: 7,5 von 10 Punkten. 

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