Montag, 2. März 2026

Der Jugendrichter















Regie: Paul Verhoeven

Mädchen auf schiefer Bahn...

Es gibt nicht nur den niederländischen Regisseur, der Paul Verhoeven heißt - auch ein deutscher Regisseur, der von 1901 bis 1975 lebte, trug den gleichen Namen und drehte bereits Filme während des dritten Reichs. Er war Darsteller, Drehbuchautor und Regisseur. Seine bekanntesten Filme entstanden mit "Das kalte Herz" (1950) und "Der Jugendrichter" (1960) in der Nachkriegszeit. Paul Verhoeven war der Vater von Michael Verhoeven, der auch in "Der Jugendrichter" eine effektive Nebenrolle spielte und kurze Zeit später die Schauspielerin Senta Berger kennenlernte und heiratete. Michael Verhoeven trat auch als Regisseur in die Fußstapfen seines Vaters und drehte mit "Die weiße Rose", "Das schreckliche Mädchen" oder "Mutters Courage" international sehr beachtete Filme. Auch Michaels Sohn ist in der Filmbranche tätig und landete mit dem Film "Willkommen bei den Hartmanns" einen echten Kinohit, der 2016 fast 4 Millionen Zuschauer in die deutschen Kinos lockte und damit auch unter den fünf erfolgreichsten Filme des Jahres landete. Somit eine familiäre Kinodynastie. Der 1960 gedrehte "Der Jugendrichter" mit Heinz Rühmann und Karin Baal war bei seinem Kinoeinsatz ebenfalls ein echter Hit. 4,7 Millionen Zuschauer zahlten damals eine Kinokarte und so verrpasste Paul Verhoevens Film nur ganz knapp die Kino-Top 10 des Jahres 1960, in der insgesamt 8 nationale Produktionen (Der brave Soldat Schwejk, Spukschloß im Spessart, Zum weißen Rössl, Ich zähle täglich meine Sorgen, O Sole mio, Faust, Und ewig singen die Wälder und Marina) zu finden sind. Lediglich zwei internationale Filme "Ben Hur" (Rang 1) und "La Dolce Vita" (Platz 6) konnten sich als Publikumslieblinge durchsetzen. Jugendrichter Dr. Ferdinand Bluhme (Heinz Rühmann) ist für sein Einfühlungsvermögen bekannt. Umso mehr überrascht es, dass er bei der jungen Inge Schumann (Karin Baal), die ihrem Freund Kurt (Rainer Brandt) und dessen beide Kumpane Willi (Peter Thom) und Fred (Michael Verhoeven)  bei einer Erpressung zur Seite stand, keine Gnade kennt und ihr volle acht Monate Jugendknast auferlegt. Was zu diesem Zeitpunkt nur er weiß, ist der Umstand, dass er mit dieser vermeintlichen Härte des Urteils einzig im Sinn hat, Inge dem kriminellen Umfeld, in welches sie, für ihn offensichtlich, ihr Freund hineingezogen hat, zu entziehen. Er will ihr auf diese Weise Abstand verschaffen und die Chance, dass sie sich nicht noch weiter in den kriminellen Abgrund ziehen lässt, vergrößern. Doch Inge kann mit dieser eher harten Strafe nicht umgehen und flieht auf das Dach des Gerichtsgebäudes, sie droht Selbstmord zu begehen. Doch Dr. Bluhme kann die brenzlige Situation retten, weil er ihr verspricht, dass er das Urteil rückgängig machen wird. Er bringt sie als Aushilfe in der Pension unter, in der er wohnt. Doch diese Bewährung ist für das Mädchen nicht leicht.  In der Pension angekommen, erweckt die attraktive Inge das Interesse der anderen männlichen Bewohner, was der Pensionsbesitzerrin Frau Winkler (Lola Müthel) gleich auffällt und auch missfällt. Die Handlung erfährt eine Wendung, als Inge sich ein bisschen in ihren Richter verliebt hat. Ihr ehemaliger Freund Kurt bekommt das mit und versucht Inges Gefühle für Richter Bluhme dafür auszunutzen, ihn zu erpressen....








Der Film wurde von Ulrich Film in Berlin produziert und auch international (in Schweden, Finnland, Dänemark, Mexiko und den Vereinigten Staaten) vermarktet. Die Geschichte wirkt aus heutiger Zeit natürlich betulich und auch nostalgisch, aber solche Kolportage Filme waren damals beliebt und waren sehr beliebt in Deutschland. Die Bilder sind allerdings authentisch und die Darstellerleistungen sehr gut. ´








Bewertung: 7 von 10 Punkten.

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