Regie: Yasujiro Ozu
Der Vater und seine beiden Söhne...
Yasujiro Ozu (1903 bis 1963) führte nach einer Tätigkeit als Kameramann und Regieassistent 1927 zum ersten Mal selbst Regie. Er wurde bekannt und galt im eigenen Land Japan bis zu seinem Tod als einer der führenden Filmregisseure. Im Ausland entdeckte man ihn erst sehr spät. So kam von den 53 Spielfilmen Ozus zum Beispiel in Deutschland nur einer davon ins Kino. Immerhin wurden sie durchs Fernsehen den deutschen Zuschauern gezeigt. Ozu war in den ersten Jahren sehr von Chaplin und Keaton beeinflusst, eliminierte aber bald die eher komödiantischen Elemente aus seinen Filme und entwickelte einen sehr persönlichen, sehr kargen und Schlichten Filmstil - vornehmlich zeigte er den Alltag einfacher Menschen sowie das Zerbrechen familiärer und gesellschaftlicher Tradition. So gesehen eine Auseinandersetzung des Indiviuums mit der neuen Zeit. Er verzichtet dabei auf Kameraschwenks und -fahrten, die Kamera bleibt meistens unbewegt. Trotz dieser langsamen Erzählweise wirkt der Rhythmus dieser Bilder eindringlich. "Otona no miru ehon – Umarete wa mita keredo (wörtlich: „Die Sicht eines Erwachsenen auf ein Bilderbuch – Ich wurde geboren, aber…“) ist ein japanischer Stummfilm aus dem Jahr 1932, eine Schwarzweißkomödie unter der Regie von Yasujirō Ozu. Er war der erste von sechs Ozu-Filmen, der mit dem Kinema Junpo Award als bester Film des Jahres ausgezeichnet wurde. 1959 drehte Ozu eine lose Neuverfilmung unter dem Titel Good Morning.Die Geschichte des Films dreht sich um zwei junge Brüder, deren Vertrauen in ihren Vater, einen Büroangestellten, erschüttert wird, weil sie ihn als unterwürfig gegenüber seinem Chef wahrnehmen.Die Familie Yoshi (Vater: Tatsuo Saito/Mutter: Mitsuko Yoshikawa) ist gerade in einen Vorort von Tokio gezogen, in die Nähe von Kennosukes direktem Chef Iwasaki (Takeshi Sakamoto). Kennosukes zwei Söhne, Keiji (Tomio Aoki) und Ryoichi (Hideo Sukawara), sollten eigentlich zur Schule gehen, doch wegen der Drohungen einer Gruppe von Nachbarschafts- und Schulrowdys schwänzen sie. Nachdem der Lehrer mit ihrem Vater gesprochen hat, bleibt ihnen nichts anderes übrig, als doch zur Schule zu gehen. Sie versuchen, Spatzeneier zu essen, um stärker zu werden und sich an den Rowdys rächen zu können. Doch der ältere Lieferjunge Kozou (Shoichi Kofujita) hilft ihnen dabei, die Rowdys einzuschüchtern, und sie steigen schnell zu den Anführern der Bande auf.Einer der Nachbarsjungen ist Taro (Seiichi Katō), dessen Vater Iwasaki selbst ist. Die Jungen streiten sich, wer den mächtigsten Vater hat. Kurz darauf besuchen sie Taros Elternhaus, wo sich die Büroangestellten unter Iwasakis Führung versammelt haben. Dieser zeigt ihnen zur Unterhaltung einige private Videos. Die beiden Brüder werden Zeugen, wie ihr Vater, den sie als streng und bewundernd empfinden, sich vor seinen Kollegen und seinem Chef zum Narren macht.Beschämt gehen sie nach Hause und beschließen, dass ihr Vater doch nicht so wichtig ist. Sie steigern sich beide in einen Wutanfall und konfrontieren ihn mit der Frage, warum er sich vor Taros Vater so unterwürfig verhalten muss. Kennosuke erwidert, dass Taros Vater reicher sei und eine höhere Position bekleide. Unzufrieden mit dieser Antwort beschließen die beiden, in den Hungerstreik zu treten. Ryoichi bekommt von seinem Vater eine Tracht Prügel, doch nachdem die Kinder im Bett sind, vertraut der Vater seiner Frau an, dass ihm seine Arbeit keinen Spaß macht. Beide wünschen sich eine bessere Zukunft für ihre Kinder.Am nächsten Tag versuchen die Kinder, während des Frühstücks in den Hungerstreik zu treten, erliegen aber einem Teller Reisbällchen. Kennosuke gelingt es, sich mit ihnen zu versöhnen. Die Kinder erklären, dass sie gerne Generalleutnant bzw. General werden möchten. Auf dem Schulweg sehen sie Taros Vater in einem Auto und drängen ihren Vater, hinzugehen und ihn zu begrüßen. Während Kennosuke bequem mit dem Auto zur Arbeit fährt, gehen die Brüder mit Taro und den anderen zu Fuß zur Schule....
Ein wunderbarer schöner Film. Alles in diesem Film ist absolut glaubwürdig, so sehr, dass er zeitweise fast anekdotisch wirkt, eine liebenswerte kleine Anthologie von Kindern, die die verrücktesten Dinge anstellen. Dass er mehr ist – ein kleines großes Meisterwerk, perfekt in Konzeption und Ausführung – versteht sich fast von selbst, aber die Tiefe und der Charme des Films gehen Hand in Hand.Die amüsante Satire auf kulturelle Sitten hat eine ernste Kehrseite: Sie thematisiert die persönlichen Opfer, die man bringen muss, um im Geschäftsleben voranzukommen, und den Einfluss des Gruppenzwangs.
Bewertung: 10 von 10 Punkten.







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