Regie: Andre Hunebelle
Der schreckliche Verbrecher...
Die Action-Comedy "Fantomas" von Andre Hunebelle kam 1964 ins Kino und wurde sofort ein Riesenhit. Insgesamt 4,5 Millionen Franzosen gingen ins Kino und so landete der lustige Krimi im typischen 60s Stil am Ende des Jahres auf Rang 5 der Kinobestenliste. Nach einer ersten Präsentation auf der Französischen Filmwoche in Moskau 1966 kam der Film ab Juli 1967 regulär auch in die sowjetischen Kinos. Und dort verzeichnete man eine phänomenale Zuschauerzahl von mehr als 45 Millionen. Auf der Place Vendome der reiche Lord Geoffrey Shelton in einem Rolls-Royce vor, um bei Van Cleef & Arpels Schmuck für seine verwöhnte Frau lady Maud Beltham (Marie Helene Arnaud) auszusuchen. Die Rechnung beläuft sich auf 5,5 Millionen Franc und er bezahlt mit einem Scheck, dessen Tinte nach Sheltons Abreise verblasst - am selben Tag, an dem Kommissar Juve (Louis de Funes) die bevorstehende Verhaftung des berüchtigten Verbrechers Fantomas (Jean Marais mit Maske), Staatsfeind Nr. 1 und Täter zahlreicher Verbrechen, verkündet. Der Journaist Fandor (Jean Marais) arbeitet bei der Tageszeitung "Le Point du Jour" und ist mit der achönen Helene (Mylene Demongeot) verlobt - er beschließt den mysteriösen Verbrecher zu untersuchen, der stets maskiert oder verkleidete auftritt. Er hält ihn für eine Erfindung der Polizei, die sich selbst in ein gutes Licht rücken will. Um dies zu beweisen, veröffentlicht er ein gefälschtes Interview mit dem Verbrecher in seiner Zeitung. Wütend lässt Fantômas den Journalisten entführen und zwingt ihn, seine Täuschung in einem neuen Artikel zu enthüllen, den er innerhalb von 48 Stunden veröffentlichen muss. Kaum freigelassen, wird Fandor von Kommissar Juve verhaftet. Während seiner Haft wird ohne Fandors Wissen ein neuer Artikel veröffentlicht, der Fantômas kaum schmeichelhafter darstellt als der vorherige. Der Verbrecher entführt den Journalisten erneut und hält ihn in seinem geheimen Versteck gefangen, bewacht von Handlangern und Lady Beltham, seiner mysteriösen Begleiterin. Juve, der Fantômas unbedingt fassen will, stellt ihm eine Falle. Auf der Titelseite von Le Point du Jour fordert er den Verbrecher heraus, indem er ankündigt, dass Models, geschmückt mit den edelsten Pariser Juwelieren, auf der Martini-Terrasse auf den Champs-Elysees paradieren werden. Doch Fantômas, verkleidet als Fandor, raubt die Juwelen, nachdem er die Models und die anwesenden Polizisten gezwungen hat, ein Betäubungsgas einzuatmen. Gleichzeitig entführt er Hélène, in die er sich verliebt hat und die er verführen will. Er flieht mit einem Hubschrauber, während Juve ihn über die Dächer verfolgt, und stürzt schließlich, sich an einen Kran klammernd, auf einen Sandhaufen auf einer nahegelegenen Baustelle. Fantomas ist halt klüger als seine Verfolger....
Das Herzstück des Films ist natürlich die umwerfende Darstellung von Louis de Funes, der seine Rolle so köstlich spielt, dass er damit zum Filmkomiker Nr. 1 in Frankreich avancierte. Die Optik, Ausstattung und Kameraführung sind liebevoll gestaltet und es führte kein Weg daran vorbei, dass diese vergnügliche Verbrecherjagd zum Kultfilm wurde und weitere genauso erfolgreiche Fortsetzungen nach sich zog.
Bewertung: 8 von 10 Punkten.

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