Regie: Andre Hunebelle
Fantomas gegen Scotland Yard...
Star der "Fantomas" Filme wurde Louis de Funes mit seiner Vorstellung als mürrischer, zappeliger und oft fieser Vorgesetzter Kommissar Juve, obwohl Co-Star Jean Marais mit seinen vielen verschiedenen Masken auch einen bleibenden Eindrück hinterließ. Die 3 Jahre zwischen dem ersten und letzten Fantomas Film (64-67) fallen mit Louis de Funes Aufstieg zum Kassenstar zusammen. "Der Gendarm von St. Tropez" lockte mehr als 7 Millionen Franzosen in die Kinos, "Scharfe Sachen für Monsieur" (Louis, das Schlitzohr) kam auf beinahe 12 Millionen, "Der Gendarm vom Broadway" mit ca. 5 1/2 Millionen und als Höhepunkt "Die große Sause" mit sagenhafte 17 Millionen. Durch soviel Starkult war Jean Marais irgendwie im Hintertreffen, er meinte "Ich für meinen Teil sah keinen Sinn mehr darin, dieses Abenteuer fortzusetzen. Der eigentliche Star ist de Funès. Ich hatte das Gefühl, meine Filmkarriere stagnierte und ich sollte mich mehr dem Theater widmen, wo mir anspruchsvollere Rollen angeboten wurden. Schließlich gab ich Alain Poirés Bitte nach, ohne mir allzu große Illusionen über die Tiefe meiner Figur zu machen, und außerdem wollte ich meinen Freund André Hunebelle nicht enttäuschen. De Funès erfreute sich immenser Beliebtheit, und ich freute mich sehr für ihn" - sehr freundlich von ihm ausgedrückt, was aber nichts daran ändert, dass Marais eine gewisse Bitterkeit darüber hatte, dass er von de Funes in Sachen Publikumsliebling überholt wurde. Im Laufe der Dreharbeiten verschlechterte sich deshalb das Verhältnis zwischen den beiden zunehmend. Ein geplanter vierter Teil kam deshalb nie zustande. Fantomas (Jean Marais) plant , den reichsten Menschen der Welt durch Drohungen eine Art "Lebensrechtsteuer" abzupressen . Edward Mac Rashley (Jean Roger Caussimon), ein reicher schottischer Lord, gerät ins Visier dieser Erpressung. Kommissar Juven (Louis de Funes), sein Assistent, Inspektor Bertrand (Jacques Dynam), der Journalist Fandor (Jean Marais) und seine Verlobte Hélène (Mylene Demongeot), die von der Zeitung "Le Point de Jour" entsandt wurden , werden auf sein Schloss eingeladen, um den Täter zu entlarven. Verkleidet als Freund des kurz zuvor ermordeten Mac Rashley, Sir Walter Brown(Jean Marais) tötet Fantômas den Lord und nimmt dessen Gestalt an. Anschließend platziert er die beiden Leichen in Juves Zimmer und stiehlt sie, wodurch Juve als wahnsinnig erscheint. Die Reichen haben sich mit Kriminellen verbündet, um Fantômas zu bekämpfen. Fantômas, noch immer als Lord verkleidet, veranstaltet eine Fuchsjagd, bei der er mehrere seiner Opfer entführt. Während eines Kampfes wird er von André Berthier (Henri Serre), dem Sekretär des Lords, entlarvt. Berthier ist heimlich in Lady Mac Rashley (Francoise Christophe) – in Wahrheit seine Komplizin – verliebt und will ihren Mann töten. Hélène wird Zeugin von Berthiers Ermordung. Fantômas schickt Handlanger hinter ihr her, doch sie wird im letzten Moment von Fandor gerettet, der einen von ihnen gefangen nimmt. Fandor und Hélène suchen bei ihm Zuflucht in einer Hütte im Wald. Dort erfahren sie von Fantômas’ Plänen. Durch ihren Gefangenen gelingt es ihnen, den Verbrecher glauben zu lassen, er habe sie getötet. Gefangen genommen, werden Juve und Bertrand in Fantômas' Versteck in den Kellern des Schlosses gebracht. Der Schurke, der seine wahre Gestalt wieder angenommen hat, befiehlt Juve, Mac Rashley auszurichten, dass er ihm im Namen der Reichen am nächsten Tag um Mitternacht eine Million Dollar in Diamanten aushändigen müsse, andernfalls drohe ihm die Todesstrafe. Trotz des Missfallens von Stellvertreter Bertrand willigt Juve ein. Er überbringt dem Lord das Ultimatum, ohne zu ahnen, dass dieser niemand anderes als Fantômas ist....
Jean Marais ist auch in der Maske des Mafiabosses Giuseppe Luigi zu sehen. Am Ende der Kinolaufzeit hatte auch Teil 3 ein großes Publikum in die heimischen Kinos locken können. Es wurden 3,5 Millionen Zuschauer gezählt, die Popularität war ungebrochen, so dass auch dieser dritte Part von Fantomas am Ende des Jahres in die Top5 Bestenliste kam. In Russland hielt das gesellschaftliche Phänomen für diese Filme an, denn auch 34,3 Millionen Zuschauer waren erneut ein Triumph. Erneut ist die Optik sehr gut entworfen worden, der Unterhaltungswert ist von Anfang bis Ende gesichert, obwohl die Verbrecherjagd ja nichts Neues mehr bietet. Der Film bleibt inhaltlich und qualitativ nicht hinter den anderen zurück. Sehr putzig das englische Flair - obwohl alles in Frankreich selbst gedreht wurde, im Wald von Fontainebleau und in der Gironde, wo das Schloß Roquetaillade liegt.
Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.






























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