Montag, 2. November 2026

Fantomas bedroht die Welt















Regie: Andre Hunebelle

Fantomas gegen Scotland Yard...

Star der "Fantomas" Filme wurde Louis de Funes mit seiner Vorstellung als mürrischer, zappeliger und oft fieser Vorgesetzter Kommissar Juve, obwohl Co-Star Jean Marais mit seinen vielen verschiedenen Masken auch einen bleibenden Eindrück hinterließ. Die 3 Jahre zwischen dem ersten und letzten Fantomas Film (64-67) fallen mit Louis de Funes Aufstieg zum Kassenstar zusammen. "Der Gendarm von St. Tropez" lockte mehr als 7 Millionen Franzosen in die Kinos, "Scharfe Sachen für Monsieur" (Louis, das Schlitzohr) kam auf beinahe 12 Millionen, "Der Gendarm vom Broadway" mit ca. 5 1/2 Millionen und als Höhepunkt "Die große Sause" mit sagenhafte 17 Millionen. Durch soviel Starkult war Jean Marais irgendwie im Hintertreffen, er meinte "Ich für meinen Teil sah keinen Sinn mehr darin, dieses Abenteuer fortzusetzen. Der eigentliche Star ist de Funès. Ich hatte das Gefühl, meine Filmkarriere stagnierte und ich sollte mich mehr dem Theater widmen, wo mir anspruchsvollere Rollen angeboten wurden. Schließlich gab ich Alain Poirés Bitte nach, ohne mir allzu große Illusionen über die Tiefe meiner Figur zu machen, und außerdem wollte ich meinen Freund André Hunebelle nicht enttäuschen. De Funès erfreute sich immenser Beliebtheit, und ich freute mich sehr für ihn" - sehr freundlich von ihm ausgedrückt, was aber nichts daran ändert, dass Marais eine gewisse Bitterkeit darüber hatte, dass er von de Funes in Sachen Publikumsliebling überholt wurde. Im Laufe der Dreharbeiten verschlechterte sich deshalb das Verhältnis zwischen den beiden zunehmend. Ein geplanter vierter Teil kam deshalb nie zustande.  Fantomas (Jean Marais) plant , den reichsten Menschen der Welt durch Drohungen eine Art "Lebensrechtsteuer" abzupressen  . Edward Mac Rashley (Jean Roger Caussimon), ein reicher schottischer Lord, gerät ins Visier dieser Erpressung. Kommissar Juven (Louis de Funes), sein Assistent, Inspektor Bertrand (Jacques Dynam), der Journalist Fandor (Jean Marais) und seine Verlobte Hélène (Mylene Demongeot), die von der Zeitung "Le Point de Jour" entsandt wurden , werden auf sein Schloss eingeladen, um den Täter zu entlarven. Verkleidet als Freund des kurz zuvor ermordeten Mac Rashley, Sir Walter Brown(Jean Marais) tötet Fantômas den Lord und nimmt dessen Gestalt an. Anschließend platziert er die beiden Leichen in Juves Zimmer und stiehlt sie, wodurch Juve als wahnsinnig erscheint. Die Reichen haben sich mit Kriminellen verbündet, um Fantômas zu bekämpfen. Fantômas, noch immer als Lord verkleidet, veranstaltet eine Fuchsjagd, bei der er mehrere seiner Opfer entführt. Während eines Kampfes wird er von André Berthier (Henri Serre), dem Sekretär des Lords, entlarvt. Berthier ist heimlich in Lady Mac Rashley (Francoise Christophe) – in Wahrheit seine Komplizin – verliebt und will ihren Mann töten. Hélène wird Zeugin von Berthiers Ermordung. Fantômas schickt Handlanger hinter ihr her, doch sie wird im letzten Moment von Fandor gerettet, der einen von ihnen gefangen nimmt. Fandor und Hélène suchen bei ihm Zuflucht in einer Hütte im Wald. Dort erfahren sie von Fantômas’ Plänen. Durch ihren Gefangenen gelingt es ihnen, den Verbrecher glauben zu lassen, er habe sie getötet. Gefangen genommen, werden Juve und Bertrand in Fantômas' Versteck in den Kellern des Schlosses gebracht. Der Schurke, der seine wahre Gestalt wieder angenommen hat, befiehlt Juve, Mac Rashley auszurichten, dass er ihm im Namen der Reichen am nächsten Tag um Mitternacht eine Million Dollar in Diamanten aushändigen müsse, andernfalls drohe ihm die Todesstrafe. Trotz des Missfallens von Stellvertreter Bertrand willigt Juve ein. Er überbringt dem Lord das Ultimatum, ohne zu ahnen, dass dieser niemand anderes als Fantômas ist....









Jean Marais ist auch in der Maske des Mafiabosses Giuseppe Luigi zu sehen. Am Ende der Kinolaufzeit hatte auch Teil 3 ein großes Publikum in die heimischen Kinos locken können. Es wurden 3,5 Millionen Zuschauer gezählt, die Popularität war ungebrochen, so dass auch dieser dritte Part von Fantomas am Ende des Jahres in die Top5 Bestenliste kam. In Russland hielt das gesellschaftliche Phänomen für diese Filme an, denn auch 34,3 Millionen Zuschauer waren erneut ein Triumph. Erneut ist die Optik sehr gut entworfen worden, der Unterhaltungswert ist von Anfang bis Ende gesichert, obwohl die Verbrecherjagd ja nichts Neues mehr bietet. Der Film bleibt inhaltlich und qualitativ nicht hinter den anderen zurück. Sehr putzig das englische Flair - obwohl alles in Frankreich selbst gedreht wurde, im Wald von Fontainebleau und in der Gironde, wo das Schloß Roquetaillade liegt.








Bewertung: 7,5 von 10 Punkten. 

Fantomas gegen Interpol















Regie: Andre Hunebelle

Ein Trio jagt den Superschurken..

Zunächst war Louis de Funes für den zweiten Fantomas Film gar nicht vorgesehen. Doch die Macher erkannten natürlich, dass de Funes für die größten Lacher sorgte und damit durfte er zum zweiten Mal den verrückten Komissar Juve spielen, der es sich in den Kopf gesetzt hat den größten Verbrecher aller Verbrecher, den Staatsfeind Nr. 1 Fantomas endlich zu fassen. Unterstützt wird er natürlich von Journalist Jerome Fandor und dessen hübscher Braut Helene. Es gab für Teil 2 aber zunächst verhaltene Kritiken, vielen gefiel der Erstling einfach besser. Aber "Fantomas gegen Interpol" wurde ein glich großer Filmhit, der über 4,1 Millionen Franzosen ins Kino lockte und am Ende des Jahres auf Platz 4 der Jahrescharts 1966 errang. Ein Jahr nach seiner unerbittlichen Jagd auf Fantomas wird Kommissar Juve mit der Ehrenlegion ausgezeichnet.  Er ist überzeugt, dass der Verbrecher für immer verschwunden ist. Doch überraschenderweise  entführt Fantômas, nachdem er dem Polizisten eine Glückwunschbotschaft geschickt hat, Professor Marchand (Albert Dagnand). Er bekennt sich öffentlich zu der Entführung und verkündet seine Absicht, die Weltherrschaft mithilfe eines telepathischen Strahls zu erlangen , der menschliche Gedanken kontrollieren kann – eine Technologie, an der der Wissenschaftler arbeitet. Um sein Vorhaben zu verwirklichen, muss Fantômas auch Professor Lefebvre (Jean Marais), Marchands Kollegen, gefangen nehmen. Denn Professor Marchands Experimente können ohne die Ergebnisse von Professor Lefebvres laufenden Forschungen nicht abgeschlossen werden. Fandor, (Jean Marais),  (verkleidet als Professor Lefebvre, begibt sich zu dessen Haus, wo Lefebvre den Betrug zunächst nicht bemerkt. Er schlägt vor, nach Rom zu fahren , wo ein wichtiger wissenschaftlicher Kongress stattfindet. Der Journalist, immer noch als Lefebvre verkleidet, seine Verlobte Hélène (Mylene Demongeot) und Michou (Olivier de Funes), Hélènes jüngerer Bruder, der kürzlich wegen Fehlverhaltens vom Internat verwiesen wurde, nehmen einen Nachtzug nach Italien . Sie werden von Juve und seinen Untergebenen, u.a. Inspektor Bertrand (Jacques Dynam), der einmal mehr sehr schlecht von seinem Vorgesetzten Juve behandelt wird, eskortiert. Der Kommissar hofft, Fantômas zu überführen, der zweifellos versuchen wird, Professor Lefebvre zu entführen. Der Kriminelle nimmt, als Wissenschaftler verkleidet, am Kongress teil. Die Verwirrung wird noch größer, als der echte Professor Lefebvre, verärgert über ein stotterndes Interview, das Fandor in seinem Namen gegeben hat, ebenfalls auf dem Kongress eintrifft. Fantômas entführt den echten Lefebvre, Hélène und Michou und flieht. Juve wird von der italienischen Polizei festgenommen und in eine psychiatrische Klinik eingeliefert. Doch so schnell gibt Juve nicht auf...









Wie auch Teil 1 war "Fantomas gegen Interpol" in Russland ein riesiger Filmhit mit mehr als 44 Millionen Zuschauer. Auch in Deutschland wurde beinahe 2 Millionen Kinokarten umgesetzt. Man lobt Regisseur Hunebelle, dem es ein zweites Mal spielend gelang einen Blockbuster zu produzieren, der es mit ausländischen Werken desselben Genres aufnehmen kann Lachen und Charme sind garantiert, Gags und Ideen, Action. Ein kleiner Energieabfall zur Hälfte, aber ein wunderschönes, actionreiches Finale mit dem Citroën-Flugzeug als krönendem Abschluss. Wir hatten eine tolle Zeit. Bis nächstes Jahr, Fantômas ! Und den Siegeszug von Louis de Funes war unaufhaltsam. Alle seine Filme in dieser Zeit wurden Mega-Erfolge. 













Bewertung: 7,5 von 10 Punkten. 

Fantomas















Regie: Andre Hunebelle

Der schreckliche Verbrecher...

Die Action-Comedy "Fantomas" von Andre Hunebelle kam 1964 ins Kino und wurde sofort ein Riesenhit. Insgesamt 4,5 Millionen Franzosen gingen ins Kino und so landete der lustige Krimi im typischen 60s Stil am Ende des Jahres auf Rang 5 der Kinobestenliste. Nach einer ersten Präsentation auf der Französischen Filmwoche in Moskau 1966 kam der Film ab Juli 1967 regulär auch in die sowjetischen Kinos. Und dort verzeichnete man eine phänomenale Zuschauerzahl von mehr als 45 Millionen.  Auf der Place Vendome der reiche Lord Geoffrey Shelton in einem Rolls-Royce vor, um bei Van Cleef & Arpels Schmuck für seine verwöhnte Frau lady Maud Beltham (Marie Helene Arnaud) auszusuchen. Die Rechnung beläuft sich auf 5,5 Millionen Franc und er bezahlt mit einem Scheck, dessen Tinte nach Sheltons Abreise verblasst - am selben Tag, an dem Kommissar Juve (Louis de Funes) die bevorstehende Verhaftung des berüchtigten Verbrechers Fantomas (Jean Marais mit Maske), Staatsfeind Nr. 1 und Täter zahlreicher Verbrechen, verkündet. Der Journaist Fandor (Jean Marais) arbeitet bei der Tageszeitung "Le Point du Jour" und ist mit der achönen Helene (Mylene Demongeot) verlobt - er beschließt den mysteriösen Verbrecher zu untersuchen, der stets maskiert oder verkleidete auftritt. Er hält ihn für eine Erfindung der Polizei, die sich selbst in ein gutes Licht rücken will. Um dies zu beweisen, veröffentlicht er ein gefälschtes Interview mit dem Verbrecher in seiner Zeitung. Wütend lässt Fantômas den Journalisten entführen und zwingt ihn, seine Täuschung in einem neuen Artikel zu enthüllen, den er innerhalb von 48 Stunden veröffentlichen muss. Kaum freigelassen, wird Fandor von Kommissar Juve verhaftet. Während seiner Haft wird ohne Fandors Wissen ein neuer Artikel veröffentlicht, der Fantômas kaum schmeichelhafter darstellt als der vorherige. Der Verbrecher entführt den Journalisten erneut und hält ihn in seinem geheimen Versteck gefangen, bewacht von Handlangern und Lady Beltham, seiner mysteriösen Begleiterin. Juve, der Fantômas unbedingt fassen will, stellt ihm eine Falle. Auf der Titelseite von Le Point du Jour fordert er den Verbrecher heraus, indem er ankündigt, dass Models, geschmückt mit den edelsten Pariser Juwelieren, auf der Martini-Terrasse auf den Champs-Elysees paradieren werden. Doch Fantômas, verkleidet als Fandor, raubt die Juwelen, nachdem er die Models und die anwesenden Polizisten gezwungen hat, ein Betäubungsgas einzuatmen. Gleichzeitig entführt er Hélène, in die er sich verliebt hat und die er verführen will. Er flieht mit einem Hubschrauber, während Juve ihn über die Dächer verfolgt, und stürzt schließlich, sich an einen Kran klammernd, auf einen Sandhaufen auf einer nahegelegenen Baustelle. Fantomas ist halt klüger als seine Verfolger....







Das Herzstück des Films ist natürlich die umwerfende Darstellung von Louis de Funes, der seine Rolle so köstlich spielt, dass er damit zum Filmkomiker Nr. 1 in Frankreich avancierte. Die Optik, Ausstattung und Kameraführung sind liebevoll gestaltet und es führte kein Weg daran vorbei, dass diese vergnügliche Verbrecherjagd zum Kultfilm wurde und weitere genauso erfolgreiche Fortsetzungen nach sich zog. 








Bewertung: 8 von 10 Punkten.