Samstag, 13. Juni 2026

Der beste Mann















Regie: Frank Capra

Zur Lage der Nation...

"State of the Union“ ist ein US-amerikanischer Spielfilm aus dem Jahr 1948 unter der Regie von Frank Capra. Er erzählt die Geschichte eines Mannes, der sich um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner bewerben möchte, und die Intrigen seines Umfelds. Die New York Times beschrieb ihn als eine raffinierte Filmsatire … schärfer in ihrer messerscharfen Abrechnung mit den Intriganten und Ränkespielen als das Original. Das Drehbuch stammt von Myles Connolly und Anthony Veiller und basiert auf dem 1945 uraufgeführten und mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneten Theaterstück von Russel Crouse und Howard Lindsay.Capra und seine Drehbuchautoren hielten sich eng an das Theaterstück und aktualisierten es – wie die Autoren während der zweijährigen Aufführungszeit – während der Dreharbeiten, um es zeitgemäß zu gestalten.  Spencer Tracy war sowohl von Capra als auch von den Theaterautoren die erste Wahl für die Hauptrolle. Katharine Hepburn spielt seine Ehefrau und Adolphe Menjou, Van Johnson und Angela Lansbury übernahmen wichtige Nebenrollen. Der Film war Capras einziges Projekt für Metro-Goldwyn-Mayer. Er war außerdem der zweite und letzte Film, der von Liberty Films vor deren Auflösung im Jahr 1951 produziert wurde, die Frank Capra Ende des 2. Welkrieges gemeinsam mit seinen Regiekollegen William Wyler und George Stevens gründete. Grund war eine gewisse Enttäuschung über die Erfolgsauswertung der dort produzierten Filme "Ist das Leben nicht schön?" und auch "Der beste Mann", die zwar keine Flops waren, aber im Vergleich zu Capras früheren Filmen wie "Es geschah in einer Nacht", "Mr Smith geht nach Washington", "In Fesseln von Shangri La" oder "Mr. Deeds geht in die Stadt" viel weniger Geld einspielten. "Ist das Leben nicht schön?" - heute ein unbestrittener Klassiker der US-Filmgeschichte wurde erst durch zahlreiche Ausstrahlungen der Fernsehsender zur Weihnachtszeit zu diesem ultimativen Kultfilm. Nachdem sie von ihrem Vater Sam Thorndyke (Lewis Stone) ein Zeitungsimperium geerbt hat, plant die republikanische Zeitungsmagnatin Kay Thorndyke (Angela Lansbury), ihren Geliebten, den Flugzeugmagnaten Grant Matthews (Spencer Tracy), zum US-Präsidenten zu machen und selbst die Fäden im Hintergrund zu ziehen. Thorndyke will den Einfluss ihrer Zeitungskette nutzen, um den republikanischen Nationalkonvent 1948 zu blockieren und Matthews als Kompromisskandidaten anstelle von Thomas E. Dewey, Robert A. Taft, Harold Stassen, Arthur Vandenberg, Douglas MacArthur und Dwight Eisenhower zu nominieren. Matthews ist skeptisch, was eine Präsidentschaftskandidatur angeht, doch Thorndyke, der republikanische Stratege Jim Conover (Adolphe Menjou) und Wahlkampfmanager Spike McManus (Van Johnson) überreden ihn, die Lage mit einer Vortragsreise zu sondieren. Thorndyke ist überzeugt, dass Ehrgeiz und Erfolg ihn bald überzeugen werden. Für den Wahlkampf trifft Matthews wieder mit seiner entfremdeten Frau Mary (Katherine Hepburn) zusammen. Obwohl Mary von Thorndykes und der Affäre ihres Mannes weiß, willigt sie ein, ihn öffentlich zu unterstützen, weil sie seinen Idealismus und seine Ehrlichkeit schätzt und weil sie nichts von Thorndykes Rolle im Wahlkampf ahnt. Thorndyke warnt Matthews, dass ein Skandal seine Chancen zunichtemachen würde, und erklärt ihm daher, dass sie sich nicht mehr als Liebende treffen dürfen.Wo immer Matthews spricht, wendet er sich an die einfachen Leute; unzählige Telegramme von „normalen“ Bürgern treffen ein, die ihm für seine Botschaft danken. Doch die Mächtigen und Möchtegern-Beeinflusser hinter den Kulissen sind alles andere als zufrieden. Matthews hält in Wichita eine kontroverse Rede, in der er die Gewerkschaften zur Rechenschaft zieht. Bevor er in Detroit eine weitere Rede hält, in der er die Großkonzerne auf dieselbe Weise kritisiert, kommt seine Geliebte heimlich ins Hotel und überredet ihn, eine vorbereitete Rede zu verwenden, um seine Chancen auf die Nominierung zu verbessern. Erneut erreichen ihn unzählige Telegramme, diesmal von Leuten, die ihm Stimmen in den Vorwahlen sichern können. Matthews ist ab jetzt besessen davon, Präsident zu werden, und beugt sich bedingungslos Conovers Anweisungen. Thorndyke hält sich im Hintergrund, denn die Kenntnis ihrer Affäre würde Matthews' Chancen auf die Nominierung, geschweige denn auf die Präsidentschaft, zunichtemachen. Matthews schließt Deals mit verschiedenen zwielichtigen Lobbygruppen ab, um deren Unterstützung zu gewinnen. Ein landesweites Kamingespräch, live im Radio und Fernsehen aus dem Haus der Matthews übertragen, soll Grants Kandidatur offiziell einläuten. Mary soll eine Rede halten, in der sie ihren Mann vorstellt. In letzter Minute erfährt sie, dass die Geliebte in Detroit interveniert hat, um ihren Mann zu beeinflussen, und wird Zeugin, wie Kay Thorndyke einer Gruppe von Strippenziehern erklärt, sie sei die treibende Kraft hinter Matthews und werde diese Rolle auch weiterhin ausüben. Sollten sie Fragen oder weitere Deals haben, sollen sie sich nicht an Matthews wenden, sondern an sie – andernfalls werde sie sie in ihren Zeitungen vernichten. Mary wusste von Grants moralischen Kompromissen, aber nicht vom Ausmaß von Thorndykes Einfluss. Angesichts der Erkenntnis, dass sie ihn für immer verloren hat, weigert sie sich, die Rede zu halten, und verlässt unter Tränen den Raum. McManus, der sie inzwischen sehr ins Herz geschlossen hat, folgt ihr und versucht, sie zur Rückkehr zu bewegen, um Grant bei seiner Präsidentschaftskandidatur zu unterstützen, denn das Weiße Haus ist der einzige Ort, an den Thorndyke ihm nicht folgen kann.Mary beginnt, die vorbereitete Rede zu lesen. Grant sieht, wie Mary der Korruption erliegt. Er erkennt, dass er seine und Marys Ideale verraten hat. Vor den Kameras tritt er ans Mikrofon und bekennt vor dem amerikanischen Volk. Er verspricht, sich für parteiübergreifende Reformen einzusetzen – und ruft die Wähler zur Stimmabgabe auf –, bezeichnet aber gleichzeitig seine Geldgeber und sich selbst als Betrüger und zieht seine Kandidatur zurück. Er bittet seine Frau um Vergebung, und sie umarmen sich.Thorndyke entlässt Spike, doch Conover stellt ihn umgehend wieder ein...





Natürlich agiert das Duo Specer Tracy und Katherine Hepburn bestens. Ungeachtet parteipolitischer Reaktionen – und angesichts der offenen und damals (wie heute) hochaktuellen Thematik lässt sich nicht leugnen, dass Frank Capras Film, eine brillante Satire ist. Er lässt Spencer Tracy schon damals Sätze sagen, die heute nicht anders ausfallen. Die Welt kann nur gewinnen, wenn alle an einem Strang ziehen und wenn man auf die persönlichen Vorteile auch verzichten kann. Auch die Tatsache, dass "der beste Mann" nicht frei von "Fehlern" ist, wird hier gezeigt: Tracy hat eine Geliebte, die die Strippen zieht und wahrscheinlich die mächtigste Rolle in diesem Spiel hat. Zumindest für eine gewisse Zeit. 





Bewertung: 7,5 von 10 Punkten. 
 

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