Regie: Akira Kurosawa
Der Racheplan...
Akira Kurosawa hat mehrere Ausflüge ins Noir Genre gewagt. Der erste dieser vier Filme war "Engel der Verlorenen", der 1948 vom Filmstudio Toho produziert wurde und ein großer Erfolg wurde. Es war auch die erste Zusammenarbeit zwischen Kurosawa und dem damals 28jährigen Toshiro Mifune. Bereits 1 Jahr später folgte "Ein streunender Hund" und in den 60er Jahren gelang dem Ausnahmeregisseur mit "Die Bösen schlafen gut" und "Zwischen Himmel und Hölle" zwei weitere Meisterwerke des Gernes. Der Grundton in "Die Bösen schlafen gut" ist äusserst pessimistisch - insgesamt ein Thriller, der ein hohes Maß an Aufmerksamkeit verlangt. Seine Komplexität in den Verfahrensweisen der Unternehmen und in den Beziehungen seiner Rollencharaktere erlaubt kein rasantes Tempo, doch halten die Autoren und Regisseur Kurosawa die Spannung mühelos. Trotz der Lauflänge von beinahe 150 Minuten ist Spannung garantiert. Dass dieses Meisterwerk weniger als seine historischen Epen bekannt wurde, verwundert nicht. Der Film erzählt die Geschichte eines jungen Mannes, der in einem korrupten japanischen Nachkriegsunternehmen eine einflussreiche Position erhält, um die Verantwortlichen für den Tod seines Vaters zu entlarven. Er greift auf Shakespeares Hamlet zurück und ist gleichzeitig eine Kritik an der Korruption in Unternehmen. Wie in Kurosawas nächsten beiden Filmen mit Mifune, „Yojimbo“ (1961) und „Sanjuro“ (1962), ist Mifunes Figur „ein einsamer Held, der gegen übermächtige Gegner und korrupte Autoritäten kämpftEine Gruppe von Reportern beobachtet und tuschelt auf dem aufwendigen Hochzeitsempfang des Vizepräsidenten der Public Development Corporation, Iwabuchi (Masayuki Mori) , der seine Tochter Yoshiko (Kioko Kagawa) mit seinem Sekretär Koichi Nishi (Toshiro Mifune) verheiratet. Die Polizei unterbricht die Feier, um den stellvertretenden Verwaltungsangestellten Wada (Kamatari Fujiwara), den Zeremonienmeister, wegen Bestechung im Zusammenhang mit einem Schmiergeldskandal zu verhaften. Die Reporter bemerken die Ähnlichkeit zu einem früheren Skandal um Iwabuchi, den Verwaltungsangestellten Moriyama (Takashi Shimura) und den Vertragsangestellten Shirai (Ko Misimura). Dieser Fall wurde vertuscht, nachdem sich der stellvertretende Leiter Furuya, der aus dem siebten Stock des Firmengebäudes gesprungen war, das Leben genommen hatte. Die Ermittlungen gerieten dadurch ins Stocken, bevor hochrangige Mitarbeiter des Unternehmens belangt werden konnten. Nach der Hochzeit befragt die Polizei Wada und den Buchhalter Miura zu Bestechungsgeldern zwischen der Dairyu Construction Company und der staatlich finanzierten Public Corporation.Im Anschluss an die Vernehmung begeht Miura Selbstmord, indem er sich vor einen LKW wirft, kurz bevor er verhaftet werden soll. Wada versucht, sich durch einen Sprung in einen aktiven Vulkan das Leben zu nehmen, wird aber von Nishi daran gehindert. Um Wada für ihren Racheplan und den seines besten Freundes Itakura (Takeshi Kato) zu gewinnen, fährt Nishi mit ihm zu einer (inszenierten) Beerdigung, wo sie Wada beobachten und ihm die Meinung seiner Auftraggeber offenbaren. Anschließend konzentriert sich Nishi auf den Vertragsagenten Shirai. Er inszeniert eine Falle, sodass Iwabuchi und Moriyama ihn des Diebstahls bezichtigen, und nutzt Wada, um ihn mit Schuldgefühlen in den Wahnsinn zu treiben. Nishi rettet Shirai vor einem von Iwabuchi angeheuerten Attentäter und bringt ihn zu dem Büro, in dem Furuya starb. Dort gibt er sich als Furuyas unehelicher Sohn zu erkennen, der mit Itakura die Identität getauscht hat, um den Tod seines Vaters zu rächen. Nishis Verhörmethoden zerstören Shirais letzten Rest an Verstand. Moriyama schlussfolgert, dass jemand aus Furuyas Umfeld hinter den Ereignissen steckt, als er die Wahrheit über Nishi erfährt und Iwabuchi informiert. Iwabuchis Sohn Tatsuo (Tatsuya Mihashi) belauscht das Gespräch und jagt Nishi wütend fort, als dieser ins Haus zurückkehrt.Nishi zieht sich in die Ruinen einer Fabrik zurück, in der er während des Zweiten Weltkriegs gearbeitet hat. Dort gelingt es ihm, Moriyama zu entführen und ihn auszuhungern, bis er den Aufenthaltsort von Beweismaterial preisgibt, mit dem er die Korruption und alle Beteiligten der Presse präsentieren kann. Währenddessen entführt Wada Yoshiko in der Hoffnung, dass sich die Frischvermählten versöhnen. Denn inzwischen ist Nishi auch klar geworden, dass er die Frau liebt, die er zunächst nur aufgrund seines Racheplans geheiratet hat. Nishi gesteht seiner Frau, dass er sie aufrichtig liebt. Yoshiko akzeptiert die Wahrheit über die Gräueltaten ihres Vaters und willigt widerwillig ein, Nishi bei der Vollendung seines Plans zu unterstützen....
Bewertung: 10 von 10 Punkten






















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