Mittwoch, 12. März 2025

Osterspaziergang

 



Regie: Charles Walters

Die neue Tanzpartnerin... 

"Osterspaziergang" (Originaltitel: Easter Parade) aus dem jahr 1948 gehört zu den erfolgreichsten MGM Musicals der 40er Jahre. Der Technicolorstreifen wurde von Charles Walters gedreht, der in seiner aktiven Zeit als Filmemacher einige große Musicals wie "Tänzer vom Broadway", "Lili", "Der gläserne Pantoffel" oder "Die oberen Zehntausend" drehte, aber immer Schatten seiner Genrekollegen George Cukor oder Vincente Minelli blieb.Aufgrund des Erfolgs von "Der Pirat" wollte man zunächst einen weiteren Film mit dem Gespann Gene Kelly und Judy Garland drehen, doch Kelly brach sich beim Basketball den Fuß und so kam Tanzlegende Fred Astaire zum Zug. Der Film wurde trotz weiterer Besetzungsprobleme (Ann Miller musste Cyd Charisse ersetzen) ein großer Erfolg, dank seines Witzes und vor allem der großen Revueszenen. Irving Berlin stellte aus seinem breiten Repertoire zehn Gesangsnummern zur Verfügung.  1912 kauft der Broadway-Star Don Hewes (Fred Astaire) Ostergeschenke für seine Liebste und Tanzpartnerin Nadine Hale (Ann Miller) und bringt einen Jungen dazu, sich von einem Plüschhasen zu trennen, indem er alle Trommeln im Spielzeugladen spielt. Er bringt die Geschenke zu Nadine, der die Möglichkeit geboten wurde, als Solodarstellerin in einer Show aufzutreten. Er versucht, sie zu überreden, bei ihm zu bleiben, aber sie hat einen Vertrag unterschrieben. Dons bester Freund Johnny (Peter Lawford) kommt. Nadine fühlt sich offensichtlich zu Johnny hingezogen, aber er widersteht ihr aus Respekt vor Don. Don ertränkt seinen Kummer an der Bar von Pastinis Restaurant und prahlt vor Johnny und dem Barkeeper Mike (Clinton Sundberg), dass er aus jedem Mädchen aus der Show eine Star-Tänzerin machen kann. Er entscheidet sich für Hannah Brown (Judy Garland). Am nächsten Tag erfährt er bei der Probe, dass sie an einer Links-Rechts-Verwechslung leidet. Don versucht, Hannah in eine Kopie von Nadine zu verwandeln, indem er ihr beibringt, auf dieselbe Weise zu tanzen, ihr eine ähnliche Garderobe kauft und ihr den exotischen wie bescheuerten Bühnennamen "Juanita“ gibt, der nun gar nicht zu ihr passt. Sie macht bei ihrem ersten Auftritt mehrere Fehler und die Show wird zu einem Fiasko. Johnny fühlt sich sofort zu Hannah hingezogen, während er sie zur Probe begleitet. Er versucht erfolglos, Don mit Nadine wieder zusammenzubringen, die Don erzählt, dass ihre Freunde lachen, weil Hannah versucht, sie zu sein. Don erkennt seine Fehler und bereitet Stücke vor, die besser zu ihr passen. Jetzt, bekannt als  als Duo "Hannah & Hewes“, werden sie ein großer Erfolg. Beim Vorsprechen für die Ziegfeld Follies kommt es aber zur Konfrontation von Hannah und Nadine...








Nach "Die roten Schuhe", "Red River", "Sein Engel mit den zwei Pistolen" und "Johnny Belinda" war "Osterspaziergang" mit einem Unsatz von über 4 Millionen Dollar der fünfterfolgreichste Film des Jahres 1948. Weltweit spielte er sogar fast 7 Millionen Dollar ein. Johnny Green und Roger Edens erhielten sogar den Oscar für den besten Filmscore. Die Tanznummern sind sicherlich brillant - nach "Lili" ist "Easter Parade" sicherlich Charles Walters bester Film. 











 Bewertung: 8,5 von 10 Punkten.

Ein süßer Fratz




Regie: Stanley Donen

Der Fotograf und die Verkäuferin...

 Die Geschichte von dem unscheinbaren Tanzgirl bzw. sogar vom häßlichen Entlein, das zum strahlend schönen Schwan in einer Folge aneinandergereihter Tanz- und Gesangsdarbietungen wird, ist sicherlich nicht neu im Musicalgenre und hat bereits in Filmen wie "42nd Street", "Du sollst mein Glückstern sein" oder "Ein neuer Stern am Himmel" bestens funktioniert. So auch in dem 1957 realisierten "Ein süßer Fratz" von Stanley Donen, der für insgesamt vier Oscars nominiert wurde (bestes Orginaldrehbuch, bester Kameramann Ray June, beste Ausstattung und beste Kostüme). Wie bereits im vorangegangenen "Daddy Langbein" mit Leslie Caron könnte Fred Astaire beinahe schon der Großvater seiner Herzensdame Audrey Hepburn sein, die in diesem Filme aller Songs selbst singt. Sie konnte auch ihrer großen Leidenschaft für das Tanzen nachgehen. Die Handlung der Filmversion unterscheidet sich drastisch von der des Broadway-Musicals, und nur vier der Lieder sind erhalten geblieben. Maggie Prescott (Kay Thompson), Modemagazin-Herausgeberin und Redakteurin des Magazins Quality, sucht nach dem nächsten großen Modetrend. Sie möchte einen neuen Look, der sowohl "schön“ als auch "intellektuell“ sein soll. Sie und der Top-Modefotograf Dick Avery (Fred Astaire)wollen Models, die "so gut denken können, wie sie aussehen“. Die beiden überlegen und kommen auf die Idee, einen Buchladen in Greenwich Village als Kulisse zu verwenden. Sie finden, was sie suchen, bei "Embryo Concepts“, das von der schüchternen Verkäuferin und Hobbyphilosophin Jo Stockton (Audrey Hepburn) geführt wird.  Maggie beschließt, Jos Buchladen für Aufnahmn zu verwenden, aber nach der ersten Aufnahme wird Jo ausgesperrt, damit sie Maggies Übernahme des Ladens nicht stören kann. Die Crew verlässt den Laden in einem Chaos; Dick bleibt zurück, um beim Aufräumen zu helfen, entschuldigt sich bei Jo und küsst sie dann impulsiv. Jo weist ihn ab, aber ihr Lied "How Long Has This Been Going On?“ zeigt, dass sie die Regungen der Romantik spürt. Jo möchte vor allem nach Paris und die Philosophievorlesungen des berühmten Professors Émile Flostre (Michel Auclair) über Empathie besuchen. Als Dick in die Dunkelkammer zurückkehrt, sieht er etwas in Jos Gesicht, das neu und frisch ist und perfekt für die Kampagne wäre und ihr "Charakter“, "Geist“ und "Intelligenz“ verleihen würde. Sie schicken nach Jo und geben vor, einige Bücher in ihrem Laden bestellen zu wollen. Als sie ankommt, versuchen sie, sie zu stylen und ihr die Haare zu schneiden. Sie ist empört und rennt weg, nur um sich in der Dunkelkammer zu verstecken, in der Dick arbeitet. Als Dick Paris erwähnt, interessiert sich Jo für die Möglichkeit, Professor Flostre zu sehen, und wird schließlich überredet, für die Zeitschrift zu modeln. Somit geht es nach Paris und es entwickelt sich bei Jo und Dick vermehrt Gefühle...








Bei seiner Erstveröffentlichung war Funny Face ein Reinfall an den Kinokassen und erreichte nicht einmal die Gewinnschwelle. Als jedoch 1964 My Fair Lady (ebenfalls mit Hepburn) mit hervorragenden Kritiken und riesigen Einspielzahlen in die Kinos kam, brachte Paramount "Funny Face"erneut in die Kinos. Der Film zog daraufhin große Zuschauermengen an und erzielte schließlich einen Gewinn. Aus künstlerischer Sicht ist der Film gut gelungen, vor allem Audrey Hepburn ist einfach bezaubernd und Astaire tanzt im Alter von 58 Jahren immer noch wie ein junger Gott. 










Bewertung: 7,5 von 10 Punkten. 

Daddy Langbein



Regie: Jean Negulesco

Der reiche Onkel...

 "Daddy Langbein" aus dem Jahr 1955 von Jean Negulesco ist das erste von drei aufeinanderfolgenden Astaire Musical Filmen, die in Frankreich spielten oder aber ein französisches Thema hatten. Die beiden anderen sind "Ein süßer Fratz" (Lucky Face) von Stanley Donen und "Seidenstrümpfe" (Silk Stocking) von Rouben Mamoulian. Die bekanntesten Filme von Jean Negulesco sind "Humoreske", "Johnny Belinda", "Der untergang der Titanic", "Wie angelt man sich einen Millionär", "Drei Münzen im Brunnen" und "Der große Regen". Für "Johnny Belinda" wurde er sogar als bester Regisseur für den Oscar nominiert.  Heldin ist die Waise Julie Andre (Leslie Caron), die bis zu ihrem achtzehnten Lebensjahr im John-Grier-Heim gelebt hat und nun von Jervis Pendleton (Fred Astaire) einem der reichen Aufsichtsräte der Anstalt aufgrund ihrer literarischen Begabung aufs College geschickt wird. Der Millionär möchte unerkannt bleiben, erwartet aber eine Gegenleistung von Julie: Dafür, dass sie ins College gehen darf, soll sie jeden Monat einen Brief über ihre Fortschritte schreiben, ohne dass er diese je beantwortet. Mit dem Eintritt ins College beginnt für Julie eine Entdeckungsreise in die ihr vollkommen unbekannte Welt außerhalb des Waisenhauses. Alles, was sie erlebt, schildert sie den Briefen an ihren unbekannten Gönner, den sie liebevoll Daddy Langbein nennt, da sie von dem Mann lediglich seinen Schatten kennt - ein Unbekannter, der seine Beine unverhältnismäßig lang aussehen ließ, wie ein Weberknecht. Während ihres Lebens auf dem College lernt sie den Onkel einer Mitstudentin kennen, dem sie auf ihrem Lebensweg, wie es scheint, zufällig immer wieder begegnet. Im Laufe der Zeit kommen sie einander näher. Was sie nicht weiß: Der Onkel ist Jervis Pendleton.In New York haben Jervis’ Angestellte Alicia Pritchard (Thelma Ritter) und Griggs (Fred Clark) bisher zwar alle Briefe Julies wie gewünscht archiviert und von Jervis ferngehalten. Als er sie sieht, verliebt er sich in sie, doch ahnt Julie nichts von seiner wahren Identität...








Insgesamt gab es drei Oscarnominierungen für "Daddy Langbein": für den Film Song "Somethings gotta give", für den besten Musikscore und für die beste Ausstattung. Wie bereits "Vorhang auf" war "Daddy Langbein" an der Kinokasse leider nur mäßig erfolgreich. Ein netter Film mit Heiterkeit, Musik und Tanz - als Kameramann fungierte Leon Shamroy. 








Bewertung: 7 von 10 Punkten.