Mittwoch, 14. Mai 2025

Der stille Don


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Sergej Gerassimov

Die Wirren des Grigori Melechow..

"Der stille Don" ist ein dreiteiliger sowjetischer Film nach dem weltbekannten gleichnamigen Roman von Michail Scholochow. Regie in dem zwischen 1957 und 1958 entstandenen Filmepos führte Sergej Gerassimov. Erzählt wird die Geschichte Russland im Ersten Weltkrieg, der Oktoberrevolution, dem anschließenden russischen Bürgerkrieg anhand der Schicksal einfacher menschen, den zerfallenden Idealen der Donkosaken und der persönlichen Tragödie der Hauptfugur Grigori Melechow, der von Pjotr Glebow gespielt wird. Auffallend wie in einigen nachfolgenden russischen Monumentalfilmen "Krieg und Frieden" oder "Die Brüder karamasow" sind die männlichen Darsteller für ihre zu spielenden Figuren viel zu alt. Melechow war zur Zeit der Dreharbeiten schon über 40 Jahre alt und spielt aber auch den noch wilden Jugendlichen, der sich in seine Nachbarin Axinja verliebt.  Grigori Melechow ist in die verheiratete Kosakin Aksinja (Elina Awraamowna Bystrizkaja) Astachowa verliebt, die erwidert seine Liebe. Sein Umfeld ist jedoch dagegen und betrachtet die Verbindung als beschämend. Die Situation verschärft sich, als Aksinjas Ehemann Stefan (Alexander Bloagowestow) von der Militärausbildung zurückkehrt und seine Frau schlägt. Grigori heiratet eine andere Frau, Natalja Korschunowa (Sinaida Kirijenko) auf Geheiß seines Vaters (Daniil Iltschenko)Grigori und Aksinja beschließen, vor ihren Familien zu fliehen, doch ihr neues Leben wird durch den Ausbruch des Ersten Weltkriegs jäh zerstört. Aksinja erzählt Grigori, dass sie schwanger ist, doch Grigori zweifelt an seiner Vaterschaft. Grigori wird in die kaiserliche Armee eingezogen, und seine Einheit kämpft gegen die Österreich-Ungarn. Für seine Taten wird er verwundet, erhält aber das Georgskreuz für Tapferkeit. Aksinja verliert ihr Kind und findet Trost beim Sohn eines Gutsbesitzers. Nach seiner Rückkehr aus dem Krankenhaus erfährt Grigori, dass Aksinja ihm untreu war. In einem Anfall von Eifersucht schlägt er den Mann und Aksinja mit einer Peitsche und kehrt anschließend zu seinem Vater und seiner Frau Natalia zurück, die aufgrund der mangelnden Liebe und Untreue ihres Mannes bereits erfolglos einen suizidversuch unternommen hat. Einige Jahre später, 1916, spielen russische Offiziere in einem Unterstand Karten und diskutieren über den Krieg, während in der Ferne Kanonendonner zu hören ist. Ihre Soldaten lesen ein Antikriegs-Flugblatt. Beim nächsten Angriff setzen die Deutschen Giftgas ein. Mitten im chaotischen Rückzug begegnet Grigori zufällig Aksinjas Ehemann und rettet ihn. Zurück in der Heimat verkünden die Dorfbewohner bei einer Versammlung die Absetzung von Kaiser Nikolaus II. und die Machtübergabe an das Provisorische Komitee der Staatsduma.Unter den Kosaken kommt es zu Zwietracht. Jesaul Kalmykow (Michail Klaukuski) plädiert dafür, sich General Kornilows Truppen anzuschließen und die Ordnung in Russland wiederherzustellen, während der Kornett Buntschuk die Revolution verteidigen will. Kalmykow wird entwaffnet, und Buntschuk tötet seinen Vorgesetzten. Grigori findet sich in einem vollen Raum mit Porträts von Karl Marx und roten Bannern wieder, wo der Kampf gegen General Kaledin, einen Anführer der Weißen Armee, besprochen wird. Die Kosaken streiten jedoch darüber, ob sie die Bolschewiki unterstützen oder allein zurechtkommen sollen. Melechow wird Zeuge eines Kampfes zwischen zwei Kosakengruppen: Podtjolkows "Roten“ und Tschernezows Weißen“; die Weißen verlieren, und Podtjolkow erschlägt den gefangenen Tschernezow mit seinem Schwert. Grigori kehrt zu seinem Vater zurück und verteilt Geschenke, doch auch hier herrscht keine Einigkeit unter den Kosaken. Grigori neigt der Idee der "Sowjetmacht“ zu, doch sein Vater will damit nichts zu tun haben. Die Macht wechselt, und Grigori Melechow, mit Schulterklappen und königlichen Orden bekleidet, beobachtet die Hinrichtung der Roten Kosaken und erinnert sich dabei an Podtjolkows Massaker an Tschernezows Kosaken. Der bolschewistische Schtokman fordert Grigoris Verhaftung, doch Grigori gelingt die Flucht. Die Roten nehmen Peter (Nikolai Smirnov), Grigoris Bruder, gefangen und erschießen ihn. Grigori schlägt an der Spitze von hundert Kosaken bei einem Angriff revolutionäre Matrosen nieder. Doch sein Gedächtnis ist noch immer getrübt vom Krieg an der Front und dem darauffolgenden Krieg in der Heimat. An einer Wasserstelle am Fluss begegnet er Aksinja mit Eimern und gesteht ihr, dass er sie nicht aus seinem Herzen stoßen kann. Daria (Lyudmila Khityaeva), die Witwe von Grigoris Bruder Peter, tötet einen gefangenen Dorfbewohner der Roten, der an der Ermordung ihres Mannes beteiligt war. Für diesen Vergeltungsakt wird sie anschließend vom Kommando der Weißen Garden in Anwesenheit eines britischen Offiziers gelobt. Natalia Melekhova, die mit Grigoris Kind schwanger war, versucht, ihre Schwangerschaft abzubrechen, da sie ihrem Mann nicht mehr gebären will. Sie stirbt, und das Kind wird trotzdem geboren und erhält den Namen Michail. Im Hauptquartier der Weißen Donarmee in Balaschow erfährt Grigori unterdessen nichts von der Geburt seines Sohnes und trinkt mit anderen Offizieren Cognac. Als die Weißen sich zurückziehen, nimmt Grigori Aksinya mit, doch als sie im Winter krank wird, ist er gezwungen, sie in die Obhut einer Bauernfamilie zu geben. Wieder verlieren sich die Liebenden aus dem Augen. Einige Jahre später versucht er erneut mit ihr die Flucht, sie wird jedoch von einer Kugel der berittenden Patrouille getötet. Er muss sie begraben und wirft dann alle seine Waffen in den Fluss, kehrt in sein Heimatdorf zurück und umarmt seinen sohn Michail, der bereits einige Jahre alt ist...










Vor dem Hintergrund historischer Ereignisse erweist sich der Film auch als schicksalshafte Liebesgeschiche, die immer wieder aufflammt, aber die nie auf Dauer erfüllt und glücklich sein kann. Der Dreiteiler hat eine Laufzeit von 336 Minuten, in den deutschen Kinos lief nur der erste Teil. Erst 1968 strahlte die ARD auch die Teile 2 und 3 aus. Es ist ein Film mit starken Bildern, wuchtig und erdig und mit faszinierender Detailtreue versehen. Dabei vermied der Regisseur plakative, prokommunistische Anbiederung, sondern schilderte seinen Protagonisten als Wanderer zwischen zwei durch die Historie ihm aufgezwungene Welten und deren Systeme. Auch das neue System wird nicht verklärt, in Gerassimows Epos wird Charakterschwäche und Amoral wie in der Romanvorlage durch den neuen sozialistischen Menschen nicht beseitigt.“









Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

Samstag, 26. April 2025

Blockade in London


 

 

 

 

 

 

 

 

 Regie: Henry Cornelius

 Eine Bombe explodiert in Pimlico...

Das Britische Film Institute wählte die 1948 von Henry Cornelius gedrehte Komödie "Blockade in London" (Originalttitel: Passport to Pimlico) auf Platz 63 der wichtigsten und besten englischen Filme aller Zeiten. 1949 war sowieso ein sehr gutes Jahr für die britische Filmindustrie. Neben der Ealing Produktion entstanden fast zeitgleich auch weitere Filmklassiker wie "Der dritte Mann", "Adel verpflichtet", "Oliver Twist", "Die roten Schuhe" oder "Whisky Galore".  Das Drehbuch von C.E.B. Clark wurde ein Jahr später mit einer Oscarnominerung belohnt. Sehr gut gelungen ist auch, dass jede Figur und jedes einzelne Mitglied der umfangreichen Besetzung ausserordentlich gut funktioniert, der Spass wird von Anfang bis Ende dadurch aufrechterhalten.  Der Vorspann des Films endet mit den Worten "dedicated to the memory of“ (gewidmet dem Andenken an) und zeigt ein Bild britischer Lebensmittel- und Kleidermarken aus dem Zweiten Weltkrieg.  Im London der Nachkriegszeit detoniert in den Miramont Gardens in Pimlico eine nicht explodierte Bombe durch spielende Kinder. Die Explosion legt einen lange verschütteten Keller frei, der Kunstwerke, Münzen, Schmuck und ein altes Manuskript enthält. Das Dokument wird vom Historiker Professor Hatton-Jones (Margaret Rutherford) als königliche Urkunde Eduards IV. beglaubigt, die Karl, dem letzten Herzog von Burgund, ein Haus und seine Ländereien überließ, als er dort Zuflucht suchte, nachdem er 1477 in der Schlacht von Nancy für tot erklärt worden war. Da die Urkunde nie widerrufen wurde, gilt von jetzt an ein Teil von Pimlico weiterhin als rechtlich Teil Burgunds. Da die britische Regierung keine Gerichtsbarkeit besitzt, verlangt sie von den Anwohnern, vor Verhandlungen mit ihnen ein Repräsentantenkomitee gemäß den Gesetzen des längst untergegangenen Herzogtums zu bilden. Nach altem burgundischen Recht muss der Herzog selbst einen Rat ernennen. Sébastien de Charolais (Paul Dupuis), ein Nachfahre des Herzogs von Burgund, trifft ein und erhebt seinen Anspruch auf den Titel, der von Professor Hatton-Jones bestätigt wird. Er bildet das Leitungsgremium, dem der örtliche Polizist Spiller (Philipp Stainton), Mr. Wix (Raymond Huntley), der Leiter der Bankfiliale, und Arthur Pemberton (Stanley Holloway), ein Ladenbesitzer aus der Nachbarschaft, angehören, der zum Premierminister von Burgund ernannt wird. Der Rat beginnt Gespräche mit der Regierung, insbesondere über den burgundischen Schatz. Als den Menschen klar wird, dass Burgund weder der Nachkriegsrationierung noch anderen bürokratischen Beschränkungen unterliegt, wird das Viertel rasch von Schwarzhändlern und Käufern überschwemmt. Spiller ist nicht in der Lage, die wachsende Flut der Probleme allein zu bewältigen. Daraufhin umzingeln die britischen Behörden das burgundische Gebiet mit Stacheldraht. Die Einwohner rächen sich gegen das ihrer Meinung nach bürokratische Vorgehen; sie halten einen Zug der Londoner U-Bahn an, der durch Burgund fährt, und verlangen die Pässe aller Passagiere; Personen ohne Papiere werden an der Weiterfahrt gehindert. Die britische Regierung reagiert, indem sie die Verhandlungen abbricht und Burgund isoliert. Strom, Wasser und Lebensmittellieferungen werden an der Grenze unterbrochen. Die Bewohner werden aufgefordert, nach England auszuwandern, doch sie wehren sich. Spät in der Nacht schließen die Burgunder heimlich einen Schlauch an eine nahegelegene britische Wasserleitung an und füllen einen Bombenkrater. Das Wasserproblem wird dadurch gelöst, doch der Lebensmittelladen wird überflutet. Unfähig, dieses neue Problem zu lösen, bereiten sich die Burgunder darauf vor, aufzugeben. Mitfühlende Londoner beginnen, Lebensmittelpakete über die Barriere zu werfen, und bald schließen sich andere an. Ein Hubschrauber pumpt Milch durch einen Schlauch, und Schweine werden mit Fallschirmen über dem Gebiet abgesetzt. Unterdessen gerät die britische Regierung unter öffentlichen Druck, die Situation zu lösen. Den mit der Lösung beauftragten britischen Diplomaten wird klar, dass es sowohl schwierig als auch unpopulär beim britischen Volk ist, die Burgunder durch Hunger zu besiegen. Also verhandeln sie. Der Knackpunkt stellt sich als die Verwendung des ausgegrabenen Schatzes heraus. Wix, inzwischen burgundischer Schatzkanzler, schlägt vor, den Schatz Großbritannien als Leihgabe zu überlassen. Nachdem der letzte Punkt der Pattsituation gelöst ist, wird Burgund wieder mit Großbritannien vereint. Gleichzeitig wird die Lebensmittel- und Kleiderrationierung in der Region wieder eingeführt. Das festliche Bankett im Freien wird durch starken Regen unterbrochen, und die Temperaturen sinken..









 Es gibt auch ein Wiedersehen mit dem bekannten Duo Naunton Wayne und Basil Radford, die beide vor allem durch Hitchcocks "Eine Dame verschwindet" in bleibender Erinnerung sind.  "Passport to Pimlico“ enthält zahlreiche Bezüge zum Zweiten Weltkrieg und zur Labour-Regierung der Nachkriegszeit, um den Geist der kleinen burgundischen Enklave zu unterstreichen. Aus damaliger Sicht sicherlich auch eine sehr progressive Komödie, da sie die etablierte soziale Ordnung auf den Kopf stellt, um das Wohlergehen einer Gemeinschaft zu fördern. Am Ende der Geschichte, als die sommerliche Hitzewelle in einen sintflutartigen Regenguss übergeht, hat der Film auch etwas von der Qualität eines Fiebertraums. 








Bewertung: 8 von 10 Punkten. 

Freitag, 11. April 2025

Alexander Newski


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Sergej Eisenstein

Kampf gegen den deutschen Ritterorden...

Zweifelsfrei ist Sergej Eisensteins 1938 gedrehter "Alexander Newski" nicht nur ein Historiendrama, sondern vor allem ein Agitationsfilm. Der Film schildert den versuchten Einmarsch des deutschen Ritterordens im 13. Jahrhundert in der Stadt Nowgorod und dessen Niederlage gegen den Fürsten Alexander, allgemein bekannt als Alexander Nweski, der von 1220 bis 1263 lebte. Die deutschen Ritter machen den Russen Angst, denn sie haben bereits einiges an russischem Land erobert. Dabei gehen sie mit Unterdrückung und graumsamen Terror vor. Die verzweifelte Bevölkerung möchte sich dem Feind entgegenstellen. Doch sie brauchen einen charismatischen und fähigen Führer. So kommt Alexander Newski (Nikolai Tscherkassow) ins Gespräch, der bereits einen Sieg gegen die Schweden zu verzeichnen hat.  Eine Armee des Deutschen Ordens dringt mit Hilfe des Verräters Twerdilos (Sergej Blinnikov) in die Stadt Pskow ein, erobert sie und massakriert ihre Bevölkerung. Nowgorod ist ihr nächstes Ziel. Trotz des Widerstands der Bojaren und Kaufleute von Nowgorod (angefeuert vom Mönch Ananias (Ivan Lagutin), Twerdilos Gefolgsmann), wird Alexander Jaroslawitsch Newski gebeten, erneut ihr Fürst zu werden und Nowgorod zu verteidigen. Zu diesem Zweck mobilisiert er die Bevölkerung der Region Nowgorod. In der entscheidenden Eisschlacht auf dem zugefrorenen Tschudskoje-See werden die Truppen des Deutschen Ordens besiegt. Pskow wird zurückerobert, und dort fällt Newski das Urteil: Die überlebenden Fußsoldaten des Deutschen Ordens werden freigelassen, während die überlebenden Ritter des Deutschen Ordens gegen Lösegeld festgehalten werden. Der Verräter Twerdilo und ein katholischer Priester, der die Verbrennung der Pskower Kinder bei lebendigem Leib segnete, werden unter dem Druck der Zuschauer hingerichtet.  Eine Nebenhandlung dreht sich um die Rivalität und Freundschaft zwischen Wassili Buslai (Nikolay Okhlopkov) und Gawrilo Oleksitsch (Andrej Abrikosov), zwei berühmten (und historischen) Kriegern Nowgorods. Beide werden Kommandeure der Nowgoroder Streitkräfte und liefern sich einen Wettstreit in Mut und Kampfgeschick, um die Hand von Olga Danilowna (Valentina Ivashova) zu gewinnen, einer Nowgoroder Jungfrau, um die beide buhlen. Zur gleichen Zeit schließt sich Wassilissa (Alexandra Danilova), die Tochter eines von den Deutschen getöteten Pskower Bojaren, den Nowgoroder Streitkräften als Soldatin an. Sie und Wassili kämpfen Seite an Seite; sie wirft ihm eine Waffe zu, als er umzingelt und waffenlos ist, und sie ist es, die Ananias findet und tötet. Gawrilo und Wassili werden schwer verwundet und von Olga gefunden, die sie vom Schlachtfeld rettet. Obwohl sie einander den Vortritt lassen, erklärt Wassili schließlich öffentlich, dass keiner von beiden im Kampf der Tapferste war: Diese Ehre gebührt Wassilissa, gefolgt von Gawrilo. So sind Gawrilo und Olga vereint, während Wassili Wassilissa (mit ihrer stillschweigenden Zustimmung) zu seiner zukünftigen Braut erwählt...









Die Fertigstellung des Films dauerte mehrere jahre, auch in der Zeit angespannter Beziehungen zwischen der Sowjetunion und dem deutschen Reich unter Adolf Hilter.  Der Film enthält daher allegorische Elemente, die die politische Situation zwischen den beiden Ländern zum Zeitpunkt der Produktion widerspiegeln. Einige Helmtypen der teutonischen Infanterie ähneln Nachbildungen von Stahlhelmen aus dem Ersten Weltkrieg. Im ersten Entwurf des Alexander-Newski-Drehbuchs waren sogar Hakenkreuze auf den Helmen der Invasoren zu sehen. Der Film porträtiert Alexander als Volkshelden und zeigt, wie er einen Kampf gegen die Mongolen, seine alten Feinde, auslässt, um sich dem gefährlicheren Feind zu stellen. Der Film vermittelt zudem stark antiklerikale und antikatholische Botschaften. Die Bischofsmitra der Ritter ist mit Hakenkreuzen geschmückt, während Religion auf russischer Seite eine untergeordnete Rolle spielt. Sie ist hauptsächlich als Kulisse in Form der Nowgoroder St.-Nikolaus-Kathedrale und der Geistlichen mit ihren Ikonen beim siegreichen Einzug Newskis in die Stadt nach der Schlacht präsent.Der Film kam im Dezember 1938 in die Kinos und wurde ein großer Publikumserfolg: Am 15. April 1939 berichtete Semen Dukelsky, der Vorsitzende des Staatlichen Komitees für Kinematographie, dass er bereits von 23 Millionen Menschen gesehen worden sei und der beliebteste Film der jüngeren Zeit sei. Nach der Unterzeichnung des Molotow-Ribbentrop-Pakts durch die UdSSR am 23. August 1939, der Nichtangriff und Kollusion zwischen Deutschland und der Sowjetunion vorsah, wurde Alexander Newski aus dem Verkehr gezogen. Am 22. Juni 1941, nach dem Einmarsch der Achsenmächte in die Sowjetunion, kehrte die Situation jedoch dramatisch um, und der Film kehrte rasch auf die sowjetischen und westlichen Leinwände zurück. Alexander Newski ist in seiner Erzählstruktur weniger experimentell als Eisensteins frühere Filme; er erzählt eine Geschichte mit einem einzigen Erzählbogen und konzentriert sich auf eine Hauptfigur. Die Spezialeffekte und die Kameraführung gehörten zu den fortschrittlichsten ihrer Zeit.Der Höhepunkt des Films ist die halbstündige Schlacht auf dem Eis, die von Prokofjews ominöser, mitreißender und triumphaler musikalischer Erzählung vorangetrieben wird – eine Sequenz, die seitdem als Vorbild für epische Filmschlachten diente. Denoch ist "Alexander Newski" weit mehr als nur ein Propagandafilm. Das nationale Pathos wirkt sehr lebendig. Ein faszinierendes Werk, dass den Zuschauer in eine längst vergangene Epoche eintauchen lässt. 











Bewertung: 9 von 10 Punkten.