Sonntag, 12. Oktober 2025

Du oder Ich


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Jack Arnold

Ausserhalb des Gesetzes...

Jack Arnold (1916 bis 1992) hat sich vor allem durch seine Horror- und Science Fiction Filme wie "Gefahr aus dem Weltraum", "Tarantula", "Die unglaubliche Geschichte des Mr. C" oder "Der Schrecken schleicht durch die Nacht" einen großen Namen gemacht. Der Regisseur war aber auch in anderen Genres tätig. Seine Western "Duell mit dem Teufel" oder ", "Auf der Spur des Todes", "Des Teufels Lohn" oder "Auf der Kugel stand kein Name" werden sehr geschätzt. Im Krimi bzw. Noir Sektor werden seine Filme eher unterschiedlich beurteilt. Sein Highschool-Thriller "Mit 17 am Abgrund" ist ein echter Geheimtipp. Der zwei Jahre früher - 1956 - entstandene Noir "Du oder Ich" wirkt dagegen eher etwas enttäuschend. Zu konventionell ist Drehbuch angelegt. 1946: In Berlin wird ein Kamerad des zwar vorbestraften aber dekorierten Kriegsveteran Johnny Salvo (Ray Denton) brutal auf offener Straße erschossen. Man hat den Toten mit einem Geldfälscherring in Verbindung gebracht. Es geht dabei um Falschgeld im großen Stil, dass nicht nur in Deutschland - auch in den USA - unter die Leute gebracht wird. Johnny ist der Sohn des Polizeibeamten Chief Alex Conrad (Onslow Stevens), der damals dafür sorgte, dass sein Sohn für sein Vergehen eine Gefängnisstrafe absitzen muss. Seither geht der Sohn dem Vater aus dem Weg und hat sogar seinen richtigen Namen John Conrad geändert. Der Tote saß mit Johny in der Gefängniszelle und auch in der gleichen Armee-Einheit. Grund genug für den Vater seinen verlorenen Sohn in die Ermittlungen mit einzubeziehen, da er glaubt, dass dieser vielleicht durch die Gespräche mit dem Toten hilfreiche Informationen liefern könnte. Ausserdem sieht der Vater die Chance, dass er mit seinem Sohn wieder ins Reine kommen könnte. Nach kurzem Zögern sagt Johnny zu, denn die geplante Undercover-Tätigkeit für die Polizei bedeutet auch die Bereinigung seiner Akte als Straftäter. Als Erstes hat Johnny die Aufgabe die hübsche Maria Craven (Leigh Snowden), Witwe des Ermordeten, zu besuchen. Vielleicht weiß sie ja mehr. Doch der Ganove Kastner (Grant Williams), der an Maria interessiert scheint, hat etwas dagegen, dass Johnny ins Geschehen eintritt. Ausserdem stellt sich die Frage, ob Marias Arbeitgeber Philip Borman (Raymond Bailey) der Chef des Fälscherrings ist. Natürlich verliebt sich der Held in die Frau... 






Die Handlung entwickelt sich zu einem eher gemächlichen Katz-und-Maus-Spiel zwischen dem gefährlichen Kriminellen und der Polizei, weil Johnny immer weiter in die Enge getrieben wird. Der Film kombiniert klassische Noir-Elemente mit Emotionen durch den Vater/Sohn Konflikt und dem Konkurrenzkampf um die Frau zwischen dem good und dem bad Guy.  Ein Falschgeldthriller ganz im Stile von Hollywoods klassischen Vertretern des Film noir. Das bedeutet zum einen, dass der Krimi zwar eine gewisse Eleganz besitzt, aber auch eine gewisse Langeweile. . 





Bewertung: 6 von 10 Punkten.  

Dienstag, 30. September 2025

Kampf ohne Gnade


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Thomas Carr 

Die Erbschaft...

Ein 1957 unterzeichneter Vertrag zwischen United Artists und den drei Mirisch Brüdern (Walter, Harold und Marvin) bestand zunächst aus 12 Kinofilmen. Das Trio war bekannt und beliebt bei Schauspielern und Regisseuren, weil sie den Beteiligten die größtmögliche künstlerische Freiheit zubilligten. Gemeinsam mit United Artists entstanden Filme wie "Die letzten der zweiten Schwadron", "Manche mögens heiß", "Das Appartment", "Gesprengte Ketten" oder "Irma la Douce". Auch der Audie Murphy schwarz-weiß Western "Kampf ohne Gnade" gehört dazu. Matt Brown (Audie Murphy) wird von Chip Donahue (John Dehner) aufgespürt und erfährt, dass er die Rinderfarm, auf der er aufgewachsen ist, von ihrem Besitzer geerbt hat. Der Mann galt als sein Vater, hat ihn aber nie als seinen Sohn bezeichnet.  Matt Brown ist ein mittelloser Trinker, der oft in Schlägereien gerät. Wenn er Geld hat, spielt er auch Poker. Er willigt ein, die Ranch an die Dorfbewohner zu verkaufen, die dort arbeiten und sich selbstständig machen wollen. Als er in die Stadt zurückkehrt, besucht er das Haus und beschließt nach einem Treffen mit einer alten Freundin Janet (Terry Moore), nicht zu verkaufen, was die Leute verärgert. Sie beschließen zu heiraten, trotz der Abneigung ihrer Brüder, Matt zu akzeptieren, und trotz Sam Mullens (James Best) Avancen gegenüber Janet. Ihre Brüder würden sie lieber Sam Mullen als Matt heiraten sehen. Als Janets Mutter (Ann Doran) Matt ihren Segen gibt, beruhigt sich die Lage und eine Feier beginnt. Unterdessen entdeckt Chip Donahue, der Vorarbeiter der Ranch, Bankunterlagen im Tresor der Ranch. Diese Dokumente belegen, dass der alte Jake Keenan Schulden bei der Bank hatte und sein Land und seine Ranch als Sicherheit dienten. Aufgrund der ausstehenden Schulden kann die Bank die Ranch und die Ländereien innerhalb weniger Tage übernehmen. Chip Donahue überbringt Matt und seinen Pächtern, die ihr Vieh auf Matts Land züchten, die traurige Nachricht. Die einzige Lösung scheint die sofortige Rückzahlung der Schulden bei der Bank zu sein. Matt und seine Pächter können das Geld in so kurzer Zeit nur aufbringen, indem sie bis Ende der Woche eine Herde von 3.000 Rindern auf dem Markt in Santa Fe verkaufen. Doch ein so langer Viehtrieb in so kurzer Zeit ist keine leichte Aufgabe. Zu allem Überfluss sind Sam Mullen und seine Freunde entschlossen, Matts Pläne zu sabotieren. Dabei muss Matt zuerst seine Arroganz und seine Engstirnigkeit überwinden, er erfährt auch die Wahrheit über seine Herkunft...





Im Laufe seiner Filmkarriere drehte Audie Murphy 45 Filme, und fast alle davon waren Western. Einige davon waren richtig gut. Aber genauso viele Filme waren einfach nur durchschnittlich, Western ohne besondere Besonderheiten. Leider zählt „Cast a Long Shadow“- so der Originaltitel - nicht zu den besseren Western, was vor allem an der Charakterzeichnung liegt. Man hat auch das Gefühl, dass der Film zu schnell und abrupt endet. Die Verdrießlichkeit von Murphys Charakter ist das Hauptproblem des Films. Hätte er sich im Laufe der Geschichte langsam zu einem besseren Menschen entwickelt hätte es sicherlich viel besser  funktioniert. 





Bewertung: 6 von 10 Punkten.  
 

Samstag, 19. Juli 2025

Der Schnorchel


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Guy Green

Mörderischer Stiefvater... 

Guy Green (1913 bis 2005) schrieb als Kameramann Filmgeschichte und wurde für seine Arbeit bei David Leans Film "Geheimnisvolle Erbschaft" mit dem Oscar geehrt. Für "Oliver Twist" arbeitete er ein weiteres Mal mit Lean zusammen. Nach 24 Filmen als Kameramann wechselte er in den 50er Jahren auf den Regiestuhl und drehte Filme wie "Die schwarzen Teufel von El Alamein" oder "Gebrandmarkt". Für den Film "Träumende Lippen" mit Sidney Poitier und Elizabeth Hartman erhielt er noch einmal eine Golden Globe Nominierung.  Viel weniger bekannt ist sein Thriller "Der Schnorchel", den er 1958 im Auftrag der Hammer Studios drehte. Für die zur Drehzeit 13jährige Hauptdarstellerin Mandy Miller, einst Kinderstar im britischen Film, war der Part der unbeirrbaren Candy die letzte Filmrolle. Sie spielte anschließend nur noch fürs Fernsehen und zog sich 1963 ganz aus dem Geschäft zurück.  Paul Decker (Peter van Eyck) tötet seine Frau Madge, indem er sie in einem Zimmer ihrer italienischen Villa unter Drogen setzt und vergast. Er versiegelt alle Fenster und Türen, versteckt sich jedoch unter den Dielen des Zimmers, bedeckt mit einem Teppich und benutzt einen Schnorchel, der an Luftschläuche angeschlossen ist, um im Verborgenen zu atmen. Hausangestellte entdecken ihre Leiche am Morgen, und da das Zimmer von innen verschlossen und versiegelt ist, vermuten der örtliche italienische Polizeiinspektor und der britische Konsul Mr. Wilson (William Franklyn) Selbstmord, obwohl kein Abschiedsbrief gefunden wurde. Madges jugendliche Tochter Candy (Mandy Miller) kommt mit ihrem Hund Toto (in echt hieß die Fellnase Flush) und Reisegefährten Jean Edwards (Betta St. John) aus England an und beschuldigt ihren Stiefvater Decker sofort des Mordes an ihrer Mutter, da sie – zu Recht – glaubt, dass er auch ihren Vater Jahre zuvor getötet und es wie einen Unfall aussehen ließ. Toto spürt Deckers Anwesenheit unter den Dielen, wird aber nicht beachtet. Es wird vorgeschlagen, dass Candy und Jean nach Amerika reisen, wo Decker sich ihnen später anschließen wird, doch Candy ist entschlossen, weitere Ermittlungen anzustellen. Sie geht in Deckers Zimmer, um nach Beweisen zu suchen, doch Toto findet den Schnorchel. Candy erkennt dessen Bedeutung erneut nicht und legt ihn zurück in den Kleiderschrank. Als Decker Candy im Zimmer findet, verlässt sie es kurz darauf, doch Toto findet erneut den Schnorchel. Decker erkennt, dass der Hund ein Problem darstellt, und vergiftet ihn. Candy ahnt erneut die Wahrheit und beschuldigt Decker, ihren Hund getötet zu haben, was er bestreitet. Decker, Jean und Candy machen ein Strandpicknick. Als Candy einen Mann mit Schnorchel schwimmen sieht, wird ihr klar, wie der Mord an ihrer Mutter begangen wurde. Als sie zu weit hinausschwimmt, schwimmt Decker zu ihr und gibt vor, sie retten zu wollen. In Wirklichkeit hofft er aber, sie zu ertränken und es wie einen Unfall aussehen zu lassen. Doch bevor er dies tun kann, schwimmt auch Jean hinaus und er gibt die Idee auf, obwohl Candy wieder weiß, was er versucht hat. Decker beschließt, Candy zu töten. Wie zuvor verschafft er sich ein Alibi und lockt sie in die Villa. Er erzählt ihr, er habe den Abschiedsbrief seiner Frau gefunden und den Polizeiinspektor (Gregoire Aslan) gebeten, ebenfalls vorbeizukommen. ...








Kann diese Bestie mit der sanften Simme erneut einen Mord begehen, ohne dass er zur Rechenschaft gezogen werden kann ? Diese Frage wird erst am Schluß des spannenden Thrillers beantwortet und obwohl die Logik ein bisschen auf der Strecke bleibt , ist es den Darstellern zu verdanken, dass der Film bis zum Ende interessant bleibt.  Die lange Eröffnungsszene dieses Films bildet trotz ihrer offensichtlichen Anleihen bei Rififi [1955] einen fesselnden Auftakt. Hammer Films war zu dieser Zeit darauf spezialisiert B-Filme zu produzieren, die zwar keine Meisterwerke sind, aber dennoch viel fesselnder als die üblichen Low Budget Crimes. Peter van Eyck ist ein guter Bösewicht, denn er wird immer mehr bedrohlich und das Ende hätte vielleicht eine Minute früher kommen sollen. So bleibt auch die etwas unreife und fest entschlossene Heldin des Films ohne Schuld. Eine Kürzung wäre vielleicht zu subversiv und verstörend wahrgenommen worden. 









Bewertung: 7,5 von 10 Punkten

Die Giftspritze


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Roy Ward Baker

Böse Mutter...

Gleich nach Katherine Hepburn wurde Bette Davis bei der AFI Umfrage zum größten weiblichen Filmstar des alten Hollywood gewählt. Doch sie war nicht einfach. Sie gewann zweimal den Oscar als beste Hauptdarstellerin und war acht weitere Male für die begehrte Auszeichnung nominiert. In der Spätphase ihrer Karriere hatte sie auch den Mut zur Hässlichkeit und trat in einigen Grand Guignol Filmen auf, die sehr schnell zu Kultfilmen avancierten. Davis’ Markenzeichen waren ihre großen ausdrucksstarken Augen, ihre direkte Art und ihre allgegenwärtigen Zigaretten. Sie kämpfte stets mit Vehemenz gegen die Restriktionen des Studiosystems und um gute Rollen und mehr Mitspracherechte bei der Auswahl der Filmrollen. 1936 verklagte sie, wenn auch vergeblich, in einem aufsehenerregenden Prozess die Warner Brothers. Sie war unbequem und auf ihrem großen Marmorsarkophag steht der Spruch "Sie hat es auf die harte Tour geschafft". Auch die Hammer Produktion "Die Giftspritze" (Originaltitel: The Anniversary) enstand in der Spätphase ihrer aktiven Zeit. Es war Hammer gelungen Bette Davis ein zweites Mal nach "The Nanny" für einen Film zu gewinnen. Roy Ward Baker wurde als Regisseur verpflichtet, nachdem sich die streitbare Diva mit Alvin Rakoff, der zunächst Regie führen sollte, schon nach einigen Tagen überwarf. Der restliche Cast hatte keinerlei Probleme mit Rakoff gehabt, sodass Davis bei ihnen anschließend in Missgunst verfiel. Die bereits unter Rakoff gedrehten Szenen, mussten noch einmal gedreht werden. Ebenfalls wollte Bette Davis ihre Kollegin Sheila Hancock durch eine andere Schauspielerin ersetzen, doch die hatte keine Zeit. Das Stück wurde erstmals im West End aufgeführt, mit Mona Washbourne als Übermutter und Scheusal Mrs. Taggart. Der Film wurde in den Elstree Studios in Hertfordshire gedreht. Das geschätzte Budget betrug 1.450.000 Dollar. Allein in den USA spielte er 1.352.000 Dollar ein. Der Hauptteil der Geschichte spielt wähend des Geburtstags der einäugigen Mrs. Taggert (Bette Davis), die nach dem Tod ihres Mannes, ein erfolgreicher Bauunternehmer, die Firma mit eiserner Hand leitet. Ihre drei Söhne Terry (Jack Hedley), Henry (James Cossins) und Tom (Christian Roberts) sind bei ihr Angestellte, die zu spuren haben. Sie behandelt ihre Söhne wie Sklaven. Doch die drei sind alle auf irgendeine Weise von Mom abhängig. Sehr zum Leidwesen von Terrys zänkischer Ehefrau Karen (Sheila Hancock). Sie hat endlich ihren Mann überreden können mit ihr und den Kindern nach Kanada auszuwandern. Weit weg von Mutter. Auch der jüngste Tom hat zum Geburtstag seine neue Flamme Shirley (Elaine Taylor) mitgebracht, der er die Heirat versprochen hat. Aber kann er sich auch durchsetzen ? Der älteste Henry (James Cossins) ist unverheiratet und ist Fetischist, der gerne Unterwäsche von Frauen anzieht. Den ganzen Tag und Abend über tut die herrschsüchtige, böse, rachsüchtige und manipulative Matriarchin alles in ihrer Macht Stehende, um ihre Kinder daran zu erinnern, wer die Finanzen der Familie und letztendlich ihre Zukunft kontrolliert....







Und dies ist natürlich eine Rolle, die wie geschaffen für Bette Davis ist. Natürlich ist der Weltstar auch hier großartig, aber der Film leidet ein bisschen an der Theatralik des Theaterstücks, auf dem er basiert. Mit gutem Scharzem Humor vergehen die 95 Minuten sehr schnell, das Drehbuch schrieb Jimmy Sangster.






Bewertung: 7 von 10 Punkten