Samstag, 14. November 2020

Der Würger vom Schloß Blackmoor















Regie: Harald Reinl

Diamanten im Schloß....

1959 brachte die "Rialto Film" mit "Der Frosch mit der Maske" den ersten Edgar Wallace Film ins deutsche Kino. Das Publikum liebte diese düsteren schwarzweiß Krimis und bereits der Erstling lockte 3,2 Millionen Zuschauer in die Lichtspielhäuser. Die erfolgreichsten dieser insgesamt 36 Filme waren "Das Gasthaus an der Themse" und "Der Bucklige von Soho" mit 3,6 Millionen Zuschauer, dicht gefolgt von "Das Geheimnis der gelben Narzissen" mit 3,5 Millionen Zuschauern und "Die toten Augen von London", der auf 3,4 Millionen Zuschauer kam. Es waren diese Edgar Wallace Filme, die schließlich Italiens Genre-Regisseure inspierten den "Giallo" ins Leben zu rufen. Horst Wendtland war der deutsche Macher und Artur Brauner, der ihm im Kampf umd ie Verfilmungsrechte unterlag, sicherte sich immerhin die Rechte an den Bryan Edgar Wallace Bücher - wie der Vater Edgar so auch Sohn Bryan, der genauso wie sein Vater mit Begeisterung Krimis schrieb und die in Deutschland beim Goldman Verlag erschienen. Den filmischen Startschuß machte 1961 "Das Geheimnis des schwarzen Koffers" - einige Monate später kam "Der Würger von Schloß Blackmoor" ins Kino. Regie führte Harald Reinl und die Filme wurden von Artur Brauner produziert.
"Der Würger vom Schloß Blackmoor" war mit mehr als 2 Millionen Zuschauern auch ein Kinohit und landete in der Jahresendabrechnung auf Rang 16 der erfolgreichsten Filme des Jahres. 
Herr von Schloß Blackmoor ist der hoch angesehene Lucius Clark (Rudolf Fernau). Er verkündet seinen Gästen voller Freude, dass er erfahren hat demnächst in den Adelsstand erhoben zu werden. Doch ein dunkler Schatten legt sich über das Schloß. Ein maskierter Mann bedroht ihn und behauptet, dass Lucius ein Dieb ist, der im Besitz von gestohlenen Rohdiamanten ist. Diese - so meint der unheimliche Fremde - wären sein Eigentum und er stellt ein Ultimatum. Auf dem Schloß lebt auch Lucius hübsche Nichte Claridge Dorsett (Karin Dor). Am anderenTag wird tatsächlich einer der Bediensteten des Schloß erwürgt im Gelände gefunden. Der Mann mit der Maske ist der Würger. Damit wird das Ereignis zum Fall für Scotland Yard und Inspektor Jeff Mitchell (Harry Riebauer) beginnt mit seinen Ermittlungen. Tatsächlich verbirgt Lucius sein Geheimnis. Er hat tasächlich Diamanten gestohlen und im Schloß versteckt. Sein Butler Anthony (Dieter Eppler) in Wahrheit ein Meister im Diamantenschleifen. Eine Spur führt in die verruchte Bar Scavenger, wo die Barfrau Judy (Ingmar Zeisberg) mehr weiß als sie sagt. Lucius versucht einige Diamanten zu verhökern, doch jedensmal wird der Bote dieses Auftrags vom Würger ermordet. Inzwischen schaltet sich auch der Journalist Mike Pierce (Hans Reiser), der mit dem Inspektor befreundet ist, in den Fall ein. Bald ist Claridge in Gefahr, in die sich der Inspektor schon verguckt hat...







Für ein bisschen humoristische Auflockerung sorgen Walter Giller als verarmter, aber eigentlicher Schloßherr von Blackmoor und der aufgeweckte Junge Phips, der von Stephan Schwartz gespielt wird. Für einen deutschen Film aus den frühen 60er Jahren sind die Morde recht brutal gefilmt worden. So wird einer der Kuriere auf dem Motorrad von einem Drahtseil regelrecht geköpft.










 Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

Das Ungeheuer von London City

























Regie:  Edwin Zbonek

Jack the Ripper kehrt heim...

In den 60er Jahren blühte der deutsche Genrefilm. Horst Wendlandt sicherte sich die Verfilmungsrechte der Karl May Western Stoffe und die Rechte an den Edgar Wallace Büchern. Sein Konkurrent und ehemaliger Boss Artur Brauner hatte das Nachsehen. Bei den Rechten an den Werken von Bryan Edgar Wallace (dem Sohn von Edgar Wallace) und den Karl May Orient-Büchern bekam aber Brauner den Zuschlag und auch mit diesen Verfilmungen ließ sich damals gutes Geld an der Kinokasse machen.
Wobei die sechste Bryan Edgar Wallace Verfilmung "Das Ungeheuer von London City" schon deutliche Abnutzungserscheinungen beim Publikum aufwies. Er spielte weniger als seine Vorgänger ein, trotz der attraktiven Besetzungsliste mit Hansjörg Felmy, Marianne Koch und Dietmar Schönherr.
1,1 Millionen Zuschauer konnte der Film im Kino verzeichnen. 
In London läuft das Theaterstück "Jack the Ripper" sehr erfolgreich vor vollen Häusern, aber diese Aufführung auf der Bühne des Edgar-Allan-Poe Theaters im Londoner Stadtteil Whitechapel ist bei der Bevölkerung sehr umstritten. Zu brutal und das Theaterstück könnte potentielle Mörder wieder auf schreckliche Ideen bringen. Doch der Jack the Ripper Darsteller Richard Sand (Hansjörg Felmy) sieht sich in der Rolle seines Lebens. Dann passieren tatsächlich wieder neue Morde nach Jack The Ripper Art. Inspektor Dorne (Hans Nielsen) muss ermitteln und Polizeiarzt Dr. Morel Greely (Dietmar Schönherr) muss einige Leichen untersuchen. Morel ist mit dem Schauspieler befreundet und beide Männer sind in Ann Morley (Marianne Koch), Nichte des einflussreichen Parlamentsmitglieds Sir George Edwards (Fritz Tillmann) verliebt. Immer mehr fühlt sich Ann zu Richard hingezogen, was vielleicht den Bruch der beiden Freunde herbeiführen könnte. Aber der Onkel ist strikt gegen die Beziehung mit dem Schauspieler und lässt auch in dessen Vergangenheit nach Verfehlungen suchen. Tatsächlich hatte Richard mal ein Drogenproblem. Das hält die beiden Liebenden aber nicht davon ab von der gemeinsamen Hochzeit zu träumen. Doch es geschehen weitere Morde, Richard gerät immer mehr ins Visier von Scotland Yard und das Barmädchen Betty Ball (Chariklia Baxevanov) könnte mehr wissen...






Tatsächlich ist "Ungeheuer von London City" nicht ganz so stark wie seine Vorgänger, obwohl die Grundidee recht interessant ist. Aber trotz der Morde will sich die Spannung nur sehr langsam einstellen. Regisseur Edwin Zbonek war mit dem Vorgänger "Der Henker von London" eine starke Verfilmung gelungen, die zu den besten Werken dieser Reihe gezählt werden muss. Gelungen ist aber die horrorartige Atmosphäre der dunklen Hinterhofstraßen von London. Der Nachfolgefilm "Das 7. Opfer" war noch schwächer. Danach wurde die Anfangs so erfolgreiche Reihe von Artur Brauner eingestellt. Erst die deutsch-italienische Coproduktion "Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe" von Ausnahmeregisseur Dario Argento wurde wieder als Bryan Edgar Wallace Film vermarktet. 









 Bewertung: 6,5 von 10 Punkten.

Sonntag, 1. November 2020

Das Pendel des Todes


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Roger Corman

Klassische Poe Verfilmung alter Schule...

Wer auf eine düstere Gothic-Atmosphäre abfährt, der wird von diesem Roger Corman Film sehr begeistert sein: Spanien, 16. Jahrhundert. Ein Schloß an der Klippe, direkt am Meer, das dortige Kellergewölbe ist labyrinthartig und voll mit Spinnweben und Ratten, endlos die Gänge. Wie einige andere Poe-Verfilmung von Corman, allen voran "Lebendig begraben" oder "Das Grab des Grauens" beschäftigt sich dieser Film aus dem Jahr 1961 mit der Horrorvorstellung wie auch fixen und paranoiden Idee, daß jemand bei lebendigem Leibe begraben werden könnte. Die Hauptfigur des Films und Herr des Schlosses ist Don Nicolas Medina (Vincent Price). Er war als Kind (Larry Turner spielt Nicolas als Junge) heimlicher Zeuge des Mordes an seiner Mutter Isabella (Mary Menzies) und seinem Onkel Batolome (Charles Victor). Niemand anderer als sein Vater, ein Inquisitor, hat diese grauenvolle Tat begangen. Jahre später: Francis Bannard (John Kerr) reist zu dem Schloß, denn seine Schwester Elizabeth (Barbara Steele9, die mit Medina verheiratet war, ist verstorben. Francis versucht herauszufinden, woran und unter welchen Umständen Elisabeth gestorben ist, denn die Todesumstände wirken seltsam. Im Schloß trifft er nicht nur auf Nicolas, der durch den Tod seiner Frau schwer angeschlagen ist und Francis was zu verheimlichen versucht, sondern auch dessen Schwester Catherine (Luana Anders) und den Freund der Familie, den Arzt Dr. Leone (Anthony Carbone). Schon bald passieren unheimliche Dinge im Schloss, geistert es sogar?






Irgendwann kommt auch das titelgebende Folterinstrument zur Geltung, ein äußerst fieses, übergrosses Pendel ist mit seiner tödlichen, blitzenden Schneide und seiner ausgefeilten Mechanik eindrucksvoll ins Cinemascope-Breitbild gesetzt worden. Das Drehbuch wurde von Richard Matheson geschrieben, Cormans Stammschreiber für seine Edgar Allan Poe Reihe.
Cormans sämtiche Poe Verfilmungen wie "Der Rabe", "Lebendig begraben", "Satanas", "Die Verfluchten", "Folterkammer des Hexenjägers", "Grab der Lygeia" und auch "Das Pendel des Todes" sind vor allem wegen ihrer exquisiten Kameraarbeiten (hier war Oscarpreisträger Floyd Crosby Chefkameramann, der für Murnaus "Tabu" ausgezeichnet wurde), stilvollen Kostümen und der liebevollen und opulenten Ausstattung zum Kult geworden. Mein persönlicher Favorit der Reihe ist aber tatsächlich "Das Pendel des Todes", auch wegen der morbiden Stimmung einer der besten Filme in diesem Genre der ganz alten Horrorgrusler aus längst vergangenen Tagen.
 




  Bewertung: 8,5 von 10 Punkten