Sonntag, 24. Januar 2021

Canadian Pacific


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Edwin L. Marin

Der Pass in den Bergen... 

Neben dem 6teiligen Ranown-Zyklus von Budd Boetticher und gleich vielen Western mit Andre de Toth drehte der populäre Randolph Scott auch mit dem Routinier Edwin L. Marin einige Westernfilme wie "Banditen ohne Maske" (1946), "Die Stadt der rauhen Männer" (1949), "Canadian Pacific" (1949) "Das Geheimnis der schwarzen Bande" (1950), "Das letzte Fort" (1951) und "Ein Fremder kam nach Arizona" (1951). Diese Filme waren eher billig produzierte B-Pictures, aber sie festigten auch den Ruf von Randolph Scott als beliebter Westernheld.
Seine Figur Tom Andrews ist daher ein aufrechter Mann, der für Gesetz und Ordnung steht. Tom Andrews ist der beste Landvermesser weit und breit und Aufseher bei der Canadian Pacific Eisenbahngesellschaft, die dem Pionier Cornelius van Horne (Robert Barrat) gehört. Der Unternehmer will eine Eisenbahnlinie bauen, die mitten durch die unüberwindbaren Rocky Mountains führen soll. Damit will man Amerika mit ganz Kanada verbinden und dieses neue Land natürlich erschließen. Doch große Schwierigkeiten müssen überbrückt werden - es muss ein Pass mitten durch die Berge gebaut werden. Doch die dort beheimateten Pelzjäger und Fallenbauer fühlen sich in ihrer Existenz bedroht, auch die Indianer könnten zu einer großen Gefahr werden.
Tom Andrews ist ein Kerl, der für Ordnung beim Bau sorgen kann und hat vor die hübsche Cecille Gaultier (Nancy Olson) zu heiraten, der Vater (John Parrish) auch vom Handel mit Pelzen lebt.
Dirk Rourke (Victor Jory) ist der Besitzer eines gut gehenden Handelspostens und ebenfalls Pelzjäger - auch er hat es auf Cecille abgesehen und darüberhinaus hat er es sich in den Kopf gesetzt dem Bau der Eisenbahnlinie so effektiv wie möglich zu sabotieren. Im Camp selbst muss Tom immer wieder mit Gewalt und körperlichem Einsatz für Ruhe sorgen. Für die dort arbeitende Ärztin Dr. Edith Cabot (Jane Wyatt) ist er ein roher Aggressor. Von seinem Best Buddy "Dynamite" Dawson (J. Carrol Naish) erfährt Tom, dass Dynamit aus dem Lager gestohlen wurde - damit haben die Saboteure eine effektive Waffe in die Hände bekommen...



Im Laufe des Films kommt es immer wieder zu Rückschlägen beim Bau, doch der gute Tom kann am Ende sogar zwischen zwei Frauen auswählen. Die Ärztin hat sich in ihn verliebt, während Tom von Cecille den Laufpass bekam. Doch Cecille empfindet immer noch etwas für ihren Ex - kein Wunder, es ist ja auch Randolph Scott.



Bewertung: 6,5 von 10 Punkten. 

Dem Tode entronnen


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: George Marshall

Vertragsbruch...

Der Cinemascope Western "Dem Tode entronnen" aus dem Jahr 1956 heißt im Original "Pilars of the Sky" und ist ein Film von George Marshall. Der Filmpionier arbeitete bereits 1916 regelmäßig als Regisseur und dem Western galt sein besonderes Interesse. Mit Stan Laurel und Oliver Hardy drehte er Anfang der 30er Jahre zwei Kurzfilme sowie den Kinoerfolg "Die Teufelsbrüder". Er galt immer als profilierter und verlässlicher Handwerker - seine bekanntesten Filme sind "Der große Bluff" und "Die blaue Dahlie". Er war auch neben Henry Hathaway und John Ford einer der drei Regieprofis, die für den Blockbuster "Das war der wilde Westen" verpflichtet wurde. Auch "Dem Tode entronnen" lief nicht schlecht in den Kinos und spielte 1,5 Millionen Dollar ein. Jeff Chandler spielt als First Sergeant Emmett Bell eine interessante Figur, die gar nicht so leicht mit dem üblichen Westernklischee Schema zu greifen ist. Eine Filmfigur, die als Soldat der Armee viel zu sehr ins Glas schaut und auch noch eine Liason mit der verheirateten Calla, gespielt von Dorothy Malone, am Laufen hat. Die ist unglücklich mit Captain Tom Gaxton (Keith Andes) verheiratet und hat den Entschluß gefasst ihren Mann wegen Emmett zu verlassen. Erschwert wird dieser Konflikt weil Tom und Emmett in der selben Einheit ihren Dienst verrichten. Die Geschichte spielt in einer Zeit, in der der Konflikt zwischen den Indianern und den Neubürgern immer noch präsent ist, doch einige der Ureinwohner haben sich schon zum christlichen Glauben bekehrt. Dies ist mit ein Verdient des Missionars Dr. Holden (Ward Bond). Der Indianerjunge Malachi (Orlando Rodriquez) fühlt sich dort noch wohler als bei seinem Stamm und viele Häuptlinge haben auch biblische Namen wie Isaiah, Zachariah oder Eliah angenommen. Es existiert auch ein Vertrag, der die Indianer zwar in ihr Reservat zwingt - doch man hat ihnen zugesichert dieses Land unberührt den Indianern zu überlassen. Nun hat Colonel Elson Stedlow (Willis Bouchey) die undankbare Aufgabe auf diesem Indianergebiet ein Fort, eine Brücke und eine Straße zu bauen. Das sorgt für Krieg, denn junge Indianer wie Kamiakin (Michael Ansara) wollen lieber sterben als sich weiter vom weißen Mann beherrschen zu lassen.. 




In einer Schlüsselrolle ist der junge Lee Marvin zu sehen und der kann leider nicht dem Tode entrinnen. Er wird in einem der vielen Kämpfe mit den Indianern von einem Speer verletzt, er wird diese darauf folgende schicksalshafte Nacht nicht überleben können. Für den Schauspieler eine Gelegenheit sein Können mit einer Sterbeszene zu zeigen. Abgesehen vom Cast besticht der Kavalleriewestern durch erlesene Kameraaufnahmen an Originalschauplätzen in Oregon.




Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

Montag, 18. Januar 2021

Die Hochmütigen - Aufenthalt vor Vera Cruz


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Yves Allegret

Liebe in Zeiten der Pandemie...

Martin Scorsese soll ein Bewunderer des 1953 gedrehten Films "Die Hochmütigen" (Originaltitel: Les Orgueilleux) von Yves Allegret sein und ich finde diesen in Vergessenheit geratenen Film auch hervorragend. 1987 wurde ihm posthum der Cesar für sein Lebenswerk verliehen. "Die Hochmütigen" war auch bekannt als "Aufenthalt vor Vera Cruz" und basiert auf Jean Paul Sartres unveröffentlichem Drehbuch "Typhus". Dabei legte der Regisseur sehr viel Wert auf die Bilder, die eine beklemmende Atmosphäre schaffen. Eingefangen wird ein typischer Festtag in Mexiko, die enorme Hitze ist total spürbar. Ein Reisebus trifft in Alvarado, einem mexikanischen Küstendorf in der Region von Vera Cruz ein und zu dieser Reisegruppe gehört auch Nellie (Michelle Morgan), deren Mann auf der Fahrt plötzlich schwer erkrankt ist. Eine Weiterfahrt für den Patienten ist ausgeschlossen. Sofort wird der örtliche Arzt (Carlos Lopez Moctezuma) geholt, der eine schreckliche Diagnose stellt. Der Mann hat eine Menigitis und es sieht nicht nur für ihn schlecht aus. Denn er wird sicherlich andere Mitreissende angesteckt haben.
Die Frau ist durch diese neue unvorhergesehene Situation völlig überfordert. Im Ort lebt auch der Säufer Georges (Gerard Philippe), der ziemlich heruntergekommen ist und jede Gelegenheit nutzt um an Alkohol zu kommen. Er agiert als Hilfskraft des Doktors, obwohl er vor seinem Fall selbst Mediziner war. Er ist es auch, der den Mann von Nellie tot im Badezimmer auffindet. Nellie versucht nach Frankreich zu telegraphieren, doch nun fehlt die gut gefüllte Geldbörse des Toten. Während draußen die Leute den Karfreitag feiern, weiß der Doktor, dass eine Pandemie um sich greifen wird. Schnell müssen die Menschen geimpft werden - zuerst findet Nellie Georges ziemlich abstoßend und verdreckt. Doch sie wird im Laufe der Geschichte ihre Ansicht über diesen Menschen deutlich ändern. Er trinkt zwar, hilft aber dem Doktor selbstlos eine Quarantäne Station einzurichten, ohne dass es zu einer großen Panik im Ort kommt. Die beiden unterschiedlichen Menschen kommen sich durch die Ereignisse immer näher...



 

Der kleine Ort erinnert ein bisschen an den Ort aus Clouzots Meisterwerk "Lohn der Angst" und Yves Allegret ließ sich sicherlich auch etwas von dem Filmemacher luis Bunuel inspirieren. In der Rolle der Anna ist Michele Cordoue zu sehen, Victor Manuel Mendoza spielt den Barbesitzer Don Rodrigo. Die Szenen auf den Straßen haben einen dokumentarischen Anstrich, die Musik stammt von Paul Mizraki und Gonzalo Curiel, sie nimmt auch einen großen Raum in der Dramaturgie ein und lässt einige Szenen magisch aussehen. Etwa wenn sich Michele Morgan Eiswürfel aufs Gesicht und auf die Brust schmiert, ihre Beine mit einem Fächer abkühlen will. Ihre nackten Füße hinterlassen feuchte Spuren auf den Fließen im Zimmer. Es sind diese kleinen, aber intensiven Szenen, die diesen weitestgehend unbekannten Film zu einem echten Meisterwerk für mich machen. Trotz der ganzen Tristesse endet die Geschichte versöhnlich.



Bewertung: 9,5 von 10 Punkten.

Das große Manöver


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Rene Clair

Eine folgenschwere Wette...

Mit einem enorm starken Einspielergebnis von 39,8 Millionen Dollar war Rene Clairs "Das große Manöver" aus dem Jahr 1955 ein Megaerfolg an der Kasse. Alleine in Frankreich wollten über 5 Millionen Zuschauer den ersten Farbfilm des berühmten Filmpoeten sehen. Dabei lebt der federleichte Filme ganz von seinem fast unmodernen Charme. Sein Film erhielt 1955 den begehrten Louis Delluc Filmpreis und fügt sich - trotz verschiedener Themen -  nahtlos in die Machart seiner vorherigen Filme wie "Schweigen ist Gold", "Die Schönen der Nacht" oder "Der Pakt mit dem Teufel" ein. Vorherrschend in "Das große Manöver" ist die Don Juan Geschichte und natürlich die Geschichte einer großen Liebe. Dabei erlebt die Geschichte in der Zeit kurz vor dem ersten Weltkrieg, dem Ende der Belle Epoque, kein HappyEnd. Die Liebe bleibt unerfüllt. Rene Clair schwelgte dabei selbst in seinen eigenen Erinnerungen. Er berbrachte einen Teil seiner Kindheit in der Nähe von Versailles. Dort war die Armee stationiert - er erinnerte sich wieder an die Kavallerieoffiziere auf ihren Pferden und an die Geschichten, die man von ihnen erzählte. Ihre Attraktivität bei den Frauen und ihre heimlichen Duelle. Die Geschichte spielt am Vorabend des ersten Weltkriegs in einer kleinen Garnisonsstadt - die Welt ist dort noch in Ordnung. Armand de la Verne (Gerard Philippe) ist nicht nur Leutnant des 33. Dragonerregiments, sondern auch ein unverbesserlicher und berüchtigter Verführer von Frauen. Er ist charmant, adrett und weiß bestens wie man eine Frau erobern kann. Sein bester Freund ist Felix Leroy (Yves Robert), ebenfalls Dragonerleutnant. Eines Tages lässt der Verführer sich auf eine folgenschwere Wette ein, die bedingt durch zuviel Alkohol zustande kam, schriftlich fixiert und so  beschlossen wurde. Die Kameraden wetten, dass es Armand nicht gelingt vor den bald bevorstehenden Sommermanövern eine begehrte Frau der Stadt zu erobern. Die Wahl fällt auf die etwas spröde und leicht unterkühlt wirkende Marie Louise Riviere (Michelle Morgan), eine geschiedene Hutmacherin und Besitzerin eines Modesalons. Die Schöne wird aber auch von dem seriösen und angesehenen Victor Duverger (Jean Desailly) umworben. Nun beginnt die Wette und da passiert etwas mit dem der Fraueneroberer Armand nie gerechnet hätte. Er verliebt sich immer mehr in die Marie-Louise... 





Die Soldaten haben vor dem großen Manöver nichts zu tun, so vertreiben sie die Zeit mit ihren Eroberungen. Zeitgleich mit Armands Eskapaden hat auch sein Freund eine Liason mit der Tochter des Fotografen - die wird von der blutjungen Brigitte Bardot gespielt. Clair entführt seine Zuschauer in eine ausgelassene Zeit voller Lebensfreude, aber auch in eine Zeit als Sittsamkeit und Anstand noch hoch in Mode stand. Auch die Ehre wird noch per Duell verteidigt. Wäre nur nicht die Existenz dieser sonderbaren Macho-Wette, dann sähe es sehr gut aus für die Liebenden, denn sie empfinden echte Zuneigung füreinander. Rene Clair hat diese Zeit extrem fragil, farbenprächtig und sehr atmosphärisch in Szene gesetzt. Ein mitreissender Bilderbogen einer längst vergangenen Epoche - und mit Sichereit einer von Clairs besten Filmen überhaupt.






Bewertung: 9 von 10 Punkten.

Das Geheimnis der schwarzen Witwe

























Regie: Franz Josef Gottlieb

Mörderische Spinne... 

Von den meisten Kritkern wurde der 1963 gedrehte deutsch-spanische Louis Weinert-Wilton Krimi "Das Geheimnis der schwarzen Spinne" als ein typischer Edgar Wallace Filmverwandter wahrgenommen. Dem Erfolg an der Kinokasse tat dies aber keinen Abbruch, auch wenn die Einnahmen mit 1,6 Millionen Zuschauern in Deutschland nicht mehr so hoch waren wie bei den beiden von Harald Reinl inszenierten Vorgängerfilmen "Der Teppich des Grauens" und "Die weiße Spinne". Unter der Regie von Franz Josef Gottlieb (Fluch der gelben Schlange, Der schwarze Abt, Phantom von Soho, Die Gruft mit dem Rätselschloß, Das siebente Opfer) wurde im aufwendigen Scope Format gedreht und der sehr populäre O.W. Fischer konnte für die Hauptrolle gewonnen werden. Die Filmmusik schrieb Antonio Perez Olea, der Filmsong "Die schwarze Witwe" von Martin Böttcher komponiert und von Belina gesungen. Ein düsteres Lied, dass aber bestens zur Geschichte passt und die Dramaturgie mit der düsteren Stimmung untestützt. Während der Song auf der Bühne dargeboten wird, sitzt Karin Dor unter den Zuschauern und alles deutet daraufhin, dass sie in ihrer Rolle als Clarisse die Mörderin, die schwarze Spinne sein könnte. Ntürlich muss so eine niederträchtige Story im nebligen London spielen und Scotland Yard hat es mit einem fiesen Killer zu tun, der seine Opfer mit dem hochgiftigen Geschoss in Form einer schwarzen Witwe tötet. Eine Megastory für den Reporter Welby (O.W. Fischer), der ganz nebenbei noch ein extremer Säufer ist. Der Mann arbeitet für die "London Sensations" und mischt sich in die Ermittlungen ein. Ein Vorhaben, dass der Polizei gar nicht recht ist. Doch er findet immerhin heraus, dass die beiden Opfer sich kannten und beide vor 12 Jahren Mitglieder einer Expedition in Mexiko gewesen sind, der Leiter Sir Alfons Avery durch den Biss einer schwarzen Witwe ums Leben kam. Geht es da vielleicht um eines der ältesten Mordmotive der Welt: Rache ? Damit sind auch die anderen Mitglieder der Expedition wie Osbourne (Werner Peters), Bromfield (Antonio Casas) und Cartwright (Jose Maria Cafarel) in höchster Gefahr. Welby bekommt von dem sonderbaren Bibliothekar Fish (Eddie Arent) beste Unterstützung und immer wieder taucht ein Fremder (Klaus Kinski) auf, der einen unheimlichen Eindruck macht (schließlich ist es ja Klaus Kinski, der diese Figur spielt). Bald lernt er die schöne Clarisse kennen, die die Tochter des damals verstorbenen Expeditonsteilnehmers ist..




In der Schlüsselrolle als Helen Osbourne ist die osterreichische Schauspielerin Doris Kirchner zu sehen, die mit dem Regisseur des Films verheiratet war. Für Fans von Edgar Wallace Movies ist "Das Geheimnis der schwarzen Witwe" als naher Verwandter natürlich ein Muss.




Bewertung: 7 von 10 Punkten.