Montag, 2. März 2026
Tarzans Abenteuer in New York
All meine Sehnsucht
Regie: Douglas Sirk
Mutters Heimkehr...
"All meine Sehnsucht" (Originaltitel: All I desire) aus dem Jahr 1953 ist für mich einer der besten Filme des deutschstämmigen Regisseurs Douglas Sirk (früher hieß er Detlev Sierk und drehte vor dem zweiten Weltkrieg "Zu neuen Ufern" und "La Habanera" mit Zarah Leander). In Hollywood drehte er viele erfolgreiche Filme, doch bei der Filmkritik war er zunächst eher als Schnulzen- und Kitschregisseur verschrien. Die Filmemacher der Nouvelle Vague urteilten jedoch ganz anders und heute gehört er zweifelsohne zu den meistgeschätzten Regisseuren der 50er Jahre. Seine Technicolor-Melodramen aus den 1950er-Jahren wie "Die wunderbare Macht", "Was der Himmel erlaubt", "In den Wind geschrieben" oder "Solange es Mneschen gibt" sind heute absolute Klassiker erhielten dabei die größte Aufmerksamkeit. Seine Melodramen aus den 1950er-Jahren erhielten dabei die größte Aufmerksamkeit, Inszenierungen in anderen Genres von ihm sind noch weniger untersucht oder werden als schwächer angesehen. Zwei seiner besten Filme "Duell in den Wolken" und "All meine Sehnsucht" sind leider etwas weniger bekannt, doch es lohnt sich diese beiden Meisterwerke kennenzulernen. Um 1910 kämpft Naomi Murdoch (Barbara Stanwyk), die seit ihrer Abreise um die Jahrhundertwende, um Bühnenschauspielerin zu werden, weder ihren Mann (Richard Carlson) noch ihre Kinder Joyce (Marcia Henderson), Lily (Lori Nelson) und Ted (Billy Gray) in der Kleinstadt Riverdale, Wisconsin, besucht hat, mit Auftritten am unteren Ende der Besetzung einer Wandertruppe. Eines Tages erhält sie einen Brief von ihrer Tochter Lily, die sie zu Lilys Bühnendebüt im Abschlusstheaterstück ihrer High School einlädt. Eine Kollegin aus dem Varieté überredet Naomi, zu ihrer Familie zurückzukehren und sich als die erfolgreiche internationale Bühnenschauspielerin auszugeben, von der sie erzählt hatte. Naomis Ankunft in Riverdale bleibt nicht unbemerkt, und Clem (Guy Wilkerson), der Stadtklatschmaul, beginnt, die Neuigkeit zu verbreiten. Der Erste, dem er es erzählt, ist Dutch Heinemann (Lyle Bettger), der Besitzer des Jagd- und Angelgeschäfts, dessen Affäre mit Naomi einer der Gründe für ihre Abreise war. Als Naomi bei ihrer Familie ankommt, wird sie von Lily enthusiastisch begrüßt. Lilys ältere Tochter Joyce, die den Haushalt geführt hat, ist jedoch verbittert über die lange Abwesenheit ihrer Mutter. Ihr Sohn Ted, der mit Dutch befreundet ist, kann sich nicht an sie erinnern. Henry, Naomis Ehemann und Direktor von Lilys Schule, ist sich unsicher, was er von Naomis Rückkehr halten soll, insbesondere weil jede Kontroverse seine bevorstehende Beförderung zum Schulrat gefährden könnte. Außerdem ist er in einer jungen Beziehung mit Sara Harper (Maureen O´Sullivan) der Theaterlehrerin der High School. Lily spielt vor ausverkauftem Haus, doch die meisten Stadtbewohner sind eher gekommen, um Naomi zu bestaunen, als um das Stück zu sehen. Nach der Aufführung geben die Murdochs eine Party bei sich zu Hause. Naomi wickelt die Schüler um den Finger, und die Gefühle zwischen ihr und Henry flammen wieder auf. Naomi hatte geplant, den späten Zug zu nehmen, verpasst ihn aber, weil Lily heimlich die Zeiger ihrer Uhr zurückstellt. Lily lädt Naomi zu ihrer Abschlussfeier ein, und Henry stimmt ihr zu. Draußen wartet Dutch vergeblich auf Naomi. Am nächsten Morgen unternimmt Naomi einen Ausritt mit Joyce und Russ Underwood (Richard Long), Joyces Verlobtem. Sie halten an einem See, wo Naomi und Dutch sich früher regelmäßig heimlich trafen. Joyce und Russ reiten ohne Naomi weiter. Dutch spricht Naomi an, da er glaubt, sie habe sie absichtlich weggeschickt, um sich mit ihm zu treffen. Überrascht, ihn zu sehen, weist Naomi ihn ab und erklärt ihm, dass sie die Affäre nicht wieder aufnehmen wolle, da dies einen Skandal für ihre Familie bedeuten würde. Er lässt sich nicht beirren und sagt, er erwarte ein Treffen mit Naomi, bevor sie am nächsten Tag abreist....
Der Mann aus Philadelphia
Regie: Vincent Sherman
Gesellschaftlicher Aufstieg...
In den späten 50er Jahren hatten Filme wie "Peyton Place" (deutscher Titel: Glut unter der Asche) im Kino Hochkonjunktur. Mit den für die damalige Zeit offenen Schilderungen von gesellschaftlichen Tabuthemen wie Ehebruch, häuslicher Gewalt, sexuellem Missbrauch von Minderjährigen, unehelicher Schwangerschaft, Abtreibung, Trunksucht und Bigotterie trug Mark Robsons Film mit zum raschen Ende des Production Code am Ende der 50er Jahre bei. Das Publikum wollte mehr von diesen dramatischen Melodramen. Vincent Shermans "Der Mann von Philadelphia" aus dem Jahr 1959 kann man zu den vielen filmischen Verwandten zählen, die danach gedreht wurden. In dem Film, der auf dem Roman "The Philadelphian" von Richard Powell basiert, geht es um den Wunsch zu einer höheren Klassengesellschaft anzugehören. Es geht auch um Bewahrung von Tradition und um Erneuerung durch eine neue Generation. Es ist 1924. Die frisch verheiratete Kate Judson Lawrence (Diane Brewster) ist verzweifelt, als sie in ihrer Hochzeitsnacht erfährt, dass ihr aus der Oberschicht Philadelphias stammender Ehemann William (Adam West) sie nie wirklich heiraten wollte. Er sagt: „Es war meine Mutter, die diese Ehe wollte, um einen Enkel zu bekommen. Aber ich kann dich nicht lieben, Kate, ich kann niemanden lieben“, vermutlich aufgrund seiner unerkannten Homosexualität. Nachdem William sie in dieser Nacht verlassen hat, sucht sie Trost bei ihrem langjährigen Freund aus der Arbeiterklasse und ehemaligen Geliebten Mike Flanagan (Brian Keith). Am nächsten Tag erfährt Kate, dass William bei einem Autounfall offenbar Selbstmord begangen hat. Neun Monate später bringt Kate einen Sohn zur Welt, Anthony Judson „Tony“ Lawrence. Sie erhält Besuch von Williams Mutter, die erfahren hat, dass Flanagan Tonys Vater ist. Sie bietet Kate Geld an, wenn sie ihren Sohn nicht als Lawrence erzieht, doch Kate lehnt ab und wird daraufhin vom Familienvermögen ausgeschlossen. Jahre später ist Tony (Paul Newman) ein intelligenter und ehrgeiziger Student der Princeton University, der sich sein Studium als Bauarbeiter für Flanagan finanziert und Anwalt werden will. Eines Tages begegnet er der Society-Lady Joan Dickinson (Barbara Rush), als diese einen leichten Autounfall hat. Die beiden verlieben sich, obwohl Joan in ihrem gehobenen Freundeskreis fast überall mit dem Millionär Carter Henry (Anthony Eisley) verheiratet sein soll. Ihr gemeinsamer Freund Chester „Chet“ Gwynn (Robert Vaughn) warnt sie davor, sich vom gesellschaftlichen Druck von ihrem Geliebten trennen zu lassen, wie es bei ihm der Fall war. Sie beschließen, durchzubrennen. Joans Vater Gilbert Dickinson (John Williams) überredet Tony jedoch, die Hochzeit zu verschieben, indem er ihm wertvolle Karriereberatung und eine Stelle in der hoch angesehenen Anwaltskanzlei anbietet, in der er Partner ist. Joan, die glaubt, Tony habe sich bestechen lassen, reist enttäuscht nach Europa. Als Carter ihr folgt, heiratet sie ihn. Verzweifelt und wütend erkennt Tony, dass Joans Vater sie in eine andere reiche Familie einheiraten wollte und ihm seine Karrierehilfe nur angeboten hatte, um die Ehe zu zerstören. Daraufhin konzentriert sich Tony darauf, gesellschaftlich aufzusteigen und die Spielregeln der Reichen zu erlernen. Sein Kommilitone Louis Donetti (Paul Picerni) erzählt Tony von einer großartigen Gelegenheit: Er soll John Marshall Wharton (Otto Kruger) beim Schreiben eines juristischen Lehrbuchs unterstützen. Tony lernt Whartons viel jüngere Frau Carol (Alexis Smith) kennen und schnappt seinem Kommilitonen die Stelle weg. Er lebt und arbeitet in Whartons Villa und beeindruckt seinen Arbeitgeber mit seinem Fachwissen. Carol fühlt sich zu ihm hingezogen. Eines Nachts sucht sie ihn in seinem Schlafzimmer auf, doch er entschärft die heikle Situation geschickt, indem er ihr vorschlägt, sich von ihrem Mann scheiden zu lassen und ihn zu heiraten – wohl wissend, dass sie dazu nicht bereit sein wird. Wharton bietet Tony eine Stelle in seiner renommierten Kanzlei an. Tony nimmt an und beschließt, sich auf das relativ neue Gebiet des Steuerrechts zu spezialisieren, wo es bessere Aufstiegschancen gibt. Als der Koreakrieg ausbricht und seine Karriere unterbricht, dient Tony als JAG-Offizier. Andere haben weniger Glück. Chet Gwynn verliert im Kampf einen Arm, und Carter Henry fällt, wodurch Joan zur Witwe wird. Nach seiner Heimkehr hat Tony unerwarteten Glücksfall. Da er über die Weihnachtsfeiertage arbeiten muss, steht er der steinreichen Mrs. J. Arthur Allen (Billie Burke) zur Verfügung, die ihr Testament für ihren Hund ändern lassen möchte. Mit seinem Fachwissen zeigt er ihr, wie sie Steuern sparen kann. Daraufhin ernennt Mrs. Allen Tony anstelle ihres langjährigen Anwalts Gilbert Dickinson zum Verwalter ihrer Finanzen. Tony beginnt auch, seine Beziehung zu Joan zu verbessern. Ein Erfolg jagt den nächsten, und Tony wird in der Elite Philadelphias bekannt und respektiert. Eines Nachts wird Tony zur Polizeiwache gerufen, um seinen verwahrlosten, betrunkenen Freund Chet abzuholen. Donetti (mittlerweile Staatsanwalt) lässt Chet festnehmen und wegen Mordes ersten Grades an Morton Stearnes (Robert Douglas), Chets Onkel und geizigen Verwalter seines Erbes, anklagen. Chet besteht darauf, dass Tony ihn verteidigt, da er befürchtet, seine Verwandten, insbesondere Familienoberhaupt Dr. Shippen Stearnes (Frank Conroy), seien mehr daran interessiert, einen Skandal zu vermeiden, als seine Unschuld zu beweisen. Obwohl Tony keinerlei Erfahrung im Strafrecht hat, willigt er widerwillig ein....
Durst
Regie: Ingmar Bergman
Zugfahrt durch Deutschland nach dem Krieg...
1999 berichtete der schwedische Regisseur ingmar Bergman, dass er in seiner Jugend, nicht zuleztt beeinflusst durch ein rechtes, antikommunistisches Elternhaus, ein Bewunderer von Adolf Hitler und dem Nationalsozialismus gewesen sein. „Unser Geschichtslehrer verehrte ‚das alte Deutschland‘, unser Gymnastiklehrer besuchte jeden Sommer Offizierstreffen, einige der Pastoren in der Gemeinde waren heimliche Nazis und die engsten Freunde der Familie drückten starke Sympathien für das ‚neue Deutschland‘ aus. Erst als die Tore der Konzentrationslager geöffnet wurden, habe ich zuerst meinen Augen nicht getraut … Als die Wahrheit ans Tageslicht kam, war das ein furchtbarer Schock für mich. Auf brutale und gewalttätige Weise wurde ich plötzlich meiner Unschuld beraubt.“ In seiner Autobiografie schreibt er dazu: „Der Glanz an der Oberfläche hat mich geblendet und ich habe das Dunkle nicht gesehen.“ Seine Schlussfolgerung: „Nie mehr Politik!“ Ein Versuch der Bewältigung fand mit dem 1977 gedrehten Film "Das Schlangenei" statt. Im Jahr 1949 war er noch nicht der international rennomierte Regisseur. Ein gemeinsames Thema seiner frühen Filme waren Paare, die sich gegen den feindlichen Zugriff der Umwelt wehren müssen und deren Liebe zwischen äusseren Widerständen und dem Unvermögen der Liebenden selbst aufgerieben wird. Einen eigenen Stil hatte er damals noch nicht, er lehnte sich aber an den geschätzten schwedischen Stummfilm und an den Poetischen Realismus bzw. den italienischen Neorealismus an. Rut (Eva Henning) und ihr Mann Bertil (Birger Malmsteen) reisen nach einem Italienurlaub mit dem Zug nach Hause. Einer der Aufenthalte findet in Basel statt, dort übernachten sie in einem Gasthaus. Ihre Ehe ist unglücklich, da Rut unter Stimmungsschwankungen und starkem Alkoholkonsum leidet. Während der Fahrt durch die Trümmer des Nachkriegsdeutschlands erinnert sich Rut an eine frühere Affäre mit dem verheirateten Offizier Raoul (Bengt Eklund). Dessen Frau Astrid (Gaby Stenberg) entdeckt die Liason und stellt Rut zur Rede. Kurz danach wird Rut auch noch schwanger. Raoul zwang sie zur Abtreibung, was zu Komplikationen führte, vor allem zu Ruts Unfruchtbarkeit und dem Ende ihrer Karriere als Tänzerin. Ihre Freundin und Tanzpartnerin Valborg (Mimi Nelson), angewidert von Männern, wandte sich anderen Frauen zu. Auch Bertil wird von einer früheren Affäre mit der Witwe Viola (Birgit Tenrod) gequält. Während Rut und Bertil nach Hause reisen, macht der Film einen krassen Szenenwechsel und zeigt Violas Flucht vor einem sadistischen Psychiater (Hasse Ekman) ihre Begegnung mit Valborg, der sie unverhohlen zu verführen versucht, und ihren späteren Selbstmord. Unterdessen spitzt sich die Spannung zwischen Rut und Bertil zu, und Bertil tötet Rut scheinbar nach einem Streit. Als Bertil erwacht, erkennt er, dass er sich Ruts Tod nur eingebildet hat. Das Paar beschließt, ihrer Ehe eine weitere Chance zu geben...





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