Samstag, 16. März 2013

Der Diener



Regie: Joseph Losey

Master and Servant...

Joseph Losey galt als Sympathisannt der Kommunistischen Partei. Ein Fall für das Komitee für unamerikanische Umtriebe. Die Folge war Berufsverbot in den USA. so ging Losey ins Exil nach England.
In Europa entstanden dann auch seine großen Film-Meisterwerke wie "Der Mittler", "Accident", "Monsieur Klein" und "Der Diener".
Die Hanschrift von Losey ist auch eher europäisch geprägt und seine Filme lassen sich nicht gleich in eine Schublade stecken. Und diesen Vorzug hat auch das 1963 entstandene Kammerspiel "Der Diener" - einerseits eine tragikomische Gesellschaftssatire, andererseits auch durch seine Geheimnisse ein subtiler Psychoterror-Film.
Dieser Diener heisst Hugo Barrett (Dirk Bogarde) und wird von dem wohlhabenden jungen Londoner Gentleman Tony (James Fox), der sich gerade in London ein schickes großes Haus gekauft hat, als dieser für alles zuständige Diener, der ihm alle Unannehmlichkeiten des Alltags vom Leibe halten und Mädchen für alles sein soll, eingestellt.
Tatsächlich agiert Hugo äusserst professionell und fachmännisch, allerdings ist seine etwas aufdringliche und resolute Art bald für Tonys Verlobte Susan (Wendy Craig) ein Dorn im Auge. Sie misstraut dem Hausdiener immer mehr. Andererseits ist Tony aber von Hugos Hausmanagment äusserst begeistert. So ist es auch bald Tatsache, dass dieser Hugo Barrett auch eine gewisse Vera (Sarah Miles) ins Haus einschleust, weil die Arbeiten ja immer intensiver und aufwendiger werden.
Er gibt die junge Frau als seine Schwester aus, aber ist sie das auch wirklich ? Warum macht sich der Diener im Haus immer unentbehrlicher und welche Macht übt er auf den Hausherren aus ?



"Der Diener" entwickelt sich so immer mehr zum Herrn, der Herr sogar immer mehr zum Diener in seinen eigenen vier Wänden. Dabei spielen Spiegel eine große Rolle in der Handlung, was auch darauf schließen lässt, dass der eine zum Spiegelbild des anderen wird und entlarvt die Brüchigkeit der Persölichkeiten oder auch nicht. Losey behält am Ende ein Rest Geheimnis bei sich.
So ist "Der Diener" im positiven Sinne auch am Ende nicht ganz zu entschlüsseln, man erkennt nur die Weiterführung eines bizarren oder auch chaotischen Planes, weiß aber nicht, welche Motivation und welche Ambition diesen vorantreibt.
Hervorraged einmal mehr die grandiose Kameraarbeit von Douglas Slocombe, der dafür sorgt, dass die spröde Bebilderung haften bleibt.
Der Film ist sehr dialoglastig und bietet reichlich Subtexte an, sowohl in der Art der persönlichen Beziehung und Abhängigkeit beider Männer zueinander, als auch als Abgesang auf die Klassengesellschaft.
Ein guter Film, der leider zu Unrecht arg in Vergessenheit geraten ist.


Bewertung: 9 von 10 Punkten.

Der Schatz der Sierra Madre



Regie: John Huston

Gier...

Mexiko 1925: Hier in Tampico hängen viele obdachlose Amerikaner herum, das Szenario im "Schatz der Sierra Madre" erinnert mich immer wieder auch an "Lohn der Angst" von Henri Georges Clouzot, der am Anfang seines Filmes ein ähnliches Stimmungsbild gestrandeter Existenzen in einem fremden Land aufzeichnet.
Der Amerikaner Fred C. Dobbs (Humphrey Bogart) überlebt hier durch Betteleien, er hofft auf Arbeit, was gar nicht so unwahrscheinlich sein dürfte, denn der größte Olhafen der Welt verheißt Beschäftigung, da ein Bohrturm gebaut wird.
Auf einer Parkbank lernt er den ebenfalls mittellosen Bettler und Landsmann Bob Curtin (Tim Holt) kennen.
Gemeinsam lässt sich das Elend besser aushalten, vor allem keimt aber Hoffnung auf, da der Bauunternehmer Pat MacCormick (Barton MacLane) Taglöhner anheuert.
Doch dieser spielt ein falsches Spiel und die beiden Männer müssen ihren Lohn mit den Fäusten erkämpfen. Im Obdachlosenheim lernen sie den alten Goldgräber Howard (Walter Huston) kennen.
Dieser schwärmt unentwegt von einer mexikanischen Goldader, warnt aber gleichzeitig durch viel Erfahrung über die zerstörerischen Folgen der Goldgier. Mit dem Lohn und der Auszahlung eines Losgewinns bringen sich die beiden Männer bei dem sonderbaren Alten ins Spiel. Gemeinsam gehts nun zu Dritt zum Goldsuchen. Mit Packeseln, Werkzeugen und massig Proviant, aber auch mit Waffen, mache sie sich auf in das Gebiet, in dem die Goldader liegen soll. Doch diese einsame Gegend, wo lediglich Indios wohnen, wid auch von herziehenden Banditen beherrscht. Am Anfang ist noch alles harmonisch, auf diesem Gebirgszug der Sierra Madre, doch als die Männer tatsächlich Gold finden, bewahrheitet sich die Warnung von Howard...


John Huston drehte "Der Schatz der Sierra Madre",  diesen grandiosen Klassiker im Jahr 1948. Der Film wurde mit 3 Oscars belohnt, die allesamt in der Familie blieben: John Huston gewann zwei Trophäen als bester Regiesseur und auch als bester Drehbuchautor, sein Vater Walter wurde als bester Nebendarsteller völlig zu Recht geehrt.
Der Film behandelt Themen wie Kameradschaft, Zusammenhalt, aber auch Gier und vor allem das große Scheitern.
Die Szene, in dem der mühevoll gesammelte Goldstaub vom starken Nordwind wieder in alle Richtungen verstreut wird, weil die Banditen den Inhalt dieser vielen Säcke für Sand halten, ist bis heute unvergessen und eine der großen Szenen der Filmgeschichte.
Ein nie alternder Klassiker.


Bewertung: 10 von 10 Punkten.

Die Halbstarken



Regie: Georg Tressler

Teenager auf schiefer Bahn...

Georg Dresslers bester Film ist wohl "Das Totenschiff" mit Mario Adorf, Elke Sommer und Horst Buchholz. Mit letzterem arbeitete er auch schon in "Endstation Liebe" und in seinem Filmdebüt "Die Halbstarken" aus dem Jahr 1956. Ein Film der zu seiner Zeit sehr populär war, eine Art deutsche Antwort auf den James Dean Jugend Rebelliert Klassiker "Denn sie wissen nicht, was sie tun".
"Die Halbstarken" war auch der Durchbruch des damals 23jährigen Horst Buchholz - eine Karriere, die auch international beachtlich war.
Hier spielt er den 19jährigen Freddy Borchert, den Anführer einer Straßengang von sich dissozial entwickelten Jugendlichen.
Im Hallenbad versammelen sich die Rowdys, die meisten noch halbwüchsig, zum Test der Wasserdichte ihrer neuen Armbanduhren und ganz nebenbei wird dann auch der Schwimmmeister verprügelt.
Freddy ist mit der jungen Sissy Bohl (Karin Baal) befreundet, die optisch sehr brav und lieb wirkt, aber auch echte Femme Fatale Qualitäten hat, wie im Verlauf des Films noch festgestellt werden kann.
In diesem Hallenbad trifft Freddy seinen jüngeren Bruder Jan (Christian Doermer) wieder, der seinen größeren Bruder vermisst, seit dieser vom strengen Vater, einem gewissenhaften Beamten, aus dem Haus geworfen wird.
Den Lebensunterhalt bestreitet Freddys Gang mit Gaunereien und wer da nicht mitmacht, wird vom Gangführer schon auch mal unter Druck gesetzt oder sonstwie drangsaliert. In einer Nacht wollen sie das große Ding drehen, in der neu eröffneten italienischen Bar wird der gleich stattfindende Postauto-Überfall besprochen...


Der Film wurde an Originalschauplätzen gedreht und bekommt dadurch eine gute Stimmung. Dazu kommen gute Darstellerleistungen der jungen Protagonisten. Aus heutiger Sicht wirken die kriminellen Aktivitäten der Jugendlichen beinahe schon naiv, Brutalität und Aggression waren damals noch wesentlich schwächer ausgeprägt - zumindest bekommt einen solchen Eindruck.
Also als Milieustudie hat der Film natürlich durch die heutige Realität seine Kraft verloren, was aber gut herausgearbeitet wurde ist der Einblick in die Schattenseiten der Wirtschaftswunder-Jahre. Nostalgisch wirkungsvoll ist der Film natürlich auch.


Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.

Samstag, 2. März 2013

Ossessione - Besessenheit




Regie: Luchino Visconti

Von Liebe besessen...

Giuseppe Bragana (Juan De Landa) ist Besitzer einer kleinen Trattoria mit Tankstelle irgendwo im Po-Delta. Und auch seine wesetlich jüngere Frau Giovanna (Clara Calamai) sieht er als sein Eigentum an. Die Frau ist gelangweilt und eher nicht glücklich, doch anscheinend genießt sie den akzeptablen Wohlstand des Gatten.
Eines Tages kommt ein Laster vorbei, der junge attraktive Landstreicher Gino (Massimo Girotti) wurde von den LKW-Fahrern mitgenommen und steigt hier ab. Zuerst in die Küche von Braga, wo sich Giovanna die Fingernägel lackiert. Es ist diese Art Begegnung, die von der ersten Sekunde an Emotion auslöst. Sie mustern sich, sie verfallen einander.
Der Landstreicher muss sein Essen, dass ihm Giovanna serviert hat, abarbeiten. Durch einen Trick schickt die Frau ihren Ehemann weg, um ein Ersatzteil für das alte Auto zu holen, dass von Gino repariert werden soll.
Während der Abwesenheit des Mannes, lieben sich die beiden in der Hitze des Sommers, Gino hat kurzerhand den Laden geschlossen.
Danach ist nichts mehr so wie es war. Für ein paar Tage kann Gino sich noch für Geld etwas im Haus nützlihc machen, doch was bringt die Zukunft ? Gino will mit Giovanna einfach fortgehen, diese sträubt sich aber, weil sie auf Sicherheit bedacht ist und Angst vor der Armut hat.
So türmt Gino von der unhaltbaren Situation, ohne seine Geliebte vergessen zu können und schliesst sich vorübergehend einen anderen Vagabunden, dem Spanier (Elio Marcuzzo) an, mit dem so etwas wie ein leicht homoerotisches Band ensteht. Das Verhängnis nimmt aber seinen Lauf, als Bragana mit seiner Frau in die Stadt fährt und dort auf Gino trifft. Bei einem Operettenwettsingen nimmt Bragana teil, die erneute Leidenschaft der beiden ist sofort wieder da, während der Mann auf der Bühne sein Canzone trällert, unterhalten sich die heimlich Liebenden.
Auf der Heimfahrt efüllt sich dann das Schicksal...

"Osessione" ist ein überwältigend schöner Film, obwohl er doch von Gewalt, Besessenheit, Gier und Mord erzählt. Er erzählt dem Zuschauer aber eine glaubwürdige, sehr intime und zärtliche Geschichte, die letztendlich ihre Figuren alle auf ihre Art scheitern lässt.
Atmosphärisch dicht zeigt der Film eine Location mit staubigen Landstraße, billigen Kneipen und Menschen, die in zerlumpten Kleidern herumlaufen.
Eine Mischung aus Film Noir und Neorealismus.
Viermal wurde James M. Cains Roman von 1934 "The Postman always rings twice" - dies hier ist die italienische Version davon und zweifelsohne die Beste. Die Kriminalgeschichte war für Visconti nur ein Anlass, italienische Wirklichkeit zu zeigen.

Bewertung: 10 von 10 Punkten.

Verbotene Spiele



Regie: Rene Clement

Friedhof der Tiere...

Frankreich 1940: Ein Flüchtlingstreck flüchtet vor den deutschen Fliegern. In der Nähe einer Brücke wird die große Gruppe bombadiert, die kleine fünfjährige Paulette (Brigitte Fossey) rennt wegen des Angriffs ihrem kleinen Hund nach, der in Panik auf die Brücke flüchtet. Paulettes Eltern wollen das Mädchen retten, doch die Kugeln des Tieffliegers treffen die Erwachsenen tödlich, auch der kleine Hund stirbt vor den Augen des verängstigten Kindes.
Paulette schliesst sich mit dem toten Hund im Arm den Überlebenden an, die weiterfahren. Eine Frau wirft das tote Tier in den Fluß. Traumatisiert läuft das Kind wieder fort, sie versucht die Hundeleiche einzuholen, die fortgetrieben wird.
Durch den Angriff wird auch die Bauernfamilie Dolle in Mitleidenschaft gestürzt, die Kuh rennt davon und das Pferd tritt auf den größeren Bruder des kleinen Michel (Georges Poujouly), der das Vieh wieder versucht einzufangen.
Dadurch begegnet er dem Findling Paulette, die ihr mit auf den Bauernhof bringt. Mitleidig nehmen die Eltern (Lucien Hubert, Suzanne Courtal) die Waise bei sich auf. Die Kinder werden Freunde, gemeinsam begraben sie Paulettes Hund in einer alten Mühle, nahe des Hofes. Damit dieser nicht alleine in der Erde bleiben muss, legen sie mit der Zeit eien richtigen Tierfriedhof an, für den Michel die schönsten Kränze und Kreuze des Friedhofs stiehlt...

Rene Clements Film "Verbotene Spiele" war zu seiner Zeit ein großer Welterfolg für den französischen Film, das Werk erhielt 1953 den Oscar als bester ausländischer Film, nachdem der Film ein Jahr zuvor schon den Goldenen Löwen der internationalen Filmfestspiele von Venedig gewann.
Der Film attackiert den Krieg der Erwachsenen mit dem etwas makabren Spiel der Kinder, die nur versuchen eine neue heile Welt für sich aufzubauen, weil das wahre Leben und die Handlungsweisen der Erwachsenen so sonderbar, ja teilweise angsteinflössend wirkt.
Ausserdem zeigt er eindringlich das Schicksal der kleinen Waisen Paulette, die nach dem schlimmsten Erlebnis vorübergehend Schutz und Geborgenheit findet, aber die Realität zeigt auch am Ende ein grausames Gesicht.

Bewertung: 8 von 10 Punkten.

Freitag, 1. März 2013

Der Spion, der aus der Kälte kam


























Regie: Martin Ritt

Schmutzig kalter Agentenalltag...

Einer der besten Filme des letzten Jahres war für mich der Spionagethriller "Dame, König, As, Spion" von Tomas Alfredson, der nach dem gleichnamigen Roman von John LeCarre entstand.
Erzählt wird die Geschichte über einen Maulwurf beim britischen Geheimdienst während des Kalten Krieges, Hauptfigur ist der Agent George Smiley - und dieser kommt auch in "Der Spion, der aus der Kälte kam" zum Einsatz, wenn auch nur in einer kleinen Nebenrolle.
1965 entstand unter der Regie von Martin Ritt dieser Spionagefilm, der ebenfalls auf einem Roman von LeCarre basiert und mit Richard Burton äusserst prominent besetzt wurde.
Und der 60er Jahre s/w Film muss sich überhaupt nicht vor der neuen Verfilmung verstecken, qualitativ sind beide Filme gleichwertig.
Es geht ebenfalls um einen Maulwurf, der für die Gegenseite arbeitet - aber Vorsicht vor dem doppelten Boden.
Mit kühler Präzision wird die Arbeit des Geheimdienstes geschildert, der Leiter aller britischen Geheimdienstoperationen in Berlin und der DDR heisst Alec Leamas (Richard Burton) und hat einen besonderen Haß auf Hans-Dieter Mundt (Peter van Eyck), dem Abwehrchef der Staatssicherheit der DDR. Dieser hat nämlich sämtliche Aktivitäten von Leamas Agenten zu Fall gebracht und somit das gesamte britische Agentennetzwerk zerschlagen.
Sein nächster Auftrag lautet somit diesen Mundt als britischen Spion zu brandmarken. Zu diesem Zweck wird Leamas sozialer Abstieg von langer Hand geplant und minutiös inszeniert. Er wird arbeitslos, fängt zum Saufen an und krieg eine Stelle als Bibliothekar, wo er die junge idealistische Kommunistin Nan Perry (Claire Bloom) kennenlernt und mit ihr ein Verhältnis eingeht. Nächster Schritt ist das Anwerben von Agenten des Warschauer Pakts, insgeheim soll am Ende die Kontaktaufnahme mit Fiedler (Oscar Werner), dem jüdischen Stellvertreter von Mundt, stehen und bei diesem so geschickt zu agieren, dass dieser tatsächlich Mundt als Doppelagent für möglich hält...




Im kühlen, nüchternem Stil ist der Film auch optisch gestaltet, die Location ist vornehmlich kalt und grau. Die Figuren in dem Spiel passen sich dieser feindlichen Umgebung an. Martin Ritt setzt auf eine nuancierte Erzählweise, die sich Zeit lässt die Figuren zu skizzieren. Die Schauspieler spielen ihre Rollen perfekt, nicht nur Richard Burton, der für seine Darstellung gerechterweise eine Oscarnominierung bekam. Aber auch die Widersacher van Eyck und Werner spielen hervorragend und zeigen gutes Charisma.
Der Film endet insgesamt eher bitter, der Einblick ins Agentenleben ist durchweg schmutzig und reich an Intrigen, doppelten Böden und Stolperfallen.
Einer der großen, unvergessenen Thriller der 60er Jahre.  




Bewertung: 9 von 10 Punkten.

Maskulin Feminin



Regie: Jean Luc Godard

Zeitgeist und Orientierung....

Aus heutiger Sicht ist Jean-Luc Godards 1966 enststandener "Masculin Feminin" ein interessantes Zeitdokument, aber auch ein leicht melancholischer Retrofilm. Allerdings gibt es keine Geschichte im eigentlichen Sinn, sondern der Regisseur lässt den Zuschauer in mehreren Episoden am Leben von einigen jungen Menschen aus Paris teilhaben. Der politische Untertitel "Die Kinder von Marx und Coca-Cola" sind daher Programm der Ereignisse. Und Godard muss einfach nur die Kamera draufhalten und die junge Generation der 60er sprechen lassen, Gedanken und Einstellungen sind ganz von diesen politischen Einflüssen geprägt.
Paul (Jean-Pierre Leaud) und Robert (Michel Debord) sind Freunde und stehen politisch vor allem links. Paul hat seinen Wehrdienst absolviert und engagiert sich gegen den amerikanischen Eingriff in Vietnam. Darüberhinaus ist er aber ein junger Mann, der heftig mit den Mädchen flirtet. Vor allem auf die junge, hübsche Madelaine (Chantal Goya) hat er ein Auge geworfen. Für kurze Zeit arbeiten beide bei derselben Zeitung und endlich kommen sich die beiden näher. Madelaine will Sängerin werden und tatsächlich scheint sie mit ihrer Persölichkeit und ihrer Stimme in dieser Zeit erfolgreich zu werden. Die erste Platte soll erscheinen. Kein Wunder, dass sich die junge Frau nicht binden möchte. So geniesst sie mit ihren Freundinnen Catherine (Chaterine Isabelle Dupont) und Elisabeth (Marlene Jobert) das Leben in der Metropole. Nichtsdestotrotz zieht Paul irgendwann bei den Mädels, die eine Wohngemeischaft bilden, ein und bald ist auch die inzwischen erfolgreiche Madeleine schwanger....

Der Film besticht durch eine sehr schöne Leichtigkeit, die aber trotzdem vermitteln kann, dass auch schon zu dieser Zeit nicht grade einfach war sich zu orientieren. So hat diese Leichtigkeit auch immer bei bisschen was erdrückendes.
Erfeut war ich auch über das Wiedersehen mit Truffauts Antoine Donel: Jean-Pierre Leaud spielt hier den jungen Paul, der in seiner Umwelt nach Gemeinsamkeiten sucht, die immer schwerer greifbar sind.
Ausserdem sind einige Cameo-Auftritte zu bewundern und Godard zeigt in kleinen Randsequenzen seinen Sinn von Humor.

Bewertung: 8 von 10 Punkten.