Regie: Franz Marischka
Ein Mord, ein Trompetensolo, viele Schlager...
Im Fahrwasser der erfolgreichen Edgar Wallace Filme kamen auch
einige sehr skurrile Verwandte in die hiesigen Kinos. Regisseur Franz
Marischka beispielsweise inszenierte 1960 eine Mischung aus Krimi im
Wallace Style gemischt mit dem deutschen Schlager dieser Zeit. Um dies
plausibel zu machen findet die gesamte Spielhandlung im Lokal "Grüne
Spinne" statt und neben den Ermittlungen des Kommissars in diesem
Etablissement bekommt der Zuschauer Darbietungen wie "Ave Maria No Moro"
von Angele Durand, "Comme au premier jour" von Jacqueline Boyer, der
frisc h gebackenen Eurovisionssiegerin, "Du bist schön" von Willi
Brandes, "Oh Mister Blue" von Detlef Engels, "On the sunny side of the
Street" von Billy Mo, "Telefon aus Paris" von Bill Ramsey oder "Ja so
streng sind in Texas die Bräuche" von Peter Körber. Einer dieser Song
nimmt bei der Krimihandlung sogar eine Schlüsselposition ein, denn immer
wenn der Trompeter Ted Wagner (Hans von Borsody) sein Trompetensolo
schmettert, lauert ein Mörder in den dunklen Garberoben des Szenelokals.
Am Anfang des Films singt die bekannte Maria Moulin (Angele Durand) ihr
Ave Maria. Sie verlässt mit bebendem Applaus die Bühne und wird kurze
Zeit später von Geschäftsführerin Elena Korner (Bettina Schön) in ihrer
Garderobe tot aufgefunden. Neben der Leiche liegt die ohnmächtige
Kellnerin Yvonne Krüger (Renate Ewert), die dann jedoch verschwunden
ist. Kommissar Bock (Jochen Brockmann) und sein trotteliger Assistent
(Gerd Wiedenhofen) sind vor Ort und Reporter Peter Thorsten (Adrian
Hoven) hofft auf eine auflagenstarke Mörderstory. Doch zuerst geht der
Kommissar von Selbstmord aus, allerdings weiß keiner warum er auf diese
Idee kommt. Jedenfalls bleibt er trotzdem Gast in der grünen Spinne und
die Garderobiere Berta (Lilo Schick) könnte mehr wissen als sie sagt...



Die Grundidee ist nicht uninteressant, ja sogar ein bissel originell
und der Zuschauer hört was damals an kommerzieller Musik angesagt war.
Die Gäste der Lokalität sind jedenfalls begeistert bei dieser
Musikmischung von Schlagern, bereits mit etwas RocknRoll Motiven
versehen. Jedoch präsentieren die Macher diese Lieder in Überdosis, so
dass man irgendwann genug davon hat und hofft, dass nun nicht mehr
gesungen wird. Dadurch gerät auch der Krimi und die Suche nach dem Täter
zu einer kleinen Nebensache.
Bewertung: 5,5 von 10 Punkten.