Dienstag, 27. Februar 2024

Stadt im Dunkel



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie. William Dieterle

Rächer in der Stadt...

In dem 1950 entstandenen Film Noir" Stadt im Dunkel" (Originaltitel: Dark City) des deutschstämmigen Regisseurs William Dieterle werden insgesamt fünf Lieder von der Barsängerin Fran Garlan dargeboten. Diese Figur wird von Lizabeth Scott gespielt, die bereits in "Die seltsame Liebe der Martha Ivers", "Desert Fury", "Späte Sühne" und "14 Jahre in Sing Sing" Film Noir Erfahrungen mitbrachte. Für Charlton Heston, beim Dreh erst 26 Jahre alt, war es die erste große Hauptrolle. In späteren Interviews bezeichnete er "Stadt im Dunkel" als "definitiv kein A-Film, aber ein ziemlich gutes B-Movie"
Er spielt den Kriegsveteranen Danny Haley, Besitzer eines illegalen Glücksspiellokals, das von der Polizei in den letzten Tagen mehrmals durchsucht wurde, obwohl er die Polizei für den Schutz bezahlt. Danny hängt in einem Café ab und hört der Sängerin Fran Garlan (Lizabeth Scott) zu. Fran ist in Danny verliebt, aber Danny sagt ihr, dass er sich nicht auf eine Beziehung einlassen kann und dass sie nur eine Freundin ist - ohne Verpflichtungen. Später am Abend trifft Danny im Café den Geschäftsmann und Air-Force-Veteranen Arthur Winant (Don DeFore), der in der Stadt ist, um Ausrüstung für einen Sportverein zu kaufen. Als Danny einen Scheck über 5.000 Dollar in Winants Brieftasche entdeckt, lädt er Winant ein, mit Dannys Freunden Soldier (Harry Morgan), Barney (Ed Begley) und Augie (Jack Webb) in seinem geschlossenen Lokal Poker zu spielen. Während des Spiels spricht Winant über seinen älteren Bruder Sidney (Mike Mazurki), der ihn am späten nächsten Abend abholen kommt. Danny, Barny und Augie lassen Arthur am ersten Abend 325 Dollar gewinnen, aber sie verabreden sich einen Abend später. Ohne dass Danny es weiß spielen Barny undAugie mit gezinkten Karten und so verliert Arthur sein gesamtes Geld und den 5.000 Dollar Scheck, der ihm gar nicht gehört.  Am nächsten Tag erfährt Danny, dass Winant Selbstmord begangen hat, er hat sich erhängt. Aus Angst vor der Polizei fordert Danny seine Freunde auf, ein paar Tage zu warten, bevor sie Winants Scheck einlösen. Barney, der nervöseste der Gruppe, glaubt, dass ihm jemand folgt, und wird am nächsten Morgen erhängt in seiner Wohnung aufgefunden. Polizeikapitän Garvey (Dean Jagger) verhört Danny und Augie und erzählt ihnen, dass er weiß, dass es einen Zusammenhang zwischen Winants Tod und dem Pokerspiel gibt und dass Winant einen Brief für seinen Bruder Sidney hinterlassen hat. Er informiert sie darüber, dass Sidney ein gefährlicher Verbrecher ist und wahrscheinlich den Tod seines Bruders rächen wird und dass Barney wahrscheinlich von Sidney getötet wurde. Danny und Augie bestreiten jeglichen Zusammenhang mit Winants Tod. Danny und Augie versuchen, Sidney zu finden, bevor er sie findet. In Los Angeles gibt sich Danny als Versicherungsvertreter aus und besucht Winants Witwe Victoria (Viveca Lindfors). Er teilt ihr mit, dass er Sidney, den Begünstigten von Winants Lebensversicherung, ausfindig machen muss und dass Victoria die Begünstigte sein wird, wenn Sidney nicht gefunden wird. Victoria kann kein Foto von Sidney zur Verfügung stellen, da sie diese zerstört hat. Danny verbringt einen romantischen Abend mit Victoria, doch als er seine wahre Identität preisgibt, verjagt sie ihn wütend....






Natürlich schwächelt der Film, wenn man ihn mit den großen Filmen der dunklen Serie vergleicht. Aber Charlton Heston spielt diesen Danny sehr authentisch als aalglatten Typen, den man nie so leicht greifen kann und der immer zwischen Gut und Böse schwankt. Das HappyEnd ist natürlich aufgesetzt und man hat die Befürchtung, dass diese Liason nicht so lange halten wird, zu sehr ist diese Fran Garland ein um Liebe und Zuneigung bettelndes Mädchen, dass ihrem Lover so ziemlich alles verzeiht. Die Geschichte hat zwar einige Logiklöcher, aber die Inszenierung ist straff und sie strahlt positive Trashanteile aus.






Bewertung: 7,5 von 10 Punkten. 
 

Das Leben des Emile Zola


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie. William Dieterle

Die Dreyfuß Affäre...

Im Jahr 2019 behandelte Roman Polanski in seinem Film "Intrige" die Dreyfuß-Affäre, einen Justizskandal der die französische Politik und Gesellschaft extrem spaltete. Der Artillerie-Hauptmann Alfred Dreyfuß wurde 1894 durch ein Kriegsgericht in Paris wegen angeblichen Landesverrats zugunsten des Deutschen Kaiserreichs verurteilt. Diese Verurteilung basierte auf rechtswidrigen Beweisen und einem mehr als zweifelhaften Handschriftengutachten. Dieser Justizirrtum weitete sich in ganz Frankreich zu einem Riesenskandal aus. Obwohl höchte Kreise im Militär bereits wussten, dass der tatsächliche Verräter Ferdinand Walsin-Esterhazy war, verhinderten sie die Rehablilitierung des Alfred Dreyfuß, der inzwischen Gefangener der berüchtigten Teufelsinsel war. Der bedeutenden Schriftsteller Emile Zola setzte sich für ihn ein und veröffentlichte den Artikel "I´accuse" (Ich klage an), in dem er die Wahrheit deklariert. Dies führte zu einer Gefängnisstrafe. Um diese zu umgehen, flüchtete er nach England. Vor allem thematisierte Polanski die damals sehr antisemitische Haltung des Militärs, denn es war kein Zufall, dass gerade der aus dem Elsass stammenden jüdische Offizier als Schuldiger herhalten sollte.
Diesen eigentlichen Grund wollten die Produzenten des 1937 entstandenen Films "Das Leben des Emile Zola" entfernen. Man wollte damals die antisemitische Ungerechtigkeit in Frankreich des späten 19. Jahrhunderts nicht zeigen. Ausserdem fanden es die Macher in Hollywood sehr brisant, denn man wollte sich ja mit dem erstarkten deutschen Reich nichts verscherzen. Die jüdische Herkunft des Offiziers wird nur einmal sichtbar durch ein Formular, dass durch die Hände seiner Verurteiler geht, dort steht bei seiner Herkunft "Jew". Dies war auch die Zeit, in der Hollywood als Reaktion auf die vermeintliche Bedrohung durch externe Zensur den Production Code einführte und somit eine interne Zensur installierte
In seinem 2013 erschienenen Buch "The Collaboration: Hollywood's Pact with Hitler“ schrieb Ben Urwand, dass Hollywood-Produzenten einen Pakt geschlossen hätten, um Adolf Hitler nicht zu verärgern, und die Nazis unterstützt hätten, indem sie Filme unterdrückt hätten, die die Brutalität der Nazis darstellten: „"Die Studios haben mehrere explizit anti-nationalsozialistische Filme abgesagt.“ Filme, die für die Produktion geplant waren, und löschte aus mehreren anderen Filmen alles, was als kritisch gegenüber den Nazis ausgelegt werden könnte, zusammen mit allem, was als positiv für die Juden angesehen werden könnte.
Leider muss man sagen. Denn "Das Leben des Emile Zola" ist ein hervorragend inszenierter Film. Der Regisseur William Dieterle drehte in den späten 30er Jahren seine besten Filme wie "Louis Pasteur" oder "Der Glöckner von Notre Dame". Wahrscheinlich ist "Das Leben des Emile Zola" aber sein Hauptwerk.
Der Film spielt Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts und schildert Émile Zolas (Paul Muni) frühe Freundschaft mit dem postimpressionistischen Maler Paul Cézanne (Vladimir Sokoloff) und seinen Aufstieg zu Ruhm durch sein produktives Schreiben. Es untersucht seine späte Beteiligung an der Dreyfus-Affäre. Im Paris des Jahres 1862 teilt sich der kämpfende Schriftsteller Zola mit Cézanne  eine kleine Pariser Mansardenwohnung. Seine Verlobte Alexandrine (Gloria Holden) verschafft ihm einen Job als Angestellter in einer Buchhandlung, doch er wird bald entlassen, nachdem er mit seinem provokanten Roman „Die Geständnisse des Claude“ den Zorn seines Arbeitgebers und eines Polizeiagenten erregt hat. Anschließend wird er Zeuge zahlreicher Ungerechtigkeiten in der französischen Gesellschaft, etwa eines überfüllten Slums direkt am Fluß, rechtswidriger Bergbaubedingungen und Korruption in Armee und Regierung. Schließlich inspiriert ihn eine zufällige Begegnung mit einer Straßenprostituierten (Erin O´Brien Moore), die sich vor einer Razzia der Polizei versteckt, zu seinem ersten Bestseller „Nana“, einem Exposé über die erotische Seite des Pariser Lebens. Trotz der Bitte des Chefzensors schreibt Zola weitere erfolgreiche Bücher wie „Der Untergang“, eine vernichtende Kritik an den Fehlern und der Uneinigkeit der französischen Kommandeure, die zu einer verheerenden Niederlage im Deutsch-Französischen Krieg von 1870 führten. Er wird reich und berühmt und heiratet Alexandrine und richtet sich in seiner Villa auf ein angenehmes Leben ein. Eines Tages besucht ihn sein alter Freund Cézanne, noch arm und unbekannt, bevor er die Stadt verlässt. Er wirft Zola vor, wegen seines Erfolgs selbstgefällig geworden zu sein und kündigt ihre Freundschaft. Ein abgefangener Brief an die deutsche Botschaft bestätigt, dass es im französischen Generalstab einen Spion gibt. Ohne lange nachzudenken kommen die Armeekommandanten zu dem Schluss, dass Hauptmann Alfred Dreyfus (Joseph Schildkraut), ein Jude, der Verräter ist. Er wird vor ein Kriegsgericht gestellt, öffentlich degradiert und auf der Teufelsinsel in Französisch-Guayana eingesperrt. Später entdeckt Oberst Picquart (Henry O´Neill), der neue Chef des Geheimdienstes, Beweise dafür, dass Major Walsin-Esterhazy (Robert Barrat), ein Infanterieoffizier ungarischer Abstammung, der eigentliche Spion ist. Picquart wird jedoch von seinen Vorgesetzten angewiesen, zu schweigen, um eine offizielle Peinlichkeit zu vermeiden, und wird schnell auf einen entlegenen Posten versetzt. Vier Jahre sind seit der Degradierung von Dreyfus vergangen. Seine treue Frau Lucie (Gale Sondergaard) fleht Zola an, sich für die Sache ihres Mannes einzusetzen. Zola möchte sein angenehmes Leben nur ungern aufgeben, doch Lucie bringt neue Beweise vor, um seine Neugier zu wecken. Er veröffentlicht in der Zeitung L'Aurore einen offenen Brief namens „J'accuse“, in dem er dem Oberkommando vorwirft, die ungeheuerliche Ungerechtigkeit zu vertuschen, was in ganz Paris einen Feuersturm auslöst. Zola entkommt nur knapp einem wütenden Mob, der von Provokateuren des Militärs angestachelt wird, als es auf den Straßen der Stadt zu Unruhen kommt. Natürlich folgt auch seine Anklage...





Die Kritiken waren euphorisch und daher ist es nicht verwunderlich, dass Dieterles Film 10 Oscarnominierungen (Bester Film, Nebendarsteller Joseph Schildkraut, Originaldrehbuch, Hauptdarsteller Paul Muni, Musik Max Steiner, Szenenbild, Regieassistenz, bester Ton, beste Originalgeschichte und natürlich William Dieterle selbst in der Regie-Kategorie). Von diesen Nominerungen konnte drei in Siege verwandelt werden. Joseph Schildkraut gewann die Trophäe und auch die Drehbuchautoren Heinz Herald, Géza Herczeg und Norman Reilly Raine durften sich freuen. Der Hauptpreis "bester Film" komplettiert das Siegertrio.





Bewertung: 9 von 10 Punkten. 

Mittwoch, 21. Februar 2024

Zwischen Frauen und Seilen


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Mark Robson

Der Kämpfer...

Mark Robson wurde in seiner aktiven Laufbahn zweimal in der Kategorie "Regie" für den Oscar nominiert. Doch seine Leistungen für "Glut unter der Asche" und "Die Herberge zur 6. Glückseligkeit" blieben ohne Sieg. Sein erfolgreichster Filmhit war sicherlich der Katastrophenfilm "Erdbeben" , der weltweit fast 170 Millionen Dollar einspielte. Robson war beim Dreh dieses Blockbuster bereits über 70 Jahre alt.
Er schuf auch zwei bemerkenswerte Filme, die im Boxermilieu spielen. Mit Humphrey Bogart drehte er "Schmutziger Lorbeer". 7 Jahre zuvor im Jahr 1949 brachte es sein Film  "Champion" (deutscher Titel: Zwischen Frauen und Seilen) auf 6 Oscarnominierungen (Hauptdarsteller Kirk Douglas, Nebendarsteller Arthur Kennedy, Kamera Franz Planer, Musik Dimitri Tiomkin, Carl Forman fürs adaptierte Drehbuch). Die Nominierung für den besten Schnitt Harry W. Gerstad wurde mit einem Sieg belohnt.
Das Drama in exzellenter Film Noir Optik  erzählt die Geschichte von Michael „Midge“ Kelly (Kirk Douglas), einem Boxer, der sich an die Spitze seines Könnens treibt, indem er Gegner KO schlägt und seinen Freunden in den Rücken fällt. Midge und sein Bruder Connie (Arthur Kennedy) durchqueren Amerika mit Daumen- und Güterwaggons von Chicago nach Kalifornien, wo sie einen Anteil an einem Restaurant gekauft haben. Unterwegs lassen sie sich von einem Auto mitnehmen, in dem sich der Spitzenboxer Johnny Dunne (John Daheim) und seine Freundin Grace Diamond (Marilyn Maxwell) befinden. Sie werden nach Kansas City gefahren, wo Dunne in dieser Nacht gegen einen anderen Konkurrenten kämpft. Midge braucht Geld und erhält ein Kampfangebot für 35 US-Dollar. Nachdem er eine Prügelstrafe einstecken musste, zahlt ihm der Veranstalter nur 10 US-Dollar und macht den Rest als "Verwaltungsgebühren und Auslagen“ geltend. Der Kampf macht den Kampftrainer Tommy Haley (Paul Stewart) auf ihn aufmerksam, der einem desinteressierten Midge sagt, er solle in sein Fitnessstudio in Los Angeles kommen, falls er jemals eine Pause brauche. Als sie jedoch Los Angeles erreichen, stellen sie fest, dass sie bei dem Restaurantdeal betrogen wurden. Die Brüder müssen sich Arbeitsplätze als Kellner und Geschirrspüler sichern. Beide beginnen eine Beziehung mit der Tochter des Besitzers, Emma (Ruth Roman). Als Midge mit ihr entdeckt wird, werden sie von ihrem empörten Vater zur Heirat gezwungen. Nach der Hochzeit mit der Schrotflinte verlässt Midge seine neue Frau und flieht mit seinem Bruder in Haleys Fitnessstudio. Midge betritt sein neues Feld mit zielstrebiger Hingabe. Er besiegt eine Reihe lokaler Kämpfer, beginnt eine Tour durch das Land und gilt bald als Anwärter auf den Champion Titel. Ihm steht Dunne gegenüber, der für einen Meisterschaftskampf ansteht. Vertreter der organisierten Kriminalität drängen darauf, dass Midge das Spiel entwirft, und garantieren ihm damit eine legitime Chance auf den Titel im folgenden Jahr, wenn er sich daran hält. Midge stimmt zu, bricht dann aber sein Wort und zerstört den selbstgefälligen Dunne in einer einzigen Runde. Als Grace sieht, aus welcher Richtung der Wind weht, schließt sie sich nun Midge an und überredet ihn, seinen Manager Haley zu verlassen und die Leitung von Jerome Harris (Louis van Rooten) zu übernehmen, einer äußerst wohlhabenden und einflussreichen Mann im Kampfspiel mit kriminellen Verbindungen. Da ihm klar ist, dass er nur so eine Chance auf den Titel haben wird, stimmt er zu. So serviert er Haley als Manager ab und enttäuscht auch seinen Bruder, der wieder Kontakt zu Midges Ehefrau aufnimmt. Inzwischen bandelt Midge mit Palmer (Lola Albright), der Frau seines neuen Managers an...





Ein Film über einen Mann, der meint er müsse ständig kämpfen und andere besiegen. Er kennt keine Skrupel die verschiedenen Frauen, denen er begegnet zu täuschen und betrügt und hintergeht auch seine engsten Vertrauten.
Der Film spielte an der Kasse 2,5 Millionen Dollar ein und Kirk Douglas zeigt in diesem Film eine seiner besten Leistungen überhaupt. Auch die Nebenrollen sind sehr gut besetzt. Robson setzt auf eine authentische und starke Milieubeschreibung.






Bewertung: 9 von 10 Punkten. 

Er kam nur nachts


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: William Castle

Träume...

William Castle ist der Mann, der den Polanski Klassiker "Rosemarys Baby" produzierte. Ein später Triumph für den Mann, der ab den 40er Jahren vornehmlich B-Filme drehte.
Nach Gründung einer eigenen Produktions-Firma spezialisierte er sich aufs Gruselgenre. Die Filme wurden dabei von Werbegimmicks aufgepeppt, durch die er auch als Regisseur berühmt wurde. Zum Beispiel gab es eine Lebensversicherung über 1.000 US-Dollar, für den Fall, dass ein Zuschauer an Todesangst stürbe. Bei einem Geisterfilm wurde den Zuschauern eine spezielle Brille gegeben um besonders schreckenerregende Gestalten auszublenden. In "Der Tingler" - einem seiner besten Filme flüchtet ein wurmartiges Monster, worauf in den Kinos wurmartige Puppen von Statisten in den Zuschauerraum geworfen wurden. Auch ließ Castle in Kinosälen beleuchtete Skelette aufhängen. In seinen Filmen setzte er immer wieder gezielt komödiantische Elemente ein, die allerdings weitgehend wirkungslos blieben.
Der mit einem bescheidenen Budget im Jahr 1964 realisierte "The Night Walker" (deutscher Verleihtitel: Er kam nur nachts) verzichtet auf diese Spielereien. Denn es hätte auch nicht zum Inhalt des Filmes gepasst, der auf Suspence und leichte Gruselelemente setzt, die mit der Zugabe von Gimmicks nicht die erwünschte Wirkung erzielt hätten.
Immerhin konnten die Hollywoodstars Barbara Stanwyk und Robert Taylor für die Hauptrollen verpflichtet werden. Die beiden waren von 1939 bis 1951 verheiratet. Zuerst wollte man Joan Crawford, aber die war fest entschlossen in "Hush Hush Sweet Charlotte" ihr Comeback zu wagen. Auf die Frage, ob die beiden Geschiedenen Einwände hätten gemeinsam in einem Film aufzutreten, meinte Taylor, der zu dieser Zeit mit Ursula Thiess verheiratet war "Mir ist es recht, wenn es ihr recht ist". Stanwyk war es recht, aber man sollte vorher die Eheleute Taylor fragen. Als man sich die Meinung von Ursula Thiess einholte, meinte sie "es ist nicht unbedingt alles in Ordnung".
Irene Trent (Stanwyk) ist unglücklich mit dem blinden, pathologisch besitzergreifenden Millionärs-Erfinder Howard (Hayden Rorke) verheiratet, dessen Gesicht entstellt ist. Das palastartige Herrenhaus von Howard und Irene ist vollgepackt mit einer Auswahl an Kuckucksuhren, die alle perfekt synchronisiert sind, und Howard zeichnet alle Gespräche im Haus auf Band auf, in der Hoffnung, Irene dabei zu erwischen, wie sie eine illegale Liaison plant. Aufgrund von Howards Eifersucht lebt Irene in ständiger Angst. Irene bleibt Howard treu, aber nicht freiwillig; Er lässt sie nie das Haus verlassen und empfängt keine Gäste außer seinem Anwalt Barry Morland (Robert Taylor).  Howard verbringt die meiste Zeit damit, in seinem Labor im Obergeschoss an einer Vielzahl von Projekten zu arbeiten, deren Art er niemandem preisgeben möchte, während Irene ihrem Verlangen nach einer außerehelichen Affäre mit immer wiederkehrenden Träumen von einem Fantasy-Liebhaber nachgeht. Natürlich beobachtet er seine Frau auch im Schlaf und er kann sich nicht vorstellen, dass dieser Lover nur eine Illusion ist. Er verdächtigt bald seinen Anwalt Morland.  Howard kommt bei einer Explosion im Labor ums Leben und Irene soll nach Abschluss des Nachlassverfahrens das Haus und Howards gesamtes Vermögen erben. Das verkohlte Labor ist mit einem Vorhängeschloss gesichert, sodass niemand es betreten kann. Irene hat einen Albtraum, in dem Howard sie durch das Haus verfolgt. Überzeugt, dass sie den Ort von Howards Tod verlassen muss, zieht Irene zurück in die Hinterzimmerwohnung des Schönheitssalons, den sie besitzt und den sie vor ihrer Heirat mit Howard betrieben hat. Dort findet sie in Joyce (Judy Meredith), einer frisch eingestellten Kosmetikerin, eine Vertraute. Irene träumt weiterhin von ihrem Fantasieliebhaber (Lloyd Bochner) und langsam hat Irene das Gefühl, dass sie nicht mehr zwischen Traum und Realität unterscheiden kann.  In einem Traum heiraten Irene und ihr Fantasieliebhaber vor einer Gruppe von Zeugen aus Wachsfiguren. Irene erkennt die Kapelle als dieselbe, in der sie und Howard geheiratet haben. Dann kommt Howard selbst herein und wird erneut mit ihr verheiratet, während der Liebhaber verschwindet. Als sie aufwacht, ist Irene überzeugt, dass diese letzte Begegnung kein Traum war, und bittet Barry um Hilfe...





Taylor und Stanwyk sind natürlich Profis, die ihre Rollen glaubwürdig spielen. Natürlich ist die Story reichlich konstruiert, aber Castle verkauft seine Geschichte total gut und es macht Spass den Psychogrusler anzusehen. Eine Überraschung folgt der nächsten. Die Kameraarbeit von Harold E. Stine und die Musik von Vic Mizzy unterstützen das phantasievolle Skript von Drehbuchautor Robert Bloch, der die Filmvorlage von "Psycho" schrieb.





Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.