Samstag, 14. November 2015

Die Frühreifen

























Regie: Josef von Baky

Die Wirtschaftswunderjugend in Gefahr...

Mit den Erfolgen der Jugendfilme "Die Halbstarken" (Georg Tressler) und "Berlin Ecke Schönhauser" (Gerhard Klein) kamen auch viele Nachfolger, das Thema schien im Kino geeignet zu sein, um es kommerziell gut auszuwerten. Auch "Die Frühreifen" von Josef von Baky gehört in diese Reihe, bereits der Filmtitel lässt ebenso wie auch "Die Halbstarken" das riesige Zeitgeist-Potential vermuten. Es ist Wirtschaftswunderkino und genau in dieser Zeit sah man sich genötigt den moralischen Zeigefinger auf die verführbare und manchmal schon verkommene Jugend zu zeigen. Sie sind eben halbstark, frühreif, wollen RocknRoll, hängen gemeinsam rum und auch die Sexualität erwacht. Auch Veit Harlans kurz zuvor gedrehter Film "Anders als Du und ich" warnte vor der neuen Verkommenheit der Jugend. Einer möglichen homosexuellen Orientierung des Sohnes von angesehen Bürgern. Da hilft nur die Kuppelei mit einem hübschen Mädel. Denn die Alternativer wäre Verachtung, Gefängnis und sogar der Tod.
Die Teenies liefen Gefahr Anstand und Moral im Wirtschaftswunderland zu verlieren. Arbeit ? Nein danke, das haben ja die Eltern auch schon getan und sind genauso wie Inge Messmanns Vater (Paul Esser) gesundheitlich stark angeschlagen und vor allem verbittert. Wenn die frühreife Tochter Inge (Heidi Brühl) nicht spurt, dann gibts auch schon mal Schläge. Die gute alte Schule, man war ja schließlich im Krieg. Inges Mutter (Inge Fürstenberg) ist dagegen eher warmherzig, aber sie kann sich in den 50er Jahren natürlich gegen ihren dominanten Mann noch längst nicht durchsetzen. Es ist eine Zeit, in der zwar noch die Kirche und deren Repräsentanten wie Vikar Englert (Jochen Brockmann) einen großen Einfluss auf die Menschen ihrer Stadt hatte. Wir befinden uns in Essen. Inge ist fleissig und arbeitet als verkäuferin in einem Warenhaus. Sie hat auch schon einen Freund. Sehr zum Ärger des strengen Vaters, der immer sagt, dass es damals sowas nie gegeben hätte und es fällt in diesem Zusammenhang schon auch mal ein deftiges Schimpfwort wie "Hure". Sie hat es aber dennoch gut erwischt mit ihrem Wolfgang (Christian Doermer), der täglich - wie auch Inges Vater - unter Tage arbeitet und jeden Abend rußgeschwärzt wieder nach oben kommt. Er hat auch etwas Geld gespart und überrascht seine Inge mit einem Motorrad - etwas was den Mädels immer imponiert. Doch Inge will irgendwie raus aus dem Trott des Arbeiterlebens und als sie in ihrem Kaufhaus für eine Modenschau engagiert wird, lernt sie einige Söhne reicher Eltern kennen. Die haben sich zuerst mal aufs Nichtstun spezialisiert und genießen ihren Müßiggang mit viel Glamour und auch gerne mal mit Autoklauen, allerdings nur zum Spass. Wäre ja auch langweilig ohne diese Mutproben und immer mal wieder sind diese Jungs wie Freddy (Christian Wolff) oder Günther (Peter Kraus) begeistert, wenn sie im gestohlenen Wagen vor der Polizei fliehen und die Ordnungshüter dann austricksen. Ansonsten fahren diese arbeitsscheuen Typen gerne in ihren flotten Autos, sie rauchen und trinken und schleppen gerne die Girls ab. Sie dürfen gerne auch etwas jünger sein, wie die 15jährige Hannelore (Sabine Sinjen), die den singenden und hüfteschwingenden Günther sehr schnell anhimmelt. Sehr schick ist auch das Aufsagen von sozialistischen Salonparolen, so nennt der smarte Freddy seine neue Eroberung Inge einfach mal "Genossin". Nach einem schweren Zerwürfnis mit dem Vater haut Inge von Zuhause ab. Sie kommt durch Freddys Hilfe an eine Wohnung, die zur Zeit leer steht und plötzlich ist auch der brave Wolfgang für sie kein Thema mehr. Doch die Action der Lebemänner, so faszinierend sie manchmal sein kann, hat natürlich grauenvolle Schattenseiten. Ein hohes Lehrgeld steht am Ende der moralischen Geschichte...



 Sogar eine handfeste Katastrophe. So sehr der Film auf seinem Höhepunkt dann auch alle Register einer sehr unangenehmen Moralbotschaft zieht, so sehr gelingt es aber auch dem Regisseur Josef von Baky markante Bilder dafür zu schaffen. So wirkt die Szene bei der Polizei dynamisch wie in einem Horrorfilm. Da ist wenig Fingerspitzengefühl beim Beamten zu erkennen, er setzt auf den Schock - auf die ultimative Abschreckung. Da wird sogar Peter Kraus, der in "Die Frühreifen" einen echten Kotzbrocken spielen darf, ganz klein und fängt verzweifelt zu weinen an. Natürlich darf man die Message, die der Film in seiner zeit suggerieren wollte, beim heutigen Betrachten dieses Jugendfilms auch nicht mehr ganz so ernst nehmen. Als Zeitdokument ist der Film ein herrliches Beispiel dafür, wie damals die Werte angelegt waren und vor allem wie sie sich in den 50/60 Jahren danach verschoben haben.
Die auch als populäre Romanvorlage existente Geschichte hatte das Ziel eine pädagogisch wertvolle Message für den bedrohnten Nachwuchs zu formulieren: Arbeitet hart, dann könnt ihr zufrieden sein, werdet gemeinsam glücklich im Kleinen und Bescheidenen. Meidet die reichen Schnösel dieser Welt, für die nichts heilig ist - vor allem nicht aufrichtige Gefühle.
Die beste Szene in "Die Frühreifen" ist übrigens die Zerstörung von Hannelores Geschenk an ihren Günther. Er packt dann diesen Gartenzwerg aus. Als Sinnbild für den biederen, braven Bürger muss die Keramikfigur dann herhalten als Zielscheibe für die Wurfgeschosse, die die reichen Jungs in ihrem Suff gebastelt haben. Der Zwerg zerbricht, wie auch die heile Welt dieser Zeit.
Peter Kraus und Christian Wolff machen ihre Sache sehr gut, sie sind sogar gegen ihr Image eingesetzt und wirken glaubhaft als Jungs mit manchmal bösen Absichten. Auch die Kamera von Karl Löb muss man erwähnen. Tolle Bilder mit viel Lokalkolorit vom Ruhrgebiet. Es zeigt einerseits die Fördertürme, die Zechen - andererseits aber auch moderne Villen, in denen ausufernde Partys stattfinden.



Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

Sindbads 7. Reise

Regie: Nathan Juran

Die Insel der Zyklopen...

Das farbenfrohe Orient-Spektakel "Sindbads 7. Reise" wurde 1958 von einem Oscarpreisträger inszeniert: Wobei Regisseur Nathan Juran 1942 den Preis nicht in dieser Sparte gewann, sondern für seine klasse Arbeit als Szenenbildner - gemeinsam mit Thomas Little-  in John Fords "So grün war mein Tal" (deutscher Kinotitel: Schlagende Wetter). Als Regisseur hatte er aber ein Faible für den Trash, für B-Movies und schuf in den 50er Jahren Sachen wie "Die Bestie aus dem Weltenraum" oder "Angriff der 20 Meter Frau". Seine bekannteste Arbeit ist aber diese Sindbad Version mit Zyklopen, Drachen, riesigen Vögeln und Skelettkriegern, allesamt auf der Leinwand zum Leben erweckt durch die Stop-Motion Technik und durch den berühmten Ray Harryhausen. Natürlich wirkt diese Technik aus heutiger Sicht naiv, denn mit der Entwicklung neuer Tricktechniken seit Ende der 70er Jahre wurden die alten Tricks von der Go-Motion Technik verdrängt und der Kinozuschauer heute hat durch die Möglichkeiten der Computeranimation im Kinosessel immer mehr das Gefühl, dass alles "echt" ist. Den Tricks von Harryhausen sah man natürlich damals schon an, dass es Tricks waren - aber interessanterweise hab ich mich damals, als ich als Kind zum ersten Mal dieses Abenteuer des Seefahrers aus Bagdad sah, extrem gefürchtet als gleich in den ersten Minuten dieser riesige Zyklop brüllend aus der Höhle heraus kam und die Mannschaft verfolgte. Nathan Jurans Film fängt mit der Heimreise von Sindbad (Kervin Mathews) an. Auf seinem Schiff fährt auch seine Geliebte, die hübsche Prinzessin Parisa (Kathryn Grant) aus Chandra mit. Die beiden wollen in Sindbads Heimatstadt Bagdad heiraten. Doch zuvor müssen sie  einen Zwischenstopp auf der Insel Kolossa einlegen. Dort treffen sie auf den undurchsichtigen Magier Sokurah (Torin Thatcher), der eine Wunderlampe aus dem Besitz der fiesen Zyklopen gestohlen hat und nun von den Monstern verfolgt wird. Mit Hilfe des Dschinns in der Lampe (Richard Eyer) kann die Besatzung allerdings entkommen. Leider bleibt die Wunderlampe auf der Insel. Doch Sokurah ist besessen davon und mit bösem Zauber verwandelt der Scharlatan die Prinzessin heimlich in eine daumengroße Zwergin. Für Parisas Vater (Harold Kasket), dem Sultan von Chandra, bedeutet dies Krieg mit den neuen Freunden aus Bagdad, wenn die Tochter weiter so entstellt bleibt. Sokurah bietet an den Zauber rückgängig machen zu können. Zu diesem Zwecke würde er ausgerechnet die Schale eines Eis des riesigen Vogels Roch brauchen. Klar, dass dieser auf Kolossa lebt. Und dies führt dann unweigerlich zu einem weiteren Zusammentreffen mit den Zyklopen...



 




Unterstützt wird dieses farbenprächtige Märchen aus 1001 Nacht von einer tollen Musik von Bernard Herrmann, die gleich am Anfang für eine powervolle Einstimmung sorgt. Dann geht es Schlag auf Schlag. Das 90 minütige Abenteuer leistet sich keine Durchhänger, ein Höhepunkt jagt den nächsten. Sindbad Darsteller Kerwin Matthews schaffte seinen Durchbruch, er wurde 2 Jahre später in "Herr der drei Welten" ein weiteres Mal für die Hauptrolle in einem Film mit Harryhausen-Tricks eingesetzt. In seinen Filmen lagen ihm die Frauen zu Füßen - tatsächlich war der 2005 verstorbene Schauspieler homosexuell und lebte 46 Jahre lang mit seinem Partner zusammen.











Bewertung: 8 von 10 Punkten.

Dienstag, 3. November 2015

Der schwarze Falke

























Regie: John Ford

"Der schwarze Falke" von John Ford ist neben Howard Hawks "Red River" und Fred Zinnemanns "12 Uhr mittags" sicherlich der beste klassische Hollywood Western. Unvergessen schon die erste Einstellung, die Kamera wandert vom Haus hinaus und gibt den Blick auf eine Wüstenlandschaft irgendwo in Texas frei. Jemand reitet auf das Farmhaus zu. Es ist Ethan Edwards (John Wayne), der Kriegsveteran des Bürgerkriegs. Der Krieg ist schon Jahre zu Ende, nun kehrt der verlorene Bruder heim. Auf der kleinen Farm lebt sein Bruder Aaron (Walter Coy) mit Frau Martha (Dorothy Jordan), den Kindern Lucy (Pippa Scott), Ben (Robert Lyden) und Nesthäkchen Debbie (Lana Wood). Ausserdem gehört Pflegesohn Martin Pawley (Jeffrey Hunter) zur Familie, der als Baby von Ethan gefunden wurde, nachdem die Indianer die Eltern getötet hatten und der geistig etwas zurückgebliebene Mose Harper (Hank Worden) . Das weite, wilde Land ist noch lange nicht erschlossen. Die nächsten Nachbarn sind der aus Schweden Stammende Lars Jorgensen (John Qualen) mit seiner Frau ( Olive Carey) mit den bereits erwachsenen Kindern Brad (Harry Carey Jr.) und Laurie (Vera Miles). Zwischen den beiden einsam gelegenen Farmen weit und breit nur Wildnis, erschwerend kommt hinzu, dass es Indianerland ist. Aus Blicken und Gesten erkennt der Zuschauer die tiefe, heimliche Zuneigung zwischen dem Heimkehrer Onkel Ethan und Martha. Am nächsten Tag formiert sich unter der Leitung von Reverend Samuel Johnson Clayton (Ward Bond) eine Bürgerwehr, bestehend aus den Jorgensens, den Edwards und weiteren Farmern der Gegend. Die Männer wollen Banditen, vielleicht auch Indianer verfolgen, die Vieh gestohlen haben. Ethan reitet anstelle seines Bruders Aaron mit, der bei der Familie bleiben und diese schützen soll, falls die Indianer tatsächlich auf dem Kriegspfad wären. Als die Männer irgendwann das tote Vieh entdecken ist klar, dass eine der Farmen im Umkreis überallen werden soll. Die Komantschen haben die Männer fortgelockt und tatsächlich wird die Ranch der Edwards vom Häuptling Scar (in der deutschen Fassung "Schwarzer Falke" gespielt von Henry Brandon) dem Erdboden gleich gemacht. Die beiden Mädchen Lucy und Debbie entführt, alle anderen werden tot aufgefunden. Als Ethan die brennende Ranch erreicht ruft er nach Martha, die er tot findet, vorher wurde sie brutal vergewaltigt. Danach zieht der hasserfüllte Ethan, besessen wie ein Kapitän Ahab aus "Moby Dick" auf der Suche nach den Mädchen kreuz und quer durch den Wilden Westen. Begleitet wird er von dem jungen Martin, der immer mehr erkennt, dass die Suche nur gemeinsam einen Sinn macht, da er merkt, dass Ethan von seinen fanatsichen Rachegedanken geleitet wird und damit das Leben der Verschleppten gefährdet. Zudem erweist sich Ethan als Indianerhasser...




John Ford drehte sein Meisterwerk im bekannten Monument Valley zwischen Utah und Arizona. Die markanten roten Sandsteinfelsen sind grandios einfangen, sie bieten sowohl einen majestätischen als auch einen ehrfruchsgebietenden Anblick. Diese unglaubliche Weite lässt die darin agierenden Menschen sehr verletzlich erscheinen. Es ist der ständige und tagtägliche Kampf ums Überleben spürbar.
Die Haupthandlung erzählt von einer obsessiven Suche. John Wayne spielt als Onkel Ethan die Rolle seines Lebens. Der unbeugsame Antiheld ist verzehrt von Haß und sein unversöhnlicher Rassismus treibt ihn an immer weiterzusuchen. 5 lange Jahre. Gemeinsam mit Martin, dem "Achtel Cherokee, der Rest ist walisisch und englisch" wie der junge Mann zu sagen pflegt. Die gemeinsame Odyssee verbindet die beiden unterschiedlichen Männer. Zuhause wartet Laurie auf Martin. In der Zeit schreibt er seiner Geliebten nur einen einzigen Brief und erzählt darin auch noch wie er bei den Indianern einen Teppich erstehen wollte und schließlich eine junge Squaw (Beluah Archuletta) für einen Hut ihrem Vater abgekauft hat. Mit diesen Szenen lockert John Ford den düsteren Hauptpart immer wieder auf. Der Zuschauer sieht die Freude bei den Jorgensens als innert von einem Jahr sogar ein zweiter Brief durch den Postboten Charlie McCorry (Ken Curtiz) zugestellt wird. Und wie Laurie an ihrem Martin immer wieder verzagt "er unterschreibt so förmlich mit Martin Pawley, warum kann er nicht einfach Martin schreiben". Dies führt auch zum Auftauchen der beiden Heimkehrer, kurz bevor Laurie aus lauter Verzweiflung vorhat Charlie McCorry zu heiraten. Als sich die beiden Kontrahenten prügeln, sieht man im Hintergrund eine begeisterte Laurie, die sehr geschmeichelt zu sein scheint, weil sich zwei Männer wegen ihr raufen.  "Der schwarze Falke" ist ein Film mit unvergessenen Filmszenen, etwa die als der Suchtrupp durch ein breites Tal reitet. Auf den Höhezügen rechts und links erscheinen in Kolonne die Najeki-Komantschen, die nun ihren Verfolgern als tödliche Eskorte folgen und nur der schnelle Ritt zum Fluß kann die fatale Umzingelung auflösen. Am Ende des brillianten Westernepos scheint der Zuschauer zu wissen, dass Ethan die kleine Debbie als unrettbar verdorben durch den Kontakt mit den Indianern hält. In einer Schlüsselszene des Films sitzen Ethan und der Häuptling Auge um Auge im Wigwam. Es wird nicht nur deutlich, dass auch "Scar" geliebte Menschen durch den Kampf zwischen Rot und Weiß verloren hat, sondern er sogar eine Art Spiegelbild von Ethan darstellt. Auch wenn Ethan Edwards, dieser besiegte Soldat in Friedenszeiten, immer wieder Kriegsschauplätze aufmacht und als Rassist auftritt - Ford gelingt es dennoch die Sympathie für den gebrochenen Charakter beim Publikum aufrechtzuerhalten. Vermutlich deshalb weil die Verzweiflung bei ihm viel tiefer sitzt als bei allen andern Figuren. Am Ende des Films kristallisiert sich der Narr Mose Harper sogar als der erfolgreichste Sucher heraus, er gibt Ethan den entscheidenden Hinweis. Mit diesem Ende wird auch ein brutaler Überfall auf das Indianerdorf gezeigt. Eine Szene zeigt einen Indianervater, der ganz schnell sein kleines Kind in Sicherheit bringen will, als die reitende Kavallerie ohne Rücksicht auf Verluste das Dorf niedermetzelt.
Sowohl Ford als auch Wayne waren der Ansicht, dass "The Searchers" der beste Film sei, den sie zusammen gedreht hatten. Deutsche Filmregisseure wählten den Ausnahmewestern 1995 zum besten Film aller Zeiten. Bei den Filmkritikern von "Sight and Sound" rangiert der Film auf Platz 7 der besten Filme aller Zeiten. Auch das American Film Institute wählte ihn auf Platz 12 der einflussreichsten und besten US-Filme. In der Best of Liste von "Cahiers du Cinema" belegt Fords Western mit den vielen Bedeutungen, Inhalten und Sinnebenen ebenfalls einen Top 10 Rang. Bei seinem Erscheinen war er ein guter Publikumserfolg, konnte aber keine einzige Oscar-Nominierung erhalten Kurioserweise gabs dann aber einen Golden Globe - die bekam John Waynes Sohn Patrick, der an der Seite seines Vaters den Grünschnabel Lt. Greehill spielen durfte. Die komisch angelegte Rolle brachte ihm den Preis als Bester Nachwuchsdarsteller ein. RocknRoller Buddy Holly nahm Ethans Spruch "That´ll be day" für seinen Song auf und landete damit einen Riesenhit in den Charts des Jahres 1957.





Bewertung: 10 von 10 Punkten. 

Späte Sühne

























Regie: John Cromwell

Undurchsichtiges Sternchen...

"Of Human Bondage" mit Bette Davis und "Since you went away", ein Kassenhit von 1944 über die Heimatfront sind wahrscheinlich John Cromwells bekannteste Filme. Sein Film Noir "Späte Sühne" mit dem Big Star Humphrey Bogart ist dagegen weniger bekannt. Er zählt auch zu den schwächeren Filmen von Bogie und steht bis heute im Schatten seiner großen Krimi-Meisterwerke wie "Tote schlafen fest", "Gangster in Key Largo", "Die Spur des Falken" oder "Die schwarze Natter".
Dabei fährt das Drehbuch ganz typische Szenen für den Superstar auf. Er schaut auch in die Augen von kleinen Frauen, die er am liebsten in Miniaturgröße hätte, um sie in der Tasche zu verstauen und nur bei Bedarf, zb. für bestimmte romantische Stunden, sollten die Ladys, denen er immer zuerst misstraut, in Lebensgröße zur Verfügung stehen. So wird er auch die Femme Fatale des Films mit den Worten "Geronimo" verabschieden. "Späte Sühne" beginnt mit einem verfolgten Humphrey Bogart, der in eine Kirche flüchtet, äusserst mysteriös. Einem Pfarrer erzählt er, was er in den letzten Tagen in der Heimat erlebt hat. Denn Captain Warren Murdoch (Humphrey Bogart) hat noch vor kurzem gemeinsam mit seinem besten Kameraden Johnny Drake (William Drake) in Europa an der Front gekämpft. Auf Befehl wurden sie von den Kampfhandlungen abgezogen und beide Männer wußten nicht warum sie nun in Washington gebraucht werden. Als sie den Grund erfahren ist Murdoch begeistert, doch die Freude seines Freundes hält sich in Grenzen. Sie sollen geehrt werden und die Presse steht schon bereit für Fotos, die Ehrung soll in den Wochenschauen im Kino laufen. Eh sich Murdoch einen Reim auf Johnnys Scheu nach Publikum machen kann, ist dieser schon auf der Flucht auf einen anderen Zug aufgesprungen und der hinterher rennende Murdoch sieht seinen Freund nur noch in der Ferne winken. Durch einige Hinweise kann Murdoch die Spur des Freundes aber verfolgen. Diese führt ihn nach Gulf City. Dort wird ihm schnell klar, warum der Freund stiften ging. Ihm wird seit Jahren ein Mord zu Last gelegt, er flüchtete vor dem Gesetz in den Krieg mit einem anderen Namen. In Gulf City erhält er eine Nachricht von Johnny, er solle im Hotel auf ihn warten. Doch es kommt nicht zum Treffen. Statdessen der Schock in der Leichenhalle: Dort liegt die verbrannte Leiche des Freundes. Eine Spur führt Murdoch zu Drakes Freundin, Johnny war dieser Frau regelrecht verfallen. Doch Coral Chandler (Lizabeth Scott), eine zwielichtige und sehr laszive auftretende Barsängerin, hat angeblich keine Ahnung wo Johnny derzeit steckt. Murdoch misstraut der geheimnisvollen Schönheit, aber sie gefällt ihm auch gleich auf Anhieb und er liebt ihr Parfüm, das nach Jasmin riecht. Er erzählt ihr von Johnnys Tod bei einem gemeinsamen Tanz. Die Frau ist schockiert und weint in seinen Armen. Wenig später wird Murdoch Zeuge, dass sein "Sternchen", er nennt sie so wie Johnny sie nannte, eine seltsame Abhängigkeit mit dem Gangster Martinelli (Morris Carnovsky) verbindet. Und dieser mischt Murdoch etwas in den Drink...


Am Ende wird das Motiv des Falmschirmspringens aufgelebt, die Schlußszene ist äusserst dramatisch. Der Film "Späte Sühne" leidet an einem etwas unlogischen Drehbuchs, die Motive der Charaktere wirken konstruiert. Aber er hat genügend begeisternde Sequenzen, etwa die als Bogie - genauso wie im Malteser Falken - kaltschnäuzig und gefühlskalt seine neue Geliebte an die Polizei ausliefern will. Doch Lizabeth Scott als Femme Fatale zieht alle Register, um den Zyniker um den Finger zu wickeln. Ob es ihr gelingt ? Und ob die Liebschaft in der Katastrophe endet oder der Beginn einer wunderbaren Freundschaft eingeläutet wird ? Dies alles wird dem Zuschauer in unterhaltsamen 100 Minuten dargeboten. Mit Morris Carnovsky und Marvin Miller treten auch zwei interessant gestaltete Bösewichte auf, beide auf ihre Art überzogen, obskur, aber dennoch recht markant.

 Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

Die Rückkehr der Fliege

















Regie: Edwards Bernds

Schicksalhafte Teleportation....

Unter der Regie von Edward Bernds entstand 1959 eine in schwarz-weiß gedrehte Fortsetzung des Kulthorrorfilms "Die Fliege".  Dieser zweite Teil heißt "Die Rückkehr der Fliege" und verfügt nicht über den großartigen Charme des Originals. Von den Darstellern blieb lediglich Vincent Price übrig, der wie im ersten Teil Francois Delambre, den Bruder des Wissenschaftlers Andre Delambre spielt. Die Ereignisse, die sich im ersten Teil abspielten, liegen nun 11 Jahre zurück. Die erste Szene zeigt die Beerdigung von Helene Delambre in der Nähe von Montreal. Sohn Philippe (Brett Halsey), damals noch ein kleiner Junge, ist inzwischen erwachsen und hat die gleichen wissenschaftlichen Ambitionen wie sein Vater. Doch bislang hat Onkel Francois noch die wichtigsten Experimente des Vaters geheimhalten können. Nun ist aber die Zeit, wo Philippe zu drängen beginnt. Er möchte gemeinsam mit seinem Freund Alan Hinds (David Frakham) dort weitermachem, wo die Versuche dem Vater das Leben kostete. Er ist auch nicht abgeschreckt als Francois mit der Wahrheit herausrückt. Nie wird er wie Papa enden, der mit seinem Teleportationsgerät von A nach B gelangen wollte, dabei aber eine Fliege im Gerät übersah. So setzten sich die Atome gekreuzt zusammen und aus Delambre wurde ein Wesen mit einem gigantischen Fliegenkopf und einem Fliegenarm, während die kleine Stubenfliege mit Andres Kopf davonflog und am Schluß in einem Spinnennetz endete. Francois weigert sich zuerst das Vorhaben zu finanzieren, aber eine kleine Erpressung von Philippe macht ihn dann doch zum Geldgeber. Seit dem Schicksal seines Vaters hat Philippe auch eine mächtige Aversion gegen kleine fliegende Insekten. Nun kann die Arbeit beginnen. Unheilvoll bemerkt der Zuschauer auch schon, dass das alte Labor, dass die beiden Youngster unten im Keller eingerichtet haben, auch nicht von lästigen Fliegen verschont wird. Kein Wunder, wenn man den Kaffee dort unten trinkt und viel Zucker rumsteht. Auch Philippes Freund ist heimlich ein Böser, er heißt Ronald Holmes und wird in Großbritannien als Mörder gesucht. Er hat auch keine Skrupel die Delambre Erfindung zu stehlen...


wird aber vom Kommissar entdeckt. Dieser verliert den Kampf mit dem Bösewicht und endet auch im Teleportationsgerät, wo er gemeinsam mit dem Versuchstier, einem Meerschweinchen, verwandelt wird. Es ist aber natürlich nicht die einzige Verwandlung, wie man sich denken kann. Denn Philippe, der Fliegenhasser, entgeht natürlich nicht dem Schicksal. Höhepunkt des bizarren Treibens ist die Flucht mit riesigem Fliegenkopf. Aber immerhin ist er so stark, dass er Rache nehmen könnte. Für ein bisschen Liebe ist auch gesorgt, denn Cecile Bonnard (Daniele De Metz) darf den attraktiven Philippe anhimmeln. Natürlich wird sich der großartige Vincent Price wieder irre ins Zeug legen müssen, damit sich diesmal alles zu Guten kehrt. Kann er das Fliegenmonster auf dem Rachekurs stoppen und auch noch die kleine Fliege mit Philippes Kopf finden, die im Labor um Hilfe schreit.  Für Inspektor Charras, den Herbert Marshall im ersten Fliegenfilm spielte, muss diesmal Inspekot Beecham (John Sutton) ran, der weiß als Einziger von den Kreuzungen zwischen Insekt und Mensch. Andere würden es ja doch nicht glauben. Ausser natürlich uns, den verblüfften Zuschauern, die sich auch beim 2. Teil ganz gut unterhalten haben. Aber trotz atmosphärischem Schwarz-Weiß Bildern, typisch für die 50er Jahre Horrorstreifen aus Hollywood, hat dieser Nachzügler nicht den genialen wie naiven Charme des Originals. Es sollte lange Jahre dauern, bis David Cronenberg ein ebenbürtiges Remake schuf.

Bewertung: 6 von 10 Punkten.