Freitag, 10. Januar 2020

Der Dieb von Bagdad

























Regie: Ludwig Berger, Michael Powell & Tim Wheelan

Die unvergessenen Abenteuer von Ahmad und Abu...

Als die Dreharbeiten zu "Der Dieb von Bagdad" im Frühling 1939 in den Denham Studios der Korda Gebrüder beginnen sollten, war alles noch ziemlich chaotisch. Es gab kein Drehbuch, dass Alexander Korda wirklich gut fand. So bat er seinen Darsteller Miles Malleson, der den Sultan spielte, mitzuhelfen einiges umzuschreiben. Der hatte bereits einige Erfahrungen als Drehbuchautor und die Veränderungen gelangen ihm vorzüglich, wie sich zeigen sollte. Als Regisseur wurde zunächst der renommierte deutsche Ludwig Berger engagiert. Doch es gab zwischen dem Regisseur und dem Produzenten grundlegende Meinungsverschiedenheiten. Während Berger eine kammerspielartige, dichte Atmosphäre anstrebte, wünschte sich Korda einen episch breit angelegten und total spektakulären Film. Aus diesem Grund wurden Michael Powell und Tim Whelan als Co-Regisseure verpflichtet. Dadurch verzögerten sich die Dreharbeiten und das Budget wurde immer höher. Am Ende mussten die Dreharbeiten durch Großbritanniens Eintritt in den 2. Weltkrieg wieder unterbrochen werden. Erst am 5. Dezember 1940 kam es in der Radio City Music Hall zur Weltpremiere. Diese wurde von der Kritik und vom Publikum begeistert aufgenommen. "Der Dieb von Badgad" wurde ein großer Kassenerfolg und ist bis heute ein überragender Klassiker. Die Spezialeffekte wurden nach den Ideen Kordas von Lawrence Butler und Jack Whitney eingesetzt. Berühmt sind die Szenen mit dem fliegenden Pferd, dem fliegenden Teppich sowie die Gestaltung des riesenhaften Djinns, der durch geschickte Überblendungen in Szene gesetzt wird. Legendär ist die Szene mit dem Dieb Abu, der vom Riesenfuß des mächtigen Djinns beinahe totgetrampelt wird. Nicht zu vergessen die böse "Silver Maid" - gespielt von Mary Morris, die im Film auch Jaffars Agentin Halima spielt.
Bei der Oscarverleihung konnte der britische Fantasystreifen gleich dreimal triumphieren: Es gab Oscar füf die beste Kameraarbeit in Farbe (Georges Perinal), für die beste Art Directon (Vincent Korda) und für die Spezialeffekte. Eine weitere Nominierung erhielt Miklos Rosza für die Filmmusik. Obwohl der Film ein Remake der Version von 1924 ist, weisen beide Filme Unterschiede auf vor allem sind Dieb und Prinz in der Korda Produktion zwei unterschiedliche Charaktere. Der erste Teil der Geschcihte wird in einem Rückblick erzählt, der dem Stil der arabischen Nächte ähnelt.
Hier erzählt der blinde Ahmad (John Justin) von seinem Schicksal. Denn noch vor kurzem war er der Sultan von Bagdad. Vom Volk gehasst, weil der böse Großwesir Jaffar (Conrad Veidt) viel mehr Einfluss als der junge Sultan hat und das Volk wird durch den Wesir gnadenlos unterdrückt. Jeden Tag gibts Hinrichtungen. Jaffar überzeugt den Sultan, dass er als armer junger Mann in die Stadt gehen soll, dort kann er seine Untertanen am besten kennenlernen. Doch Jaffar lässt ihn in den Kerker werfen, keiner glaubt dem "Bettler", dass er Sultan ist. Am nächsten Tag soll er geköpft werden - auch der raffinierte, sehr junge Dieb Abu (Sabu), der beim Klauen erwischt wurde. Der erweist sich aber als Meisterdieb, weil er den Kerkerschlüssel bereits gestohlen hat und so gelingt dem Duo die Flucht aus Bagdad. Der Weg führt sie nach Basra, dort sieht Ahmad zum ersten Mal die schöne Prinzessin (June Duprez) des dortigen Sultans (Miles Walleson). Der hat ein riesiges Faible für Spielzeug. Und Ahmed und die Prinzessin verlieben sich natürlich. Was durch die grausamen Pläne von Jaffar nicht ganz einfach sein wird, denn auch der Großwesir ist der schönen Prinzessin verfallen. Zum Glück kommt der kleine Abu, der von Jaffar zeitweise in einen Hund verwandelt wird, in den Besitz einer Flasche. In diesem Gefäß befindet sich natürlich ein übermächtiger Flaschengeist (Rex Ingram), denn wir sind ja im Orient und in 1001 Nacht...







Conrad Veidt ist ein grandioser Jaffar, schon alleine seine Präsenz reicht aus für einen echten Bösewicht, der darüberhinaus noch ein Hexer und Magier ist. Sabu spielt auch herrlich. Der junge Inder hatte bereits mit "Elefanten Boy" einen Erfolg vorzuweisen und spielte ein Jahr später in Zoltan Kordas Realverfilmung von "Das Dschungelbuch". Der in Karnataka, Indien geborene Schauspieler wurde leider nur 39 Jahre alt - Sabu starb 1963 im Alter von 39 Jahren überraschend an einem Herzinfarkt. "Der Dieb von Bagdad" glänzt heute noch in herrlichem Technicolor und gilt auch heute noch als Meilenstein des Genre und vor allem erhöht er immer noch das Herz. Obwohl der Film von drei Regisseuren gestaltet wurde, ist es ein durch und durch visionäres Werk. Höchstwahrscheinlich durch seinen Macher Alexander Korda geprägt. Natürlich nicht zu vergleichen mit dem heutigen CGI-Effekten und den vielen hektischen Schnittfolgen in Dauerschleife - aber gerade deshalb umso schöner und wertvoller.







Bewertung: 9,5 von 10 Punkten. 

 

Geheimbund Schwarze Legion

























Regie: Archie Mayo

Der Pakt mit dem Teufel...

Einige Zeit vor seinem Status als Superstar - entscheidend waren da sicherlich die Filme "Entscheidung in der Sierra" von Raoul Walsh und Hustons "Spur des Falken" - überzeugte Humphrey Bogart in einigen 30er Jahre Klassiker. So begeisterte er als Baby Face Martin in William Wylers "Sackgasse", er spielte auch eine Nebenrolle in Michael Curtiz "Engel mit den schmutzigen Gesichtern". Mit Regisseur Archie Mayo gelang ihm nicht nur in "Der versteinerte Wald" der Durchbruch. Ein Jahr später arbeiteten die beiden erneut zusammen. Gemeinsam gelang ihnen mit "Geheimbund Schwarze Legion" ein äusserst düsterer und sozialkritischer Film.
Robert Lords ursprüngliches Drehbuch erhielt 1937 sogar eine Oscar-Nominierung, verlor allerdings gegen William Wellman und Robert Carson für "A Star is Born". Das National Board of Review wählte "Black Legion" - so der Originaltitel des Films - zu den besten Filmen 1937 und Humphrey Bogarts Rolle als Arbeiter Frank Taylor wurde von der Kritik ebenfalls stark gelobt. "Geheimbund Schwarze Legion" ist sehr brisant, gehört er doch zu einer Reihe von antifaschistischen Filmen, die sich mit den Gefahren von Faschismus und Rassismus auseinandersetzen. Ein Thema, dass heute wieder aktueller denn je erscheint - und der Zuschauer erkennt, dass damals schon die Einwanderer, Juden, Dunkelhäutige für die Misere des kleinen Mannes verantwortlich gemacht wurden. Der weiße Arier wollte gegen diese Eindringlinge vorgehen und so bekam die "Black Legion" großen Zulauf, eine Organisation, die sich vom Ku Klux Klan abspalteten und im östlichen Ohio gegründet wurde - in den 30er Jahren breitete sich die politische Organisation im ganzen Land aus und hatte in seinen Spitzenzeiten bis zu 30.000 Mitglieder. Die Faschisten errichteten vor allem in Detroit ein starkes Machtzentrum.
"Black Legion" erzählt die Geschichte von Frank Taylor (Humphrey Bogart), ein Fabrikarbeiter aus dem Mittleren Westen, der fest davon ausgeht, dass er Nachfolger des derzeitigen Vorarbeiters wird. Auch Franks bester Freund und Arbeitskollege Ed Jackson (Dick Foran) , der in Franks Nachbarschaft wohnt, kann sich keinen besseren Chef als Frank vorstellen. Doch als der junge Joe Dombrowski (Henry Brandon) aus Polen den vakanten Posten erhält, sitzt die Enttäuschung und Kränkung bei Frank sehr tief. Dies merkt Cliff Summers (Joe Sawyer), ein anderer Arbeitskollege. Der schlägt ihm auch vor der "Black Legion" beizutreten. Diese geheime Organisation will die "Ungerechtigkeiten" an den Einheimischen mit Gewalt beantworten. Sie tragen schwarze Roben und Kapuzen und so besuchen sie ihre Feinde. Frank tritt der Organisation bei und muss ein Gelübde der Treue schwören. Dann gehts gemeinsam zum neuen Vorabeiter, der bei seinem Vater lebt und deren Hühnerfarm wird abgebrannt. So bekommt Frank den Job. Doch nicht lange. Er leistet sich Fehler und wird wieder als normaler Arbeiter herabgestuft. Stattdessen bekommt Franks Nachbar Mike Grogan (Clifford Soubier) den Job. Erneut werden Maßnahmen gegen den Feind ergriffen und Franks Frau Ruth (Erin O´Brien-Moore) muss hilflos mit ansehen, wie ihr Mann immer mehr auf die schiefe Bahn gerät...



Als Freundin von Ed ist Anne Sheridan zu sehen. Helen Flint spielt Pearl Davis, die bei der Gerichtsverhandlung im Film als Zeugin auftritt. Bereits bei der ersten Aktion gegen den Polen Dombrowski wird klar, dass Frank bereits zu tief in der Organisation sitzt. Am Ende kann es nur den ganz großen Absturz geben. Dabei hadert der Protagonist irgendwann mit den Methoden, sie scheinen ihm zu heftig und zu kriminell zu sein. Ab an diesem Zeitpunkt ist es aber schon zu spät. Mayo ist ein starker Film gelungen, der die Strukturen des Ku Klux Clan aös faschistischer Terror klar und deutlich offenlegt.



Bewertung: 8,5 von 10 Punkten. 

Treibsand

Regie: John Sturges

Ein Goldschatz im Grenzgebiet...

Der Film "Treibsand" aus dem Jahr 1949 ist einer der ersten Filme von Western-Regisseur John Sturges, der später Genremeisterwerke wie "Zwei rechnen ab", "Der letzte Zug von Gun Hill" oder "Die glorreichen Sieben" drehte. "Treibsand" heißt im Original "The Walking Hills" und ist in schwarz-weiß gedreht. Dies gibt dem B-Picture ein bisschen Noir-Feeling und die Besetzung mit Randolph Scott, Ella Raines, Arthur Kennedy und John Ireland ist recht attraktiv. Es ist die Geschichte einer Schatzsuche einiger Männer, die sich zufällig in der mexikanischen Grenzstadt Mexicali beim Pokerspiel kennenlernen. Die Staatsgrenze ist mitten in der Stadt. Wer die Grenze passiert, ist in der US-Stadt Calexico angekommen. In dem Hinterzimmer einer Cantina wird Poker gespielt. Jim Carey (Randolph Scott) ist ein Pferdezüchter, Old Willy (Edgar Buchanan) sucht in der Gegend Gold. Neben den beiden Cowboys Shep (Willliam Bishop) und Johnny (Jerome Courtland) sind auch ein Fremder names Frazee (John Ireland) und der Drifter Chalk (Arthur Kennedy) mit von der Partie. Gitarrist Josh (Josh White) singt und spielt dazu und Barkeeper Bibbs (Russell Collins) ist gespannt wer das Pokerspiel gewinnt. Johnny, der von der US-Polizei gesucht wird macht dabei beiläufig die Bemerkung, dass sein Pferd kürzlich über ein altes Wagenrad in den Hügeln der Wüste gestolpert ist. Plötzlich werden alle Männer still. Sie haben kurz zuvor von diesem legendären Waggonzug mit Goldbarren im Wert von 5 Millionen Dollar geredet, der vor 100 Jahren in den Walking Hills, diesem riesigen Dünengebiet verloren gegangen ist. Ist Johnny durch Zufall auf den Schatz gestoßen ? Die Männer schwören, dass sie Stillschweigen bewahren und machen sich auf die Suche nach dieser Stelle von der Johnny berichtet hat. Dabei merken sie bald, dass ein Reiter folgt. Es stellt sich heraus, dass es Chris Jackson (Ella Raines) ist. Die Frau ist den Männern gefolgt, denn mit dem Cowboy Shet verbindet sie ein Geheimnis und auch Jim Carey ist ihr nicht egal...



Schon sehr früh wird dem Zuschauer auch klar, dass dieser Shet ein Geheimnis hat. In der ersten Szene wird er in Calexico von zwei Männern beschattet. Einer von den beiden will ihn sofort festnehmen, der andere wartet und bestimmt dann, dass man den Cowboy nicht daran hindert die mexikanische Grenze zu passieren. Natürlich ist dieser Mann auch beim Suchtrup dabei. Als sie tatsächlich den Schatz entdecken, kommt natürlich die menschliche Gier wieder voll zum Tragen. Als Höhepunkt präsentiert John Sturges einen schrecklichen Sandsturm, der noch einmal alles durcheinanderwirbelt. Gekonnt hält der Regisseur die Balance zwischen Abenteuer- und Liebesfilm.


Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

Mr. Deeds geht in die Stadt

























Regie: Frank Capra

Der Unbeirrbare Longfellow Deeds...

Frank Capra war in den 30er Jahren einer der Lieblinge der Academy. Mit den Filmen "Es geschah in einer Nacht" (1934), "Mr. Deeds geht in die Stadt" (1936) und "Lebenskünstler" (1938) erhielt er dreimal den Oscar als bester Regisseur.  Alle drei Filme wurden auch große Publikumserfolge. Von "Mr. Deeds geht in die Stadt" sprachen die Kritiker auch von einer Vision vom American Way of Life, weil Capra dem blasierten städtischen Egoismus die kleinstädtischen, traditionellen Werte entgegensetzt. Er musste sich aber auch die Kritik gefallen lassen, er habe ein ernsthaftes Problem sehr oberflächlich dargestellt und man könne die Probleme der Landbevölkerung nicht mit den Stiftungen schrulliger Millionäre lösen. Aber immerhin entlarvte der Regisseur Fehlhaltungen der Gesellschaft und setzte stattdessen auf die Gutmütigkeit und das soziale Engagement der Einzelnen, was meistens als Zeichen von Dummheit interpretiert wird. Auch heute noch. Capras Held heißt Longfellow Deeds (Gary Cooper), der glücklich in einer Kleinstadt in Vermont lebt. Longfellow ist bei allen Bürgern der Stadt sehr beliebt, obwohl alle glauben, dass er "einen Sparren" hat. Der leicht verrückte Junggeselle ist sowohl Hobby-Posaunist als auch Glückskartendichter und Kleinstadtpoet. Ausserdem glaubt er an die große Liebe, die er dann erkennen wird, wenn er eine Frau aus einer ganz schwierigen Situation rettet. Als sein Onkel, der Bankier Martin Semple, in Italien tödlich verunglückt, erbt Longellow auf einen Schlag 20 Millionen Dollar. Die Anwälte fahren extra ins ländliche Vermont, um den Erben die glückliche Botschaft vom großen Geldsegen zu eröffnen. Gleichzeitig hoffen sie, dass dieser Erbe nicht so sehr in die Bücher schauen sollte, da es offenbar einige Ungereimtheiten gibt. Sie hoffen, dass der naive Deeds alles in ihre Hände legt. Dazu soll er in die Großstadt New York kommen und dementsprechend manipuliert werden. Doch sie liegen falsch. Longfellow Deeds ist zwar verschroben, aber er hat feste Prinzipien und keineswegs davon überzeugt, dass Reichtum glücklich macht. Anwalt Cedar (Douglas Dumbrille) versucht dennoch weiterhin großen Einfluss auf den frischgebackenen Millionär zu nehmen, während Butler Walter (Raymond Walburn) und Semples Freund, der Journalist Cornelius Cobb (Lionel Stander) das Landei auf das richtige Leben in der Metropole einschwören. Babe Bennet (Jean Arthur), eine Starreporterin bekommt von ihrem Boss MacWade (George Bancroft) den Auftrag sich an Deeds heranzumachen, damit sie exklusiv für die Zeitung von dem Erben berichten kann. Sie stellt ihm gezielt nach und Deeds verguckt sich in die blonde attraktive Frau. Er weiß jedoch nicht, dass sie diejenige ist, die die Berichte über den dummen "Aschenbrödel Mann" schreibt....



Dies verzögert natürlich das HappyEnd, denn auch die Frau erliegt dem Charme des Mannes, der sich am Ende vor Gericht verteidigen muss, denn die ganze Welt hält ihn für "unzurechnungsfähig" - klar, kein vernünftiger Mensch würde 20 Millionen einfach so verschenken. Keine leichte Aufgabe für Richter May, gespielt von H.B. Warner. Gespickt mit herrlich komischen Momenten ist "Mr. Deeds geht in die Stadt" sicherlich einer der besten Filme von Capra und darüberhinaus eine schöne Hymne über das einfache Leben und die wahren Werte. Neben dem oscarprämierten Regisseur Capra gabs auch Nominierungen für den besten Film, für Hauptdarsteller Gary Cooper, für Drehbuchautor Robert Riskin und Toningenieur John Livadary.
 


Bewertung: 9 von 10 Punkten. 

Manuel


























Regie: Victor Fleming

Auf hoher See...

Rudyard Kiplings 1896 erschienener Roman "Captains Courageous" bekam im Jahr 1902 eine deutsche Übersetzung, der Titel hieß "Brave Seeleute" - eine zweite Übersetzung mit dem Titel "Fischerjungs" folgte. Diese Abenteuergeschichte zählt zu den Bildungsromanen und wurde mehrfach verfilmt. Der Titel selbst basiert auf der Einleitungszeile der Ballade "Mary Ambree" mit beginnt mit den Worten "When captains courageous, whom death could not dount". Kipling starb im Jahr 1936 und erlebte auch nicht mehr mit, dass im folgenden Jahr drei seiner Bücher verfilmt wurden, darunter auch Victor Flemings mitreißender Kinderfilm "Captain Courageous", der in Deutschland den Filmtitel "Manuel" bekam. Mit einem Kassenergebnis von 3,1 Millionen Dollar war der Streifen äusserst erfolgreich und schlug sich erfolgreich bei der Oscarverleihung des Jahres 1938. Spencer Tracy bekam die begehrte Trophäe als bester Hauptdarsteller. In den Kategorien "bester Schnitt", "bester Film" und "Bestes adaptiertes Drehbuch" gabs zumindest eine Nominierung.
Kinderstar Freddie Bartholomew in seiner vielleicht besten Rolle als schlecht erzogener Harvey, Sohnemann des Selfmade-Millionärs Frank Burton Cheyne jr. (Melvyn Douglas). Ein Millionär, der seinem Sohn zumindest finanziell jeden Wunsch erfüllen kann - jedoch zu wenig Vater ist. Diese Faktoren wirken sich auf den Charakter des verwöhnten Jungen eher negativ aus. Er denkt, dass er mit Geld alles erreichen kann und so sind selbst seine Klassenkameraden im Internat nicht besonders gut auf Harvey zu sprechen. Wegen schlechten Benehmens wird der Junge vorübergehend suspendiert. Sein Vater entscheidet daraufhin den Jungen mit auf eine Geschäftsreise nach Europa zu nehmen und beide reisen mit einem transatlantischen Dampfer dorthin. Doch der Junge kommt nie in Europa an. Er fällt durch eine Unachtsamkeit auf der Fahrt in der Nähe der Grand Banks von Neufundland über Bord. Sein Vater glaubt, dass sein Junge tot ist. Doch Harvey wurde von dem portugiesisch-amerikanischen Fischer Manuel Fidello (Spencer Tracy) gerettet. Der arbeitet als Seemann an Bord des Fischereischoners "We are here" von Captaind Disco Troop (Lionel Barrymore) aus Gloucester, Massachuetts. David ist schockiert als der ruppige Kapitän ihm mitteilt, dass sie noch drei Monate im Atlantik fischen müssen. Erst dann kann er an einem Hafen anlegen. Zuerst benimmt sich der Junge unmöglich, doch unter sorgsamer Anleitung von Manuel lernt der Junge den Wert harter Arbeit und echten Könnens kennen. Ausserdem findet er in dem immer fröhlichen und singenden Fischer einen echten Freund...



Victor Fleming hat den Roman sehr gelungen verfilmt - eine Geschichte über die Wandlung eines Jungen, der sich auch die Achtung der gesamten Schiffsmannschaft erringt. Als Sohn des Kapitäns ist Mickey Rooney zu sehen. John Carradine spielt den "Long Jack". Darüberhinaus ist "Manuel" ein Film über den Sturm und Kampf auf dem Ozean. Vielleicht für heute Sehgewohnheiten etwas zu sentimental, dies trübt aber das gute Gesamtbild keineswegs. Die Bilder von Kameramann Harold Rosson tragen auch viel zur guten Atmosphäre der Geschichte bei.



Bewertung: 8,5 von 10 Punkten.