Donnerstag, 28. Juli 2022

Perlen zum Glück


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Frank Borzage

Die Juwelendiebin...

Obwohl Frank Borzage heute nicht mehr bekannt ist, war er in den 30er Jahren einer der führenden Regisseure der Filmstadt Hollywood und er wurde zweimal mit dem Oscar ausgezeichnet. Die erste Trophäe erhielt er 1929 für "Das Glück in der Mansarde", der zweite folge 3 Jahre später für "Bad Girl". Auch die beiden Filme sind heute weitestgehend unbekannt.
Er war auch der Regisseur des Marlene Dietrich Starfilms "Desire" (deutsche Fassung: Perlen zum Glück), auch wenn der Produzent Ernst Lubitsch auch inhaltlich maßgeblich dem Film seinen individuellen Stempel aufdrückte..."Desire" ist eine temporeiche Screwball-Comedy mit dem s.g. "Lubitsch-Touch".
Es handelt sich dabei aber um ein Remake des deutschen Films "Die schönen Tage von Aranjuez" von Johannes Meyer mit Gustav Gründgens und Brigitte Helm in den Hauptrollen.
Es ist gesichert, dass Lubitsch einige Szenen sebst gedreht hat. Frank Borzage musste während des Drehs einem alten Engagement bei Warner Bros. nachkommen, deshalb der Wechsel auf dem Regiesessel.
Und die Chemie zwischen Marlene Dietrich und Co-Star Gary Cooper stimmte wesentlich besser als bei ihrer früheren Zusammenarbeit in von Sternbergs Klassiker "Marocco".
Marlene Dietrich selbst schwärmte von dem Film, der auch ein großer Kassenhit wurde.
In Paris betrügt die schöne Madeleine de Beaupre (Marlene Dietrich) den Juwelier Aristide Duvalle (Ernest Cossart) und den Psychiater Maurice Pauquet (Alan MOwbray), indem sie beiden Männern erzählt mit dem anderen verheiratet zu sein. Ihr Plan ist der Diebstahl einer wertvollen Perlenkette, die 2.2 Milllionen Francs kostet. Ihr Plan geht auf, sie verlässt die Praxis des Psychiaters mit dem Diebesgut, der Juwelier ist in der Annahme, dass er das Geld vom Gemahl der Frau erhält. Als die beiden merken, dass sie reingelegt wurden, ist die Schöne schon über alle Berge - in Richtung Spanien. Auf der Fahrt dorthin lernt sie zufällig den amerikanischen Autoingenieur Tom Bradley (Gary Cooper) kennen und auch ihn benutzt sie für ihre finsteren Pläne, indem sie ihm beim Zoll kurzerhand die Perlenkette in seine Jackentasche steckt. Sie passieren beide die Grenze und nun muß Madeleine einen neuen Plan fassen wie sie wieder an ihre gestohlene Kette kommt. Dadurch gibt nicht nur Verwicklungen, sondern eine große Liebe bahnt sich an. Doch die Komplizen der Diebin, der angebliche Onkel "Prinz" Carlos Margoli (John Halliday) und Tante Olga (Zeffie Tilbury) haben da auch ein Wörtchen mitzureden. Sie wollen nicht nur die Kette und sind gar nicht damit einverstanden, dass Madeleine daran denkt die Seiten zu wechseln...




Der Film ist herrlich locker und die Hauptdarsteller sind heute natürlich Filmlegenden. Marlene Dietrich wurde vom American Film Institute auf Platz 9 der wichtigsten Filmstars gewählt. Bei den Männern belegte Gary Cooper den 11. Platz.




Bewertung: 9 von 10 Punkten. 

Der kleine Gangsterkönig


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Roy del Ruth

Bugs und die oberen 10.000....

Edward G. Robinson wurde vom American Film Institute auf Platz 24 der wichtigsten Schauspieler gewählt. Vor allem seine Rolle als Gangster Rico Bandello in "Der kleine Caesar" von Mervyn Le Roy machte ihn auf einen Schlag zum Big Star. In dieser Rolle ist er auch dem Publikum am ehesten in Erinnerung geblieben, obwohl er immer wieder seine Vielseitigkeit unter Beweis stellen konnte, wie zum Beispiel als Versicherungsvertreter Barton Keys in Billy Wilders "Frau ohne Gewissen", als Wahrsager John Triton in "Die Nacht hat 1000 Augen" oder als Nazijäger Mr. Wilson in "Die Spur des Fremden". In dem 1933 gedrehten "The little Giant" (deutscher Titel: Der kleine Gangsterkönig" ist Robinson natürlich in seiner Paraderolle als Gangsterboss zu sehen. Das interessante daran ist aber, dass Roy del Ruths Film eine echte Parodie ist und es so aussieht als hätte der Hauptdarsteller irre viel Spass daran gehabt seine typische Rolle in einer Komödie präsentieren zu können. Edward G. Robinson spielt Jim "Bugs" Ahearn, einer der schillernden Gangsterfiguren aus Chicago - einer der durch die Prohibition Millionen verdiente und nun, da das Alkoholverbot aufgehoben wird, aus dem Schmuggelgeschäft aussteigt. Er zahlt seine ganze Bande großzügig aus und auch sein Liebchen Edith (Shirley Grey) bekommt einen Scheck von 20.000 Dollar für ihre Dienste. Bugs hat sich schon seit geraumer Zeit belesen, er hat begonnen sich für Bücher und Kunst zu interessieren - sein Hintergedanke: Er will von der oberen Schicht der Gesellschaft als Mitglied anerkannt werden. Und dies geht halt nicht nur mit dem Geld. Sein bester Freund Al (Russell Hopton) lässt sich aber nicht mit Geld abspeisen, er will weiterhin dem Boss als rechte Hand zur Seite stehen. Also verlassen die beiden Ex-Gangster Chicago in Richtung Santa Barbara, dort wo die High Society sich amüsiert. Schnell hat Bugs auch schon sein Herz an Polly Cass (Helen Vinson), eine arrogante Jetset Göre, verloren, die genauso berechnend ist wie ihre Eltern (Berton Churchill/Louise Mackintosh) und ihr korrupter Bruder (Donald Dillaway). In Santa Barbara mietet er ein Luxusanwesen, dass früher der Famile Wayburn gehörte. Doch Tochter Ruth (Mary Astor) hat ihr Vermögen durch die unlauteren Geschäftspraktiken von Papa Cass verloren. Sie vermittelt als Maklerin das schöne Anwesen. Bugs ist beeindruckt von der netten Wesensart der Vermittlerin und engagiert sie spontan als seine rechte Hand...





Am Ende muss Bugs seine alten Kumpels aus Chicago kommen lassen, die der fiesen Snobfamilie mal Manieren beibringen muss. Dies geschieht natürlich auf sehr direkte und brutale Art, ist aber extrem wirkungsvoll. "Der kleine Gangsterkönig" ist ein netter Unterhaltungsfilm aus dem Jahr 1933, der seine einfache Story mit Wortwitz und Situationskomik erzählt. Kurzweilige Unterhaltung ist dank der guten Darsteller natürlich garantiert.




Bewertung: 6,5 von 10 Punkten. 

 
 

5 Kugeln in der Trommel


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Robert Parrish

Der Herrscher von San Francisco...

Für den besten Schnitt des Films "Body and Soul" (Jagd nach Millionen) erhielt Robert Parrish - gemeinsam mit Francis D. Lyon - den Oscar im Jahr 1948. Seine besten Regiearbeiten sind sicherlich "Flammen über Fernost" und "Heiße Grenze".
1952 inszenierte er den Western "Fünf Kugeln in der Trommel" (Alternativtitel: Menschenjagd in San Francisco bzw. "San Francisco Story) mit den beiden B-Movie Westernikonen Joel McCrea und Yvonne deCarlo.
Im Jahr 1856 ist die aufstrebende Stadt San Francisco noch ein Ort, der von denen regiert wird, die die stärkste Macht offenlegen. Fünf Jahre zuvor war Rick Nelson ein engagiertes Mitglied der friedenserhaltenden Bürgerwehr. Mit viel Engagement räumten sie in der Stadt auf und so kehrte Frieden ein. Doch inzwischen hat sich wieder eine unschöne Tendenz breitgemacht. Vor allem der korrupte politische Machtmakler Andrew Cain (Sidney Blackmer) will mit allen Mitteln die Macht in der Stadt in seinen Händen haben. Sein Kontrahent ist der Zeitungsredakteur Jim "Captain" Martin (Onslow Stevens), der versucht wieder Recht und Ordnung einkehren zu lassen und Cains Schurkenherrschaft ein für alle Mal zu beenden. Zuerst versucht sich Rick Nelson aus dem Konflikt herauszuhalten, doch als er die schöne, jedoch sehr manipulative Adelaide McCall (Yvonne de Carlo) kennenlernt, ist er schon mittendrin. Ihm gefällt diese aufregende Frau, sie steht jedoch auf der Seite von Cain. Auch Adelaide scheint an Rick interessiert....


"San Francisco Story" lebt natürlich von der Beziehung zwischen den beiden Darstellern und man weiß nicht genau welches Spiel nun wirklich gespielt wird. In der Rolle des "Shorty" ist Richard Erdman und in der Rolle der Sadie ist Florence Bates zu sehen. Zwei Nebenfiguren, die die Geschichte um das aufstrebende San Francisco etwas auflockern. Allerdings ist die Geschichte leider etwas zu sehr vorhersehbar und der Film von Parrish bleibt im soliden Mittelfeld des Genres stecken.


Bewertung: 6 von 10 Punkten. 

Vier Schwestern


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: George Cukor

Jahre ohne Vater...

Der Roman "Little Women" von von Louisa May Alcott wurde bisher siebenmal verfilmt. Die erste Verfilung war ein Stummfilm unter der Regie von Alexander Butler aus dem Jahr 1917. Dieser Film gilt als verschollen. Eine weitere Stummfilmadaption wurde ein Jahr später unter der Regie von Harley Knoles veröffentlicht. George Cukor führte bei der ersten Tonfilmadaption des Romans. Er kam 1933 in die Kinos und die vier Schwestern werden von Katharine Hepburn, Joan Bennett, Frances Dee und Jean Parker gespielt. Die erste Farbfilmversion stammt von Mervyn Le Roy, die Hauptrollen spielten June Allyson, Margaret O´Brien, Elizabeth Taylor und Janet Leigh. 1994 inszenierte erstmalig eine Frau. Ihre Fassung "Betty und die Schwestern" kam auf 3 Oscarnominierungen, besetzt eine davon ging an Winona Ryder für ihre Rolle als Jo, desweiteren waren Trini Alvarado, Kirsten Dunst, Samantha Mathis und Claire Danes zu sehen. Anlässlich des 150jährigen Jubiläums des Romans drehte Clare Niederpruem mit dem Damen Sarah Davenport, Allie Jennings, Melanie Stone, Elise Jones und Taylor Murphy. Ein Jahr später folgte die 6fach oscarnominierte Version von Greta Gerwig mit Emma Watson, Saoirse Ronan, Floence Pugh, Laura Dern; Meryl Strepp, Eliza Scanlen und Timothee Chalamet - es ist schwierig welcher Verfilmung man den Vorzug geben soll. Jedenfalls hat sich George Cukor in den 30er Jahren schon redlich bemüht - er galt damals als der optimale Regisseur für Frauen- und Historienfilme. Es gab auch da drei Oscarnominierungen. Eine für Cukor selbst, die andere für den besten Film des Jahres. Gewonnen hat allerdings nur die beste Drehbuchadaption von Sarah J. Mason und Victor Heerman.
Die Geschichte spielt in Concord, Massachusetts, während und nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg. Während der Vater (Samuel S: Hinds) als Colonel und Kaplan in der Unionsarmee dient, versucht sich Mutter March (Spring Byington) als Helferin in der Heimat nützlich zu machen. Sie und ihre vier Töchter Jo (Katharine Hepburn), Amy (Joan Bennett), Meg (Frances Dee) und Beth (Jean Parker) kümmern sich sehr rührend um die Menschen in der Heimat, denen es in diesen Zeit sehr schlecht geht. Jo ist temperamentvoll und träumt davon Schriftstellerin zu werden. Amy ist die egostischste des Schwesternquartett, Meg arbeitet als Gouvernante und die stille und sensible Beth liebt die Musik und spielt gerne auf einem Clavichord, ein altes Instrument, dass dringend reparaturbedürftig ist. Die Tante der Familie (Edna May Oliver) ist sehr wohlhabend, mischt sich aber zu sehr in die Angelegenheiten der heranwachsenden Mädchen ein. Jo schreibt Theaterstücke, die sie mit ihren Schwestern vor ausgewähltem Publikum (Kinder und Verwandte) aufführt. Fast nebenan wohnt Mr. Laurence (Henry Stephenson), bei dem auch dessen Enkel Laurie (Douglas Montgomery) wohnt. In der Zeit ohne Vater werden langsam aus den Mädchen junge Frauen und die Kindertage scheinen zu vergehen. Meg verliebt sich in Hauslehrer John Brooke (John Lodge) und Laurie gesteht Jo seine Liebe. Der Vater verletzt sich im Krieg und während die Mutter ihn einem Lazarett in Washington besucht, erkrankt Beth an Scharlach...





Cukor drehte nach "Vier Schwestern" - so der deutsche Verleihtitel - noch weitere Klassiker wie "Dinner um Acht", die Literaturverfilmungen "David Copperfield" und "Die Kameliendame" sowie die beiden Comedy-Klassiker "Die Frauen" und "Die Nacht vor der Hochzeit". Natürlich war der Film damals schon sehr sentimental und leicht kitschig und er ist es heute noch. Dies gilt auch für die Neuverfilmungen. Besonders schön wirkt die Geschichte natürlich vor allen an Weihnachten.





Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

Raubfischer in Alaska


 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Regie: Henry Hathaway
 
Guter Junge auf Abwegen...
 
Für das Entstehungsjahr 1939 waren die Spezialeffekte von Henry Hathaways Abenteuerfilm "Raubfischer in Alaska" sehr spektakulär. Daher wurden die 11 Techniker für ihre Toneffekte und für die Filmaufnahmen mit einem Sonderoscar ausgezeichnet.
Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman (Originaltitel: "Spawn of the North") von Florence Barrett Willoughbys. Schon Henry Hathaways vorheriger Film "Schiffbruch der Seelen" spielte auf hoher See. "Raubfischer in Alaska" zeigt aber den Kampf rivalisierender Fischer und kein tragisches Schiffsunglück wie beim Vorgänger, in dem Gary Cooper die Hauptrolle spielte. In "Raubfischer in Alaska" spielt Henry Fonda die wichtigste Figur - in beiden Filmen wurde die Rolle des Freundes mit George Raft besetzt.
Der Film war ein großer Erfolg an der Kinokasse und daher wurde einige Jahre später ein Remake mit dem Titel "Alaska Seas" inszeniert.
Der Zuschauer lernt die beiden Freunde Jim Kimmerlee (Henry Fonda) und Tyler Dawson (George Raft) kennen. Die beiden kennen sich schon seit der Kindheit. Mit Beginn der Fischsaison trifft der rauhe Tyler in seiner Heimatstadt Metalague in Alaska ein. Tyler hat hohe Ziele - er will die Fischerei in Zukunft als Schiffeigner weiterführen. Daher versucht er seinen besten Freund Jim zum Kauf eines gemeinsamen Segelschoners überreden. Doch Jim ist Besitzer einer Lachskonservenfabrik und ist damit zufrieden. Er hat sich aber vorgenommen mit seinen Kameraden den Fischerei-Piraten das Handwerk zu legen. Ganz besonders skrupellos geht der russische Raubfischer Red Skin (Akim Tamiroff) vor. Er und seine Männer stehen die Lachse, die sich bereits in den Netzen anderer Fischer befinden. Tyler lässt sich leider von Red Skin überreden bei der dreisten Fischpiraterie mitzumachen, was weder Jim noch Tylers Freundin die Hotelbesitzerin Nicky Duval (Dorothy Lamour) weiß. Als Diane Turton (Louise Platt), Tochter des Zeitungsbesitzer Windy (John Barrymore) auftaucht, wird das Verhältnis der beiden Freunde auf die Probe gestellt. Beide haben Interesse an dem Mädel, doch sie gibt Jim den Vorzug. Und Tyler lässt sich immer mehr mit den Piraten ein. Ein gefährliches Unterfangen, da die Bürgerwehr inzwischen die Piraten, die sie auf frischer Tat entdecken, mit dem Tod bestrafen. Jim versucht seinen Freund zu warnen, doch der sieht nur das Ziel in kürzester Zeit zu größtem Reichtum zu kommen...




Für witzige Momente sorgt Slicker, Tylers famose Robbe - ein Tier, dass sich genauso im Haus und im Bad wohlfühlt als im Wasser. Die höchste Dramatik gibts bei einer Attacke mit der Harpune und natürlich vor der Kulisse der Eisberge des alaskischen Fjordes.




Bewertung: 7 von 10 Punkten.