Montag, 2. März 2026

In letzter Sekunde















Regie: George Waggner 

Aufruhr in Alabama..

John Wayne drehte einige Filme für die Republic Pictures. Bei "The Fighting Kentuckian" aus dem Jahr 1949 war er auch Produzent des Westerns. Wayne wurde vom Republic Boss Herbert J. Yates dazu überredet, dessen Geliebte Vera Ralston in der weiblichen Hauptrolle zu besetzen. Bereits 1945 spielten die beiden gemeinsam in dem Joseph Kane Western "Liebe in der Wildnis" (Dakota). Später bereute Wayne diese Entscheidung und machte insbesondere die bei Filmkritikern unbeliebte Ralston für die schlechten Rezensionen verantwortlich, die The Fighting Kentuckian bei seiner Premiere bekam. Wayne nannte sie später „die schlechteste Schauspielerin, mit der ich je das Pech hatte, zusammenarbeiten zu müssen. Die Geschichte des Films spielt in Alabama im Jahr 1818, unter anderem in der Stadt Demopolis, die von Bonapartisten gegründet wurde. Diese waren nach der Niederlage Napoleons I. in der Schlacht von Waterloo aus ihrem Heimatland Frankreich verbannt worden. Der US-Kongress genehmigte im März 1817 den Verkauf von vier Townships im Alabama-Territorium zu zwei Dollar pro Ar.  Nach seiner Heimkehr aus dem Krieg von 1812 verliebt sich John Breen (John Wayne), ein Milizionär aus Kentucky, in die französische Exilantin Fleurette de Marchand (Vera Ralston). Unter Leitung des Ex-Generals Paul de Marchand (Hugo Haas) wird die Stadt errichtet, doch sind die dort ansässigen amerikanischen Flussschiffer feindlich gegenüber den Neuankömmlingen eingestellt und bedrohen das Projekt. Um das zu ändern, soll die schöne Tochter des Generals, Fleurette, den in der Gegend einflussreichen Geschäftsmann Blake Randolph (John Howard) heiraten. Sie liebt Randolph aber nicht. Eines Tages begegnet Fleurette in Mobile dem sympathischen Soldaten John Breen, und sich von ihrer Schönheit beeindruckt zeigt. Zehn Tage später wird die Verlobung von Fleurette de Merchand und Blake Randolph gefeiert. Zufällig kommt auch das Kentucky-Regiment hinzu, in dem John und sein bester Freund Willie (Oliver Hardy) dienen. Es kommt zu einem leidenschaftlichen Kuss zwischen Fleurette und John, während die Männer des Regiments sich eine Prügelei mit den Flussschiffern, die unter Kontrolle des skrupellosen George Hayden (Grant Withers) stehen, liefern. Am nächsten Morgen verlässt das Regiment Demopolis, während John zurückbleibt, damit er weiter um Fleurette werben kann. Aber auch sein bester Freund Willie bleibt zurück, da der Regiments-Captain Carroll (Jack Pennick) ihm dies aus Sorge um John aufgetragen hatte. Als John Fleurette besuchen will, weist der Butler ihn an der Tür ab, Randolph wird dagegen hineingelassen, um zusammen mit dem General den Ehevertrag auszuarbeiten. John reitet in die Stadt, wo Willie in einen Streit mit einigen Flussschiffern verwickelt ist. George Hayden droht den beiden Männern aus Kentucky, dass ihnen etwas zustoßen könne, wenn sie Demopolis nicht schnell verließen. Aber Haydens Mätresse Ann Logan (Marie Windsor) entschärft die Situation und behauptet, John sei ein Landvermesser, den sie Jahre zuvor in Kentucky getroffen habe. Ann erklärt John ihre Beweggründe für die Lüge: Ihr Verlobter sei auf diesem Gebiet Landvermesser gewesen und dann ermordet worden, was aber als Unfall getarnt worden sei. Sie vermute, dass Hayden der Mörder sei, weshalb sie sich als seine Mätresse verdinge. Am nächsten Tag nehmen John und Willie notgedrungen ihre Arbeit als Landvermesser auf, wobei John prompt angeschossen wird....









"The Fighting Kentuckian" ist einer von drei Filmen, in den Oliver Hardy während seiner Zusammenarbeit mit Stan Laurel (sie dauerte von 1926 bis zu Hardys Tod) alleine in einem Film auftritt. Alle drei Filme sind in der Zeit entstanden als  Stan Laurel schwer krank war. Als es ihm wieder gut ging gab es auch keine Soloauftritte mehr. Insgesamt ist der Film recht unterhaltsam und nimmt in der Mitte etwas an Fahrt auf. Er gehört aber eher zu Waynes durchschnittlichen Filmen. 







Bewertung: 6 von 10 Punkten

Das Leben der Mrs. Skeffington

























Regie: Vincent Sherman

Fanny Trellis und ihre Verehrer...

"Mr. Skeffington" (deutscher Titel: Das Leben der Mrs. Skeffington" aus dem Jahr 1944 wurde von Vincent Sherman inszeniert, basierend auf dem gleichnamigen Roman von Elizabeth von Arnim aus dem Jahr 1940. Es ist vielleicht der bekannteste Film von Sherman, der auch mit Joan Crawford erfolgreiche Filme wie "Im Solde des Satans" oder "Die Lügnerin" drehte. Sein letzter Kinofilm war "Cervantes - die Abenteuer des Königs" in dem Horst Buchholz die Hauptrolle spielte. 
"Mr. Skeffington" ist ein Deluxe Rührstück, dass den Hauptdarstellern Bette Davis und Claude Rains zu Oscarnominierungen verhalf. Bette Davis steckte zur Zeit des Drehs in einer psychichen Krise, ie ließ es an ihren Costars aus. Das ging sogar soweit, dass irgendjemand am Set die Augenspülung der Diva vergiftete. Das Resultat war ein Schmerzschrei.  Regisseur Vincent Sherman, mit dem Davis einst eine Beziehung hatte, gab gegenüber den ermittelnden Beamten zu: „Wenn man alle am Set fragen würde, wer so etwas getan haben könnte, würden alle die Hand heben!“ Sogar Bette Davis soll gesagt haben: „Nur eine Mutter hätte mich in dieser Phase meines Lebens noch lieben können.“
Immerhin war das Einspielergebnis von fast 4 Millionen Dollar ein Grund zur Freude. Im Jahr 1914 ist die verwöhnte Fanny Trellis (Bette Davis) eine gefeierte Schönheit mit vielen Verehrern. Sie liebt ihren Bruder Trippy (Richarrd Waring) und würde alles für ihn tun. Fanny erfährt, dass Trippy Geld von seinem Arbeitgeber Job Skeffington (Claude Rains) veruntreut hat. Um ihren Bruder vor Strafverfolgung zu bewahren, umwirbt Fanny den verliebten Skeffington und heiratet ihn. Angewidert von dieser Verbindung, auch aufgrund seiner Vorurteile gegenüber Skeffingtons Judentum, verlässt Trippy sein Zuhause, um im Ersten Weltkrieg in der Lafayette-Staffel zu kämpfen. Job liebt Fanny, doch sie hegt nur Zuneigung für ihn und ignoriert ihn weitgehend. Sie wird von ihm schwanger, aber als Trippy in Frankreich stirbt, erklärt sie, sie sei an Job „gebunden“, und die Ehe wird lieblos und nur noch des Kindes wegen fortgeführt. Job und George Trellis (Walter Abel), Fannys Cousin, melden sich ebenfalls freiwillig zum Militärdienst, werden aber in der Nähe ihrer Heimat stationiert. Fanny genießt es, die reiche Society-Lady zu spielen und vier hartnäckige Verehrer, die von ihrer Ehe unbeeindruckt sind, sowie deutlich jüngere Liebhaber um den Finger zu wickeln. Der einsame Job findet Trost bei seinen Sekretärinnen. Als Fanny davon erfährt, lässt sie sich von ihm scheiden und ignoriert dabei geflissentlich ihr eigenes Verhalten. Fanny vernachlässigt ihre junge Tochter (die ebenfalls Fanny heißt und die von Sylvia Arslan und als junge Frau von Marjorie Riordan gespielt wird), die verständlicherweise ihren liebevollen Vater bevorzugt und ihn anfleht, sie mit nach Europa zu nehmen. Obwohl Job um sein Kind fürchtet und vergeblich versucht, ihr die Vorurteile zu erklären, denen sie als Jüdin im Ausland begegnen wird, sagt er schließlich unter Tränen und voller Freude zu. Fanny ist erleichtert, die Last eines Kindes loszuwerden. Sie hat eine Reihe von Affären, lebt gut von der äußerst großzügigen Abfindung, die Job ihr hinterlassen hat – die Hälfte seines Vermögens – und denkt kaum an ihre Tochter, die sie viele Jahre lang nicht sieht. Sie behält ihre Attraktivität im Alter (sehr zum Neid ihrer weiblichen Bekannten), doch als sie an Diphtherie erkrankt, entstellt die Krankheit ihr Aussehen. Verdrängend lädt sie ihre ehemaligen Liebhaber (und deren Ehefrauen) zu einer Party ein. Die Männer sind schockiert (und die Frauen erleichtert) über Fannys Veränderung, was sie zutiefst bestürzt. Ihr jüngster junger Verehrer, Johnny Mitchell (Johnny Mitchell), verliebt sich in ihre Tochter, die wegen des Aufstiegs der Nazis aus Europa zurückgekehrt ist. Sie heiraten nach nur wenigen Monaten und ziehen nach Seattle. Fannys Tochter erklärt, dass sie ihrer Mutter zwar alles Gute wünscht, aber keine wirkliche Liebe für sie empfindet und sie bemitleidet, weil sie den einzigen Mann, der sie wirklich liebt, verstoßen hat. Kurz vor der Abreise ihrer Tochter erleidet Fanny die ultimative Demütigung, als einer ihrer ehemaligen Liebhaber (Jerome Cowan) ihr einen – wie sie zunächst glaubt – aufrichtigen Heiratsantrag macht, diesen aber zurückzieht, als er fälschlicherweise vermutet, dass sie nicht mehr wohlhabend ist. Fanny bleibt allein mit ihrer Zofe Manby zurück...






"Eine Frau ist nur dann schön, wenn sie geliebt wird" - daher kommt am Ende doch noch das langersehente Happyend zustande. In den Rollen der anderen Verehrer von Fanny sind neben Jerome Cowan auch Robert Shayne, John Alexander, Peter Whitney und Bill Kennedy zu sehen. Bemerkenswert vor allem auch durch den maskenbildnerisch überzeugenden Alterungs- und Verfallsprozess der hervorragend spielenden Bette Davis, die allerdings an manchen Stellen dramatisch stark übertreibt. Die Inszenierung ist jedoch sehr packend. 








Bewertung: 8 von 10 Punkten.

Die Liebe der Jeanne Ney















Regie: Georg Wilhelm Pabst

Die Tochter des Diplomaten und der Agent...

Georg Wilhelm Pabst zählt mit Fritz Lang, Ernst Lubitsch und Friedrich Wilhelm Murnau zu den wichtigsten Regisseuren der Weimarer Republik. Der in Böhmen geborene Regisseur drehte Klassiker wie "Die freudlose Gasse", "Die Büchse der Pandora", "Kameradschaft", "Tagebuch einer Verlorenen", "Die weiße Hölle vom Piz Palü (gemeinsam mit Arnold Fanck), "Die Dreigroschenoper" oder "Westfront 1918". Auch der 1927 entstandene "Die Liebe der Jeanne Ney" wurde von ihm inszeniert. Die Geschichte entstand nach dem gleichnamigen Roman von Ilja Ehrenberg, der sich zunächst sehr über die Gelegenheit freute, mit Pabst zusammenzuarbeiten, weil er seine Film schätzte. Doch der Autor war bald enttäuscht, denn Pabst hielt sich nicht an die Vorlage. Vor allem das filmische Happyend störte Ehrenberg, denn in seinem Buch wird der bolschewistische Agent Andrej (Andreas) am Ende unschuldig hingerichtet. Nachdem Alfred Hugenberg die Produktionsfirma UFA übernommen hatte, wurden gegen Pabsts Willen weitere Änderungen gefordert, darunter die fast vollständige Streichung der Szene, in der Jeanne und Andreas die Nacht im Hotel verbringen. Jeanne (Edith Jehanne) ist die Tochter von André Ney (Eugen Jensen), einem französischen Diplomaten und politischen Beobachter auf der Krim während der Russischen Revolution. Um seinen verschwenderischen Lebensstil zu finanzieren, verkauft der weissrussische Spitzel Chalibjew (Fritz Rasp) Ney eine Liste mit den Namen angeblicher bolschewistischer Agenten. Jeannes Geliebter Andreas Labow (Uno Henning) und einer seiner bolschewistischen Genossen tauchen im Büro ihres Vaters auf und fordern die Herausgabe der Liste. Ney schießt auf die Eindringlinge und wird dabei getötet. Kurz darauf stürmt die Revolutionsarmee die Stadt. Jeanne flieht mit Hilfe eines bolschewistischen Offiziers nach Paris, der Andreas heimlich ihre Adresse gibt. In Paris nimmt Jeanne eine Stelle als Sekretärin in der Detektei ihres Onkels Raymond (Adolf Edgar Licho) an. Chalibjew, der ihr nach Paris gefolgt ist, versucht, Raymonds blinde Tochter Gabrielle (Brigitte Helm) zu verführen. Er plant, sie nach der Hochzeit zu ermorden und mit ihrem Geld zu fliehen. Margot (Hertha von Walther), eine junge Frau, die in einer Bar arbeitet und der Chalibjew von seinem Plan erzählt hat, warnt Gabrielle und Raymond. Andreas, der als politischer Agitator nach Paris geschickt wurde, trifft Jeanne wieder und verbringt die Nacht mit ihr in einem Hotel. Chalibjew schleicht sich in Raymonds Büro, ermordet ihn und stiehlt einen Diamanten, der als vermisst gemeldet und von einem von Raymonds Angestellten gefunden worden war. Er schiebt Andreas die Tat in die Schuhe, indem er dessen Mantel und ein Foto zurücklässt. Andreas wird von der Polizei verhaftet und wirkt durch das Geld, das er für seine Agitationsarbeit bei sich trägt, umso verdächtiger. Als Jeanne von Andreas’ Verhaftung erfährt, sucht sie Chalibjew auf, um Andreas zu entlasten, da sie sich in der Mordnacht begegnet waren. Sie besteigt den Zug, mit dem Chalibjew aus der Stadt geflohen ist, und versucht ihn zu überzeugen, für Andreas auszusagen. Chalibjew macht ihr sexuelle Avancen und versucht, sie mit seinem Taschentuch zum Schweigen zu bringen, wobei er den gestohlenen Diamanten enthüllt. Jeanne schreit um Hilfe, und Chalibjew wird verhaftet. Im Inneren des Diamanten sieht Jeanne ein Bild von Andreas, wie er aus dem Gefängnis entlassen wird....









Wahrscheinlich wäre der Film tatsächlich noch besser gewesen, wenn er nicht gut geendet hätte. Wie sagte der Autor " Im Buch ist das Leben schlecht eingerichtet. Folglich muss man es verändern. Im Film ist das Leben gut eingerichtet. Folglich sollte man sich schlafen legen" - dennoch ist die Inszenierung mit extremen Kameraeinstellungen und der suggestiven Bildsprache ein expressionistisches Meisterstück. Da stört der Hang zur Melodramatik und Sentimentalität gar nicht, denn dies ordnet sich der herausragenden Optik unter. 











Bewertung: 8,5 von 10 Punkten.