Regie: Arthur Robison
Das Spiel des Schaustellers...
Regie: Arthur Robison
Das Spiel des Schaustellers...
Regie: Friedrich Zelnik
Armut und Hunger...
In den Städten Peterswaldau und Langenbielau um 1840 lebten vor allem vorindustrielle Heimarbeiter, die vorwiegend Baumwollwaren herstellten. Wirtschaftlich war ihre Existenz aber von den Verlegern abhängig, die in der Regel vermögende Kaufleute waren. Sie kauften Garn auf dem Mark auf und ihre angestellten Baumwollweber sollten daraus zu einem vereinbarten Preis die gewünsxchten Stoffe herstellen. Für ihre Ware wurden diese Arbeiten entlohnt, der Verleger verkauifte die Baumwollprodukte weiter. Diese schlesischen Weber hatten im Gegensatz zu Leinwebern oder Leinspinnern sogar bessere Löhne, dennoch fürchteten sie um ihren Lohn, der meistens gerade zum Überleben reichte. Wegen der Überproduktion im Textilgewerbe kam es in dieser Zeit auch vermehrt um drastische Lohnkürzungen. Die Besonderheit des Aufstandes im Jahr 1844 lag in der Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit. Zeitgenössische Publikationen und auch die Literatur verarbeiteten dieses damals aktuelle Thema. In diesem Sinne kann der schlesische Weberaufstand von 4. bis zum 6. Juni 1844 in einem Zusammenhang mit der einsetzenden Revolution um 1948 gebracht werden. Der deutsche Dramatiker und Schriftsteller Gerhard Hauptmann (1862 bis 1946), der 1912 den Literaturnobelpreis erhielt, brachte im Jahr 1892 sein Drama "Die Weber" heraus, der diesen Aufstand beschreibt. Zunächst verboten, durfte der brisante Stoff zwei Jahre später im Deutschen Theater Berlin aufgeführt werden.Im Jahr 1927 verfilmte Friedrich Zelnik den Stoff. Die armen und hungrigen Weber müssen unter menschenunwürdigen Umständen für den Fabrikanten Dreißiger (Paul Wegener) schwer schuften. Ihre Arbeiten übergeben sie tagtäglich dem Expidenten Pfeifer (Emil Lind), der versucht durch das Aufdecken von "Mängeln" die Löhne zu drücken. Wer nicht mitmacht, der wird geefeiert. So auch der Weber Bäcker (Theodor Loos), der sich weigert seine Arbeit für einen Hungerlohn abzugeben. Er ist nun als mutmaßlicher Querulant arbeitslos. Als dann Pfeifer noch verkündet, dass man zukünftig nur noch den halben Preis bezahlen wird, kommt es unter den Ausgebeuteten zum Aufstand. Der frühere Soldat Moritz Jäger (Wilhelm Dieterle, später William Dieterle) eignet sich als Anführer, da er eine neue Zeit verkörpert. Fabrikant Dreißiger ist dagegen das Sinnbild für Ausbeutung. Mit dem "Dreißigerlied" auf den Lippen ziehen immer mehr Weber durch das ganze Dorf bis zum prachtvollen Anwesen der Familie Dreißiger...
Regie: Yasujiro Ozu
Der Vater und seine beiden Söhne...
Yasujiro Ozu (1903 bis 1963) führte nach einer Tätigkeit als Kameramann und Regieassistent 1927 zum ersten Mal selbst Regie. Er wurde bekannt und galt im eigenen Land Japan bis zu seinem Tod als einer der führenden Filmregisseure. Im Ausland entdeckte man ihn erst sehr spät. So kam von den 53 Spielfilmen Ozus zum Beispiel in Deutschland nur einer davon ins Kino. Immerhin wurden sie durchs Fernsehen den deutschen Zuschauern gezeigt. Ozu war in den ersten Jahren sehr von Chaplin und Keaton beeinflusst, eliminierte aber bald die eher komödiantischen Elemente aus seinen Filme und entwickelte einen sehr persönlichen, sehr kargen und Schlichten Filmstil - vornehmlich zeigte er den Alltag einfacher Menschen sowie das Zerbrechen familiärer und gesellschaftlicher Tradition. So gesehen eine Auseinandersetzung des Indiviuums mit der neuen Zeit. Er verzichtet dabei auf Kameraschwenks und -fahrten, die Kamera bleibt meistens unbewegt. Trotz dieser langsamen Erzählweise wirkt der Rhythmus dieser Bilder eindringlich. "Otona no miru ehon – Umarete wa mita keredo (wörtlich: „Die Sicht eines Erwachsenen auf ein Bilderbuch – Ich wurde geboren, aber…“) ist ein japanischer Stummfilm aus dem Jahr 1932, eine Schwarzweißkomödie unter der Regie von Yasujirō Ozu. Er war der erste von sechs Ozu-Filmen, der mit dem Kinema Junpo Award als bester Film des Jahres ausgezeichnet wurde. 1959 drehte Ozu eine lose Neuverfilmung unter dem Titel Good Morning.Die Geschichte des Films dreht sich um zwei junge Brüder, deren Vertrauen in ihren Vater, einen Büroangestellten, erschüttert wird, weil sie ihn als unterwürfig gegenüber seinem Chef wahrnehmen.Die Familie Yoshi (Vater: Tatsuo Saito/Mutter: Mitsuko Yoshikawa) ist gerade in einen Vorort von Tokio gezogen, in die Nähe von Kennosukes direktem Chef Iwasaki (Takeshi Sakamoto). Kennosukes zwei Söhne, Keiji (Tomio Aoki) und Ryoichi (Hideo Sukawara), sollten eigentlich zur Schule gehen, doch wegen der Drohungen einer Gruppe von Nachbarschafts- und Schulrowdys schwänzen sie. Nachdem der Lehrer mit ihrem Vater gesprochen hat, bleibt ihnen nichts anderes übrig, als doch zur Schule zu gehen. Sie versuchen, Spatzeneier zu essen, um stärker zu werden und sich an den Rowdys rächen zu können. Doch der ältere Lieferjunge Kozou (Shoichi Kofujita) hilft ihnen dabei, die Rowdys einzuschüchtern, und sie steigen schnell zu den Anführern der Bande auf.Einer der Nachbarsjungen ist Taro (Seiichi Katō), dessen Vater Iwasaki selbst ist. Die Jungen streiten sich, wer den mächtigsten Vater hat. Kurz darauf besuchen sie Taros Elternhaus, wo sich die Büroangestellten unter Iwasakis Führung versammelt haben. Dieser zeigt ihnen zur Unterhaltung einige private Videos. Die beiden Brüder werden Zeugen, wie ihr Vater, den sie als streng und bewundernd empfinden, sich vor seinen Kollegen und seinem Chef zum Narren macht.Beschämt gehen sie nach Hause und beschließen, dass ihr Vater doch nicht so wichtig ist. Sie steigern sich beide in einen Wutanfall und konfrontieren ihn mit der Frage, warum er sich vor Taros Vater so unterwürfig verhalten muss. Kennosuke erwidert, dass Taros Vater reicher sei und eine höhere Position bekleide. Unzufrieden mit dieser Antwort beschließen die beiden, in den Hungerstreik zu treten. Ryoichi bekommt von seinem Vater eine Tracht Prügel, doch nachdem die Kinder im Bett sind, vertraut der Vater seiner Frau an, dass ihm seine Arbeit keinen Spaß macht. Beide wünschen sich eine bessere Zukunft für ihre Kinder.Am nächsten Tag versuchen die Kinder, während des Frühstücks in den Hungerstreik zu treten, erliegen aber einem Teller Reisbällchen. Kennosuke gelingt es, sich mit ihnen zu versöhnen. Die Kinder erklären, dass sie gerne Generalleutnant bzw. General werden möchten. Auf dem Schulweg sehen sie Taros Vater in einem Auto und drängen ihren Vater, hinzugehen und ihn zu begrüßen. Während Kennosuke bequem mit dem Auto zur Arbeit fährt, gehen die Brüder mit Taro und den anderen zu Fuß zur Schule....
Ein wunderbarer schöner Film. Alles in diesem Film ist absolut glaubwürdig, so sehr, dass er zeitweise fast anekdotisch wirkt, eine liebenswerte kleine Anthologie von Kindern, die die verrücktesten Dinge anstellen. Dass er mehr ist – ein kleines großes Meisterwerk, perfekt in Konzeption und Ausführung – versteht sich fast von selbst, aber die Tiefe und der Charme des Films gehen Hand in Hand.Die amüsante Satire auf kulturelle Sitten hat eine ernste Kehrseite: Sie thematisiert die persönlichen Opfer, die man bringen muss, um im Geschäftsleben voranzukommen, und den Einfluss des Gruppenzwangs.
Regie: Anthony Mann
Land Rush in Oklahoma...
Das Remake des Western "Cimarron" aus dem Jahr 1960 war der erste von drei Epen (neben "El Cid" und "Der Untergang des römischen Reiches") bei denen Anthony Mann Regie führte. Der Film selbst war ein Verlustgeschäft und teilte damit das gleiche Schicksal wie die erste Verfilmung des gleichnamigen Romans von Edna Ferber, der 1931 von Wesley Ruggles inszeniert wurde. Dieser von RKo produzierte Western gewann allerdings den Oscar in der Kategorie "Bester Film" und war auch siegreich in den Kategorien "Bestes Szenenbild" und "Bestes adaptiertes Drehbuch". Darüberhinaus gab es noch Nominierungen für den Regisseur Wesley Ruggles, für die Hauptdarsteller Richard Dix und Irene Dunne sowie für den Kameramann Edward Cronjager. Manns Neuverfilmung spielte bei der Vergabe der Academy Awards eine wesentlich kleinere Rolle. Aber immerhin gabs Nominierungen in den Kategorien "Bestes Szenenbild" und "Bester Ton" und Glenn Fords tadellose Darstellung brachte ihm immerhin eine Nominierung für die Laurel Awards ein. Allerdings dominiert ab der zweiten Hälfte der opulenten Pionierssaga sein Partnerin Maria Schell, die die Rolle der nicht immer sympathischen Sabra Cravat spielt.Diese Sabra Cravat begleitet ihren frisch angetrauten Ehemann, den Anwalt Yancey „Cimarron“ Cravat (Glenn Ford), während des Oklahoma-Landrausches von 1889. Sie treffen Yanceys alten Freund William „The Kid“ Hardy (Russ Tamblyn) und dessen Kumpel Wes Jennings (Vic Morrow) und Hoss Barry (George Brenlin). Unterwegs hilft Yancey Tom (Arthur O`Connell und Sarah Wyatt (Mercedes McCambridge) mit ihren acht Kindern und nimmt sie auf ihren Planwagen mit. Sabra hat den Eindruck, ihr Mann kenne jeden in Oklahoma. Eine kleine Menschenmenge jubelt Bob Yountis (Charles McGraw) und seinem Handlanger Millis (L.Q. Jones) zu, als diese eine Indianerfamilie angreifen. Yancey unterstützt seinen Freund Sam Pegler (Robert Keith), den Herausgeber der Zeitung „Oklahoma Wigwam“, im Kampf gegen Yountis. Yountis warnt Pegler davor, die Zeitung für seine Kampagnen zu missbrauchen, wie er es in Texas getan hatte. Sabra ist wütend, dass Yancey sein Leben für einen Indianer riskiert hat, hilft aber dennoch den anderen, darunter dem Hausierer Sol Levy (David Opatoshu) und dem Drucker Jesse Rickey (Harry Morgan), den umgekippten Wagen der Indianer wieder aufzurichten. Sam und seine Frau Mavis (Aline McMahon) enthüllen mehr über Yanceys Vergangenheit als Cowboy, Spieler, Revolverheld und Anwalt.Als 50.000 Siedler über die Prärie strömen, um Land zu beanspruchen, stürzt Tom, und Sarah sichert sich ein trockenes, wertloses Stück Land. Pegler wird zu Tode getrampelt, und Dixie (Anne Baxter), die früher mit Yancey lliert war kommt Yancey zuvor und sichert sich das Land, das er begehrte. Daraufhin bittet er Jesse, zu bleiben und ihm bei der Zeitung zu helfen.In der neuen Stadt Osage, die aus Zelten und halbfertigen Läden besteht, terrorisieren Yountis und The Kid Levy auf der Straße. Yancey versucht vergeblich, The Kid zur Vernunft zu bringen. Eines Nachts führt Yountis einen Lynchmob gegen die Indianerfamilie an. Yancey kommt zu spät, um dies zu verhindern, tötet Yountis und bringt Arita (Dawn Little Sky) und ihr Baby Ruby nach Hause. Unterdessen bringt Sabra einen Jungen zur Welt, den sie Cimarron nennen, kurz Cim.Vier Jahre später blüht Osage auf. Tom hat eine Ölbohranlage gebaut, wird aber dafür verspottet. Wes, Hoss und The Kid, gesuchte Gesetzlose, versuchen einen Zug auszurauben, werden aber kurz darauf getötet. Als Yancey den Scheck über 1000 Dollar Belohnung vernichtet, ist Sabra wütend, weil er die Sicherheit ihres Sohnes nicht im Blick hat. Sie versuchen, Ruby (Micky Choteau) in der Schule anzumelden, aber der Schulrat verweigert ihr die Aufnahme. Yancey schließt sich den Cherokee Strip an, doch Sabra weigert sich, ihm zu folgen. Yancey tritt den Rough Riders bei und kämpft im Spanisch-Amerikanischen Krieg. Jahre später kehrt er zurück, und Sabra und Cim, inzwischen 10 Jahre alt, verzeihen ihm.Tom findet endlich Öl, doch Yancey ist angewidert, als er erfährt, dass Tom die Rechte an Öl auf Indianerland erworben hat. Yanceys Kampf für Gerechtigkeit für die Indianer ist jedoch ein großer Erfolg, und er wird zum Gouverneur des Oklahoma-Territoriums ernannt. Sabra ist enttäuscht, als sie feststellt, dass Cim (Buzz Martin) und Ruby sich nähergekommen sind.In Washington, D.C., trifft Yancey auf Tom in einer Gruppe einflussreicher Männer und erfährt, dass der Preis für seine Ernennung seine Integrität ist. Als Yancey Sabra mitteilt, dass er nicht Gouverneur werden kann, schickt sie ihn für immer fort....