Samstag, 25. Januar 2020

Nachtasyl


























Regie: Akira Kurosawa

Elend und Armut auf engstem Raum...

Das Theaterstück "Nachtasyl" von Maxim Gorki wurde bereits mehrmals verfilmt. So auch von Jean Renoir im Jahr 1936 mit Jean Gabin, eine indische Version von Chetan Anand, die 1947 entstand. Auch Japans Meisterregisseur hat 1957 eine Version dieses bekannten Stoffes realisiert. Statt eines russischen Obdachlosenheims im 19. Jahrhundert wurde die Handlung nach Japan verlegt in die Edo Zeit, irgendwann im 17. oder 18. Jahrhundert.
"Nachtasyl" heißt im Original "Donzoko" und ist sicher nicht Kurosawas bekanntester Film, aber er bekam drei japanische Filmpreise. Die Darstellerin Isuzu Yamada gewann den Kinema Junpos Award als beste Schauspielerin des Jahres, Koji Miitsui wurde als bester Nebendarsteller prämiert und für den berühmten Toshiro Mifune gabs den Preis als bester Darsteller.
Die Geschichte spielt in einem heruntergekommenen Wohnhaus in Edo. Dort vermietet der schon etwas betagte Hausbesitzer Rukubei (Ganjiro Nakamura) mit seiner wesentlich jüngeren Ehefrau Osugi (Isuzu Yamada) Zimmer oder Betten für die Armen. Wobei diese beiden Begriffe für den Stall, in dem die Mieter hausen müssen, schon sehr gewagt sind. Aber für die gescheiterten Existenzen, für Spieler, Prostituierte, kleine Diebe und Betrunkene, die täglich ums Überleben kämpfen, ist nicht mehr drin. Okayo (Kyōko Kagawa), die jüngere Schwester der Vermieterin, hat in der Gemeinschaft auch nicht viel zu sagen. Ihre ältere Schwester bestimmt, was gemacht wird. Diese hat ein Verhältnis mit dem Dieb Sutekichi (Toshiro Mifune), der sich als selbst als Mietshausführer sieht und sich auch so aufspielt. Der hat allerdings seit einer gewissen Zeit nur noch Augen für die jüngere Okayo. Eines Tages mietet auch ein alter Mann auf Wanderschaft names Kahei (Bokuzen Hidari)  ein Bett für einige Zeit, bevor er seinen Weg fortsetzt. Der Mann fällt sehr schnell durch seine sehr freundliche, gutmütige Art auf und so schlüpft er sehr schnell in die Rolle eines Vermittlers oder Ratgebers. Die Mietgemeinschaft, bestehend aus einem Schauspieler (Kamatari Fujiwara), einer Prostituierten (Akemi Negishi), einem Ex-Samurai (Minoru Chiaki), einem Süßwarenverkäufer (Nijiko Kiyokawa), einem Bastler (Eiko Miyoshi) und seiner totkranken Frau (Eiko Miyoshi), einem Faßbinder (Haruo Tanaka) und einem Schuster (Yu Fujiki) ist einerseits sehr froh, dass der Alte mit seiner Güte und seinen hoffnungsvollen Aussagen, für einige Zeit bei Ihnen wohnt. Aber er ist ihnen auch irgendwie unheimlich, denn keiner kennt die Vergangenheit dieses weisen Mannes. Als Osugi versucht ihren Liebhaber Sutekichi zu überreden, den Mann um die Ecke zu bringen, bahnt sich langsam eine Katastophe an...



Wie im gleichnamigen Theaterstück stehen diese Menschen im Mittelpunkt, von denen die meisten schon bessere Tage gesehen haben und nun nicht mehr im Stande sind etwas an ihrer Misere zu drehen. Es sind mittellose und erniedrigte Menschen, die sich alle nach einem besseren Leben sehnen. Der alte Mann, der wie ein buddhistischer Mönch wirkt, hat jedoch die Gabe diesen Menschen ein Quäntchen Hoffnung zu vermitteln. Er hat allerdings die physische sowie psychische Abhängigkeit seiner Mitbewohner unterschätzt. Beinahe vollständig spielt dieser Film in dem beengten lebensraum dieser gestrandeten Existenzen. Dies macht "Nachtasyl" zu einem kammerspielartigen Werk - durch die virtuose Kameraarbeit von Ichiko Yamasaki, der mit mehreren Kameras gleichzeitig agierte, löst sich dieser beschränkte Rahmen jedoch immer wieder auf und so entstand ein sehr intensives Drama. Verleugend wird die Herkunft vom Theater dadurch aber nicht. 




Bewertung: 9 von 10 Punkten.

Tarzans Vergeltung

























Regie: Cedric Gibbons

Auf dem Elefantenfriedhof...

Tarzan ist eine erdachte Figur des Schriftstellers Edgar Rice Burroughs - sein erstes Abenteuer erschien 1912. Es erzählt die Geschichte eines britischen Lords und seiner hochschwangeren Frau, die Opfer einer Meuterei werden und an der afrikanischen Küste ausgesetzt werden. Dort bauen sie eine Hütte und die Frau bringt einen Jungen zur Welt. Sie geben ihm den Manen John Clayton III Lord Greystoke. Die Mutter stirbt als der Junge ca. 1 Jahr alt ist, bald darauf wird der Vater von einer Herde Affen getötet. Als die Tiere das Baby entdecken wird es von ihnen mitgenommen und von der Affenfrau Kala großgezogen.
Der Stoff war auch sehr schnell begehrt für das neue Medium Film. Gordon Griffith oder Elmo Lincoln verkörperten den Herrn der Affen in der Stummfilmzeit. In den 30er Jahren wurde der US-Schwimmer Johnny Weissmüller als Tarzan verpflichtet - viele andere wie Herman Brix, Lex Barker, Gordon Scott, Ron Ely oder Alexander Skarsgard folgten ihm nach. Doch keiner hatte diesen Kultstatus wie der fünffache Olympiasieger Weissmüller, der darüberhinaus der erste Mensch war, der die 100 Meter unter 1 Minute schwamm. Anschließend trat er in 12 Tarzan Filmen auf und es kam ihm da zugute, dass er ein begeisterter Jodler war. Der berühmte Tarzan Schrei wurde somit aus seinen Jodlern zusammengemischt.
Noch erwähnenswert erscheint die 1984er Verfilmung von Hugh Hudson mit Christopher Lambert in der Hauptrolle - eine Verfilmung, die sich wieder auf die erste Novelle von Burroughs besinnt und aus dem Dschungelspektakel mit dem starken Mann eine tiefergehende Geschichte machte.
Davon waren die Filme mit Weissmüller aber weit entfernt. "Tarzans Vergeltung" entstand als 2. Tarzan Film mit dem Schwimmer und der berühmte Art Directon Cedric Gibbons wurde mit der Regiearbeit betraut, der in der Kategorie "Szenenbild" insgesamt 39 Mal nominiert wurde und den Preis in dieser Kategorie auch 11x gewinnen konnte. Es blieb seine einzige Regiearbeit und da er in seinem Metier als Ausstatter unersetzbar war, übernahm irgendwann im Lauf des Drehs Jack Conway die Regie. Der Film spielte sehr gute 2,2 Millionen Dollar ein und festigte den Ruf der Tarzan Serie. Darüberhinaus erwies sich gerade "Tarzans Vergeltung" als stark kultverdächtig, denn es gibt einige Szenen, die denkwürdig blieben.
So gibts beim Showdown einen Kampf zwischen den guten Elefanten (Tarzans Freunde) und gefrässigen Löwen, dazwischen tummeln sich noch einige fiese Eingeborene, die möglichweise die Safari Mitglieder im Kochtopf sehen wollen.
Es gibt eine extrem ausufernde Schwimmszene, die Weissmüller mit seiner Olympia Kollegin Josephine McKim drehte. McKim war das Double von Maureen O´Sullivan, die die Jane spielt.
Diese Szene erweist sich als erotisches Unterwasserballet zwischen Mann und Frau, nicht umsonst wurde "Tarzan and his Mate" als der erotischste Tarzanfilm aller Zeiten angesehen. Und der Zuschauer fragt sich zurecht was Jane dazu bewegt mit einem wilden athletischen Kerl im Dschungel zu bleiben, wo dauernd Gefahren lauern. So muss Tarzan mit einem Krokodil kämpfen, nebenbei duelliert er sich mit Löwe und Leopard und reitet auf einem bösartigen Nashorn, das seinerzeit vom Hamburger Circus Hagenbeck an die Filmleute ausgeliehen wurde. Manche Szenen würde man heute, angesichts des katastrophalen Artensterben der Tiere in Afrika, nicht mehr drehen. Damals vor rund 90 Jahren ging man noch sehr naiv an die Sache heran. Auch die Jagdexpedition, die der Film thematisiert - Janes ehemaliger Lover Harry Holt (Neil Hamilton), der seine Jane wieder nach England zurückholen will und der passionierte Jäger Martin Arlington (Paul Kavanagh), der sich bald als der ultimative Bösewicht der Story entpuppt. Beide Männer wollen durch Elfenbein reich werden und dazu soll sie ihre Safari zu einem Elefantenfriedhof führen, mitten durch ein heiliges Land, dass von Gorillas (denen man ansieht, dass Menschen unter der Verkleidung stecken) bewacht wird und auch von Tarzan, der nicht nur mit den Affen befreundet ist, sondern auch mit den Elefanten. Natürlich kann Tarzan es nicht zulassen, wenn die Jagdexpedition den Elefantenfriedhof entweiht. Doch damit begibt er sich auch in große Gefahr...



Immer dabei ist natürlich Affe Cheeta. In "Tarzans Vergeltung" sogar doppelt - einmal Mutter Cheeta, die sich tapfer einem Nashorn entgegenstellt, um Jane das Leben zu retten. Und einmal Tochter Cheeta, die durch die heroische Tat der Mama zur Waise wird. Aber sie hat immerhin Tarzan und Jane und so weiß der Zuschauer, dass Tarzan am Ende siegreich ist und weiterhin glücklich mit seinem Girl und der treuen Affendame die Liane schwingt und mit Jane weiterhin begeistert schönen Sex in der Baumhütte haben darf. Der strenge Hays Code kam erst ein Jahr später zum Zug. Der Film wurde auch wegen seiner Tier-Trickaufnahmen hochgelobt.


Bewertung: 6,5 von 10 Punkten.


Die Abenteuer des Robin Hood

























Regie: Michael Curtiz

Der Held vom Sherwood Forest...

Es gibt zahlreiche Verfilmungen von Robin Hood. Angefangen im Jahr 1922 unter der Regie Allan Dwan mit Douglas Fairbanks in der Titelrolle. Schon diese Stummfilmversion spielte 2,5 Millionen Dollar ein und war ein echter Kassenhit. 1938 entstand mit "The Adventures of Robin Hood" und einem Budget von rund 2 Millionen Dollar die teuerste Prodution der Warner Brothers überhaupt. Diese Fassung in prächtigem Technicolor ist untrennbar mit dem Namen und dem Image von Filmidol Errol Flynn verbunden. Keiner war glaubwürdiger in der Rolle des heldenhaften Draufgängers. Der Film spielte nicht nur 4 Millionen Dollar ein, er war auch ein Oscarsieger. Als bester Film des Jahres gewann er zwar nicht - jedoch in den Kategorien Szenenbild (Carl Jules Weyl), bester Schnitt (Ralph Dawson) und beste Filmmusik (Erich Wolfgang Korngold. Für viele ist die 38er Version die beste Robin Hood Verfilmung überhaupt. Obwohl in späteren Jahren viel mehr Wert auf Authentiziät gelegt wurde. So gefällt Ridley Scotts Fassung aus dem Jahr 2010 durchaus durch ein geglücktes Zeit- und Lokalkolorit. Kevin Reynolds Film aus dem Jahr 1991 überzeugte auch durch stimmungsvollen Kulissen, vielleicht war aber Kevin Costner als Robin zu amerikanisch für den ganz großen Wurf. Auch die Hammer Productions setzten auf den Rebellen in Strumphosen und präsentierten gar Peter Cushing als Sheriff von Nottingham.
1938 setzte man aber voll auf das Traumpaar Errol Flynn und Olivia de Havilland, die nach "Captain Blood" und "The Charge of the Light Brigade" bereits zum dritten mal gemeinsam die Hauptrollen spielten.
Und Michael Curtiz schenkte dem Publikum einen sehr unterhaltsamen und spannenden Abenteuerfilm, der gute Laune macht. Die Kostüme waren grellbunt und auffällig und unterstreichen den ausgelassenen Budenzauber. Sehr kurios auch das Festbankett im Wald, dass Robin Hood seinen Geiseln präsentiert. Da fragten die Macher nicht nach Logik, Hauptsache es sah gut aus.
Die Geschichte ist sehr bekannt. König Richard Löwenherz (Ian Hunter) wird auf seiner Rückkehr von einem Kreuzzug aus dem Heiligen Land im Jahr 1191 von Leopold V, dem Herzog von Österreich, gefangen genommen. Er verlangt ein hohes Lösegel, was Richards Bruder John gar nicht zahlen will. Er sehnt selbst danach König zu werden und erhebt für die Sachsen im Land sofort die Steuern. Dadruch will er seine eigene Position stärken und die Sachsen unterdrücken. Im Zur Seite stehen Sir Guy of Gisbourne (Basil Rathbone) und der Sheriff von Nottingham (Melville Cooper). Nur der sächsische Adlige Sir Robin von Locksley (Errol Flynn) widersetzt sich seiner Diktatur und erwirbt sich so treue Anhänger im Volk. Als er Much, des Müllers sohn (Herbert Mundin) vor einem ungerechten Todesurteil durch Wilderei rettet, hat er bald die mächtigen Sachsen zum Feind. Er verliert seine Ländereien und ist ab sofort vogelfrei. Daher muss er sich mit seinen Gefährten im Wald verstecken. Und es werden immer mehr, die Robin bei seinem Freiheitskampf unterstützen. Kann er vielleicht sogar das Herz der normanischen Lady Marian Fitzwater (Olivia de Havilland) gewinnen ?




Als Wil Scarlet wurde Patric Knowles verpflichtet, Eugene Pallette spielt den Bruder Tuck und als Little John ist Alan Hale sen. zu sehen. Die sehr geschätzte Theaterschauspielerin Una O´Connor ist als Zofe Bess zu sehen und konnte einmal mehr ihr urkomisches Talent voll und ganz ausspielen. Ansonsten dominiert die Action in diesem Streifen, der in Deutschland unter dem Titel "Robin Hood, König der Vagabunden" im Kino lief. Durch den 2. Weltkrieg kam der Film aber erst im Jahr 1950 in die deutschen kinos.



Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.

Des Doppelleben des Herrn Mitty

























Regie: Norman Z. McLeod

Ein Held wie Walter Mitty...

Für das Empire Magazine gehört der 1947 gedrehte Danny Kaye Komödienklassiker "Das Doppelleben des Herrn Mitty" zu den 500 größten Filmen aller Zeiten.
Regie führte Norman Z. McLeod, der vor allem auf Kömödien spezialisiert war. Er drehte u.a. die Film "Marx Brothers auf hoher See", "Der Weg nach Rio" und "Sein Engel mit dem zwei Pistolen".
2013 entstand mit Ben Stiller in der Rolle des Walter Mitty ein Neuverfilmung dieser Geschichte von James Thurber.
Es ist die Geschichte eines ruhigen, fast schüchernen Mannes, der unter der Knute seiner zwar fürsorglichen, aber auch herrschsüchtigen Mutter lebt. Nur in seinen Tagträumen ist Walter Mitty (Danny Kaye) ein unerschütterlicher Held, dem natürlich auch die Frauenherzen reihenweise zufliegen. In diesen Tagträumen rettet Mtty als Captain sein Schiff aus dem Sturm des Meeres. Die blonde Passagierin an Bord (Virginia Mayo) bemerkt, dass der Held das Schiff trotz eines gebrochenen Armes noch sicher in den rettenden Hafen bringt. Ein weiterer Traum versetzt den Zuschauer in einen Operationssaal. Alles wartet auf den weltbesten Chirurgen Walter Mitty, nur er kann den Patienten vor dem sicheren Tod retten. Dann fällt auch noch das wichtige Atemgerät aus...aber keine Angst Dr. Mitty ist nicht nur ein klasse Mediziner, sondern auch brillanter Techniker. Mit einigen Tricks bringt er das defekte Gerät wieder in Schwung. Operation geglückt, er verlässt cool den Operationssaal, die Schwester schaut ihm sehnsüchtig hinterher...was für ein Mann. Im normalen Leben ist Walter Mitty ein sehr begabter Lektor bei Piece Publishing - einem Verlag für Groschenromane aller Art. Sein Chef (Thurston Hall) hat die Angewohnheit sämtliche sehr innovativen Ideen von Mitty zu klauen und dann als seine eigenen zu verkaufen. Auch zuhause hat Mutter Mrs. Eunice Mitty (Fay Bainter) das Sagen - sie bestimmt und leitet die Geschicke ihres Sohnes. Das wohlbehütete Muttersöhnchen soll auch mit Gertrude Griswald (Ann Rutherford) verlobt werden. Gertrude bringt auf ihren Besuchen eine noch herrschüchtigere Mutter Mrs. Griswald (Florence Bates) und ihren verzogenen kleinen Hund mit. Manchmal bringen sie sogar den geschwätzigen Tubby Woodsworth (Gordon Jones) mit, der auch ein Auge auf Gertrude geworfen hat. Als er eines Tages wie gewohnt mit dem Zug nach New York zur Arbeit fährt, trifft er auf die attraktive Blondine Rosalind van Hoorn (Mayo), die genauso aussieht wie das Mädchen, dass ihn in seinen Heldenträumen anhimmelt. Tatsächlich hat das Girl auch die Gabe den Feigling Mitty in einen fiesen Kriminalfilm mit hineinzuziehen...





Die Bösewichte in der Geschichte werden von Boris Karloff und Konstantin Shayne gespielt. Und dieses Abenteuer mit den Gangstern wird Mr. Mitty natürlich verändern. Im Grunde sind es die einfachsten Hitchcock Anleihen mit einem Held, der ein sehr inniges Verhältnis zur Mutter hat und der ohne es zu wollen in einen Kriminal- und Verschwörungsfall gerät. Dabei spielt eine undurchsichtige Frau eine große Rolle. Danny Kaye ist natürlich ein Vollblutkomiker, der diese Konstellation sehr zu nutzen weiß. Er bringt auch noch zwei reichlich absurde Gesangseinlagen zum Besten. Die erste als hochdekorierter Kriegsheld am Vorabend eines gefährlichen Kommandos. Mitty wird von seinem Regiment aufgefordert auch sein Gesangstalent unter Beweis zu stellen, der diesen Song mit der gebotenen Absurdität darbringt. Ausserdem tritt er in die Fußstapfen des Modeschöpfers Anatole of Paris auf, er zeigt dabei die neuesten Hutkreationen - diese Einlage basiert auf den damals berühmten Friseur Antoine de Paris, der für seine absurden Frisuren bekannt war. Auch dieser Song ist total skurril. Mit 3,35 Millionen Dollar Einspielergebnis erreichte "Mr. Mitty" die Top25 der erfolgreichsten Kinofilme des Jahres und auch heute noch kann man über diesen witzigen Film lachen. Am Ende kriegt ein inzwischen tapferer Mann auch seine Traumfrau.






Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.

Rommel, der Wüstenfuchs

























Regie: Henry Hathaway

Auf den Spuren des deutschen Generals...

Johannes Erwin Eugen Rommel wurde "Der Wüstenfuchs" genannt. Der deutsche Generalfeldmarschall war ein großer Militärstratege und wurde bereits im 1. Weltkrieg ausgezeichnet. Während des zweiten Weltkrieges diente er seit Februar 1940 als Kommandeur der 7. Panzerdivision in Frankreich. Noch zu größerem Ruhm verhalf ihm der Einsatz als Befehlshaber des deutschen Afrikakorps und der Panzerarmee Afrika in Norden des Kontinents. Mit seinen Trupper stieß er im Jul 1942 bis El Alamein vor - dies brachte ihm auch den höchsten Respekt seiner Gegner ein. Nach dem Attentat des 20. Juli 1944 wurde er von Adolf Hitler beschuldigt darin verwickelt zu sein und verurteilt wegen Hochverrats. Um beim Volk weiterhin das Image als großer Held des deutschen Reiches aufrechtzuerhalten, zwang man Rommel am 14. Oktober 1944 mit Gift Selbstmord zu verüben. Die Beschuldigungen würden so geheim gehalten und ss wurde ihm darüberhinaus versprochen, dass mit dieser Lösung auch für seine Frau und Sohn Manfred keinerlei Nachteile nach seinem Tod entstehen. Im Film "Rommel, der Wüstenfuchs" ist dies auch die dramatische Schlußszene. Rommel gespielt von James Mason steigt ins Auto von Hitlers Chefadjudant Wilhelm Burghof und General Ernst Meisel, die ihn extra im heimischen Herrlingen abholen. Wenige Minuten später ist Rommel tot - in der Öffentlichkeit wurde es so dargestellt, dass der Tod eine Folge seiner vielen Verletzungen gewesen sein muss.
Henry Hathaways Film ergründet die wahren Begebenheit und Hauptdarsteller James Mason war so glaubwürdig in dieser Rolle, dass er zwei Jahre später den Feldherrn noch einmal in "Die Wüstenratten" von Robert Wise darstellen durfte.
Dabei zeigt der Film sehr eindrücklich das ambivalente Verhältnis von Rommel - sowohl zum Nationalsozialismus als auch zum Widerstand. Der Film von 1951 wirkt dabei sogar etwas prophetisch, denn zur Zeit seines Entstehens war die Beteilihgung am Attentat des 20. Juli mehr als umstrittten. Neuere Forschungen gehen aber davon aus, dass Rommel nicht nur Kenntniss vom Staatsstreich hatte, sondern diesen auch unterstützte und tatsächlich ins Lage der Verschwörer überwechselte.


Mit einer knackig kurzen Laufzeit von 81 Minuten ist Rommel, der Wüstenfuchs" natürlich kein echtes Epos, aber dennoch lohnt sich der Film, der mit weiteren bekannten und guten Darstellern besetzt ist. Jessica Tandy spielt Rommels Frau Lucie Marie. Als Widerständler Dr. Carl Ströhlin ist Cedric Hardwick zu sehen. Everett Sloane spielt Wilhelm Burgsdorf und Leo G. Carroll ist Offizier von Rundsteht. Ausserdem ist Peter van Eyck als deutscher Soldat zu sehen und Richard Boone, später auf Western abonniert, hat eine Nebenrolle als Rommels Adjudant Aldinger zu sehen. Kompettiert wird die überzeugende Darstellerriege von Luther Adler, der den Führer spielt. Erstaunlich ist es, dass Rommel bereits 6 Jahre nach dem Krieg in Hollywood verfilmt wurde und dabei schon damals etwas vom deutschen Widerstand gegen das Regime offenlegt.



Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

Mit roher Gewalt



















Regie: Jesse Hibbs

Im hohen Norden...

Als "The Spoilers" im Jahr 1955 von Jesse Hibbs verfilmt wurde, konnte der Stoff schon auf vier Vorgänger zurückblicken. Die erste Filmversion entstand 1914, es folgte 9 Jahre später eine weitere Verfilmung mit Noah Beery sen. und auch Gary Cooper wurde 1930 verpflichtet. 1942 mit großer Starbesetzung durch Marlene Dietrich, Randolph Scott und dem noch jungen John Wayne. Durch die vielen Vergleiche und einer höheren Meßlatte urteilte die Kritik im Jahre 1955 auch verhalten auf dieses weitere Remake.
Aber immerhin setzten die Macher auf die Vorzüge des Technicolor-Verfahrens. Landschaftspanoramen, Kulissen und Kostüme kamen daher besonders gut zur Geltung und am Ende gabs harte Männer, die sich im Schlamm bekämpfen. Spektakulär und passend in der damaligen Zeit war auch der Faustkampf der beiden Kontrahenten Roy Glennister und Alexander McNamara.
Das sind zwei Kerle, die auf die Salon Besitzerin Cherry Malotte (Anne Baxter) stehen. Im Städtchen Nome in Alaska ist auch der Goldrausch ausgebrochen und viele Glücksritter hatten schon etwas gefunden. Doch immer wieder gabs unter den goldgierigen Menschen dort oben im hohen Norden Streitereien um die Besitzansprüche der Minen. Daher wird der Regierungskommissar Mc Namara (Rory Calhoun) nach None geschickt, er soll die ständigen Streitigkeiten endgültig regeln. Auch Richter Stillman (Carl Benton Right) wird erwartet, er soll dann vor Ort die Urteile dazu sprechen. Bis es soweit ist, hat die Regierung die vorläufige Enteignung der Inhaber festgelegt. Die Goldsucher sind aufgebracht. Aber immerhin kann Cherry sie beschwichtigen. Cherry wird auch von ihrem jungen Groupier Blackie (Ray Danton) begehrt. Doch ihr Herz schlägt nur für ihren Liebsten Roy Glennister (Jeff Chandler), der mit dem gleichen Schiff wie der Richter in None erwartet wird. Als Roy dort mit der hübschen Helen Chester (Barbara Britton) auftaucht, ist gleich reichlich Grund zur Eifersucht gegeben. Helen ist die Nichte des Richters und scheint an Roy interessiert zu sein. Der sagt zwar seiner Cherry, dass sie gar keinen Grund hat eifersüchtig zu sein, aber Cherry ist nun mal Cherry und sie zeigt ihm fortan erst mal die kalte Schulter - Flirten kann sie ja mit dem neuen gutaussehenden McNamara.
Und Roy, der gemeinsam mit seinem besten Freund Dextry (John McIntire) die beste Mine im Umkreis hat, wird vorerst mit der seriösen Helen vorlieb nehmen müssen. Diese Goldmine hat bisher schon 80.000 Dollar eingebracht, die die beiden im Safe angespart haben. Leider spielt der Kommissar ein falsches Spiel und er will mit einigen Komplizen Herr der Goldmine werden...


"The Spoilers" bekam in Deutschland den Titel "Mit roher Gewalt", wobei die unterhaltsame und spannende Geschichte um Gier und Korruption eigentlich eher temperamentvoll und cool inszeniert wurde. Anne Baxter ist die perfekte Besetzung für die liebende Frau, die alles für ihren "Mann" riskiert und gemeinsam mit ihrer seltsamen, aber putzigen Zofe Herzogin (Ruth Donelly) mit einem gelungenen Täuschungsmanöver den Gangster in die Irre führt. Anne Baxter spielt ihre Rolle lasziv, darf auch mal ordinär sein und vor allem immer temperamentvoll. Wer Alaska Western wie "Über den Todespass" oder "Gefährten des Grauens" mag, sitzt hier auch in der 1. Reihe.


Bewertung: 7 von 10 Punkten.