Sonntag, 20. Februar 2022

Cat Ballou - Hängen sollst du in Wyoming


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Elliot Silverstein

Fiese Revolverhelden..

Mit der luftigen Westernkomödie "Cat Ballou - Hängen sollst du in Wyoming" gelang Regisseur Elliot Silverstein ein riesiger Überraschungserfolg. Der Film spielte alleine in den USA über 20 Millionen Dollar ein, was ihn zum siebt erfolgreichsten Kinostreifen des Jahres 1965 machte.
Auch die Kritiker bewerteten "Cat Ballou" sehr gut, was zu fünf Nominierungen (Hauptdarsteller Lee Marvin, Drehbuch, Filmschnitt, Musikscore und Filmsong)  für den Oscar führte. Am Ende Am Abend des 18. April 1966 setzte sich Lee Marvin in seiner Doppelrolle als Revolverheld-Gebrüderpaar gegen seine Konkurrenz (Rod Steiger, Oskar Werner, Laurence Olivier und Richard Burton) durch und gewann die Trophäe.
Bereits vorher war er für die gleiche Rolle mit dem "Golden Globe" ausgezeichnet. Silverstein unterlegte seinen Film mit einigen Songs, die in Form von Moritaten von zwei fahrenden Bänkelsängern (Nat King Cole und Stubby Kaye) vorgetragen werden. Sie erzählen die Geschichte der hübschen jungen Catherine Ballou (Jane Fonda), die im Gefängnis sitzt und am nächsten Tag am Galgen sterben soll.
Dabei sah anfangs alles so vielversprechend aus - im Rückblick erinnert sich die Gefangene an diese Zeit. An ihre Reise im Zug in den Wilden Westen. Catherine hat studiert und will nun in Wolf City in Wyoming bei ihrem Vater leben. Doch der hat Feinde.
Die mächtige Developing Company möchte in Wolf City investieren und hat es auf Frankie Ballous Farm abgesehen. Der Firmeninhaber Sir Harry Percival (Reginald Denny) hat den berüchtigten Revolverhelden Tim Strawn (Lee Marvin) angeheuert, um den unliebsamen Farmer aus dem Weg zu räumen. Frankie Ballou (John Marley) hat in dem jungen Indianer Jackson Two Bears (Tom Nardini) nur einen einzigen Verbündeten. Während der Zugfahrt zu ihrem Vater lernt sie den von Sheriff Maledon (Bruce Cabot) gefangenen Banditen Clay Boone (Michael Callan) kennen. Clay ist von Catherines Attraktivität entzückt. Dessen Komplize Jed (Dwayne Hickman) gelingt es Clay zu befreien und zu flüchten. Wenig später werden die beiden gutmütigen Halunken auf der Ballou Farm auftauchen - gerade rechtzeitig, denn Catherine hat Angst um das Leben ihres Vaters. Sie nimmt daher den Vorschlag an einen Revolverhelden zum Schutz ihres Vaters zu engagieren. Nur dumm, dass aus dem so legendären Gunman Kid Shelleen (Lee Marvin) inzwischen ein heruntergekommener Alkoholiker ist. Noch bevor der Revolverheld halbwegs nüchtern ist, hat Frankie Ballou eine tödliche Kugel von Strawn getroffen. Catherine wird damit gezwungen den Weg in die Gesetzlosigkeit zu bestreiten...




Und so wird aus ihr Cat Ballou - die attraktive Frau in der Todeszelle. Elliot Silverstein drehte ein paar Jahre später mit "Ein Mann, den sie Pferd nannten" einen wesentlich düsteren Western. "Cat Ballou" macht einfach Spass, auch wenn nicht alle Gags zünden, aber dafür entschädigt Lee Marvin in der komischsten Rolle seiner Karriere. 





Bewertung: 8 von 10 Punkten. 

Samstag, 22. Januar 2022

Duell in der Sonne


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: King Vidor

Schicksalsberg...

Der legendäre Filmproduzent David O. Selznick war als ausgesprochener Perfektionist bekannt. In den 30er und 40er Jahre hatte er sein eigenes Filmstudio. Die Verfilmung des Margaret Mitchell Romans "Vom Winde verweht" wurde sein größter Triumph, der mit 10 Oscars belohnt wurde und bis heute der erfolgreichste Film aller Zeiten geblieben ist, wenn man die Inflation berücksichtigt. Weitere erfolgreiche Produktionen waren "King Kong und die weiße Frau" sowie die beiden Hitchcock Filme "Rebecca" und "Ich kämpfe um Dich". 1946 finanzierte er King Vidors Westernepos "Duell in der Sonne" - Selznick wollte einen Film im Geiste von "Vom Winde verweht".
Die Hauptrolle bekam seine Geliebte Jennifer Jones, die kurz zuvor mit "Das Lied der Bernadette" ein fulminantes Hollywooddebüt hinlegte und gleich mit dem Oscar als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet wurde.
Jennifer Jones spiellt in dem leidenschaftlichen Drama überlebensgroßer Gefühle das Halbblut Pearl Chavez. Pearl wird Zeugin des Mordes ihres Vaters (Herbert Marshall) an seiner untreuen indianischen Frau (Tilly Losch), ihrer Mutter. Auch deren Liebhaber wird vom eifersüchtigen Vater erschossen. Der Mann endet am Galgen. Zuvor hat er beschlossen, dass sein Mädchen in die Obhut seiner seiner Cousine zweiten Grades Laura Belle MacCanles (Lilian Gish) kommt. Die ist unglücklich mit dem reichen Senator (Lionel Barrymore) verheiratet, der dem jungen Mädchen wegen ihrer indianischen Wurzeln eher feindselig begegnet. Das Ehepaar hat auch zwei Söhne. Der ältere Jesse (Joseph Cotten) ist ein Feingeist, sehr einfühlsam und hat studiert. Er ist mit den aggressiven Methoden seines Vaters überhaupt nicht einverstanden. Sein krasser Gegensatz ist der jüngere Bruder Lewt (Gregory Peck), ein rebellischer und impulsiver Mann, der keine Skrupel hat der attraktiven Pearl deutliche Avancen zu machen. Auch Jesse verliebt sich in Pearl, aber er ist sehr zurückhaltend und so landet die heißblütige junge Frau doch noch in den Armen von Lewt, den sie aber genauso hasst wie sie ihn begehrt. Es ist der Beginn einer amour fou, bald verfällt Pearl dem Charme des bösen Lewt. Sie kommt einfach nicht von ihm los. Hoffnung keimt aber auf, da Lewt ihr die Verlobung verspricht. Doch der Vater hintertreibt und bald will Lewt nichts mehr davon wissen. Dies treibt Pearl in eine Vernunftsehe mit dem wesentlich älteren Rancher Sam Pierce (Charles Bickford)....






Das Ende wird auf dem Berg besiegelt. Die Hassliebe führt dazu, dass Pearl auf den Mann schießt, von dem sie nie loskam. Er erwidert den Schuß und beide sind schwer verletzt. Sterbend schaffen sie es, dass sie zueinander kriechen, wo sie gemeinsam ein letztes Mal in den Armen liegen. Die Ligen zur Verteidigung der Tugend waren entsetzt von diesem Film, der offen eine sexuelle Abhängigkeit zeigte. Das Paar Gregory Peck und Jennifer Jones verstanden es perfekt die größtmögliche Sinnlichkeit und Leidenschaft auf die Leinwand zu zaubern. Natürlich klingelten die Kassen....King Vidors Western spielte weltweit über 20 Millionen Dollar und war nach "Die besten Jahre unseres Lebens" der zweiterfolgreichste Film des Jahres 1946. Sowohl Jennifer Jones als auch Lilian Gish wurden für ihre Rollen mit einer "Oscarnominierung" belohnt. Die Sterbeszene auf dem Berg schrieb Filmgeschichte.







Bewertung: 9 von 10 Punkten.

Sonntag, 26. Dezember 2021

El Cid


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Anthony Mann

Spaniens Held...

Anthony Mann wurde vor allem durch seine großen Westernklassiker mit James Stewart berühmt. Er drehte jedoch auch sehr beachtenswerte Beiträge im Film Noir Genre wie "Schritte in der Nacht", "Der parfümierte Killer" oder "Geheimagent T". In den 60er Jahren inszenierte er auch zwei opulente Monumentalfilme: "El Cid" aus dem Jahre 1961 wurde ein riesiger Erfolg und spielte insgesamt fast 27 Millionen Dollar ein. Er war damit nach "West Side Story" und "Die Kanonen von Navarone" der dritterfolgreichste Filme des Jahres und wurde auch für drei Oscars (Bester Originalsong, Beste Musik von Miklos Rosza und Bestes Szenenbild) nominiert.
Mann erzählt die Geschichte von Rodrigo Diaz de Vivar (ca. 10433 bis 10. Juli 1099). Der kastillische Ritter und Kriegsherr lebte in mittelalterlischen Spanien und kämpfte sowohl mit christlichen als auch mit muslimischen Armeen gegen den Feind Yusuf, der Anführer der Almoraviden. Seine Verdienste brachten ihm schon zu Lebzeiten den Ehrentitel "El Cid" (der Herr) ein. Nach seinem Tod wurde er Spaniens gefeierter Nationalheld und damit auch Protagonist des bedeutendsten mittelalterlichen spanischen Epos "El Cantar de Mio Cid". Dort werden seine herausragenden Eigenschaften wie Stärke, Tapferkeit, Loyalität, Gerechtigkeit und Gottesglaube hervorgehoben.
Im klasse fotografierten Historienepos (Kamera: Robert Krasker) von Mann wird er von Charlton Heston gespielt. Während "El Cid" riesigen Gewinn machte, floppte allerdings Anthony Manns ebenso monumentaler Nachfolger "Der Untergang des römischen Imperiums" mit einem Verlust von 14 Millionen Dollar und dem Bankrott des Produzenten Samuel Bronston.
General Ibn Yusuf (Herbert Lom) der Almoraviden-Dynastie hat alle Emire aus Andalusien nach Nordafrika berufen. Er tadelt seine Glaubensbrüder, weil sie so friedlich mit den christlichen Nachbarn zusammenleben können. Sein Traum ist die islamische Weltherrschaft. So kehren die Emire zurück nach Spanien, sie sollen wieder gegen die Christen kämpfen und dieser Befehl wird tatsächlich ausgeführt. Viele Dörfer und Städte werden von maurischen Kriegern regelrecht zerstört. Don Rodrigo Diaz de Vivar (Charlton Heston) ist zu dieser Zeit auf dem Weg zu seiner Hochzeit mit Dona Ximena (Sophia Loren). Er sieht zerstörte und brennende Ortschaften und nimmt tatsächlich die Emire Al Mu`tamin (Douglas Wilmer) aus Zaragossa und Al-Kadir (Frank Thring) von Valencia gefangen. Die aufgebrachte Meute fordert den Tod der Feinde, doch Don Rodrigo entscheidet sich für einen friedlichen Weg und lässt die beiden Gefangenen frei, nachdem sie ihm versprochen haben nie wieder Ländereien anzugreifen, die König Ferdinand von Kastillien (Ralph Truman) gehören. Damit fängt für Don Rodrigo der Ärger erst an, denn er wird von Graf Ordonez (Raf Vallone) des Hochverrats bezichtigt und Ximenans Vater Graf Gormaz (Andrew Cruckshank) will keinen Verräter als Schwiegersohn, verbietet die Hochzeit und stattdessen fordert er Don Rodrigo zum Duell heraus....







Der Film schildert dann die Hassliebe von Ximena, die nach wie vor liebt, aber den Tod des Vatermörders fordert. Als der alte König stirbt, streiten sich seine drei Kinder Prinzessin Uraca (Genevieve Page), Prinz Alfonso (John Fraser) und Prinz Sancho (Gary Raymond) um die Macht. Manns Film ist wunderbar in Szene gesetzt und die spanische Geschichtsstunden von Anthony Mann sind enorm spannend, auch die Schauspielerleistungen sind perfekt. Man merkt gar nicht, dass zwischen Heston und der Loren während der Dreharbeiten eine regelrechte Eiszeit bestand, weil Heston es nicht fair fand, dass sein Co-Star mit der Gage von 1 Millionen Dollar seine eigene als Hauptdarsteller überstieg. Viele Jahre später bezeichnete er seinen Ärger von damals als sehr unprofessionell. Dem Sehvergnüngen tut dies allerdings keinerlei Abbruch.







Bewertung: 8,5 von 10 Punkten. 

Drei Männer im Schnee


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Kurt Hoffmann

Inkognito im Grand Hotel....

Den Roman "Drei Männer im Schnee" schrieb Erich Kästner bereits im Jahr 1934 - zu dieser Zeit war er bereits bei den Nazis in Ungnade gefallen. Das Publikum liebte jedoch die Geschichte von dem exzentrischen Millionär, der einmal einen armen Mann spielen will und daher wurde der Stoff immer wieder verfilmt. So gibt es frühe Filmversionen des Stoffes aus Frankreich, Schweden, den USA und aus der Tschechoslowakei. Eine deutschsprachige Verfilmung wurde erstmalig 1955 in Österreich realisiert. Erich Kästner schrieb auch das Drehbuch und als Regisseur wurde der Komödienspezialist Kurt Hoffmann engagiert. Hoffmann drehte während seiner aktiven Laufbahn Erfolgsfilme wie "Quax, der Bruchpilot" (1941), nach dem Krieg vornehmlich eher düstere Filme wie "Das verlorene Gesicht", "Der Fall Rabanser" oder "Fünf unter Verdacht". Erst ab den 50er Jahren wurden seine Filme wieder fröhlicher und er feierte riesige Erfolge mit "Ich denke oft an Piroschka", "Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull", "Das Wirtshaus im Spessart" oder "Das fliegende Klassenzimmer". Von der Kritik sehr geliebt wurde sein 1959 entstandener Beitrag zur Vergangenheitsbewältigung "Wir Wunderkinder" - damit gewann er den Golden Globe als bester Auslandsfilm des Jahres 1960 und das Filmband in Silber.
"Drei Männer im Schnee" aus dem Jahr 1955 ist die schönste Verfilmung des Romans, obwohl Kästner die düsteren Elemente seines erstes Entwurfes aus dem Jahr 1927 entfernte. Diese erste Veröffentlichung erschien unter dem Namen "Inferno im Hotel" im Berliner Tageblatt. Der später geschriebene Roman ist eher eine Feel Good Fassung der Erzählung.
Hauptfigur der Geschichte ist der exzentrische, aber gutmütige Geheimrat Schlüter (Paul Dahlke), dessen Hobby es ist seine Mitmenschen zu studieren. Schlüter ist millionenschwer, hat mit seinem Angestellten Johann Kesselhuth (Günther Lüders) einen äusserst treuen Diener und mit der betagten Frau Kunkel (Margarethe Haagen) eine stets um sein Wohl besorgte Hausdame. Schlüter ist Witwer und hat eine schöne Tochter (Nicole Heesters). Er hat vor kurzem einen großen Wettbewerb gestartet, bei dem er selbst unter dem Falschnamen "Schulze" mitgemacht hat. Tatsächlich gewinnt er unter dem Pseudonym den 2. Preis - einen zehntägigen Aufenthalt im Grand Hotel im schneeverschneiten Bruckbeuren in den Alpen. Der stellungslose Dr. Hagedorn (Claus Biederstaed), der nur zu gerne eine Arbeitsstelle bei den Schlüter Werken hätte, ist der 1. Sieger des Wettbewerbs und hat den gleichen Preis gewonnen. So treffen sich die beiden Männer im Grand Hotel, wo die Creme de la Creme und die Schönen Reichen verkehren. Töchterchen Hildegard will den Plan des Vaters 10 Tage den armen Mann zu spielen vereiteln und daher ruft sie im Grand Hotel an und bereitet den Hoteldirektor Kühne (Hans Olden) und Portier Polter (Fritz Imhoff) auf die Ankunft eines Millionärs vor, der im Preisausschreiben gewonnen hat, aber total auf arm macht. Zu dumm, dass sowohl Direktor als auch Portier den anreisenden armen Hagedorn als "Mllionär" sehen und ihm den Aufenthalt so schön wie möglich bereiten wollen, denn schließlich soll der Millionär alle nur erdenklichen Annehmlichkeiten des guten Hauses genießen, auch wenn er vorgibt arm wie eine Kirchenmaus zu sein. Der gleichzeitig anreisende Schulte jedoch ist den Hotelleuten sofort ein echtes Dorn im Auge. Er wird in eine eiskalte Dachkammer einquartiert, während sich im Hotel herumspricht - auch bei der Damenwelt - das ein Millionär angereist ist...



Kurt Hoffmanns Film ist von Anfang bis Ende sehr vergnüglich, wenn auch harmlos und die Kritik am System "Arm und reich" bricht nur ganz leise und harmonisch durch. Der Film soll einfach gut unterhalten und das tut er auch heute noch. Paul Dahlke spielt eine seiner besten Rollen, am Ende steht die Liebe als Happy End.





Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.